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2007.12.20, 15:45
bi_blut in moskau
Am 14. Juli flog ich zu meiner ersten Reise nach China ab. Ich buchte die Tour mit Meyers Weltreisen.
Wir waren 25 Teilnehmer und starteten mit Aeroflot-Flugzeug vom Flughafen Berlin-Schoenefeld in der DDR, wohin ich mit Zubringerflug von Nürnberg kam.
Unsere deutsche Reisebegleiterin hieß Monika, eine nette junge Frau, Sinologiestudentin aus Hamburg.
Beim Flug nach Moskau hatten wir schönes Wetter und einen weiten Blick über die Landschaft.
Dabei fiel mir die unterschiedliche Baukultur auf.
Bis zur ehemaligen deutschen Grenze waren fast alle Gebäude mit roten Dachziegeln gedeckt, während weiter östlich dunkle Dach-Bedeckung vorherrschte.
In Moskau besichtigten wir zwei Tage lang die Sehenswürdigkeiten.
Bei der Bus-Rundfahrt hatte ich mein Sonder-Erlebnis. Wir fuhren am Südufer der Moskwa entlang und hielten gegenüber dem Kreml, weil man von dort aus den besten Gesamtanblick auf die Kremtmauer und die dahinter liegenden Bauten hat.
Die schräge betonierte Flußböschung war von Steintreppen bis ins Wasser unterbrochen.
Ich wollte fühlen, wie kalt das Wasser ist, und stieg den nächsten Stufen hinunter.
Auf der vorletzten rutschte ich aus, da sie durch Tangbewuchs glitschig war, aber nur bis zur nächsten,
und viel nicht ins Wasser, dafür hintenüber
und schlug mit dem Hinterkopf auf die Kante einer höheren Stufe.
Es floss etwas Blut und ich wurde in ein Krankenhaus gebracht wo eine Ärztin mit drei Stichen die Wunde zunähte und mit einem großen Pflaster verklebte.-
Wir waren 25 Teilnehmer und starteten mit Aeroflot-Flugzeug vom Flughafen Berlin-Schoenefeld in der DDR, wohin ich mit Zubringerflug von Nürnberg kam.
Unsere deutsche Reisebegleiterin hieß Monika, eine nette junge Frau, Sinologiestudentin aus Hamburg.
Beim Flug nach Moskau hatten wir schönes Wetter und einen weiten Blick über die Landschaft.
Dabei fiel mir die unterschiedliche Baukultur auf.
Bis zur ehemaligen deutschen Grenze waren fast alle Gebäude mit roten Dachziegeln gedeckt, während weiter östlich dunkle Dach-Bedeckung vorherrschte.
In Moskau besichtigten wir zwei Tage lang die Sehenswürdigkeiten.
Bei der Bus-Rundfahrt hatte ich mein Sonder-Erlebnis. Wir fuhren am Südufer der Moskwa entlang und hielten gegenüber dem Kreml, weil man von dort aus den besten Gesamtanblick auf die Kremtmauer und die dahinter liegenden Bauten hat.
Die schräge betonierte Flußböschung war von Steintreppen bis ins Wasser unterbrochen.
Ich wollte fühlen, wie kalt das Wasser ist, und stieg den nächsten Stufen hinunter.
Auf der vorletzten rutschte ich aus, da sie durch Tangbewuchs glitschig war, aber nur bis zur nächsten,
und viel nicht ins Wasser, dafür hintenüber
und schlug mit dem Hinterkopf auf die Kante einer höheren Stufe.
Es floss etwas Blut und ich wurde in ein Krankenhaus gebracht wo eine Ärztin mit drei Stichen die Wunde zunähte und mit einem großen Pflaster verklebte.-
2007.04.11, 22:33
Mir waren in Deutschland!
2007.09.28, 15:04
bi_anhalter
In den Sommerferien 1954 war meine Schwester Ilse wieder in Berlin und wir starteten zu einer gemeinsamen Tour per Anhalter nach Italien.
Es war Augusts und warm genug, dass wir irgendwo auf den Hügeln über dem Lago Maggiore im Freien in unsern Schlafsäcken übernachten konnten. Im Dunkeln sahen wir unten in dem großen See die Lichter vom Ufer sich widerspiegeln.
Weiter ging es über Mailand,Genua auf der Straße am Mittelmeer entlang nach Rom und Neapel.
Auf der Straße über den ablehnenden nahm uns ein alter LKW mit. Im Führerhaus hatte neben dem Fahrer und Beifahrer nur Ilse Platz und ich musste es mir hinten im Laderaum auf großen Käselaiben bequem machen.
Es war schon dunkel, da hielten wir mit den in den Bergen neben einem kleinen Wirtshaus an. Ilse kam aufgeregt zu mir und rief mir zu, schnell auf die Straße zu springen. Der Fahrer hatte sie aufgefordert, Sex-Dienst als Fahrgeld zu leisten, was sie entrüstet ablehnte.
Daraufhin hielt er an dem Wirtshaus, wo wir auch ein kleines Zimmer für die Nacht fanden. Am nächsten Tag kamen wir nach Bari, eine große Hafenstadt mit fast arabisch anmutender Bevölkerung. Da uns hier alles ein bisschen "fremdländisch" vorkam und wir kaum italienisch konnten, entschlossen wir uns umzudrehen und wanderten auf der Küstenstraße wieder nach Norden.
Dabei kamen wir an Kilometer langen Salinen vorbei, Salzgärten, in denen aus Meerwasser durch Verdunsten Kochsalz gewonnen wird. Große Flächen am flachen Strand werden eingedämmt, das hereingelassene Salzwasser verdunstet in der Sonne und das zurückbleibende Salz kann für den menschlichen Verbrauch genutzt werden.
Natürlich waren wir auch auf dem Vesuv.
Wir kamen am Nachmittag etwas spät zu dem kleinen Gebäude von dem aus Berg-Führer die Besucher zum Kraterrand begleiten, wir waren die beiden letzten.
Zwei junge Führer sassen da mit ihren festen ledernen Bergsteigerstiefeln. Wir hatten nur feste Turnschuhe und erzählten ihnen in deutsch-englischem Kauderwelsch mit italienischen Brocken, dass wir Studenten sind und per Anhalter aus Berlin kommen, um den Vesuv Krater anzuschauen.
Da fassten sie uns an der Hand und zogen uns den Berg hinauf bis an den Kraterrand.
Auf deutsch-italienisch erzählten sie alles Wissenswerte über den Vesuv.
Dann nahm jeder einen von uns in den Arm und wir rutschten auf ihren Stiefeln durch das Lava-Geröll zum Häuschen zurück.
Sie sagten wir seien ihre Gäste und luden uns zu einem Glas Lacrimae-Christi-Wein ein.
Wir bedankten und verabschiedeten uns und wanderten durch die Weinberge. In einer verlassenen Winzerhütte übernachteten wir und reisten am nächsten Morgen wieder nordwärts.
Eine Woche später landeten wir bei unseren Eltern in Berlin.
Im Sommer 1955 war Ilse wieder in Berlin und so beschlossen wir eine Anhalter-Tour nach Spanien.
Durch die Schweiz und Südfrankreich ging es über die Pyrenäen nach Barcelona.
Wie in Italien schliefen wir meist in den Schlaf- sälen billiger Jugendherbergen.
Weil das Anhalter fahren damals noch nicht in Mode war, kamen wir meist sehr gut voran, oft in kleinen Lastwagen. Zwischen Barcelona und Valencia ging die Küsten-Straße über einen hohen Bergrücken und von der Ladefläche eines kleinen LKWs aus hatten wir eine herrliche Fernsicht über das im Sonnenlicht glitzernde Mittelmeer.
In den kleinen Fischer-Städtchen schliefen wir manchmal in am Kai vertäuten alten Kähnen und aßen oft in kleinen Fischküchen frischen Fisch. Wir nahmen immer die kleine Küstenstraße (Autobahnen gab es damals ja noch nicht) über Alicante und Cartagena.
Von Almeria aus machten wir einen Abstecher nach Granada an dem Schneegebirge der Sierra Nevada vorbei und zu dem berühmten Maurenschloß Alhambra.
Dann wieder nach Malaga zur Costa del Sol und weiter nach La Linea, dem Grenzübergang nach Gibraltar.
Als Fußgänger konnten wir dort problemlos passieren und uns die alte britische Festung ansehen.
Bei schönstem Sonnenschein konnten wir den Affen auf den Felsen zugucken und durch Old England spazieren.
Über Algeciras und Cadiz, wo wir direkt am Hafen auf Parkbänken unter Palmen schliefen weiter nach Jerez de la Frontiera, wo der berühmte Cherry gekeltert wird, den die Engländer schon immer gerne als Aperitiv trinken, und den Ortsnamen Jerez zu Cherry verbalhornt haben.
Dann weiter nach Sevilla, wo wir mehrere Tage in der schönsten Stadt Spaniens verbrachten.
Auf der Landstraße nach Madrid hatten wir wieder besonderes Glück. Hinter Cordoba hielt ein großer Personenwagen und ein nettes Ehepaar, der Mann ließ Jesus, nahm uns mit bis in ihr großes modernes Apartment in der Madrider Innenstadt, wo wir dann noch mehrere Nächte in ihrem Gästezimmer schlafen durften, während wir uns die Hauptstadt anschauten. Danach nordwärts über Burgos, Bilbao, San Sebastian nach Biaritz in Frankreich. Dort mussten wir nach den schönen Tagen in Spanien entlang der Atlantikküste häufig im Regen laufen, da dann auch weniger Autos halten. Über Bordeaux , Lyon und durch die Schweiz kamen wir eine knappe Woche später wieder nach Berlin zu unseren Eltern.----
Es war Augusts und warm genug, dass wir irgendwo auf den Hügeln über dem Lago Maggiore im Freien in unsern Schlafsäcken übernachten konnten. Im Dunkeln sahen wir unten in dem großen See die Lichter vom Ufer sich widerspiegeln.
Weiter ging es über Mailand,Genua auf der Straße am Mittelmeer entlang nach Rom und Neapel.
Auf der Straße über den ablehnenden nahm uns ein alter LKW mit. Im Führerhaus hatte neben dem Fahrer und Beifahrer nur Ilse Platz und ich musste es mir hinten im Laderaum auf großen Käselaiben bequem machen.
Es war schon dunkel, da hielten wir mit den in den Bergen neben einem kleinen Wirtshaus an. Ilse kam aufgeregt zu mir und rief mir zu, schnell auf die Straße zu springen. Der Fahrer hatte sie aufgefordert, Sex-Dienst als Fahrgeld zu leisten, was sie entrüstet ablehnte.
Daraufhin hielt er an dem Wirtshaus, wo wir auch ein kleines Zimmer für die Nacht fanden. Am nächsten Tag kamen wir nach Bari, eine große Hafenstadt mit fast arabisch anmutender Bevölkerung. Da uns hier alles ein bisschen "fremdländisch" vorkam und wir kaum italienisch konnten, entschlossen wir uns umzudrehen und wanderten auf der Küstenstraße wieder nach Norden.
Dabei kamen wir an Kilometer langen Salinen vorbei, Salzgärten, in denen aus Meerwasser durch Verdunsten Kochsalz gewonnen wird. Große Flächen am flachen Strand werden eingedämmt, das hereingelassene Salzwasser verdunstet in der Sonne und das zurückbleibende Salz kann für den menschlichen Verbrauch genutzt werden.
Natürlich waren wir auch auf dem Vesuv.
Wir kamen am Nachmittag etwas spät zu dem kleinen Gebäude von dem aus Berg-Führer die Besucher zum Kraterrand begleiten, wir waren die beiden letzten.
Zwei junge Führer sassen da mit ihren festen ledernen Bergsteigerstiefeln. Wir hatten nur feste Turnschuhe und erzählten ihnen in deutsch-englischem Kauderwelsch mit italienischen Brocken, dass wir Studenten sind und per Anhalter aus Berlin kommen, um den Vesuv Krater anzuschauen.
Da fassten sie uns an der Hand und zogen uns den Berg hinauf bis an den Kraterrand.
Auf deutsch-italienisch erzählten sie alles Wissenswerte über den Vesuv.
Dann nahm jeder einen von uns in den Arm und wir rutschten auf ihren Stiefeln durch das Lava-Geröll zum Häuschen zurück.
Sie sagten wir seien ihre Gäste und luden uns zu einem Glas Lacrimae-Christi-Wein ein.
Wir bedankten und verabschiedeten uns und wanderten durch die Weinberge. In einer verlassenen Winzerhütte übernachteten wir und reisten am nächsten Morgen wieder nordwärts.
Eine Woche später landeten wir bei unseren Eltern in Berlin.
Im Sommer 1955 war Ilse wieder in Berlin und so beschlossen wir eine Anhalter-Tour nach Spanien.
Durch die Schweiz und Südfrankreich ging es über die Pyrenäen nach Barcelona.
Wie in Italien schliefen wir meist in den Schlaf- sälen billiger Jugendherbergen.
Weil das Anhalter fahren damals noch nicht in Mode war, kamen wir meist sehr gut voran, oft in kleinen Lastwagen. Zwischen Barcelona und Valencia ging die Küsten-Straße über einen hohen Bergrücken und von der Ladefläche eines kleinen LKWs aus hatten wir eine herrliche Fernsicht über das im Sonnenlicht glitzernde Mittelmeer.
In den kleinen Fischer-Städtchen schliefen wir manchmal in am Kai vertäuten alten Kähnen und aßen oft in kleinen Fischküchen frischen Fisch. Wir nahmen immer die kleine Küstenstraße (Autobahnen gab es damals ja noch nicht) über Alicante und Cartagena.
Von Almeria aus machten wir einen Abstecher nach Granada an dem Schneegebirge der Sierra Nevada vorbei und zu dem berühmten Maurenschloß Alhambra.
Dann wieder nach Malaga zur Costa del Sol und weiter nach La Linea, dem Grenzübergang nach Gibraltar.
Als Fußgänger konnten wir dort problemlos passieren und uns die alte britische Festung ansehen.
Bei schönstem Sonnenschein konnten wir den Affen auf den Felsen zugucken und durch Old England spazieren.
Über Algeciras und Cadiz, wo wir direkt am Hafen auf Parkbänken unter Palmen schliefen weiter nach Jerez de la Frontiera, wo der berühmte Cherry gekeltert wird, den die Engländer schon immer gerne als Aperitiv trinken, und den Ortsnamen Jerez zu Cherry verbalhornt haben.
Dann weiter nach Sevilla, wo wir mehrere Tage in der schönsten Stadt Spaniens verbrachten.
Auf der Landstraße nach Madrid hatten wir wieder besonderes Glück. Hinter Cordoba hielt ein großer Personenwagen und ein nettes Ehepaar, der Mann ließ Jesus, nahm uns mit bis in ihr großes modernes Apartment in der Madrider Innenstadt, wo wir dann noch mehrere Nächte in ihrem Gästezimmer schlafen durften, während wir uns die Hauptstadt anschauten. Danach nordwärts über Burgos, Bilbao, San Sebastian nach Biaritz in Frankreich. Dort mussten wir nach den schönen Tagen in Spanien entlang der Atlantikküste häufig im Regen laufen, da dann auch weniger Autos halten. Über Bordeaux , Lyon und durch die Schweiz kamen wir eine knappe Woche später wieder nach Berlin zu unseren Eltern.----
2007.09.26, 17:01
bi_radfahrer
Ich meldete mich bei der TU Hannover ab, packte meinen Rucksack, und fuhr per Anhalter meine Schwester Ilse in Tunbridge Wells,Sussex, England besuchen, mit der Kanal-Fähre Calais - Dover.
Dort absolvierte Ilse ihre Physical-Therapie-Lehre und wohnte in einer kleinen Pension, wo ich auch ein Zimmer bekam.
Ich trampte aber bald weiter nach Bristol, wo ich mich an der Uni als Austauschstudent für das Herbst-Trimester eintragen wollte.
Ich fand auch bald ein schönes Zimmer bei einem jüngeren Ehepaar in einem typisch englischen Einfamilienhaus ohne Zentralheizung aber mit einem großen Kaminfeuer im Wohnzimmer. Es lag in einem hügeligen Wohnviertel 3 km oberhalb der Uni.
Ich besorgte mir ein gebrauchtes Fahrrad und radelte jeden Tag zu den Vorlesungen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zum Rad fahren in Deutschland. Radler hatten immer Vorfahrt und die Autofahrer benahm sich uns gegenüber wie perfekte Gentlemen. Mittag aß ich in der Uni Kantine, Frühstück und Abendbrot bekam ich bei meinen Wirtsleuten auf englische Art einschließlich afternoon tea. Ich hörte alle möglichen Vorlesungen und verstand bald auch alles, wenn langsam und deutlich gesprochen wurde. Mein eigener Dialekt blieb stümperhaft.
Über die kurzen Weihnachtsferien fuhr ich wieder meine Schwester Ilse besuchen. Dort genoss ich auch zum ersten Mal echten Plumpudding.
Nach dem Frühjahrs Trimester packte mich wieder das Reisefieber.
Ich trampte nordwärts, ein paar Tage lang zusammen mit Ilse, die dann aber wieder zurück zu ihrer Schulung musste, also alleine weiter über Newcastle, Edinburgh und Glasgow durch Schottland bis zur Isle of Skye.
Über die Meerenge hinüber gab es noch keine Brücke, und die Fähre war mir zu teuer. So machte ich noch eine große Schleife durch die Highlands, bevor es zurückging nach London.
Auf den holprigen Straßen in Schottland litt wieder mein Rücken, besonders auf Holzbänken in uralten ungefederten kleinen Lieferwagen, wenn in jedem Schlagloch mein Kreuz zusammengestaucht wurde. Einmal nahm mich ein Gutsbesitzer in seinem offenen viersitzigen Ford Oldtimer mit, den Motor warf er mit einer großen Kurbel unter dem Kühler an, und als wir in seinem Hof ankamen, nahm er einfach das Steuerrad ab und mit ins Haus (einfache Diebstahlsicherung). In London besuchte ich ein älteres Ehepaar, gute Freunde meiner Schwester Ilse, die beide schon pensioniert waren und mich sehr freundlich aufnahmen. Ich durfte einige Tage bei ihnen bleiben und sie zeigten mir alle Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.-
Inzwischen war es schon Frühsommer 1951 und Zeit für mich nachhause zu fahren.
Dort hatte sich einiges geändert.
Im Februar waren meine Eltern aus Sulingen nach Berlin umgezogen in die Mansarden-Wohnung ihres Hauses in der Preußen Allee 33, also auch mein neues Zuhause. Meine Oma in Sulingen wäre am 5. März 89 Jahre alt geworden. Aber leider starb sie am 3. März an Altersdiabetes. Meine Mutter war schrecklich betrübt, da sie zu Omas Geburtstag nach Sulingen fahren wollte und ihre Mutter nicht nochmal lebend sehen konnte.-
Dort absolvierte Ilse ihre Physical-Therapie-Lehre und wohnte in einer kleinen Pension, wo ich auch ein Zimmer bekam.
Ich trampte aber bald weiter nach Bristol, wo ich mich an der Uni als Austauschstudent für das Herbst-Trimester eintragen wollte.
Ich fand auch bald ein schönes Zimmer bei einem jüngeren Ehepaar in einem typisch englischen Einfamilienhaus ohne Zentralheizung aber mit einem großen Kaminfeuer im Wohnzimmer. Es lag in einem hügeligen Wohnviertel 3 km oberhalb der Uni.
Ich besorgte mir ein gebrauchtes Fahrrad und radelte jeden Tag zu den Vorlesungen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zum Rad fahren in Deutschland. Radler hatten immer Vorfahrt und die Autofahrer benahm sich uns gegenüber wie perfekte Gentlemen. Mittag aß ich in der Uni Kantine, Frühstück und Abendbrot bekam ich bei meinen Wirtsleuten auf englische Art einschließlich afternoon tea. Ich hörte alle möglichen Vorlesungen und verstand bald auch alles, wenn langsam und deutlich gesprochen wurde. Mein eigener Dialekt blieb stümperhaft.
Über die kurzen Weihnachtsferien fuhr ich wieder meine Schwester Ilse besuchen. Dort genoss ich auch zum ersten Mal echten Plumpudding.
Nach dem Frühjahrs Trimester packte mich wieder das Reisefieber.
Ich trampte nordwärts, ein paar Tage lang zusammen mit Ilse, die dann aber wieder zurück zu ihrer Schulung musste, also alleine weiter über Newcastle, Edinburgh und Glasgow durch Schottland bis zur Isle of Skye.
Über die Meerenge hinüber gab es noch keine Brücke, und die Fähre war mir zu teuer. So machte ich noch eine große Schleife durch die Highlands, bevor es zurückging nach London.
Auf den holprigen Straßen in Schottland litt wieder mein Rücken, besonders auf Holzbänken in uralten ungefederten kleinen Lieferwagen, wenn in jedem Schlagloch mein Kreuz zusammengestaucht wurde. Einmal nahm mich ein Gutsbesitzer in seinem offenen viersitzigen Ford Oldtimer mit, den Motor warf er mit einer großen Kurbel unter dem Kühler an, und als wir in seinem Hof ankamen, nahm er einfach das Steuerrad ab und mit ins Haus (einfache Diebstahlsicherung). In London besuchte ich ein älteres Ehepaar, gute Freunde meiner Schwester Ilse, die beide schon pensioniert waren und mich sehr freundlich aufnahmen. Ich durfte einige Tage bei ihnen bleiben und sie zeigten mir alle Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.-
Inzwischen war es schon Frühsommer 1951 und Zeit für mich nachhause zu fahren.
Dort hatte sich einiges geändert.
Im Februar waren meine Eltern aus Sulingen nach Berlin umgezogen in die Mansarden-Wohnung ihres Hauses in der Preußen Allee 33, also auch mein neues Zuhause. Meine Oma in Sulingen wäre am 5. März 89 Jahre alt geworden. Aber leider starb sie am 3. März an Altersdiabetes. Meine Mutter war schrecklich betrübt, da sie zu Omas Geburtstag nach Sulingen fahren wollte und ihre Mutter nicht nochmal lebend sehen konnte.-
2007.10.01, 13:27
bi_spartaner
Im Sommer 1956 hätte ich meine Diplomarbeit schreiben können.
Aber ich war schon 35 Jahre alt und hatte keine Lust mehr zum Büffeln.
Außerdem wusste ich, dass ich bald nach USA auswandern würde, und dort mein Diplom nicht anerkannt wird.
Also machte ich mich alleine auf zu einer Anhaltertour in die Türkei.
Dort hatte unser Forst-Professor einen Forschungsauftrag zur Wiederaufforstung versteppter Erosionsgebiete in der mitteltürkischen Hochebene.
Ich reiste von Berlin südwärts durch Österreich und Jugoslawien, über Linz, Graz nach Zagreb und von dort auf der primitiven noch im Krieg gebauten Autobahn nach Belgrad.
Weiter südwärts geriet ich ganz zufällig in eine Groß-Serbische Kundgebung auf dem Amselfeld, auf dem, 600 Jahre vor dem Mauerfall in Berlin, die serbische Armee von den Türken geschlagen wurde.
Seitdem gilt es dem serbischen Volk als Schicksals-Region, obwohl das heutige Kosovo längst von muslimischen Albanern bewohnt ist, und soll serbisches Staatsgebiet bleiben. Während der Kundgebung konnte ich aus einiger Entfernung den damaligen kommunistischen, aber Russland-feindlichen Staatschef Tito sehen.
Hinter Skopje hatte ich ein etwas unheimliches Erlebnis.
Die Hauptstraße nach Thessaloniki war eine schmale Schotterstraße mit wenig Autoverkehr. Ich wanderte durch die armseligen Dörfer und es wurde schon Abend.
Auf den Feldern arbeiteten noch einige Bauern, doch dann hörten die Äcker auf und die Straße führte nur noch wie ein besserer Feldweg in ein ödes verlassenes Bergland, kein Baum kein Strauch.
Aus dem letzten Dorf kamen auf einmal zwei junge Burschen etwa 200 m hinter mir her.
Zuerst liefen sie einige Zeit langsam bei gleich bleibenden Abstand. Dann gingen sie schneller und überholten mich, gruß- und wortlos.
Da ich kein serbisch konnte, sprach ich sie auch nicht an. Etwa 150 m vor mir liefen sie dann wieder in gleichem Abstand vor mir her. Ich schaute mich dauernd um in der Hoffnung, dass doch noch ein Fahrzeug vorbeikommen würde.
Und es war schon fast dunkel da hatte ich Glück, es tauchten zwei schwache Lichter auf, die Scheinwerfer eines alten klapprigen Lieferwagens.
Er hielt auf mein Daumenzeichen an und ich durfte mich hinten auf die Ladefläche setzen.
Als wir an den beiden Burschen vorbeifuhren, hielten sie an und blieben stehen. Sie schauten uns nach, bis ich sie nicht mehr sehen konnte.
Außer meinem kleinen Brustbeutel mit meiner bescheidenen Reisekasse trug ich nur einen einfachen Tornister. Aber auch das wäre den beiden wohl als Reichtum erschienen.
Der Lieferwagen hielt im nächsten kleinen Städtchen, wo ich eine Unterkunft fand und am nächsten Tag die griechische Grenze passierte und Thessaloniki erreichte, die große Hafenstadt am Ägäischen Meer.
Nach einem Tag Aufenthalt dort, besuchte ich die Autonome Mönchs-Republik Athos, die vor 1000 Jahren auf dem östlichen Finger der Halbinsel Chalkidike unter griechischer Souveränität gegründet wurde.
Schon davor haben auf diesem schmalen ins Meer ragenden Gebirgsstreifen mit dem an der Spitze 2000 Meter hohen Berg Athos jahrhundertelang Einsiedler gelebt. Die 20 Klöster sind neben den griechischen vor allem russische, und auch bulgarische, georgische und anderer orthodox-slawischer Völker. Von den Mönchen, die ich besuchte, wurde ich sehr gastfreundlich aufgenommen.
Nach diesem Abstecher reiste ich auf der Küstenstraße ostwärts über die türkische Grenze nach Istanbul.
Die Ägäisküste erschien mir damals mit der großen Hafenstadt wie ein unberührtes südländisches Paradies mit Palmen, Gärten und Anlagen, fruchtbaren Feldern, exotischen Bäumen, Pferde- und Eselskarren, einem geruhsamen Lebensstil ohne hektischen Autoverkehr.-
In Istanbul wohnte ich in Schlafsälen einer einfachen Herberge mit Reisenden aller Nationalitäten und Rassen zusammen, die meisten davon wohl Muslime.
Ich lief durch die Straßen der Innenstadt und die Basare und besuchte natürlich auch die Hagia Sophia, die Sultan-Ahmed-Moschee und den ehemaligen Sultans- Palast.
Nach drei Tagen bestieg ich die Fähre über den Bosporus und reiste auf der Landstraße weiter nach Bursa, dann die Straße nach Ankara bis Eskisehir.
Dort war das Forstamt, mit dem mein Professor zusammenarbeitete und wo ich schon für einen zweiwöchigen Studienaufenthalt angemeldet war.
Die Forstbeamten empfingen mich sehr freundlich und im Haus eines Försters war das Gästezimmer für mich reserviert.
Wir verständigten uns auf Englisch, das die meisten einigermaßen gut konnten.
Einige sprachen ein wenig Deutsch. Auch die Mahlzeiten nahm mich zusammen mit den Förstern ein.
Fast alle waren Reserve- Offiziere in der Armee und natürlich Kemalisten.
Das Wohnviertel hätte genauso gut in einer deutschen Kleinstadt stehen können, die Familien lebten genauso wie dort.
Ich kann mich nicht erinnern, eine Frau mit Kopftuch gesehen zu haben.
Kemal Atatürk, der Schöpfer der modernen Türkei, war ein verdienter Offizier und führte 1923 die Trennung von Kirche und Staat ein, schaffte Sultanat und Kalifat ab, verfügte die Übernahme der abendländischen Zivilisation (Schrift, Bildung, Kleidung) und die Gleichstellung der Frau. Ebenso trat er für eine möglich starke Europäisierung, auch in der Wirtschaft und Technik ein. Viele Menschen in den Städten, vor allem auch das Militär folgten seiner politischen Richtung.
In den letzten Jahren haben islamische Wähler besonders in ländlichen Gegenden wieder zugenommen.
Und in Deutschland konnten türkische Männer dank unserer laschen Einwanderungsgesetze die Rechte der Frauen wiederholt sträflich missachten.
---Die Forschungs-Anpflanzungen, zu denen ich von den Förstern täglich in ihren Fahrzeugen mitgenommen wurde, lagen in versteppten Gebieten in circa 20 km Entfernung. Nach meiner Heimkehr habe ich in Hamburg einen Bericht über meine Beobachtungen dort geschrieben.
Mit zwei Förstern stand ich noch längere Zeit in Briefwechsel.
Nach den zwei interessanten Wochen verabschiedete ich mich und reiste nach Izmir.
Nach Stadtbesichtigung und trödeln durch den großen Basar nahm ich die Fähre auf die griechische Insel Samos, auf der ich einen Tag herumwanderte, dann weiter über Ikaria und Mykonos nach Athen.
Nahe der Akropolis fand ich eine einfache Unterkunft und stieg täglich zur Burg hinauf, um das wunderbare alte Bauwerk anzuschauen und zu bewundern, drei Tage lang. Ich genoss aber auch die weite Sicht von dort oben.
Dann fuhr ich nach einem kurzen Gang durch die Innenstadt Athens mit der Straßenbahn nach Piräus und von dort weiter per Anhalter auf den Peloponnes nach Sparta, da ich als Junge danach strebte, stets spartanisch zu leben.
In der heutigen Wirklichkeit dort, war ich ein wenig enttäuscht, aber die Reise durch die geruhsame, ländliche Landschaft, gefiel mir gut.
Auf den geschlungenen, nicht asphaltierten Straßen und Wegen wanderte und fuhr ich durch die üppige mediterrane Flora zurück in die zentrale Distriktstadt Tripolis und von dort nordwärts nach Patras über den Gebirgeszug mit 2000 Meter hohen Gipfeln.
Mit der Fähre über die Meerenge von Antirrion weiter nach Delphi, wo seit Homer, wie auch die griechischen Philosophen, sich die Menschen von dem berühmten Orakel Voraussagen über die Zukunft erhofften.
Außer der großartigen Natur vor den schroffen Felswänden des nahen Gebirgszuges sind von der dortigen Akropolis, für lange Zeit wichtiger als Athen, nur wenige der gewaltigen Säulen erhalten.
In vielen Jahrhunderten vor Christie Geburt war hier sogar der Mittelpunkt der Welt angesiedelt.
So reiste ich einen Tag später weiter über Lamia und Trikala zur Felsengruppe der Meteora:
Konglomerat-Sandstein-Türme bis zu 554 Meter hoch, die sich fast senkrecht über dem Peneios-Tal erheben.
Seit dem 14. Jahrhundert entstandenen auf den Felskuppen unter der Herrschaft serbischer Teilfürsten zahlreiche Klöster. Diese waren meist nur über Leitern oder Aufzüge (Körbe, Netze) zu erreichen. Die Fresken der Kirche wurden zumeist im 16. Jahrhundert von Athos- Mönchen im kretischen Stil geschaffen.
Ich fand ein Turmkloster, zu dem steile in den Fels gehauene Stufen an einem Seil-Geländer führten. Beim Läuten der Glocke an der Eingangstür wurde ich von einem älteren Mönch freundlich eingelassen und im ganzen Kloster herumgeführt.
Nach diesem Erlebnis machte ich mich auf den Weg zur Adriaküste. In einem kleinen Küstenort bestieg ich die Fähre nach Kerkyra (Korfu) und von dort das Fährschiff nach Brindisi konnte ich auch noch bezahlen.
Da ich beim italienischen Zoll nicht mehr genug Geld für eine Fahrkarte nach Deutschland vorzeigen konnte, brachte man mich zum deutschen Konsulat in Brindisi. Dort wurde mir gegen Quittung das Geld für eine Eisenbahnfahrkarte nach Berlin vorgestreckt.
Nach fast sieben Wochen traf ich wieder in der elterlichen Wohnung ein.--------------
Aber ich war schon 35 Jahre alt und hatte keine Lust mehr zum Büffeln.
Außerdem wusste ich, dass ich bald nach USA auswandern würde, und dort mein Diplom nicht anerkannt wird.
Also machte ich mich alleine auf zu einer Anhaltertour in die Türkei.
Dort hatte unser Forst-Professor einen Forschungsauftrag zur Wiederaufforstung versteppter Erosionsgebiete in der mitteltürkischen Hochebene.
Ich reiste von Berlin südwärts durch Österreich und Jugoslawien, über Linz, Graz nach Zagreb und von dort auf der primitiven noch im Krieg gebauten Autobahn nach Belgrad.
Weiter südwärts geriet ich ganz zufällig in eine Groß-Serbische Kundgebung auf dem Amselfeld, auf dem, 600 Jahre vor dem Mauerfall in Berlin, die serbische Armee von den Türken geschlagen wurde.
Seitdem gilt es dem serbischen Volk als Schicksals-Region, obwohl das heutige Kosovo längst von muslimischen Albanern bewohnt ist, und soll serbisches Staatsgebiet bleiben. Während der Kundgebung konnte ich aus einiger Entfernung den damaligen kommunistischen, aber Russland-feindlichen Staatschef Tito sehen.
Hinter Skopje hatte ich ein etwas unheimliches Erlebnis.
Die Hauptstraße nach Thessaloniki war eine schmale Schotterstraße mit wenig Autoverkehr. Ich wanderte durch die armseligen Dörfer und es wurde schon Abend.
Auf den Feldern arbeiteten noch einige Bauern, doch dann hörten die Äcker auf und die Straße führte nur noch wie ein besserer Feldweg in ein ödes verlassenes Bergland, kein Baum kein Strauch.
Aus dem letzten Dorf kamen auf einmal zwei junge Burschen etwa 200 m hinter mir her.
Zuerst liefen sie einige Zeit langsam bei gleich bleibenden Abstand. Dann gingen sie schneller und überholten mich, gruß- und wortlos.
Da ich kein serbisch konnte, sprach ich sie auch nicht an. Etwa 150 m vor mir liefen sie dann wieder in gleichem Abstand vor mir her. Ich schaute mich dauernd um in der Hoffnung, dass doch noch ein Fahrzeug vorbeikommen würde.
Und es war schon fast dunkel da hatte ich Glück, es tauchten zwei schwache Lichter auf, die Scheinwerfer eines alten klapprigen Lieferwagens.
Er hielt auf mein Daumenzeichen an und ich durfte mich hinten auf die Ladefläche setzen.
Als wir an den beiden Burschen vorbeifuhren, hielten sie an und blieben stehen. Sie schauten uns nach, bis ich sie nicht mehr sehen konnte.
Außer meinem kleinen Brustbeutel mit meiner bescheidenen Reisekasse trug ich nur einen einfachen Tornister. Aber auch das wäre den beiden wohl als Reichtum erschienen.
Der Lieferwagen hielt im nächsten kleinen Städtchen, wo ich eine Unterkunft fand und am nächsten Tag die griechische Grenze passierte und Thessaloniki erreichte, die große Hafenstadt am Ägäischen Meer.
Nach einem Tag Aufenthalt dort, besuchte ich die Autonome Mönchs-Republik Athos, die vor 1000 Jahren auf dem östlichen Finger der Halbinsel Chalkidike unter griechischer Souveränität gegründet wurde.
Schon davor haben auf diesem schmalen ins Meer ragenden Gebirgsstreifen mit dem an der Spitze 2000 Meter hohen Berg Athos jahrhundertelang Einsiedler gelebt. Die 20 Klöster sind neben den griechischen vor allem russische, und auch bulgarische, georgische und anderer orthodox-slawischer Völker. Von den Mönchen, die ich besuchte, wurde ich sehr gastfreundlich aufgenommen.
Nach diesem Abstecher reiste ich auf der Küstenstraße ostwärts über die türkische Grenze nach Istanbul.
Die Ägäisküste erschien mir damals mit der großen Hafenstadt wie ein unberührtes südländisches Paradies mit Palmen, Gärten und Anlagen, fruchtbaren Feldern, exotischen Bäumen, Pferde- und Eselskarren, einem geruhsamen Lebensstil ohne hektischen Autoverkehr.-
In Istanbul wohnte ich in Schlafsälen einer einfachen Herberge mit Reisenden aller Nationalitäten und Rassen zusammen, die meisten davon wohl Muslime.
Ich lief durch die Straßen der Innenstadt und die Basare und besuchte natürlich auch die Hagia Sophia, die Sultan-Ahmed-Moschee und den ehemaligen Sultans- Palast.
Nach drei Tagen bestieg ich die Fähre über den Bosporus und reiste auf der Landstraße weiter nach Bursa, dann die Straße nach Ankara bis Eskisehir.
Dort war das Forstamt, mit dem mein Professor zusammenarbeitete und wo ich schon für einen zweiwöchigen Studienaufenthalt angemeldet war.
Die Forstbeamten empfingen mich sehr freundlich und im Haus eines Försters war das Gästezimmer für mich reserviert.
Wir verständigten uns auf Englisch, das die meisten einigermaßen gut konnten.
Einige sprachen ein wenig Deutsch. Auch die Mahlzeiten nahm mich zusammen mit den Förstern ein.
Fast alle waren Reserve- Offiziere in der Armee und natürlich Kemalisten.
Das Wohnviertel hätte genauso gut in einer deutschen Kleinstadt stehen können, die Familien lebten genauso wie dort.
Ich kann mich nicht erinnern, eine Frau mit Kopftuch gesehen zu haben.
Kemal Atatürk, der Schöpfer der modernen Türkei, war ein verdienter Offizier und führte 1923 die Trennung von Kirche und Staat ein, schaffte Sultanat und Kalifat ab, verfügte die Übernahme der abendländischen Zivilisation (Schrift, Bildung, Kleidung) und die Gleichstellung der Frau. Ebenso trat er für eine möglich starke Europäisierung, auch in der Wirtschaft und Technik ein. Viele Menschen in den Städten, vor allem auch das Militär folgten seiner politischen Richtung.
In den letzten Jahren haben islamische Wähler besonders in ländlichen Gegenden wieder zugenommen.
Und in Deutschland konnten türkische Männer dank unserer laschen Einwanderungsgesetze die Rechte der Frauen wiederholt sträflich missachten.
---Die Forschungs-Anpflanzungen, zu denen ich von den Förstern täglich in ihren Fahrzeugen mitgenommen wurde, lagen in versteppten Gebieten in circa 20 km Entfernung. Nach meiner Heimkehr habe ich in Hamburg einen Bericht über meine Beobachtungen dort geschrieben.
Mit zwei Förstern stand ich noch längere Zeit in Briefwechsel.
Nach den zwei interessanten Wochen verabschiedete ich mich und reiste nach Izmir.
Nach Stadtbesichtigung und trödeln durch den großen Basar nahm ich die Fähre auf die griechische Insel Samos, auf der ich einen Tag herumwanderte, dann weiter über Ikaria und Mykonos nach Athen.
Nahe der Akropolis fand ich eine einfache Unterkunft und stieg täglich zur Burg hinauf, um das wunderbare alte Bauwerk anzuschauen und zu bewundern, drei Tage lang. Ich genoss aber auch die weite Sicht von dort oben.
Dann fuhr ich nach einem kurzen Gang durch die Innenstadt Athens mit der Straßenbahn nach Piräus und von dort weiter per Anhalter auf den Peloponnes nach Sparta, da ich als Junge danach strebte, stets spartanisch zu leben.
In der heutigen Wirklichkeit dort, war ich ein wenig enttäuscht, aber die Reise durch die geruhsame, ländliche Landschaft, gefiel mir gut.
Auf den geschlungenen, nicht asphaltierten Straßen und Wegen wanderte und fuhr ich durch die üppige mediterrane Flora zurück in die zentrale Distriktstadt Tripolis und von dort nordwärts nach Patras über den Gebirgeszug mit 2000 Meter hohen Gipfeln.
Mit der Fähre über die Meerenge von Antirrion weiter nach Delphi, wo seit Homer, wie auch die griechischen Philosophen, sich die Menschen von dem berühmten Orakel Voraussagen über die Zukunft erhofften.
Außer der großartigen Natur vor den schroffen Felswänden des nahen Gebirgszuges sind von der dortigen Akropolis, für lange Zeit wichtiger als Athen, nur wenige der gewaltigen Säulen erhalten.
In vielen Jahrhunderten vor Christie Geburt war hier sogar der Mittelpunkt der Welt angesiedelt.
So reiste ich einen Tag später weiter über Lamia und Trikala zur Felsengruppe der Meteora:
Konglomerat-Sandstein-Türme bis zu 554 Meter hoch, die sich fast senkrecht über dem Peneios-Tal erheben.
Seit dem 14. Jahrhundert entstandenen auf den Felskuppen unter der Herrschaft serbischer Teilfürsten zahlreiche Klöster. Diese waren meist nur über Leitern oder Aufzüge (Körbe, Netze) zu erreichen. Die Fresken der Kirche wurden zumeist im 16. Jahrhundert von Athos- Mönchen im kretischen Stil geschaffen.
Ich fand ein Turmkloster, zu dem steile in den Fels gehauene Stufen an einem Seil-Geländer führten. Beim Läuten der Glocke an der Eingangstür wurde ich von einem älteren Mönch freundlich eingelassen und im ganzen Kloster herumgeführt.
Nach diesem Erlebnis machte ich mich auf den Weg zur Adriaküste. In einem kleinen Küstenort bestieg ich die Fähre nach Kerkyra (Korfu) und von dort das Fährschiff nach Brindisi konnte ich auch noch bezahlen.
Da ich beim italienischen Zoll nicht mehr genug Geld für eine Fahrkarte nach Deutschland vorzeigen konnte, brachte man mich zum deutschen Konsulat in Brindisi. Dort wurde mir gegen Quittung das Geld für eine Eisenbahnfahrkarte nach Berlin vorgestreckt.
Nach fast sieben Wochen traf ich wieder in der elterlichen Wohnung ein.--------------
bi_just_married!

Danach starteten wir sofort im Käfer zu unserer Hochzeitsreise gen Süden.
Zuerst zur Küstenstraße 1o1, entlang der felsigen Oregon Coast.
Abends fanden wir dort im See Vue Motel auf einer hohen Klippe ein schönes Zimmer. Am nächsten Morgen ging es weiter südwärts. Wir stoppten am Sea Lions Cove und anderen Aussichtspunkten, und kamen auch durch Brookings, ohne zu wissen, dass wir acht Monate später dahin umziehen würden.
Im nördlichen Kalifornien hielten wir an den Redwood
Schutzgebieten, wo wir unter den uralten riesigen Bäumen wie in einer Kirche umher wanderten.
Weiter ging es durch Eureka und andere Küstenstädte zu dem großen Weinbau gebiet nördlich von San Francisco.-
Im Sonoma Valley hatten italienische Winzer, die vor über 100 Jahren eingewandert waren, guten Boden gefunden und kelterten in dem günstigen Klima aus ihren mitgebrachten Reben erstklassige Weine.
Auf großen Reklametafeln an der Straße wurden die Vorüberfahrenden zur Weinprobe eingeladen.
In schmuck vollen Gästeräumen konnte man Weiß-und Rotweine kosten.
Als Chauffeur durfte ich nur etwas nippen, während Maria die guten Tropfen unbesorgter geniessen konnte.
Sie hatte damals noch keinen Führerschein.
Über die Golden Gate Bridge erreichten wir San Franzisko.

Dort sahen wir uns Fishermans Wharf an, fuhren mit der nostalgischen Straßenbahn auf und ab und aßen in China Town. Dann ging es weiter auf der Küstenstraße nach Monterey. Zum Baden war es dort -noch- zu kalt.

Vom 1. bis 3. Januar sahen wir uns in Los Angeles um, dem riesigen Stadtgebiet am Meeresstrand südlich der Hollywood Berge. Dort konnte man es am Strand schon gut aushalten. Ebenso im Apfelsinengarten des " Orangenhain" noch Motel.
Natürlich flanierten wir auch durch Disneyland.

Am Huntington Beach schauten wir den Anglern zu und konnten am Horizont die Silhouetten der Bohrtürme ausmachen, die längs der ganzen Küste das schwarze Gold aus dem Meeresgrund saugen.

Auf der Fahrt zum Mount Palomar sahen wir den ersten Schnee. Oben konnten wir das berühmte alte Observatorium besichtigen.
In den nächsten großen Stadt dicht an der mexikanischen Grenze San Diego besuchten wir zur Abwechslung den zoologischen Garten. 
Am Nationaldenkmal Cabrillo
guckten wir mit dem Fernglas gegenüber nach Mexiko, denn dahin durften wir nicht mehr weiter.

Also fuhren wir auf dem Highway ostwärts nach Calexico, dem kleinen Grenzort diesseits des hohen Grenz- Zauns direkt gegenüber der mexikanischen Großstadt Mexicali.
Dort begann unser Rückweg nordwärts Richtung neue Heimat. Es ging durch Wüste mit viel Steinen, die Colorado Desert. Später wurde die Gegend wieder freundlicher.
Wir kamen nach Palm Springs, wo wir eine Dattelfarm besuchten.

Danach wurde die Gegend wieder öder, denn wir wollten in den heißen Quellen im Death Valley plantschen.

Death Valley liegt 86 m unter dem Meeresspiegel und ist die tiefste Depression Amerikas.
Dort werden Temperaturen bis zu plus 56°C gemessen. Außerdem gibt es dort heiße Quellen, in denen man sich angenehm aalen kann. Am Eingang zum Tal steht ein Schild "Sea Level", dann geht die Straße abwärts. Zu den heißen Quellen führt dann ein verlassener 15 km langer Wüstenweg, ehe man im warmen Wasser herum schwimmen kann.
Später fanden wir dann, wieder auf Meereshöhe hinter hohen Büschen das einfache Hotel, in dem wir übernachteten.Am nächsten Tag kamen wir dann aus der Wärme wieder in die Kälte im Staat Nevada.
Bei Reno lag eine etwa 15 cm dicke geschlossene Schneedecke, ebenso weiter nördlich im Staate Oregon.

Und dann waren wir bald wieder nach zwei Reisewochen in unseren Cabins.
2007.10.26, 17:57
bi_on the road
Jedes Jahr ließ sich Maria ihr learners
permit erneuern und fuhr so überall mit mir Auto.
Erst nach unserer Rückkehr nach Deutschland hat sich Maria hier ihren eigenen Führerschein besorgt.
----
Im Frühjahr 1960 machte ich mit Maria im Käfer zwei Wochen lang eine große Rundreise durch die Staaten.
Wir fuhren durch Kalifornien nach Las Vegas und zum Hoover Dam , dann in den Grand Canyon National Park und wieder südwärts durch Arizona nach Phoenix und Tucson.
In diesen beiden Großstädten bestehen viele Stadtteile aus gepflegten Gartengrundstücken, die für Reise-Mobile jeder Größe komfortabel eingerichtet sind, mit allen notwendigen Anschlüssen und Parkplätzen kurz- oder langfristig gepachtet werden können.
Dazu gehören auch große Parks mit Schwimmbädern, Golf-und anderen Sportanlagen, die oft auch ganzjährig von Senioren aus den Nordstaaten belegt sind, wegen des angenehmen Höhenklimas in den südlichen Ausläufer in der Rocky Mountains und der subtropischen Vegetation.
Weiter ging unsere Fahrt durch New Mexiko nach El Paso, der alten Cowboy Stadt in Texas am Rio Grande, der aus den Rocky Mountains kommend in seinem schluchtenreichen Verlauf von da ab bis zu seiner Mündung in den Golf von Mexiko, die Grenze zwischen dem bergigen mexikanischen Bauernland und dem Paradies der Sehnsucht ihrer armen Menschen bildet.
Und in diesem Paradies wurden wir auch sofort auf den harten Boden der Wirklichkeit zurückgerufen, als auf dem Freeway (=Autobahn) eine Polizeistreife uns einen Straf-Zettel wegen Geschwindigkeits-Überschreitung verpasste. Fast überall in USA gilt 60 Meilen pro Stunde als Höchstgeschwindigkeit (= 96 km/h).
Nur im wilden Westen, wozu das reiche Öl-Land Texas heute nicht mehr gehört, nimmt man das nicht so genau. -
Unsere Reise ging weiter über San Angelo, Fort Worth und Dallas nach Shreveport in Louisiana und von dort nach Baton Rouge und New Orleans, wo wir die Altstadt noch im historischen französischen Flair bewundern konnten.
Und natürlich schliefen wir in einer der alten einfachen Herbergen aus der Postkutschenzeit.
Auf der Küstenstraße am Golf von Mexiko fuhren wir weiter durch die Zipfel der Staaten Mississippi, Alabama und Florida zu dem Haus von Marias Vetter in Albany/Georgia.
Dort wurden wir herzlich aufgenommen und nach drei Ruhetagen in ihrem Haus und großem Garten fuhren wir nun weiter Richtung Norden. Die beiden Söhne waren damals noch nicht geboren. Sie leben heute mit ihren Familien noch in Georgia, der eine als Arzt, der andere als Rechtsanwalt, die Mutter noch im Haus in Albany. Vetter Volkmar ist vor kurzem gestorben.-
Unsere Fahrt ging weiter über Savannah an der Atlantikküste entlang, durch die Staaten South und North Carolina und Virginia nach Washington D.C., wo wir alle Sehenswürdigkeiten und auch den Helden Friedhof in Arlington besuchten.
Dann nach Nordwesten zu den Niagara Fällen.
Weiter am Erie See entlang durch die Staaten Pennsylvania, Ohio, Indianapolis, nach St.Louis/Missouri, wo wir uns die Stadt mit dem 310 m hohen Gateway Arch anguckten.
Durch die Mid West Staaten Iowa und Nebraska mit ihren endlosen Getreide- und Maisfeldern fuhren wir nach Denver in Colorado, wo Ilse zuerst gearbeitet hatte, damals aber vorübergehend zur Durchführung einer Operation in Deutschland weilte.
Weiter ging's zur Mormonen Stadt Salt Lake City und den Großen Salz See und nach Wyoming zum Yellowstone National Park mit seinen weltberühmten Geysiren und Bären.
Dann durch Montana und Idaho, wo wir zum ersten Mal auf unserer Reise Schnee sahen, und obwohl die Straßen auch ohne Schneeketten gut befahrbar waren, einen minimalkleinen Unfall bauten.
Gegen einen Straßen-Begrenzungs- Pfosten gerutscht, kleine Beule am rechten vorderen Kotflügel.
- Spokane, die Handels- und Verkehrs-Metropole im Osten des Staates Washington war ursprünglich Zentrum des großen Hart(Trocken)-Weizen Anbaugebietes auf dem Rinder-Farmland im Columbiafluss-Becken, das seine Bewässerung nur durch den Nebel-Niederschlag der vom Pazifik über das Kaskadengebirge darüber ziehenden Wolken, die sich dort schon abgeregnet haben, erhält. Strom vom Coulee-Damm hat dort auch Aluminium-, Holz-und andere Industrien angesiedelt. -
Durch die Schluchten des Snake River und die Dürregebiete des östlichen Oregon mit seinen Pinienwäldern fuhren wir heim nach Brookings.-----
permit erneuern und fuhr so überall mit mir Auto.
Erst nach unserer Rückkehr nach Deutschland hat sich Maria hier ihren eigenen Führerschein besorgt.
----
Im Frühjahr 1960 machte ich mit Maria im Käfer zwei Wochen lang eine große Rundreise durch die Staaten.
Wir fuhren durch Kalifornien nach Las Vegas und zum Hoover Dam , dann in den Grand Canyon National Park und wieder südwärts durch Arizona nach Phoenix und Tucson.
In diesen beiden Großstädten bestehen viele Stadtteile aus gepflegten Gartengrundstücken, die für Reise-Mobile jeder Größe komfortabel eingerichtet sind, mit allen notwendigen Anschlüssen und Parkplätzen kurz- oder langfristig gepachtet werden können.
Dazu gehören auch große Parks mit Schwimmbädern, Golf-und anderen Sportanlagen, die oft auch ganzjährig von Senioren aus den Nordstaaten belegt sind, wegen des angenehmen Höhenklimas in den südlichen Ausläufer in der Rocky Mountains und der subtropischen Vegetation.
Weiter ging unsere Fahrt durch New Mexiko nach El Paso, der alten Cowboy Stadt in Texas am Rio Grande, der aus den Rocky Mountains kommend in seinem schluchtenreichen Verlauf von da ab bis zu seiner Mündung in den Golf von Mexiko, die Grenze zwischen dem bergigen mexikanischen Bauernland und dem Paradies der Sehnsucht ihrer armen Menschen bildet.
Und in diesem Paradies wurden wir auch sofort auf den harten Boden der Wirklichkeit zurückgerufen, als auf dem Freeway (=Autobahn) eine Polizeistreife uns einen Straf-Zettel wegen Geschwindigkeits-Überschreitung verpasste. Fast überall in USA gilt 60 Meilen pro Stunde als Höchstgeschwindigkeit (= 96 km/h).
Nur im wilden Westen, wozu das reiche Öl-Land Texas heute nicht mehr gehört, nimmt man das nicht so genau. -
Unsere Reise ging weiter über San Angelo, Fort Worth und Dallas nach Shreveport in Louisiana und von dort nach Baton Rouge und New Orleans, wo wir die Altstadt noch im historischen französischen Flair bewundern konnten.
Und natürlich schliefen wir in einer der alten einfachen Herbergen aus der Postkutschenzeit.
Auf der Küstenstraße am Golf von Mexiko fuhren wir weiter durch die Zipfel der Staaten Mississippi, Alabama und Florida zu dem Haus von Marias Vetter in Albany/Georgia.
Dort wurden wir herzlich aufgenommen und nach drei Ruhetagen in ihrem Haus und großem Garten fuhren wir nun weiter Richtung Norden. Die beiden Söhne waren damals noch nicht geboren. Sie leben heute mit ihren Familien noch in Georgia, der eine als Arzt, der andere als Rechtsanwalt, die Mutter noch im Haus in Albany. Vetter Volkmar ist vor kurzem gestorben.-
Unsere Fahrt ging weiter über Savannah an der Atlantikküste entlang, durch die Staaten South und North Carolina und Virginia nach Washington D.C., wo wir alle Sehenswürdigkeiten und auch den Helden Friedhof in Arlington besuchten.
Dann nach Nordwesten zu den Niagara Fällen.
Weiter am Erie See entlang durch die Staaten Pennsylvania, Ohio, Indianapolis, nach St.Louis/Missouri, wo wir uns die Stadt mit dem 310 m hohen Gateway Arch anguckten.
Durch die Mid West Staaten Iowa und Nebraska mit ihren endlosen Getreide- und Maisfeldern fuhren wir nach Denver in Colorado, wo Ilse zuerst gearbeitet hatte, damals aber vorübergehend zur Durchführung einer Operation in Deutschland weilte.
Weiter ging's zur Mormonen Stadt Salt Lake City und den Großen Salz See und nach Wyoming zum Yellowstone National Park mit seinen weltberühmten Geysiren und Bären.
Dann durch Montana und Idaho, wo wir zum ersten Mal auf unserer Reise Schnee sahen, und obwohl die Straßen auch ohne Schneeketten gut befahrbar waren, einen minimalkleinen Unfall bauten.
Gegen einen Straßen-Begrenzungs- Pfosten gerutscht, kleine Beule am rechten vorderen Kotflügel.
- Spokane, die Handels- und Verkehrs-Metropole im Osten des Staates Washington war ursprünglich Zentrum des großen Hart(Trocken)-Weizen Anbaugebietes auf dem Rinder-Farmland im Columbiafluss-Becken, das seine Bewässerung nur durch den Nebel-Niederschlag der vom Pazifik über das Kaskadengebirge darüber ziehenden Wolken, die sich dort schon abgeregnet haben, erhält. Strom vom Coulee-Damm hat dort auch Aluminium-, Holz-und andere Industrien angesiedelt. -
Durch die Schluchten des Snake River und die Dürregebiete des östlichen Oregon mit seinen Pinienwäldern fuhren wir heim nach Brookings.-----
bi_vetter willi liebe
Im Frühjahr 1973 hatte ich versucht, Maria für einen mehrtägigen Ausflug zur Tulpenblühte in Holland zu gewinnen, aber leider ohne Erfolg.
Wahrscheinlich hat sie darunter gelitten, dass ich ein eingefleischter Reiseonkel war, aber mir nie Vorwürfe deswegen gemacht und mir bei meinen Reiseplänen stets freie Hand gelassen hat, wofür ich ihr heute noch dankbar bin.
Im Herbst 1973 fuhr ich für eine Woche, die Kinder hatten Schule, alleine durch die DDR, durch Sachsen, Brandenburg, Meck-Pom, Sachsen Anhalt und Thüringen inklusive Wickersdorf, da ich neugierig war, das Leben dort kennen zu lernen.-
In den Sommerferien 1974 plante ich dann die erste Reise in die alte Heimat mit den vier ältesten Kindern.
Maria blieb lieber mit den beiden jüngsten zuhause.
Als Touristin wollte sie nie mehr in die alte Heimat zurückkehren,
ebenso wie mein Vetter Willi Liebe.
Er war 1928 zur (schwarzen) Reichswehr eingezogen und nach dreimonatiger Infanterieausbildung mitsamt Ausrüstung nachhause entlassen worden.
Alle Jahre gab's eine dreiwöchige Übung und im Sommer 1939 wurde er rechtzeitig zum Polen Feldzug (Kriegsbeginn) eingezogen. Vielleicht hatte er schon vor dem Krieg mit polnischen Bekannten schlechte Erfahrungen gemacht, auf jeden Fall wurde seine Meinung über polnische Menschen durch seine Erfahrungen und Erlebnisse während des Polen Feldzugs weiter negativ beeinflusst.
Krieg ist Krieg und im Kampf heisst es oft: du oder ich , und da gibt es keine Gesetze. Und wilder Hass kann menschliches Fühlen ausschalten.
Willi hat mir erzählt, dass er in einem deutschen Dorf, das von polnischen Fanatikern verwüstet worden war, bevor die deutschen Soldaten eintrafen, auf einem Staketenzaun die Köpfe deutscher Kinder aufgespießt sah. Und ich bin fest überzeugt, dass er mir die Wahrheit sagte.-
Willi blieb den ganzen Krieg über aktiver Soldat bei seiner Einheit, wurde Unteroffizier und war zuletzt mit dem Feldwebel, seinem besten Freund, in Norddeutschland eingesetzt. Dort fiel dieser kurz vor Kriegsende bei einem feindlichen Fliegerangriff. Er hatte einen alten Bauernhof in Wachendorf bei Syke. Dort hatte Willi bei einem Kurzurlaub den Hof, die Frau und drei Kinder kennen gelernt. Bis zum Krieg hatte er den Hof seines Vaters im Himmelstädt bei Landsberg/Warthe bewirtschaftet. Dort waren nun die Russen und er wollte und konnte nicht dahin zurück.
So bot er der Frau seines toten Kameraden an, ihren Hof weiterzuführen. Zuerst hatte er dort ein Zimmer neben dem Pferdestall, heiratete aber bald eine 15 Jahre will nur in ihnen ~ich Frau, die als Bombenflüchtling in dem Dorf lebte. Sie mieteten eine kleine Wohnung in einem Nachbarhaus und blieben kinderlos. 30 Jahre lang arbeitete Willi auf dem Hof, bevor er in Rente ging. Aber noch oft half "Onkel Willi" aus bei den Kindern, die nun schon längst erwachsen waren.
Er war aktives und respektiertes Mitglied im örtlichen Kriegerverein, starb mit 92 Jahren und wurde von seinen Freunden und Bekannten wie einer der Ihren zu Grabe getragen. Seine Frau Lotti lebte noch zwei Jahre in einem Altenheim, starb dann aber auch an einer Infektionskrankheit.
Willi´s jüngerer Bruder Fritz hatte der Metzger gelernt und bei einem Betriebsunfall den linken Arm verloren. Deshalb war er nie Soldat und lebte nach dem Krieg mit Frau und zwei Töchtern in Ost-Berlin. Zu seiner Familie habe ich keinen Kontakt mehr.--
Wahrscheinlich hat sie darunter gelitten, dass ich ein eingefleischter Reiseonkel war, aber mir nie Vorwürfe deswegen gemacht und mir bei meinen Reiseplänen stets freie Hand gelassen hat, wofür ich ihr heute noch dankbar bin.
Im Herbst 1973 fuhr ich für eine Woche, die Kinder hatten Schule, alleine durch die DDR, durch Sachsen, Brandenburg, Meck-Pom, Sachsen Anhalt und Thüringen inklusive Wickersdorf, da ich neugierig war, das Leben dort kennen zu lernen.-
In den Sommerferien 1974 plante ich dann die erste Reise in die alte Heimat mit den vier ältesten Kindern.
Maria blieb lieber mit den beiden jüngsten zuhause.
Als Touristin wollte sie nie mehr in die alte Heimat zurückkehren,
ebenso wie mein Vetter Willi Liebe.
Er war 1928 zur (schwarzen) Reichswehr eingezogen und nach dreimonatiger Infanterieausbildung mitsamt Ausrüstung nachhause entlassen worden.
Alle Jahre gab's eine dreiwöchige Übung und im Sommer 1939 wurde er rechtzeitig zum Polen Feldzug (Kriegsbeginn) eingezogen. Vielleicht hatte er schon vor dem Krieg mit polnischen Bekannten schlechte Erfahrungen gemacht, auf jeden Fall wurde seine Meinung über polnische Menschen durch seine Erfahrungen und Erlebnisse während des Polen Feldzugs weiter negativ beeinflusst.
Krieg ist Krieg und im Kampf heisst es oft: du oder ich , und da gibt es keine Gesetze. Und wilder Hass kann menschliches Fühlen ausschalten.
Willi hat mir erzählt, dass er in einem deutschen Dorf, das von polnischen Fanatikern verwüstet worden war, bevor die deutschen Soldaten eintrafen, auf einem Staketenzaun die Köpfe deutscher Kinder aufgespießt sah. Und ich bin fest überzeugt, dass er mir die Wahrheit sagte.-
Willi blieb den ganzen Krieg über aktiver Soldat bei seiner Einheit, wurde Unteroffizier und war zuletzt mit dem Feldwebel, seinem besten Freund, in Norddeutschland eingesetzt. Dort fiel dieser kurz vor Kriegsende bei einem feindlichen Fliegerangriff. Er hatte einen alten Bauernhof in Wachendorf bei Syke. Dort hatte Willi bei einem Kurzurlaub den Hof, die Frau und drei Kinder kennen gelernt. Bis zum Krieg hatte er den Hof seines Vaters im Himmelstädt bei Landsberg/Warthe bewirtschaftet. Dort waren nun die Russen und er wollte und konnte nicht dahin zurück.
So bot er der Frau seines toten Kameraden an, ihren Hof weiterzuführen. Zuerst hatte er dort ein Zimmer neben dem Pferdestall, heiratete aber bald eine 15 Jahre will nur in ihnen ~ich Frau, die als Bombenflüchtling in dem Dorf lebte. Sie mieteten eine kleine Wohnung in einem Nachbarhaus und blieben kinderlos. 30 Jahre lang arbeitete Willi auf dem Hof, bevor er in Rente ging. Aber noch oft half "Onkel Willi" aus bei den Kindern, die nun schon längst erwachsen waren.
Er war aktives und respektiertes Mitglied im örtlichen Kriegerverein, starb mit 92 Jahren und wurde von seinen Freunden und Bekannten wie einer der Ihren zu Grabe getragen. Seine Frau Lotti lebte noch zwei Jahre in einem Altenheim, starb dann aber auch an einer Infektionskrankheit.
Willi´s jüngerer Bruder Fritz hatte der Metzger gelernt und bei einem Betriebsunfall den linken Arm verloren. Deshalb war er nie Soldat und lebte nach dem Krieg mit Frau und zwei Töchtern in Ost-Berlin. Zu seiner Familie habe ich keinen Kontakt mehr.--
2007.11.14, 18:50
bi_in polen
Anfang der Sommerferien 1974 fuhren wir also zu fünft auf der Autobahn durch die DDR Richtung Berlin und um den Berliner Ring weiter nach Stettin.
Dort besichtigten wir Stadt und Hafen. Als wir am Kai an den großen Dampfern vorbeischlenderten und uns dabei unterhielten, wurden wir von ein paar Teenagern angepöbelt. Leider konnten wir sie nicht verstehen, aber offensichtlich missfiel ihnen, dass wir Deutsch sprachen. Die deutsche Bevölkerung in Stettin war ja komplett durch Umsiedler aus der polnischen Ukraine ersetzt worden, und von diesen waren gerade junge Menschen mehr deutsch- als russenfeindlich eingestellt.
Das änderte sich aber bald, da die Russen auch aus den neupolnischen Gebieten immer noch Industriegüter und vieles andere Wertvolle in ihre Heimat abtransportierten.- Von Stettin fuhren wir nach Himmelstädt, ein kleines Dorf bei Landsberg/Warthe, wo Lydia Liebe, die zweite Schwester meines Vaters mit ihrem Mann einen Hof mit kleiner Gastwirtschaft besessen hatte.
Wohnhaus und Wirtschaft waren aufgeteilt an zwei Familien aus der Ukraine. Die Krone der uralten Linde vor der Haustür war noch mächtiger geworden und der große Fischteich hinter dem Haus glitzerte noch im Sonnenlicht wie früher. Aber ansonsten sah alles sehr verwahrlost aus. Da wir kein Polnisch konnten, trauten wir uns nicht, den Jungen und den alten Mann, die wir sahen, anzusprechen. Das halbe Dutzend alter Bauernhöfe, die mir früher in der ländlichen Umgebung so märchenhaft erschienen, gab es noch, aber alles sah so fremd aus und schien zu der Kolchose zu gehören, die am Dorfrand mit großen Stallgebäuden und Scheunen in russischem Stil gebaut worden war.
So fuhren wir bald weiter durch die große Stadt Landsberg, die irgendwie auch schon polnisch aussah (vor allem natürlich, da sämtliche Schriftzeichen polnisch statt deutsch waren), in meine alte Heimat nach Neu Bentschen und Groß Dammer zur Familie meines alten Freundes, des Heizers Jakub Jokiel.
Er wohnte mit seiner Frau, seiner Tochter Celina und ihrem Mann Dominik Manja und deren fünf Kindern in einem schönen Bauerhof am Rand des Ortes, der schon seit vielen Generationen fast rein polnisch war.
Sie hatten es schon im Krieg bezogen. Es war kurz vor dem Krieg mit 9 anderen Gehöften für deutsche Rücksiedler aus der Ukraine gebaut worden. Da dann aber die Dörfer dieser Ukraine-Deutschen bald von der Wehrmacht erobert wurden, blieben diese zuhause und wurden später in den Warthegau umgesiedelt.
Kurz vor Kriegsende versuchte ein deutscher Parteibonze, die Familie aus Ihrem Haus zu vertreiben, um selber dort einzuziehen, aber mein Vater konnte diese freche Gewalttat mithilfe der Behörden verhindern. Erst viel später hat mir Celina gelegentlich davon erzählt.-
Natürlich wurden wir wie gute Freunde aufgenommen. Die Kinder bauten auf dem Rasen hinterm Haus ihr Zelt auf und ich durfte auf dem Sofa im Wohnzimmer schlafen. Nachdem wir zwei Tage lang großartig bewirtet wurden, die Kinder Garten, Scheune und Ställe mit allen Tieren inspiziert, wir einen langen Spaziergang über die Felder in den Wald zu den Ruinen der Adelheidskapelle, die ich noch aus Jungens-Tagen kannte, und in das dahinterliegende Wiesenthal mit dem kleinen Flüsschen "Faule Obra" gemacht hatten, verabschiedeten wir uns und fuhren weiter Richtung Ostpreußen, Marias Heimat.-
Über Posen nach Bromberg, wo wir auch das Haus meines Onkels Kurt Wagner und seiner Familie fanden; die neuen Bewohner waren freundlich, aber niemand mehr da, der Deutsch sprechen konnte.
Weiter ging's nach Thorn, wo wir die von den Polen sorgfältig renovierten historischen Plätze und Gebäude (polnische Fachleute sind bekannt für ihre Restaurationskünste) und die wuchtigen alten Festungseinlagen am Weichselufer besichtigten.
Dann fuhren wir durchs Kulmer Land, bei Kulm über die große Weichselbrücke nach Schwetz und Richtung Danzig bis Münsterwalde, wo wir auf einer kleinen Autofähre nach Marienwerder mit der großen Burg der Ordens-Ritter übersetzten.
Die Autofähre über die Weichsel ist ein großer Kahn, auf den drei Pkw oder zwei Lieferwagen passen. 3 staatliche Fährmänner maneuvrieren den Kahn an einem langen dicken Drahtseil, das an beiden Ufern in großen Betonklötzen fest verankert ist, über den Fluss.
Allerdings brauchen sie dabei nicht stark zu ziehen, sondern nur an der Anlegestelle den Kahn schräg in die andere Richtung zur Strömung zu lavieren, so dass dieser durch den bloßen Strömungsdruck ans andere Ufer getrieben wird. Da dieser praktische Fährbetrieb in staatlicher Regie steht, ist für Fahrzeuge und Personen keine Gebühr zu entrichten.-
Die Burg in Marienwerder ist auf den oberen Rand des Weichsel-Steilufers gebaut, in gleichem Stil wie die berühmtere Marienburg. Da es in früheren Zeiten noch keine Leitungsrohre gab, baute man an die Burg waagerecht über die Steilwand hinaus einen Gang, der auf einem in der Tiefe hoch gebauten engen Steinturm endete. Von der Klosettkammer auf dem Türmchen am Ende des Ganges fielen die Exkremente in einen Kloakengraben, der vom Regenwasser in die Talwiesen entsorgt wurde, ein wohl einmaliges natürliches Spülsystem. Diese Anlage wurde"Danziger" genannt und war u.a. auch in der Thorner Ordensburg eingebaut. -
Über Riesenburg fuhren wir weiter nach Rosenberg (Susz). In dem evangelischen Städtchen betrieb Marias Großvater väterlicherseits bis zum Einmarsch der Russen ein Bauunternehmen. Am Hauptkplatz steht ein großer Dom im Backsteinstil, der früher evangelisch war und jetzt natürlich katholisch ist. Opa hatte schon lange vor dem Krieg bei seinem Firmengelände am Ortsrand auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit seinen Maurern eine katholische Kirche gebaut, die heute auch noch steht. An der Bahnhofstraße hatte er für seine Familie ein großes zweistöckiges Wohnhaus gebaut.
Dort verbrachte Maria oft die Ferien, und ein halbes Jahr lang ging sie auch in die dortige große Schule, die nur zwei Häuser weiter lag.
Das Wohnhaus gehörte nun einer Bank, und von den Angestellten konnte keiner Deutsch.
Eine Lehrerin die vorbei kamen und etwas Deutsch sprach, sagte, wir sollten in das große Altenpflegeheim in der Seitenstraße, die zum Sportplatz und See führte, fragen gehen.
Dort trafen wir eine alte Frau, eine Deutsche, aber mit einem Polen verheiratet, sie hatten auch zwei Kinder, und sie konnte deswegen dableiben. Beide Sprachen konnte sie fließend, ging mit uns Lebensmittel einkaufen und meinte, wir könnten neben der Badeanstalt am See parken und unsere Kinder dort ihr Zelt aufbauen. Ich schlief wieder im Auto. So konnten wir am nächsten Tag noch einen schönen Badeurlaub genießen.
Dort besichtigten wir Stadt und Hafen. Als wir am Kai an den großen Dampfern vorbeischlenderten und uns dabei unterhielten, wurden wir von ein paar Teenagern angepöbelt. Leider konnten wir sie nicht verstehen, aber offensichtlich missfiel ihnen, dass wir Deutsch sprachen. Die deutsche Bevölkerung in Stettin war ja komplett durch Umsiedler aus der polnischen Ukraine ersetzt worden, und von diesen waren gerade junge Menschen mehr deutsch- als russenfeindlich eingestellt.
Das änderte sich aber bald, da die Russen auch aus den neupolnischen Gebieten immer noch Industriegüter und vieles andere Wertvolle in ihre Heimat abtransportierten.- Von Stettin fuhren wir nach Himmelstädt, ein kleines Dorf bei Landsberg/Warthe, wo Lydia Liebe, die zweite Schwester meines Vaters mit ihrem Mann einen Hof mit kleiner Gastwirtschaft besessen hatte.
Wohnhaus und Wirtschaft waren aufgeteilt an zwei Familien aus der Ukraine. Die Krone der uralten Linde vor der Haustür war noch mächtiger geworden und der große Fischteich hinter dem Haus glitzerte noch im Sonnenlicht wie früher. Aber ansonsten sah alles sehr verwahrlost aus. Da wir kein Polnisch konnten, trauten wir uns nicht, den Jungen und den alten Mann, die wir sahen, anzusprechen. Das halbe Dutzend alter Bauernhöfe, die mir früher in der ländlichen Umgebung so märchenhaft erschienen, gab es noch, aber alles sah so fremd aus und schien zu der Kolchose zu gehören, die am Dorfrand mit großen Stallgebäuden und Scheunen in russischem Stil gebaut worden war.
So fuhren wir bald weiter durch die große Stadt Landsberg, die irgendwie auch schon polnisch aussah (vor allem natürlich, da sämtliche Schriftzeichen polnisch statt deutsch waren), in meine alte Heimat nach Neu Bentschen und Groß Dammer zur Familie meines alten Freundes, des Heizers Jakub Jokiel.
Er wohnte mit seiner Frau, seiner Tochter Celina und ihrem Mann Dominik Manja und deren fünf Kindern in einem schönen Bauerhof am Rand des Ortes, der schon seit vielen Generationen fast rein polnisch war.
Sie hatten es schon im Krieg bezogen. Es war kurz vor dem Krieg mit 9 anderen Gehöften für deutsche Rücksiedler aus der Ukraine gebaut worden. Da dann aber die Dörfer dieser Ukraine-Deutschen bald von der Wehrmacht erobert wurden, blieben diese zuhause und wurden später in den Warthegau umgesiedelt.
Kurz vor Kriegsende versuchte ein deutscher Parteibonze, die Familie aus Ihrem Haus zu vertreiben, um selber dort einzuziehen, aber mein Vater konnte diese freche Gewalttat mithilfe der Behörden verhindern. Erst viel später hat mir Celina gelegentlich davon erzählt.-
Natürlich wurden wir wie gute Freunde aufgenommen. Die Kinder bauten auf dem Rasen hinterm Haus ihr Zelt auf und ich durfte auf dem Sofa im Wohnzimmer schlafen. Nachdem wir zwei Tage lang großartig bewirtet wurden, die Kinder Garten, Scheune und Ställe mit allen Tieren inspiziert, wir einen langen Spaziergang über die Felder in den Wald zu den Ruinen der Adelheidskapelle, die ich noch aus Jungens-Tagen kannte, und in das dahinterliegende Wiesenthal mit dem kleinen Flüsschen "Faule Obra" gemacht hatten, verabschiedeten wir uns und fuhren weiter Richtung Ostpreußen, Marias Heimat.-
Über Posen nach Bromberg, wo wir auch das Haus meines Onkels Kurt Wagner und seiner Familie fanden; die neuen Bewohner waren freundlich, aber niemand mehr da, der Deutsch sprechen konnte.
Weiter ging's nach Thorn, wo wir die von den Polen sorgfältig renovierten historischen Plätze und Gebäude (polnische Fachleute sind bekannt für ihre Restaurationskünste) und die wuchtigen alten Festungseinlagen am Weichselufer besichtigten.
Dann fuhren wir durchs Kulmer Land, bei Kulm über die große Weichselbrücke nach Schwetz und Richtung Danzig bis Münsterwalde, wo wir auf einer kleinen Autofähre nach Marienwerder mit der großen Burg der Ordens-Ritter übersetzten.
Die Autofähre über die Weichsel ist ein großer Kahn, auf den drei Pkw oder zwei Lieferwagen passen. 3 staatliche Fährmänner maneuvrieren den Kahn an einem langen dicken Drahtseil, das an beiden Ufern in großen Betonklötzen fest verankert ist, über den Fluss.
Allerdings brauchen sie dabei nicht stark zu ziehen, sondern nur an der Anlegestelle den Kahn schräg in die andere Richtung zur Strömung zu lavieren, so dass dieser durch den bloßen Strömungsdruck ans andere Ufer getrieben wird. Da dieser praktische Fährbetrieb in staatlicher Regie steht, ist für Fahrzeuge und Personen keine Gebühr zu entrichten.-
Die Burg in Marienwerder ist auf den oberen Rand des Weichsel-Steilufers gebaut, in gleichem Stil wie die berühmtere Marienburg. Da es in früheren Zeiten noch keine Leitungsrohre gab, baute man an die Burg waagerecht über die Steilwand hinaus einen Gang, der auf einem in der Tiefe hoch gebauten engen Steinturm endete. Von der Klosettkammer auf dem Türmchen am Ende des Ganges fielen die Exkremente in einen Kloakengraben, der vom Regenwasser in die Talwiesen entsorgt wurde, ein wohl einmaliges natürliches Spülsystem. Diese Anlage wurde"Danziger" genannt und war u.a. auch in der Thorner Ordensburg eingebaut. -
Über Riesenburg fuhren wir weiter nach Rosenberg (Susz). In dem evangelischen Städtchen betrieb Marias Großvater väterlicherseits bis zum Einmarsch der Russen ein Bauunternehmen. Am Hauptkplatz steht ein großer Dom im Backsteinstil, der früher evangelisch war und jetzt natürlich katholisch ist. Opa hatte schon lange vor dem Krieg bei seinem Firmengelände am Ortsrand auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit seinen Maurern eine katholische Kirche gebaut, die heute auch noch steht. An der Bahnhofstraße hatte er für seine Familie ein großes zweistöckiges Wohnhaus gebaut.
Dort verbrachte Maria oft die Ferien, und ein halbes Jahr lang ging sie auch in die dortige große Schule, die nur zwei Häuser weiter lag.
Das Wohnhaus gehörte nun einer Bank, und von den Angestellten konnte keiner Deutsch.
Eine Lehrerin die vorbei kamen und etwas Deutsch sprach, sagte, wir sollten in das große Altenpflegeheim in der Seitenstraße, die zum Sportplatz und See führte, fragen gehen.
Dort trafen wir eine alte Frau, eine Deutsche, aber mit einem Polen verheiratet, sie hatten auch zwei Kinder, und sie konnte deswegen dableiben. Beide Sprachen konnte sie fließend, ging mit uns Lebensmittel einkaufen und meinte, wir könnten neben der Badeanstalt am See parken und unsere Kinder dort ihr Zelt aufbauen. Ich schlief wieder im Auto. So konnten wir am nächsten Tag noch einen schönen Badeurlaub genießen.
2007.11.17, 15:49
bi_geburtstädte
Am Morgen darauf ging es zum eigentlichen Ziel unserer Reise: Marias Geburtsort Wormditt (Orneta).
Während Rosenberg früher zu Westpreußen gehörte und evangelisch war, liegt Wormditt im Ermland (Warmia), einer alten Liebe Diözese, die sich vom frischen Haff quer durch Ostpreußen bis an die Masurische Seeenplatte erstreckt, und auch während der Reformation streng katholisch blieb. Die nördliche Ecke gehört nun zu Russland. Ursprünglich war das Gebiet der altpreußische Gau Warmien. Im Mittelalter siedelten im nördlichen Teil niederdeutsche, in der Mitte schlesischen Bauern. Um das 17. Jahrhundert standen polnische Bischöfe der Diözese vor, bis zum Einzug der Russen meist deutsche. Eine Zeit lang hieß es "Fürstbistum Ermland".- Der große Backsteindom in Wormditt war seit jeher mit katholischen Bischöfen besetzt.
Marias Vater war bei ihrer Geburt am 10.8.31 Diasporapfarrer der am Stadtrand gebauten kleineren evangelischen Kirche. Im zweistöckigen Pfarrhaus mit Garten hatte seine Familie im oberen Stockwerk eine geräumige Wohnung. Da es seit der Vertreibung keine deutschen (evangelischen) Menschen mehr im Ermland gab, gehörte die Kirche nebst Pfarrhaus nun einer orthodoxen Gemeinde.
Der Priester, der auch ein wenig Deutsch sprach, predigte meist auf polnisch. Hinter der Kirche unter hohen Bäumen lag der kleine Friedhof. Der Priester hatte im Erdgeschoss des Pfarrhauses sein Büro und eine kleine Wohnung für seine Familie mit Frau und Kind. Die übrigen Räume des Pfarrhauses wurden als Alten- und Kranken-Asyl genutzt. Im Hof hielten sie sich Hühner und Enten und ein paar Ziegen. Unsere Kinder konnten auf einem Rasenstück im Hof ihr Zelt aufbauen. Das Leben der wenigen Gemeindemitglieder , die wir sahen und mit denen wir uns kaum verständigen konnten, erschien uns recht armselig. Dagegen sah die Innenstadt Wormditts mit dem Dom auf dem großen Marktplatz doch besser aus und am Bahnhof, einem kleinen Knotenpunkt, herrschte reger Verkehr. Wir machten diverse Fotos von der Kirche und dem Pfarrhaus in dem Maria aufwuchs, bis sie sieben Jahre alt war. Dann wurde ihr Vater als Superintendent nach Königsberg versetzt und die Familie zog dorthin.--
Das wichtigste Ziel unserer Reise (Marias Geburtsort) war erreicht.
Nun ging die Fahrt wieder Richtung Westen, zuerst nach Braunsberg mit der Deutsch-Ordens-Burg, die später Bischofs-Burg wurde, mit einem Jesuiten-College, Priester-Seminar, höheren Schulen, der großen backstein-gotischen Hallen-Kirche Sankt Katherinen, ein Mittelpunkt katholischer Lehre. Zugleich auch Kreisstadt mit Rathaus und anderen historischen Verwaltungsgebäuden, ebenso Hafenstadt an dem schiffbaren Fluss Passarge, 7 km vom Frischen Haff entfernt, die 1284 des lübische Stadtrecht erhielt und Mitglied der Hanse wurde. Im Krieg wurden viele Teile der Innenstadt zerstört, nun aber schon im alten Stil z.Tl. wieder neu aufgebaut. Unsere Reise ging weiter nach Elbing, der großen Stadt an der Nogat (dem rechten Arm der Weichselmündung) Niederung.
Danach besichtigten wir natürlich auch die berühmte Marienburg.
Dann ging es nach Danzig, meiner Geburtsstadt.
Zuerst fuhren wir zu dem Haus, indem wir gewohnt hatten. Leider war es verschwunden.
Auf dem Grundstück war ein großer gepflasterter Autoparkplatz.
Wie man uns erzählte, wurde das Haus am Kriegsende von Russen abgebrannt.
Alle anderen Gebäude in der Umgebung standen noch und so, wie ich sie in Erinnerung hatte.
Wir liefen eine Weile durch die Gegend und ich erzählte meinen Kindern von meinen ersten Lebensjahren.
Dann fuhren wir zur Marienkirche, dem gewaltigen Backstein-Dom. Wir liefen durch die wunderschön restaurierte Wollwebergasse, an der Mottlau entlang zum Krantor, zum Artushof und Rathaus am langen Markt und durch die Langgasse zum Stockturm.
Unsere Reise ging weiter nach Süden ins alte Schlesien.
In Breslau schauten wir uns den Marktplatz an mit dem historisch restaurierten Rathaus. Dann fuhren wir nach Hermsdorf unterm Kynast, wo ich als Kind oft meine Ferien bei den Großonkeln mütterlicherseits verbrachte.
Der 588 m hohe Kynast ist ein steiler bewaldeter Bergkegel, wo Herzog Bodo II. von Schweidnitz im 14. Jahrhundert auf den riesigen Granitfelsen an der Spitze eine Burg baute, die später die Herren von Schaffgottsch zu einer mächtigen Anlage mit eine kantigen Festungsmauer rundherum ausbauten. Im Jahre 1675 brannte die Burg nach einem Blitzschlag aus. Seitdem sind die Ruinen ein beliebtes Ausflugsziel. Der steile Fußweg dorthin beginnt direkt am Ortsrand.
Mein Großonkel Hermann, der Schuster, erzählte uns Kindern die Geschichte von dem stolzen Burgfräulein:
die Freier mussten auf ihrem Pferd auf der hohen Burgmauer ganz herum reiten, wenn sie erhört werden wollten. Roß und Reiter stürzten alle herunter und auf den steilen Felsen zu Tode. Als sie sich in einen Freier verliebte, ritt sie selber auf ihrem Pferd auf der ganzen Mauer wohlbehalten herum. Die beiden heirateten, waren glücklich und hatten viele Kinder. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie heute noch.
Von Hermsdorf fuhren wir nach Krummhübel, wo wir mit der Seilbahn auf den Riesengebirgskamm fuhren, und den großen Kammweg nach Norden entlang marschierten, an denen Elbquellen vorbei, die nach Westen plätschern, und den vielen Bauden, bis hinter die Schneegruben, dann hinunter nach Oberschreiberhau, von dort mit dem Bus zurück nach Krummhübel, wo unser Auto parkte. -
Von da ab ging es durch die DDR wieder nachhause , denn ich hatte nur 4 Wochen Urlaub, und ohne meine Arbeitsstelle hätte ich nur schwer meine Familie selbst ernnähren können. Dabei half mir Maria aber sehr großzügig: sie verlangte kein Wirtschaftsgeld und bezahlte viele kleine Einkäufe von ihrem Teilzeit-Nachtschwestern-Lohn.
Während Rosenberg früher zu Westpreußen gehörte und evangelisch war, liegt Wormditt im Ermland (Warmia), einer alten Liebe Diözese, die sich vom frischen Haff quer durch Ostpreußen bis an die Masurische Seeenplatte erstreckt, und auch während der Reformation streng katholisch blieb. Die nördliche Ecke gehört nun zu Russland. Ursprünglich war das Gebiet der altpreußische Gau Warmien. Im Mittelalter siedelten im nördlichen Teil niederdeutsche, in der Mitte schlesischen Bauern. Um das 17. Jahrhundert standen polnische Bischöfe der Diözese vor, bis zum Einzug der Russen meist deutsche. Eine Zeit lang hieß es "Fürstbistum Ermland".- Der große Backsteindom in Wormditt war seit jeher mit katholischen Bischöfen besetzt.
Marias Vater war bei ihrer Geburt am 10.8.31 Diasporapfarrer der am Stadtrand gebauten kleineren evangelischen Kirche. Im zweistöckigen Pfarrhaus mit Garten hatte seine Familie im oberen Stockwerk eine geräumige Wohnung. Da es seit der Vertreibung keine deutschen (evangelischen) Menschen mehr im Ermland gab, gehörte die Kirche nebst Pfarrhaus nun einer orthodoxen Gemeinde.
Der Priester, der auch ein wenig Deutsch sprach, predigte meist auf polnisch. Hinter der Kirche unter hohen Bäumen lag der kleine Friedhof. Der Priester hatte im Erdgeschoss des Pfarrhauses sein Büro und eine kleine Wohnung für seine Familie mit Frau und Kind. Die übrigen Räume des Pfarrhauses wurden als Alten- und Kranken-Asyl genutzt. Im Hof hielten sie sich Hühner und Enten und ein paar Ziegen. Unsere Kinder konnten auf einem Rasenstück im Hof ihr Zelt aufbauen. Das Leben der wenigen Gemeindemitglieder , die wir sahen und mit denen wir uns kaum verständigen konnten, erschien uns recht armselig. Dagegen sah die Innenstadt Wormditts mit dem Dom auf dem großen Marktplatz doch besser aus und am Bahnhof, einem kleinen Knotenpunkt, herrschte reger Verkehr. Wir machten diverse Fotos von der Kirche und dem Pfarrhaus in dem Maria aufwuchs, bis sie sieben Jahre alt war. Dann wurde ihr Vater als Superintendent nach Königsberg versetzt und die Familie zog dorthin.--
Das wichtigste Ziel unserer Reise (Marias Geburtsort) war erreicht.
Nun ging die Fahrt wieder Richtung Westen, zuerst nach Braunsberg mit der Deutsch-Ordens-Burg, die später Bischofs-Burg wurde, mit einem Jesuiten-College, Priester-Seminar, höheren Schulen, der großen backstein-gotischen Hallen-Kirche Sankt Katherinen, ein Mittelpunkt katholischer Lehre. Zugleich auch Kreisstadt mit Rathaus und anderen historischen Verwaltungsgebäuden, ebenso Hafenstadt an dem schiffbaren Fluss Passarge, 7 km vom Frischen Haff entfernt, die 1284 des lübische Stadtrecht erhielt und Mitglied der Hanse wurde. Im Krieg wurden viele Teile der Innenstadt zerstört, nun aber schon im alten Stil z.Tl. wieder neu aufgebaut. Unsere Reise ging weiter nach Elbing, der großen Stadt an der Nogat (dem rechten Arm der Weichselmündung) Niederung.
Danach besichtigten wir natürlich auch die berühmte Marienburg.
Dann ging es nach Danzig, meiner Geburtsstadt.
Zuerst fuhren wir zu dem Haus, indem wir gewohnt hatten. Leider war es verschwunden.
Auf dem Grundstück war ein großer gepflasterter Autoparkplatz.
Wie man uns erzählte, wurde das Haus am Kriegsende von Russen abgebrannt.
Alle anderen Gebäude in der Umgebung standen noch und so, wie ich sie in Erinnerung hatte.
Wir liefen eine Weile durch die Gegend und ich erzählte meinen Kindern von meinen ersten Lebensjahren.
Dann fuhren wir zur Marienkirche, dem gewaltigen Backstein-Dom. Wir liefen durch die wunderschön restaurierte Wollwebergasse, an der Mottlau entlang zum Krantor, zum Artushof und Rathaus am langen Markt und durch die Langgasse zum Stockturm.
Unsere Reise ging weiter nach Süden ins alte Schlesien.
In Breslau schauten wir uns den Marktplatz an mit dem historisch restaurierten Rathaus. Dann fuhren wir nach Hermsdorf unterm Kynast, wo ich als Kind oft meine Ferien bei den Großonkeln mütterlicherseits verbrachte.
Der 588 m hohe Kynast ist ein steiler bewaldeter Bergkegel, wo Herzog Bodo II. von Schweidnitz im 14. Jahrhundert auf den riesigen Granitfelsen an der Spitze eine Burg baute, die später die Herren von Schaffgottsch zu einer mächtigen Anlage mit eine kantigen Festungsmauer rundherum ausbauten. Im Jahre 1675 brannte die Burg nach einem Blitzschlag aus. Seitdem sind die Ruinen ein beliebtes Ausflugsziel. Der steile Fußweg dorthin beginnt direkt am Ortsrand.
Mein Großonkel Hermann, der Schuster, erzählte uns Kindern die Geschichte von dem stolzen Burgfräulein:
die Freier mussten auf ihrem Pferd auf der hohen Burgmauer ganz herum reiten, wenn sie erhört werden wollten. Roß und Reiter stürzten alle herunter und auf den steilen Felsen zu Tode. Als sie sich in einen Freier verliebte, ritt sie selber auf ihrem Pferd auf der ganzen Mauer wohlbehalten herum. Die beiden heirateten, waren glücklich und hatten viele Kinder. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie heute noch.
Von Hermsdorf fuhren wir nach Krummhübel, wo wir mit der Seilbahn auf den Riesengebirgskamm fuhren, und den großen Kammweg nach Norden entlang marschierten, an denen Elbquellen vorbei, die nach Westen plätschern, und den vielen Bauden, bis hinter die Schneegruben, dann hinunter nach Oberschreiberhau, von dort mit dem Bus zurück nach Krummhübel, wo unser Auto parkte. -
Von da ab ging es durch die DDR wieder nachhause , denn ich hatte nur 4 Wochen Urlaub, und ohne meine Arbeitsstelle hätte ich nur schwer meine Familie selbst ernnähren können. Dabei half mir Maria aber sehr großzügig: sie verlangte kein Wirtschaftsgeld und bezahlte viele kleine Einkäufe von ihrem Teilzeit-Nachtschwestern-Lohn.

