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»nervosität«
2006.04.09, 15:34
Großereignisse vor der Tür
Es ist nicht wirklich neu festzustellen, dass die WM vor der Tür steht, aber damit müssen wir uns bis Ende Juli wohl anfreunden. Auch hier auf ¶Zynthetik - Das Blogzine.
Alles steigt an, die Wasserpegel der Flüsse, die Terrorangst der Innenminister, die Veröffentlichung diverser Fußballbezogener Artikel und die Nervosität. Deshalb wird ihr, der Nervosität, hier eine neue Rubrik gewidmet. Denn sie wird uns die nächsten Wochen begleiten, wie der Harndrang nach dem Genuß von Bier. Es wird viele Dinge geben die den gemeinen Bewohner nervös machen und machen werden. Selbst die, die sich nicht die Bohne für die WM interessieren, sollten langsam nervös werden, denn es könnte für sie unerträglich werden. Allein wegen der zu Hysterie, Schwarzmalerei und Ausverkauf neigenden westlich zivilisierten Gesellschaft in der wir uns befinden.
Gerade deshalb geht es hier nicht um Fußball, sondern um die Nervosität an sich. Um Sachen, Dinge, Situationen die einfach nervös machen. Ja, der Augenaufschlag von Brigit Bardot in Le Mepris wäre z.B ein Thema. Ohne Zweifel. Heute:
Alte Waschmaschinen in Mietwohnungen
Allein der Gedanke, Abends von der Arbeit nach Hause zu kommen und schon vor der Haustür von einer Wasserlache begrüßt zu werden, kann nervös machen. Wie leicht kann ein Hahn undicht werden, oder eine defekte Waschmaschine sozusagen inkontinent. Einfach einmal vergessen den Wasserhahn abzudrehen und ein paar Stunden später herausfinden, warum die Deckungssummen in Haftpflichtversicherungen, Gott beware man hat eine, so astronomisch hoch sind. Die Nachbaren grüßen einen mit tödlichen Blicken, denn das Missgeschick hat ihre Wohnung mit modergeruch verziert und schlimmer – Schimmel. Horror.
Das kann nervös machen. Waschmaschinen, gerade alte, gehören in einen Waschkeller.
Alles steigt an, die Wasserpegel der Flüsse, die Terrorangst der Innenminister, die Veröffentlichung diverser Fußballbezogener Artikel und die Nervosität. Deshalb wird ihr, der Nervosität, hier eine neue Rubrik gewidmet. Denn sie wird uns die nächsten Wochen begleiten, wie der Harndrang nach dem Genuß von Bier. Es wird viele Dinge geben die den gemeinen Bewohner nervös machen und machen werden. Selbst die, die sich nicht die Bohne für die WM interessieren, sollten langsam nervös werden, denn es könnte für sie unerträglich werden. Allein wegen der zu Hysterie, Schwarzmalerei und Ausverkauf neigenden westlich zivilisierten Gesellschaft in der wir uns befinden.
Gerade deshalb geht es hier nicht um Fußball, sondern um die Nervosität an sich. Um Sachen, Dinge, Situationen die einfach nervös machen. Ja, der Augenaufschlag von Brigit Bardot in Le Mepris wäre z.B ein Thema. Ohne Zweifel. Heute:
Alte Waschmaschinen in Mietwohnungen
Allein der Gedanke, Abends von der Arbeit nach Hause zu kommen und schon vor der Haustür von einer Wasserlache begrüßt zu werden, kann nervös machen. Wie leicht kann ein Hahn undicht werden, oder eine defekte Waschmaschine sozusagen inkontinent. Einfach einmal vergessen den Wasserhahn abzudrehen und ein paar Stunden später herausfinden, warum die Deckungssummen in Haftpflichtversicherungen, Gott beware man hat eine, so astronomisch hoch sind. Die Nachbaren grüßen einen mit tödlichen Blicken, denn das Missgeschick hat ihre Wohnung mit modergeruch verziert und schlimmer – Schimmel. Horror.
Das kann nervös machen. Waschmaschinen, gerade alte, gehören in einen Waschkeller.
2006.05.04, 23:11
by skek
about: nervosität
Kinder in der U-Bahn
Täglich gibt es sie, kleine Momente, kurze Situationen die das Gleichgewicht beeinflussen, die Handflächen zum schwitzen bringen, kurz: Nervös machen.
Ich habe maßlosen Respekt vor Müttern oder Vätern die vollkommen entspannt am U-Bahnsteig stehen, träge in die dunkle Röhre gucken wann die Bahn kommt während laut krakelend die Kinder über den Bahnsteig flitzen und einen wundervollen Krach machen. Eigentlich gibt es ja nichts schöneres, zumindest fast nichts, als ausgelassen spielende Kinder. Aber am U-Bahnsteig, diesem Abgrund, wo doch jeden Moment dieses metallene Ungetüm heranbrausen kann. Es ist ja auch nicht so, dass die Kinder sobald sie die Bahn hören, aufhören zu spielen. Auch die Eltern machen keinerlei anstalten, zu ihren Kindern zu sagen: "Rico, mach mal langsam, sonst werden deine Calcium fressenden Kinderknöchelchen derb zermanscht. Und dann is nix mit Unser Charly gucken." Das geht echt an die Nerven und macht tierisch nervös.
Ich habe maßlosen Respekt vor Müttern oder Vätern die vollkommen entspannt am U-Bahnsteig stehen, träge in die dunkle Röhre gucken wann die Bahn kommt während laut krakelend die Kinder über den Bahnsteig flitzen und einen wundervollen Krach machen. Eigentlich gibt es ja nichts schöneres, zumindest fast nichts, als ausgelassen spielende Kinder. Aber am U-Bahnsteig, diesem Abgrund, wo doch jeden Moment dieses metallene Ungetüm heranbrausen kann. Es ist ja auch nicht so, dass die Kinder sobald sie die Bahn hören, aufhören zu spielen. Auch die Eltern machen keinerlei anstalten, zu ihren Kindern zu sagen: "Rico, mach mal langsam, sonst werden deine Calcium fressenden Kinderknöchelchen derb zermanscht. Und dann is nix mit Unser Charly gucken." Das geht echt an die Nerven und macht tierisch nervös.
2006.07.22, 19:52
A Fehleinschätzung a day
Der Weg zur Arbeit. Menschen die ihre Energie Bündeln, denn gleich geht es los, gleich geht es zur Sache. Da fahren die Räder fix, die Autos biegen flink um die Ecke und die Fußgänger haben ein ambivalentes Verhältnis zur Ampel. Und über allem schwebt die Sehnsucht ? nach einer Stunde länger schlafen.
Ein Tag besteht aus lauter kleinen Entscheidungen und wo gehobelt wird da fallen Späne. Wieso sollte es anders sein? Das tägliche Scheitern, die kleinen falschen Entscheidungen die einem gerne ein Schweißperlchen auf die Stirn zaubern. Selbst auf dem alltäglichen Weg zur Arbeit lauern sie an jeder Kreuzung und jede einzelne von ihnen birgt die Möglichkeit, es zu versemmeln. Neulich an der Kreuzung, ein Bild intensiver, fast ängstlicher Nervosität. Ein Mann, Mitte 30 im gutsitzenden grauen Anzug, blond kommt mit beherztem Schritt auf eine Fußgängerampel zu. Die Straße ist breit und die Autos stehen schon in ihren Startlöchern. Die Fußgängerampel springt auf rot, noch bevor er die Straße erreicht. Doch nun folgt die Entscheidung. Er beschleunigt seinen Schritt, sieht zu den Autos, zu der Straße (dreispurig, bis zu ersten Verkehrsinsel) und tritt mit Mut auf die Straße. Das schaff ich schon, denkt sich der Geschäftsmann. Doch kaum drei Meter gelaufen, springt die Ampel der Autos auf Grün. Ummdrehen? Das scheint dem Mann nicht zu entsprechen. Er beschleunigt seinen Schritt nochmals, holt alles aus seinen Beinen, die Autos setzen sich in Bewegung. In seinen Augen tritt die Nervosität, mit etwas Angst untermengt. Die ersten Autos hupen, aus seinem Gesicht weicht die Farbe. Jetzt ist es soweit, er rennt. Hinter ihm schießen die Autos über die Kreuzung, vor ihm hält er flehenden Blickkontakt mit den ungehaltenen Fahren die wegen ihm warten müssen. Endlich, er erreicht die Verkehrsinsel. Sein atem beruhigt sich langsam und obwohl auf der Gegenseite kaum Verkehr ist, wartet er auf die nächste Grünphase.
Ein Tag besteht aus lauter kleinen Entscheidungen und wo gehobelt wird da fallen Späne. Wieso sollte es anders sein? Das tägliche Scheitern, die kleinen falschen Entscheidungen die einem gerne ein Schweißperlchen auf die Stirn zaubern. Selbst auf dem alltäglichen Weg zur Arbeit lauern sie an jeder Kreuzung und jede einzelne von ihnen birgt die Möglichkeit, es zu versemmeln. Neulich an der Kreuzung, ein Bild intensiver, fast ängstlicher Nervosität. Ein Mann, Mitte 30 im gutsitzenden grauen Anzug, blond kommt mit beherztem Schritt auf eine Fußgängerampel zu. Die Straße ist breit und die Autos stehen schon in ihren Startlöchern. Die Fußgängerampel springt auf rot, noch bevor er die Straße erreicht. Doch nun folgt die Entscheidung. Er beschleunigt seinen Schritt, sieht zu den Autos, zu der Straße (dreispurig, bis zu ersten Verkehrsinsel) und tritt mit Mut auf die Straße. Das schaff ich schon, denkt sich der Geschäftsmann. Doch kaum drei Meter gelaufen, springt die Ampel der Autos auf Grün. Ummdrehen? Das scheint dem Mann nicht zu entsprechen. Er beschleunigt seinen Schritt nochmals, holt alles aus seinen Beinen, die Autos setzen sich in Bewegung. In seinen Augen tritt die Nervosität, mit etwas Angst untermengt. Die ersten Autos hupen, aus seinem Gesicht weicht die Farbe. Jetzt ist es soweit, er rennt. Hinter ihm schießen die Autos über die Kreuzung, vor ihm hält er flehenden Blickkontakt mit den ungehaltenen Fahren die wegen ihm warten müssen. Endlich, er erreicht die Verkehrsinsel. Sein atem beruhigt sich langsam und obwohl auf der Gegenseite kaum Verkehr ist, wartet er auf die nächste Grünphase.
2006.05.31, 18:55
Das Fenster gegenüber
Sie bietet sich gerne an: die Spekulation. Doch manchmal führt sie zu nichts gutem, sie führt in die Befürchtung, bedenkliche Horrorvisionen schieben sich in die ansonsten so blumige, friedliche Phanatsie, mit einem Ergebnis: es macht nervös.
Eigentlich ist da nicht viel zu erzählen, denn da ist nur ein Fenster, gegenüber, man sieht es vom Balkon aus und Nachts, wenn man im Bett liegt und kurz vor dem einschlafen sich noch einmal zur Seite dreht. Nur, das Licht brennt in diesem Zimmer zu dem dieses Fenster gehört. Und zwar immer. Der Vorhang, weißer dünner Stoff, ist immer zugezogen. Seit drei Monaten, 24 Stunden - immer.
Nur einmal in dieser Zeit brennt es nicht. Ein Mann steht mit einem Säugling am Fenster, das weit offen steht. Man kann in den Raum sehen und er wirkt leer, keine Möbel. Nur der Mann und der Säugling. 10 Minuten. Dann schließt er das Fenster, zieht den Vorhang zu und das war es. Jetzt brennt das Licht wieder. Was hat es mit diesem Zimmer auf sich?
Eigentlich ist da nicht viel zu erzählen, denn da ist nur ein Fenster, gegenüber, man sieht es vom Balkon aus und Nachts, wenn man im Bett liegt und kurz vor dem einschlafen sich noch einmal zur Seite dreht. Nur, das Licht brennt in diesem Zimmer zu dem dieses Fenster gehört. Und zwar immer. Der Vorhang, weißer dünner Stoff, ist immer zugezogen. Seit drei Monaten, 24 Stunden - immer.
Nur einmal in dieser Zeit brennt es nicht. Ein Mann steht mit einem Säugling am Fenster, das weit offen steht. Man kann in den Raum sehen und er wirkt leer, keine Möbel. Nur der Mann und der Säugling. 10 Minuten. Dann schließt er das Fenster, zieht den Vorhang zu und das war es. Jetzt brennt das Licht wieder. Was hat es mit diesem Zimmer auf sich?
