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2007.09.26, 17:01
bi_radfahrer
Ich meldete mich bei der TU Hannover ab, packte meinen Rucksack, und fuhr per Anhalter meine Schwester Ilse in Tunbridge Wells,Sussex, England besuchen, mit der Kanal-Fähre Calais - Dover.
Dort absolvierte Ilse ihre Physical-Therapie-Lehre und wohnte in einer kleinen Pension, wo ich auch ein Zimmer bekam.
Ich trampte aber bald weiter nach Bristol, wo ich mich an der Uni als Austauschstudent für das Herbst-Trimester eintragen wollte.
Ich fand auch bald ein schönes Zimmer bei einem jüngeren Ehepaar in einem typisch englischen Einfamilienhaus ohne Zentralheizung aber mit einem großen Kaminfeuer im Wohnzimmer. Es lag in einem hügeligen Wohnviertel 3 km oberhalb der Uni.
Ich besorgte mir ein gebrauchtes Fahrrad und radelte jeden Tag zu den Vorlesungen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zum Rad fahren in Deutschland. Radler hatten immer Vorfahrt und die Autofahrer benahm sich uns gegenüber wie perfekte Gentlemen. Mittag aß ich in der Uni Kantine, Frühstück und Abendbrot bekam ich bei meinen Wirtsleuten auf englische Art einschließlich afternoon tea. Ich hörte alle möglichen Vorlesungen und verstand bald auch alles, wenn langsam und deutlich gesprochen wurde. Mein eigener Dialekt blieb stümperhaft.
Über die kurzen Weihnachtsferien fuhr ich wieder meine Schwester Ilse besuchen. Dort genoss ich auch zum ersten Mal echten Plumpudding.
Nach dem Frühjahrs Trimester packte mich wieder das Reisefieber.
Ich trampte nordwärts, ein paar Tage lang zusammen mit Ilse, die dann aber wieder zurück zu ihrer Schulung musste, also alleine weiter über Newcastle, Edinburgh und Glasgow durch Schottland bis zur Isle of Skye.
Über die Meerenge hinüber gab es noch keine Brücke, und die Fähre war mir zu teuer. So machte ich noch eine große Schleife durch die Highlands, bevor es zurückging nach London.
Auf den holprigen Straßen in Schottland litt wieder mein Rücken, besonders auf Holzbänken in uralten ungefederten kleinen Lieferwagen, wenn in jedem Schlagloch mein Kreuz zusammengestaucht wurde. Einmal nahm mich ein Gutsbesitzer in seinem offenen viersitzigen Ford Oldtimer mit, den Motor warf er mit einer großen Kurbel unter dem Kühler an, und als wir in seinem Hof ankamen, nahm er einfach das Steuerrad ab und mit ins Haus (einfache Diebstahlsicherung). In London besuchte ich ein älteres Ehepaar, gute Freunde meiner Schwester Ilse, die beide schon pensioniert waren und mich sehr freundlich aufnahmen. Ich durfte einige Tage bei ihnen bleiben und sie zeigten mir alle Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.-
Inzwischen war es schon Frühsommer 1951 und Zeit für mich nachhause zu fahren.
Dort hatte sich einiges geändert.
Im Februar waren meine Eltern aus Sulingen nach Berlin umgezogen in die Mansarden-Wohnung ihres Hauses in der Preußen Allee 33, also auch mein neues Zuhause. Meine Oma in Sulingen wäre am 5. März 89 Jahre alt geworden. Aber leider starb sie am 3. März an Altersdiabetes. Meine Mutter war schrecklich betrübt, da sie zu Omas Geburtstag nach Sulingen fahren wollte und ihre Mutter nicht nochmal lebend sehen konnte.-
Dort absolvierte Ilse ihre Physical-Therapie-Lehre und wohnte in einer kleinen Pension, wo ich auch ein Zimmer bekam.
Ich trampte aber bald weiter nach Bristol, wo ich mich an der Uni als Austauschstudent für das Herbst-Trimester eintragen wollte.
Ich fand auch bald ein schönes Zimmer bei einem jüngeren Ehepaar in einem typisch englischen Einfamilienhaus ohne Zentralheizung aber mit einem großen Kaminfeuer im Wohnzimmer. Es lag in einem hügeligen Wohnviertel 3 km oberhalb der Uni.
Ich besorgte mir ein gebrauchtes Fahrrad und radelte jeden Tag zu den Vorlesungen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zum Rad fahren in Deutschland. Radler hatten immer Vorfahrt und die Autofahrer benahm sich uns gegenüber wie perfekte Gentlemen. Mittag aß ich in der Uni Kantine, Frühstück und Abendbrot bekam ich bei meinen Wirtsleuten auf englische Art einschließlich afternoon tea. Ich hörte alle möglichen Vorlesungen und verstand bald auch alles, wenn langsam und deutlich gesprochen wurde. Mein eigener Dialekt blieb stümperhaft.
Über die kurzen Weihnachtsferien fuhr ich wieder meine Schwester Ilse besuchen. Dort genoss ich auch zum ersten Mal echten Plumpudding.
Nach dem Frühjahrs Trimester packte mich wieder das Reisefieber.
Ich trampte nordwärts, ein paar Tage lang zusammen mit Ilse, die dann aber wieder zurück zu ihrer Schulung musste, also alleine weiter über Newcastle, Edinburgh und Glasgow durch Schottland bis zur Isle of Skye.
Über die Meerenge hinüber gab es noch keine Brücke, und die Fähre war mir zu teuer. So machte ich noch eine große Schleife durch die Highlands, bevor es zurückging nach London.
Auf den holprigen Straßen in Schottland litt wieder mein Rücken, besonders auf Holzbänken in uralten ungefederten kleinen Lieferwagen, wenn in jedem Schlagloch mein Kreuz zusammengestaucht wurde. Einmal nahm mich ein Gutsbesitzer in seinem offenen viersitzigen Ford Oldtimer mit, den Motor warf er mit einer großen Kurbel unter dem Kühler an, und als wir in seinem Hof ankamen, nahm er einfach das Steuerrad ab und mit ins Haus (einfache Diebstahlsicherung). In London besuchte ich ein älteres Ehepaar, gute Freunde meiner Schwester Ilse, die beide schon pensioniert waren und mich sehr freundlich aufnahmen. Ich durfte einige Tage bei ihnen bleiben und sie zeigten mir alle Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.-
Inzwischen war es schon Frühsommer 1951 und Zeit für mich nachhause zu fahren.
Dort hatte sich einiges geändert.
Im Februar waren meine Eltern aus Sulingen nach Berlin umgezogen in die Mansarden-Wohnung ihres Hauses in der Preußen Allee 33, also auch mein neues Zuhause. Meine Oma in Sulingen wäre am 5. März 89 Jahre alt geworden. Aber leider starb sie am 3. März an Altersdiabetes. Meine Mutter war schrecklich betrübt, da sie zu Omas Geburtstag nach Sulingen fahren wollte und ihre Mutter nicht nochmal lebend sehen konnte.-
bi_cand.rer.nat
Ich fuhr bald nach Hamburg, um mich an der dortigen Universität für den Studiengang Holz- und Forstwirtschaft zu immatrikulieren und ein Zimmer zu suchen.
Mein Fachinstitut war in Reinbek und ich fand ein Zimmer bei einer sehr netten Familie mit zwei Schulkindern in Bergedorf.
Dann radelte ich nochmal für ein paar Tage nach Berlin die alte Landstraße entlang über Lauenburg, Ludwigslust und Perleberg.
Die Autobahn gab es damals noch nicht, und ich hatte sowieso kein Auto zur Verfügung. Dieselbe Tour auch zurück zum Semester- beginn.-
Auch in Hamburg radelte ich nach Reinbek und zu den Vorlesungen im Universitätsgebäude am Dammtor.
Nur im Winter fuhr ich per S-Bahn.
Neben meinen Pflichtvorlesungen besuchte ich auch viele andere Vorträge an der Uni, z. B. über klassische Malerei und Musik.
Mein Lieblings-Maler war der Spanier el Greco wegen der scharfen Farb-Kontraste in seinen Bildern, mein Lieblings-Komponist Chopin.
Gern besuchte ich auch die Klavierkonzerte und andere Veranstaltungen im Amerika Haus an der Alster, das es heute leider nicht mehr gibt. Ich finde, dass Holzinstrumente, wie besonders Konzertflügel, einen weicheren, schmiegsameren Ton erzeugen.-
-Die Hamburger Studienzeit hat viel zu meiner „Allgemeinbildung" beigetragen.
Das Hauptthema der ersten vier Semester in meinem Fachstudium waren die Naturwissenschaften. Sie haben sehr stark meine heutige Weltanschauung geprägt.
Nach der Vorprüfung bekam ich den akademischen Titel, den es längst nicht mehr gibt: cand.rer.nat.-
Weitere Titel habe ich leider nicht erworben.
Dafür aber weitere Erkenntnisse in meiner " Sturm und Drang"-Periode.
Mein Vater hatte mir zwar die Grundsätze eines ehrbaren Kaufmanns beigebracht, aber nun beschäftigte mich mehr das Leben jenseits von Soll und Haben.
„ Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“.-Stalin, die Russen, Hitler ?
Wer hatte mich enterbt ?
Wofür hatte ich im Krieg meine Pflicht getan?-
Wo ist Gott?
Was sagt mein religiöses Gewissen?
Diese Fragen waren für mich nun wichtig geworden.
Als evangelischer Christ wollte ich auch den katholischen Glauben näher kennen lernen.
Ich meldete mich beim Bauorden,
einer katholischen Laien-Organisation, die in Frankreich Wieder-Aufbauarbeit von kriegs- zerstörten Gebäuden für junge Menschen organisierte.
Ich lernte Pater Haimo in Herleshausen, der für den Bauorden arbeitete, und in Hardegsen bei Göttingen einen älteren pensionierten Bankrat und seine Frau kennen, die ich bald öfter besuchte und mit ihnen diskutierte.
In den Sommerferien 1952 arbeitete ich sechs Wochen lang bei einem Bauorden Projekt in der Bretagne, wo wir ein kleines zerstörtes Dorf wieder aufbauen halfen.
1953 an der Normandie beim Wiederaufbau der Nebengebäude eines Benediktiner-Klosters.
Dort wohnten wir in den alten Klostergebäuden und nahmen unsere Mahlzeiten mit den Mönchen ein.
Es waren nur noch ein Dutzend und die meisten von ihn über 60 Jahre alt. Wir lauschten ihren Andachten und Gesängen und noch heute habe ich diese sakrale Umgebung in guter Erinnerung. Dem katholischen Glauben näher brachte sie mich aber auch nicht.-
Mein Fachinstitut war in Reinbek und ich fand ein Zimmer bei einer sehr netten Familie mit zwei Schulkindern in Bergedorf.
Dann radelte ich nochmal für ein paar Tage nach Berlin die alte Landstraße entlang über Lauenburg, Ludwigslust und Perleberg.
Die Autobahn gab es damals noch nicht, und ich hatte sowieso kein Auto zur Verfügung. Dieselbe Tour auch zurück zum Semester- beginn.-
Auch in Hamburg radelte ich nach Reinbek und zu den Vorlesungen im Universitätsgebäude am Dammtor.
Nur im Winter fuhr ich per S-Bahn.
Neben meinen Pflichtvorlesungen besuchte ich auch viele andere Vorträge an der Uni, z. B. über klassische Malerei und Musik.
Mein Lieblings-Maler war der Spanier el Greco wegen der scharfen Farb-Kontraste in seinen Bildern, mein Lieblings-Komponist Chopin.
Gern besuchte ich auch die Klavierkonzerte und andere Veranstaltungen im Amerika Haus an der Alster, das es heute leider nicht mehr gibt. Ich finde, dass Holzinstrumente, wie besonders Konzertflügel, einen weicheren, schmiegsameren Ton erzeugen.-
-Die Hamburger Studienzeit hat viel zu meiner „Allgemeinbildung" beigetragen.
Das Hauptthema der ersten vier Semester in meinem Fachstudium waren die Naturwissenschaften. Sie haben sehr stark meine heutige Weltanschauung geprägt.
Nach der Vorprüfung bekam ich den akademischen Titel, den es längst nicht mehr gibt: cand.rer.nat.-
Weitere Titel habe ich leider nicht erworben.
Dafür aber weitere Erkenntnisse in meiner " Sturm und Drang"-Periode.
Mein Vater hatte mir zwar die Grundsätze eines ehrbaren Kaufmanns beigebracht, aber nun beschäftigte mich mehr das Leben jenseits von Soll und Haben.
„ Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“.-Stalin, die Russen, Hitler ?
Wer hatte mich enterbt ?
Wofür hatte ich im Krieg meine Pflicht getan?-
Wo ist Gott?
Was sagt mein religiöses Gewissen?
Diese Fragen waren für mich nun wichtig geworden.
Als evangelischer Christ wollte ich auch den katholischen Glauben näher kennen lernen.
Ich meldete mich beim Bauorden,
einer katholischen Laien-Organisation, die in Frankreich Wieder-Aufbauarbeit von kriegs- zerstörten Gebäuden für junge Menschen organisierte.
Ich lernte Pater Haimo in Herleshausen, der für den Bauorden arbeitete, und in Hardegsen bei Göttingen einen älteren pensionierten Bankrat und seine Frau kennen, die ich bald öfter besuchte und mit ihnen diskutierte.
In den Sommerferien 1952 arbeitete ich sechs Wochen lang bei einem Bauorden Projekt in der Bretagne, wo wir ein kleines zerstörtes Dorf wieder aufbauen halfen.
1953 an der Normandie beim Wiederaufbau der Nebengebäude eines Benediktiner-Klosters.
Dort wohnten wir in den alten Klostergebäuden und nahmen unsere Mahlzeiten mit den Mönchen ein.
Es waren nur noch ein Dutzend und die meisten von ihn über 60 Jahre alt. Wir lauschten ihren Andachten und Gesängen und noch heute habe ich diese sakrale Umgebung in guter Erinnerung. Dem katholischen Glauben näher brachte sie mich aber auch nicht.-
2008.09.13, 10:00
bi_auf malta mit dem rad
Am 14. Mai 1988 flog ich von München für eine Woche nach Malta.
Christian fuhr mich mit meinem Auto zum Münchener Flughafen und holte mich dort auch wieder ab.
Da ich nur einen kleinen Rucksack mitnahm, konnte ich mein gelbes Klapprad im zulässigen Fluggepäck kostenlos mitnehmen. Also begann meine Radtour über die Insel und zur kleinen Nachbarinsel Gozo direkt am Flugplatz.
Es fing gut an - nach 5 Kilometern war mein Vorderreifen platt. Aber ich hatte Notwerkzeug, Flickzeug und Luftpumpe dabei. Ich lehnte mein Radl an ein altes Mäuerchen neben der Straße und war nach einer halben Stunde wieder marschbereit.
Wie in Südafrika hatte ich Glück: während der ganzen Reise kein Regen und meist Sonnenschein. Auf der guten Asphaltstraße mit wenig Verkehr radelte ich gemütlich durch den Ort Mosta und die fruchtbare Landschaft zum Städtchen Mellieha, wo ich in einer sauberen Herberge in einem Vierbettzimmer eine billige Übernachtungs-möglichkeit fand.
Als einziger Gast in meiner Schlafstube im ersten Stock konnte ich in der Dämmerung aus dem Fenster dem abendlichen Leben und Treiben in der Kleinstadt zuschauen. Neben den schummrigen Straßenlaternen leuchteten an vielen Stellen Kerzen und Öllampen. In der Nähe spielte eine kleine Straßenkapelle und nah und fern hörte man Volkslieder und andere Musik.
Am nächsten Morgen radelte ich die 4 km hinunter zum kleinen Hafenort Marfa am Nord-West Zipfel Maltas an der nur gut 5 km breiten Meerenge zwischen den Malteser Inseln. Von dort ging mehrmals am Tag eine kleine Fähre für Fußgänger und Radfahrer kostenlos mit kurzem Zwischenstopp an dem Mini- Inselchen Comino hinüber zum Hafenort Mgarr auf der Schwesterinsel Gozo.
Dort radelte ich auf der Asphaltstraße leicht bergauf zum Dörfchen Nadur wo ich bei einer Familie in ihrem Bauernhaus eine Dachkammer mit leinenbezogenen Bett nebst Nachttisch mit Lampe fand.
Soviel ich mich erinnere, zahlte ich dafür umgerechnet nur zwei DM pro Nacht und bekam dazu noch gratis eine Tasse heiße Schokolade morgens und abends.-
Gozo ist etwa 12 km lang und 6 km breit, also viel kleiner als Malta. Etwa 30.000 Einwohner, 7000 davon in der Inselhauptstadt Victoria, die auch Bischofsitz ist.-
Ich radelte am selben Morgen gleich dorthin, wo ich in einem Supermarkt Marschverpflegung einkaufte. Nur fünf km weiter auf guten Fahrradwegen war ich am Nordwestende von Gozo, wo die Mittelmeerwellen gegen das felsige Steilufer plätschern.
Weit und breit waren weder Häuser noch Menschen zu sehen. Im warmen Sonnenwetter genoss ich Stille und Einsamkeit und den weiten Blick aufs Meer und verzehrte meine Käsebrote. Eine Flasche mit Wasser hatte ich immer in meinem Brotbeutel dabei. Nach der Mittagspause radelte ich zurück nach Viktoria und von dort auf der kleinen Asphaltstraße nach Marsalforn, einem Fischerdörfchen am Nordufer von Goso.
Da auf Malta Englisch neben Maltesisch amtliche Landessprache ist, unterhielt ich mich auch dort mit den Fischern, wo damals noch kaum Touristen zu sehen waren. Es gibt auch viel Landwirtschaft auf der Insel (Getreide, Baumwolle und Viehzucht) und Spitzenklöppelei. Als ich abends müde in mein Nachtquartier kam, war es schon dunkel und nach einer Käsestulle zum Kakao ging ich schlafen.
Am nächsten Tag erkundete ich dann den Südteil der Insel. Dieser ist von einer über 100 m hohen Hügelkette durchzogen (der höchste Berg 190 m hoch), so dass ich von Victoria aus auf der schmalen, kurvigen Bergstraße ordentlich in die Pedale treten musste. Von der Höhe hatte man eine herrliche Aussicht auf die Insel und das Meer. Außerdem gibt es dort oben jungsteinzeitliche Kultbauten der Torre dei Giganti (damals waren die Inseln wohl schon dicht besiedelt mit hoch- stehender Kultur), die durch Einwanderer aus Süditalien um 1500 v. Chr. vernichtet wurde. Daneben waren, umgeben von einer manshohen Mauer, moderne Ferienclubhäuser in großen, gepflegten Parkanlagen, durch die ich als Besucher spazieren durfte.-
Während Malta in vorchristlicher Zeit ausschließlich von Arabern bewohnt war, sind die Malteser heute ein Mischvolk aus frühen Bewohnern, Sizilianern, Italienern, Franzosen und Engländern, wobei das romantische Element im Volkstum überwiegt, und fast ausschließlich katholisch ist.-
Kein EU-Land hat in seiner Geschichte so viel kriegerische Besucher gehabt wie Malta.
Phönizier und Karthager beherrschten die Inseln, seit 21 will 8 v. Chr. waren sie römisch, nach 395 n.Chr. oströmisch. In der Völkerwanderungszeit wurden sie von Wandalen, dann von Ostgoten besetzt, 533 für das Byzantinische Reich zurückerobert.
Die arabische Herrschaft (870 bis 1090) beeinflusste nachhaltig Volkstum und Sprache. 1090 eroberte Graf Roger von Sizilien die Inselgruppe aber erst nach 1240 unter Friedrich II wurden die Araber vertrieben. Selbst der Johanniter- Orden, 1530 von Kaiser Karl V. als Lehnsherr eingesetzt, der heute bei uns Hilfsdienste für die Menschen leistet, kämpfte auf Malta gegen die Türken. Sein Großmeister J. DE LA VALETTE gründete 1566 die Hauptstadt Valetta. 1798 kam Napoleon, im Pariser Frieden 1804 wurde Malta britische Kronkolonie, und erst am 21.9. 1964. unabhängiges Mitglied des Commonwealth.--
Ich blieb bis zum späten Nachmittag dort oben, radelte dann noch zum Kap Wardija und durch Viktoria und das Dorf Xaghra nach Nadur zu meiner schönen Schlafkammer. Am nächsten Morgen bestieg ich in Mgarr die große Autofähre, die von dort einmal täglich direkt nach Valetta und zurück fährt. Nach einer Stadtrundfahrt radelte ich von dort durch den Südosten der Insel, wo es viele Gärtnereien und Gewächshäuser gibt. Am langen Badestrand der großen Bucht Marsa Scirocco, nebst gleichnamiger Stadt, waren in der Mittagssonne Wasser und Luft genug erwärmt, um in beiden Medien ein ausgiebiges Bad zu nehmen. Erst am Nachmittag radelte ich weiter zur Küste im Südwesten, die vom meist flachen Agrarland Maltas - die höchte Erhebung beträgt 253 m.ü.M. - als felsiges Steilufer um die ganze Insel herum ins Meer fällt, unterbrochen von kleinen Sandbuchten oder guten Naturhäfen.
Christian fuhr mich mit meinem Auto zum Münchener Flughafen und holte mich dort auch wieder ab.
Da ich nur einen kleinen Rucksack mitnahm, konnte ich mein gelbes Klapprad im zulässigen Fluggepäck kostenlos mitnehmen. Also begann meine Radtour über die Insel und zur kleinen Nachbarinsel Gozo direkt am Flugplatz.
Es fing gut an - nach 5 Kilometern war mein Vorderreifen platt. Aber ich hatte Notwerkzeug, Flickzeug und Luftpumpe dabei. Ich lehnte mein Radl an ein altes Mäuerchen neben der Straße und war nach einer halben Stunde wieder marschbereit.
Wie in Südafrika hatte ich Glück: während der ganzen Reise kein Regen und meist Sonnenschein. Auf der guten Asphaltstraße mit wenig Verkehr radelte ich gemütlich durch den Ort Mosta und die fruchtbare Landschaft zum Städtchen Mellieha, wo ich in einer sauberen Herberge in einem Vierbettzimmer eine billige Übernachtungs-möglichkeit fand.
Als einziger Gast in meiner Schlafstube im ersten Stock konnte ich in der Dämmerung aus dem Fenster dem abendlichen Leben und Treiben in der Kleinstadt zuschauen. Neben den schummrigen Straßenlaternen leuchteten an vielen Stellen Kerzen und Öllampen. In der Nähe spielte eine kleine Straßenkapelle und nah und fern hörte man Volkslieder und andere Musik.
Am nächsten Morgen radelte ich die 4 km hinunter zum kleinen Hafenort Marfa am Nord-West Zipfel Maltas an der nur gut 5 km breiten Meerenge zwischen den Malteser Inseln. Von dort ging mehrmals am Tag eine kleine Fähre für Fußgänger und Radfahrer kostenlos mit kurzem Zwischenstopp an dem Mini- Inselchen Comino hinüber zum Hafenort Mgarr auf der Schwesterinsel Gozo.
Dort radelte ich auf der Asphaltstraße leicht bergauf zum Dörfchen Nadur wo ich bei einer Familie in ihrem Bauernhaus eine Dachkammer mit leinenbezogenen Bett nebst Nachttisch mit Lampe fand.
Soviel ich mich erinnere, zahlte ich dafür umgerechnet nur zwei DM pro Nacht und bekam dazu noch gratis eine Tasse heiße Schokolade morgens und abends.-
Gozo ist etwa 12 km lang und 6 km breit, also viel kleiner als Malta. Etwa 30.000 Einwohner, 7000 davon in der Inselhauptstadt Victoria, die auch Bischofsitz ist.-
Ich radelte am selben Morgen gleich dorthin, wo ich in einem Supermarkt Marschverpflegung einkaufte. Nur fünf km weiter auf guten Fahrradwegen war ich am Nordwestende von Gozo, wo die Mittelmeerwellen gegen das felsige Steilufer plätschern.
Weit und breit waren weder Häuser noch Menschen zu sehen. Im warmen Sonnenwetter genoss ich Stille und Einsamkeit und den weiten Blick aufs Meer und verzehrte meine Käsebrote. Eine Flasche mit Wasser hatte ich immer in meinem Brotbeutel dabei. Nach der Mittagspause radelte ich zurück nach Viktoria und von dort auf der kleinen Asphaltstraße nach Marsalforn, einem Fischerdörfchen am Nordufer von Goso.
Da auf Malta Englisch neben Maltesisch amtliche Landessprache ist, unterhielt ich mich auch dort mit den Fischern, wo damals noch kaum Touristen zu sehen waren. Es gibt auch viel Landwirtschaft auf der Insel (Getreide, Baumwolle und Viehzucht) und Spitzenklöppelei. Als ich abends müde in mein Nachtquartier kam, war es schon dunkel und nach einer Käsestulle zum Kakao ging ich schlafen.
Am nächsten Tag erkundete ich dann den Südteil der Insel. Dieser ist von einer über 100 m hohen Hügelkette durchzogen (der höchste Berg 190 m hoch), so dass ich von Victoria aus auf der schmalen, kurvigen Bergstraße ordentlich in die Pedale treten musste. Von der Höhe hatte man eine herrliche Aussicht auf die Insel und das Meer. Außerdem gibt es dort oben jungsteinzeitliche Kultbauten der Torre dei Giganti (damals waren die Inseln wohl schon dicht besiedelt mit hoch- stehender Kultur), die durch Einwanderer aus Süditalien um 1500 v. Chr. vernichtet wurde. Daneben waren, umgeben von einer manshohen Mauer, moderne Ferienclubhäuser in großen, gepflegten Parkanlagen, durch die ich als Besucher spazieren durfte.-
Während Malta in vorchristlicher Zeit ausschließlich von Arabern bewohnt war, sind die Malteser heute ein Mischvolk aus frühen Bewohnern, Sizilianern, Italienern, Franzosen und Engländern, wobei das romantische Element im Volkstum überwiegt, und fast ausschließlich katholisch ist.-
Kein EU-Land hat in seiner Geschichte so viel kriegerische Besucher gehabt wie Malta.
Phönizier und Karthager beherrschten die Inseln, seit 21 will 8 v. Chr. waren sie römisch, nach 395 n.Chr. oströmisch. In der Völkerwanderungszeit wurden sie von Wandalen, dann von Ostgoten besetzt, 533 für das Byzantinische Reich zurückerobert.
Die arabische Herrschaft (870 bis 1090) beeinflusste nachhaltig Volkstum und Sprache. 1090 eroberte Graf Roger von Sizilien die Inselgruppe aber erst nach 1240 unter Friedrich II wurden die Araber vertrieben. Selbst der Johanniter- Orden, 1530 von Kaiser Karl V. als Lehnsherr eingesetzt, der heute bei uns Hilfsdienste für die Menschen leistet, kämpfte auf Malta gegen die Türken. Sein Großmeister J. DE LA VALETTE gründete 1566 die Hauptstadt Valetta. 1798 kam Napoleon, im Pariser Frieden 1804 wurde Malta britische Kronkolonie, und erst am 21.9. 1964. unabhängiges Mitglied des Commonwealth.--
Ich blieb bis zum späten Nachmittag dort oben, radelte dann noch zum Kap Wardija und durch Viktoria und das Dorf Xaghra nach Nadur zu meiner schönen Schlafkammer. Am nächsten Morgen bestieg ich in Mgarr die große Autofähre, die von dort einmal täglich direkt nach Valetta und zurück fährt. Nach einer Stadtrundfahrt radelte ich von dort durch den Südosten der Insel, wo es viele Gärtnereien und Gewächshäuser gibt. Am langen Badestrand der großen Bucht Marsa Scirocco, nebst gleichnamiger Stadt, waren in der Mittagssonne Wasser und Luft genug erwärmt, um in beiden Medien ein ausgiebiges Bad zu nehmen. Erst am Nachmittag radelte ich weiter zur Küste im Südwesten, die vom meist flachen Agrarland Maltas - die höchte Erhebung beträgt 253 m.ü.M. - als felsiges Steilufer um die ganze Insel herum ins Meer fällt, unterbrochen von kleinen Sandbuchten oder guten Naturhäfen.
