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2007.01.23, 20:10
Productiondesign in Büchern
2007.01.29, 00:56
ROBERT HERLTH
...geb. 1893, Wrietzen an der Oder, gest. 1962, München
Eine schöne Sammlung von Entwürfen des Szenenbildners.




http://www.moving-spaces.de/Datenbank_Robert_Herlth.htm
Eine schöne Sammlung von Entwürfen des Szenenbildners.




http://www.moving-spaces.de/Datenbank_Robert_Herlth.htm
2007.01.29, 16:32
made in gdr
Ach da werden Erinnerungen wach. Gut dokumentierte Seite zum Industriedesign der DDR, mit 1a Fotos!!!

http://industrieform-ddr.de

http://industrieform-ddr.de
2007.03.16, 22:51
FTA - die spinnen doch!!
2007.06.25, 00:33
konkurrenz?
lustiger katalog des mdr fundus. die menüführung hat mich etwas verwirrt...

diverses
http://www.mdr-fundus.de/
diverses
http://www.mdr-fundus.de/
2007.07.19, 14:41
german dj's and their living rooms
2007.08.02, 19:15
autos in filmen...
2007.08.29, 23:49
Schwarze Galle
Bei meiner Recherche zu Melancholie bin ich auf den "schwarzen Gallensaft" gestoßen. So heißt die wörtliche Übersetzung von Melancholie. Der Begriff tauchte in der antiken griechischen Medizin gut ein halbes Jahrtausend vor Christi Geburt auf.(1) Er ist einer der vier "Säfte" in der Humoralpathalogie. So lautet der Fachbegriff für Lehre der 4 Temperamente auch die 4-Säfte Lehre genannt. Besitzt der Mensch ein Übermaß an schwarzer Galle und "... wird sie übermäßig erwärmt ruft sie übersteigerte Hochgefühle wie Gesang ... hervor."(2) Was ich unweigerlich mit meinem Schlagwort Stimmungsschwankung in Verbindung bringe. (Ich werde die Schlagwörter später an entsprechender Stelle mal versuchen aufzulisten).
Nun jedoch erstmal zur Humoralpathalogie. Was sind die anderen 3 „Säfte“? Zum einen das Blut (sanguis), der Schleim (phlegma) und die gelbe Galle (cholera). Bereits bei den Pythagoreen gab es ein heilige Vierheit der naturphilosophischen Betrachtungen. Es gibt: Feuer, Wasser, Luft, Erde, und auf den Kosmos bezogen: Sonne, Meer, Himmel und Erde. Melancholie wird der Erde zugeordnet. Sie steht auch für den Herbst und das Erwachsenalter. Wobei ich gerade bei einer Alterszuweisung von unterschiedliche Ansichten gelesen habe. Andere sehen es eher im Jugendalter, worauf ich an andere Stelle noch mal zurückkommen werde. Bei der schwarzen Galle ist besonders interessant, dass sie im Gegensatz zu den anderen 3 „Säften“ nicht im menschlichen Körper vorkommt.(3) Sie ist demnach eine Fehlkonzeption in sich und „..gewissermaßen das „Schwarze Loch“ im Universum der menschlichen Selbsterkundung und Selbsterkenntnis.“(4) Melancholie dieses Gemisch aus scheinbar grundloser Traurigkeit, unentwegter Grübelei und Pessimismus mit Hang zum romantischen, hat keine Basis. Auch ist es das einzige der 4 Temperamente, welches reflexiv ist. Vielleicht ist es auch gerade der Schmerz der Reflexion. Während alle anderen Temperamente einen Bezug zur Welt einnehmen und ein Verhältnis ihr gegenüber zum Ausdruck bringen, stellt die Melancholie ein Verhältnis zu sich selbst dar. Was Mich nicht unmittelbar betrifft interessiert mich auch nicht! Nur wenn es um das eigene Selbst geht, erfährt enorme Wichtigkeit.(5)
Selbstverständlich ist auch mir das nicht fremd, wohl eher das Gegenteil. Demnächst folgt noch einiges mehr zum Thema Melancholie. So werde ich kurz auf die Weiterentwicklung seit der Antike eingehen. Hierbei handelt es sich um den religiös geprägten Begriff der Acedia und den Begriff der Hypochondrie wie er in der Zeit der Aufklärung Einzug fand. Im Allgemeinen möchte ich das Thema Melancholie als Gefühl noch intensiver beleuchten. Werde dabei die Trauer als Ausgangspunkt nehmen, die gewissermaßen Teil wenn nicht Hauptbestandteil ist.
Warum also “schwarze Galle”? Wegen der Bilder und Symboliken die ich in meine Arbeite einfließen lassen möchte. Ich habe bisher gerne Elemente gesammelt oder Bilder und Szenen, die ich dann verbunden habe. Hier nun sehe ich menschliche Körper unterschiedlich stark mit schwarzer, zähflüssiger Gallenflüssigkeit gefüllt. Vielleicht quillt es dem einem schon aus den Ohren, der Nase, den Mund oder den Augen. Ich sehe es fließen! Ein pechschwarzes Bächlein durch ein saftig grünes Tal, in dem lauter bunte Blumen blühen, farbenprächtige Vögel sich auf überwältigenden Baumkronen niederlassen. (Ja, theatralisch kommt auch unter meinen Schlagwörtern vor.) Man dümpelt dahin in seiner Schwermut ohne dabei das Schöne wahrzunehmen. Gleichzeitig kann aber gerade das Schöne auch der Anlass zur Traurigkeit sein.
Ich mag die Idee der schwarzen Galle. Schwarz ist düster, schwer und bildet einen schönen Kontrast zu anderen Farben.
1 - Lambrecht, Roland (1996): Der Geist der Melancholie. S. 32, München, Wilhelm Fink Verlag
2 - Demmerling, Christoph; Landweer, Hilge (2007): Philosophie der Gefühle. Von Achtung bis Zorn. S. 271, Weimar, Verlag J.B. Metzler Stuttgart
3 - Lambrecht, Roland (1996): Der Geist der Melancholie. S. 33, München, Wilhelm Fink Verlag
4 - ebd. S. 32
5 - ebd. S. 12
Nun jedoch erstmal zur Humoralpathalogie. Was sind die anderen 3 „Säfte“? Zum einen das Blut (sanguis), der Schleim (phlegma) und die gelbe Galle (cholera). Bereits bei den Pythagoreen gab es ein heilige Vierheit der naturphilosophischen Betrachtungen. Es gibt: Feuer, Wasser, Luft, Erde, und auf den Kosmos bezogen: Sonne, Meer, Himmel und Erde. Melancholie wird der Erde zugeordnet. Sie steht auch für den Herbst und das Erwachsenalter. Wobei ich gerade bei einer Alterszuweisung von unterschiedliche Ansichten gelesen habe. Andere sehen es eher im Jugendalter, worauf ich an andere Stelle noch mal zurückkommen werde. Bei der schwarzen Galle ist besonders interessant, dass sie im Gegensatz zu den anderen 3 „Säften“ nicht im menschlichen Körper vorkommt.(3) Sie ist demnach eine Fehlkonzeption in sich und „..gewissermaßen das „Schwarze Loch“ im Universum der menschlichen Selbsterkundung und Selbsterkenntnis.“(4) Melancholie dieses Gemisch aus scheinbar grundloser Traurigkeit, unentwegter Grübelei und Pessimismus mit Hang zum romantischen, hat keine Basis. Auch ist es das einzige der 4 Temperamente, welches reflexiv ist. Vielleicht ist es auch gerade der Schmerz der Reflexion. Während alle anderen Temperamente einen Bezug zur Welt einnehmen und ein Verhältnis ihr gegenüber zum Ausdruck bringen, stellt die Melancholie ein Verhältnis zu sich selbst dar. Was Mich nicht unmittelbar betrifft interessiert mich auch nicht! Nur wenn es um das eigene Selbst geht, erfährt enorme Wichtigkeit.(5)
Selbstverständlich ist auch mir das nicht fremd, wohl eher das Gegenteil. Demnächst folgt noch einiges mehr zum Thema Melancholie. So werde ich kurz auf die Weiterentwicklung seit der Antike eingehen. Hierbei handelt es sich um den religiös geprägten Begriff der Acedia und den Begriff der Hypochondrie wie er in der Zeit der Aufklärung Einzug fand. Im Allgemeinen möchte ich das Thema Melancholie als Gefühl noch intensiver beleuchten. Werde dabei die Trauer als Ausgangspunkt nehmen, die gewissermaßen Teil wenn nicht Hauptbestandteil ist.
Warum also “schwarze Galle”? Wegen der Bilder und Symboliken die ich in meine Arbeite einfließen lassen möchte. Ich habe bisher gerne Elemente gesammelt oder Bilder und Szenen, die ich dann verbunden habe. Hier nun sehe ich menschliche Körper unterschiedlich stark mit schwarzer, zähflüssiger Gallenflüssigkeit gefüllt. Vielleicht quillt es dem einem schon aus den Ohren, der Nase, den Mund oder den Augen. Ich sehe es fließen! Ein pechschwarzes Bächlein durch ein saftig grünes Tal, in dem lauter bunte Blumen blühen, farbenprächtige Vögel sich auf überwältigenden Baumkronen niederlassen. (Ja, theatralisch kommt auch unter meinen Schlagwörtern vor.) Man dümpelt dahin in seiner Schwermut ohne dabei das Schöne wahrzunehmen. Gleichzeitig kann aber gerade das Schöne auch der Anlass zur Traurigkeit sein.
Ich mag die Idee der schwarzen Galle. Schwarz ist düster, schwer und bildet einen schönen Kontrast zu anderen Farben.
1 - Lambrecht, Roland (1996): Der Geist der Melancholie. S. 32, München, Wilhelm Fink Verlag
2 - Demmerling, Christoph; Landweer, Hilge (2007): Philosophie der Gefühle. Von Achtung bis Zorn. S. 271, Weimar, Verlag J.B. Metzler Stuttgart
3 - Lambrecht, Roland (1996): Der Geist der Melancholie. S. 33, München, Wilhelm Fink Verlag
4 - ebd. S. 32
5 - ebd. S. 12
2007.08.30, 17:03
Saturn
Saturn gilt als Gott der Melancholie, noch heute nennen die Engländer einen melancholisch-düsteren Character als „saturnine“ und das portugiesische „soturno“ bezeichnet einen finsteren unfrohen Gesichtsausdruck.(1) So ist es denn nicht verwunderlich, dass auf vielen Gemälden, nicht nur des Mittelalters, Saturn mit grübelnder, traurig-verbitterter Miene dargestellt ist. Wieso ist nun der Saturn das Gestirn der Melancholie? Das konnte ich leider nicht ganz so genau nachvollziehen.
Zum einen hat es natürlich wieder mit der 4 Säfte-Lehre zu tun. So sind die ersten Aufzeichnungen die belegen, dass Jupiter sanguinischen, Mars cholerischen und Luna oder Venus die phlegmatischen Verhalten zugeordnet wurden, im Arabien des 9. Jahrhundert zu finden.(2) Der Saturn ist dunkel und schwarz genau wie das Element der Erde, welches der schwarzen Galle zugeordnet ist. Mit seiner Natur werden die verschiedensten Eigenschaften verbunden: „kalt, trocken, bitter, schwarz, dunkel, rauh, feucht, schwer ... ist aufrichtig in der Freundschaft ... Ackerbau ... Vermessung ... Reichtum ... bittere Armut ... langen Aufenthalt in der Fremde ... Verblendung ... Hass ... In-sich-Zurückgezogensein, auf Einsamkeit und Ungeselligkeit, auf Großmannssucht ... Stolz ...Tyrannei und Zorn ... Gefangenschaft ... aufrichtiges Reden, Bedächtigkeit, Besonnenheit, Verstehen, Prüfen, Erwägen ... auf vieles Denken, Sich-Fernhalten von Rede und Zudringlichkeit, auf das Verharren auf einem Wege. Beinahe nie wird er zornig, aber wenn er zornig wird, beherrscht er sich nicht, er gönnt anderen nichts gutes ... auf langes Nachdenken und wenig Reden, auf Geheimnisse ... zeigt hin auf Selbstvernichtung und Fragen der Langeweile.“(3) Das sind bereits extrem viele Dinge die dem Melancholiker inne sind und hier bereits deutlich gekürzt, trotzdem folgen dem noch mehr, die ich auch noch nennen möchte. Wenn der unter dem Saturn stehende Mensch „ aber böse ist [ich vermute hier ist der melancholische Zustand an sich gemeint, man kann ja auch mal gut drauf sein], dann weißt er hin auf Hass, Eigensinn, Sorge, Trauer, Wehklagen, Weinen, schlechte Meinung [oder Nörgeln, wie es mir schon vorgeworfen wurde, ich finde ich kritisiere maximal, eigentlich denke ich nur mögliche Verbesserungen oder Wege an] ... und er ist schreckhaft, leicht verwirrt, verstockt ... Es heißt auch von ihm, er sei mager, furchtsam, dünn, streng ... großer Hand, gedrehten Beinen [ich habe O-Beine], aber angenehm anzusehen ...“(4) Nun ist es bei dieser Vielfalt natürlich leicht sich hier und da wieder zu finden. Bei all diesen Aufzählungen ist jedoch wichtig für mich, dass sie, hier und dort, eine gewisse Gegensätzlichkeit widerspiegeln. So ist Saturn mal trocken und mal feucht, hat große Besitztümer und weist aber auch auf tiefste Armut hin. Er ist jähzornig, listig und missgünstig, kann aber gut zuhören, hat Verständnis und macht sich Sorgen. Genauso wird von Gefangenschaft und Fesselung geschrieben, gleichzeitig wird ihm aber auch die Führung von Sklaven, Knechten und Gutstümern zugetragen. Seine tiefen Gedanken und seine Bedachtsamkeit weisen auf eine geheimnisvolle Weisheit hin, dem gegenüber Verwirrtheit und Selbstvernichtung steht. Dieses Durcheinander kann geschichtlich etwas erklärt werden. Es kam zu dieser Zeit zu Vermischungen, weil die Götter, welche Gestirnen zugeordnet wurden, länger lebendig blieben, wurden ihnen die verschiedensten mythologischen Bestimmungen aus astronomischen, naturwissenschaftlichen, astrologischen und religiösen Bereichen zugewiesen. Ebenso kam es im Zuge der Helenisierung zu einer Zusammenlegung von Saturn und Kronos. Letzterer war seit jeher durch eine starke innere Gegensätzlichkeit gekennzeichnet. Diese Ambivalenz ist an seiner Geschichte gut zu verdeutlichen. Kronos ist der jüngste Sohn von Uranus (Himmel) und Gaia (Erde). Sein Vater zieht den Zorn Gaias auf sich als er die anderen Geschwister wieder zurück in die Erde stößt, weil er sie wohl fürchtete. Kronos ist von Anfang an neidisch auf Uranus Fruchtbarkeit und so ist es für seine Mutter ein leichtes ihn gegen den Vater aufzustacheln. Sie reicht ihn eine Sichel und er schneidet des Nachts Uranus die Genitalien ab und wirft sie ins Weltmeer. Dabei entsteht zum Beispiel Aphrodite, die „Schaumgeborene“. Daraufhin übernimmt Kronos die Herrschaft, ist allerdings belegt mit einen Fluch, nämlich das er von dem eigenen Sohn gestürzt werden solle. Also verschlingt Kronos alle seine Kinder bis auf Zeus, den Rhea, seine Gemahlin, heimlich auf Kreta zur Welt bringt. Durch die Täuschung mit einem in Windeln gehüllten Stein, kann Zeus heranwachsen um seine Bestimmung zu erfüllen. Er fordert die verschlungenen Geschwister zurück und wirft den Vater nach Jahre langen Kämpfen in die Tiefe der Erde, wo er quasi begraben ist.(5) In der orphischen Überlieferung des Mythos wurde Kronos von Zeus ebenfalls verstümmelt, wohl mit der gleichen Sichel. Die Sichel als Symbol für Tod in Form der Sense mit dem dazugehörigen Mann ist in der westlichen Kultur weit verbreitet.
Da ich zu dieser Vermischung auch nur abstrakt Zugang finde, möchte ich nicht näher darauf eingehen. Wichtig ist, das Saturn und damit die Melancholie sehr zwiespältig oder besser, vielfältig ist.
1 - Lambrecht, Roland (1996): Der Geist der Melancholie. S. 23, München, Wilhelm Fink Verlag
2 – Klibansky, Raymond; Panofsky, Erwin; Saxl, Fritz (1998):Saturn und Melancholie. Studien zur Geschichte der Naturphilosophie und Medizin, der Religion und der Kunst. S.203, Frankfurt am Main, Suhrkamp Verlag
3 – ebd. S. 208
4 – ebd. S. 209
5 - Lambrecht, Roland (1996): Der Geist der Melancholie. S. 25/26, München, Wilhelm Fink Verlag
Zum einen hat es natürlich wieder mit der 4 Säfte-Lehre zu tun. So sind die ersten Aufzeichnungen die belegen, dass Jupiter sanguinischen, Mars cholerischen und Luna oder Venus die phlegmatischen Verhalten zugeordnet wurden, im Arabien des 9. Jahrhundert zu finden.(2) Der Saturn ist dunkel und schwarz genau wie das Element der Erde, welches der schwarzen Galle zugeordnet ist. Mit seiner Natur werden die verschiedensten Eigenschaften verbunden: „kalt, trocken, bitter, schwarz, dunkel, rauh, feucht, schwer ... ist aufrichtig in der Freundschaft ... Ackerbau ... Vermessung ... Reichtum ... bittere Armut ... langen Aufenthalt in der Fremde ... Verblendung ... Hass ... In-sich-Zurückgezogensein, auf Einsamkeit und Ungeselligkeit, auf Großmannssucht ... Stolz ...Tyrannei und Zorn ... Gefangenschaft ... aufrichtiges Reden, Bedächtigkeit, Besonnenheit, Verstehen, Prüfen, Erwägen ... auf vieles Denken, Sich-Fernhalten von Rede und Zudringlichkeit, auf das Verharren auf einem Wege. Beinahe nie wird er zornig, aber wenn er zornig wird, beherrscht er sich nicht, er gönnt anderen nichts gutes ... auf langes Nachdenken und wenig Reden, auf Geheimnisse ... zeigt hin auf Selbstvernichtung und Fragen der Langeweile.“(3) Das sind bereits extrem viele Dinge die dem Melancholiker inne sind und hier bereits deutlich gekürzt, trotzdem folgen dem noch mehr, die ich auch noch nennen möchte. Wenn der unter dem Saturn stehende Mensch „ aber böse ist [ich vermute hier ist der melancholische Zustand an sich gemeint, man kann ja auch mal gut drauf sein], dann weißt er hin auf Hass, Eigensinn, Sorge, Trauer, Wehklagen, Weinen, schlechte Meinung [oder Nörgeln, wie es mir schon vorgeworfen wurde, ich finde ich kritisiere maximal, eigentlich denke ich nur mögliche Verbesserungen oder Wege an] ... und er ist schreckhaft, leicht verwirrt, verstockt ... Es heißt auch von ihm, er sei mager, furchtsam, dünn, streng ... großer Hand, gedrehten Beinen [ich habe O-Beine], aber angenehm anzusehen ...“(4) Nun ist es bei dieser Vielfalt natürlich leicht sich hier und da wieder zu finden. Bei all diesen Aufzählungen ist jedoch wichtig für mich, dass sie, hier und dort, eine gewisse Gegensätzlichkeit widerspiegeln. So ist Saturn mal trocken und mal feucht, hat große Besitztümer und weist aber auch auf tiefste Armut hin. Er ist jähzornig, listig und missgünstig, kann aber gut zuhören, hat Verständnis und macht sich Sorgen. Genauso wird von Gefangenschaft und Fesselung geschrieben, gleichzeitig wird ihm aber auch die Führung von Sklaven, Knechten und Gutstümern zugetragen. Seine tiefen Gedanken und seine Bedachtsamkeit weisen auf eine geheimnisvolle Weisheit hin, dem gegenüber Verwirrtheit und Selbstvernichtung steht. Dieses Durcheinander kann geschichtlich etwas erklärt werden. Es kam zu dieser Zeit zu Vermischungen, weil die Götter, welche Gestirnen zugeordnet wurden, länger lebendig blieben, wurden ihnen die verschiedensten mythologischen Bestimmungen aus astronomischen, naturwissenschaftlichen, astrologischen und religiösen Bereichen zugewiesen. Ebenso kam es im Zuge der Helenisierung zu einer Zusammenlegung von Saturn und Kronos. Letzterer war seit jeher durch eine starke innere Gegensätzlichkeit gekennzeichnet. Diese Ambivalenz ist an seiner Geschichte gut zu verdeutlichen. Kronos ist der jüngste Sohn von Uranus (Himmel) und Gaia (Erde). Sein Vater zieht den Zorn Gaias auf sich als er die anderen Geschwister wieder zurück in die Erde stößt, weil er sie wohl fürchtete. Kronos ist von Anfang an neidisch auf Uranus Fruchtbarkeit und so ist es für seine Mutter ein leichtes ihn gegen den Vater aufzustacheln. Sie reicht ihn eine Sichel und er schneidet des Nachts Uranus die Genitalien ab und wirft sie ins Weltmeer. Dabei entsteht zum Beispiel Aphrodite, die „Schaumgeborene“. Daraufhin übernimmt Kronos die Herrschaft, ist allerdings belegt mit einen Fluch, nämlich das er von dem eigenen Sohn gestürzt werden solle. Also verschlingt Kronos alle seine Kinder bis auf Zeus, den Rhea, seine Gemahlin, heimlich auf Kreta zur Welt bringt. Durch die Täuschung mit einem in Windeln gehüllten Stein, kann Zeus heranwachsen um seine Bestimmung zu erfüllen. Er fordert die verschlungenen Geschwister zurück und wirft den Vater nach Jahre langen Kämpfen in die Tiefe der Erde, wo er quasi begraben ist.(5) In der orphischen Überlieferung des Mythos wurde Kronos von Zeus ebenfalls verstümmelt, wohl mit der gleichen Sichel. Die Sichel als Symbol für Tod in Form der Sense mit dem dazugehörigen Mann ist in der westlichen Kultur weit verbreitet.
Da ich zu dieser Vermischung auch nur abstrakt Zugang finde, möchte ich nicht näher darauf eingehen. Wichtig ist, das Saturn und damit die Melancholie sehr zwiespältig oder besser, vielfältig ist.
1 - Lambrecht, Roland (1996): Der Geist der Melancholie. S. 23, München, Wilhelm Fink Verlag
2 – Klibansky, Raymond; Panofsky, Erwin; Saxl, Fritz (1998):Saturn und Melancholie. Studien zur Geschichte der Naturphilosophie und Medizin, der Religion und der Kunst. S.203, Frankfurt am Main, Suhrkamp Verlag
3 – ebd. S. 208
4 – ebd. S. 209
5 - Lambrecht, Roland (1996): Der Geist der Melancholie. S. 25/26, München, Wilhelm Fink Verlag
2007.09.13, 10:28






