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2006.10.25, 21:53
DOMINUS ILLUMINATIO MEA
Nach zwei Bewerbungsgesprächen, einer kleinen Hausaufgabe, und ein paar Wochen Warten auf Wort warten bestritt ich heute meinen ersten Tag im neuen Job als Designer an der Oxford University Press, im Bereich Higher Education.
Nachdem ich meinen Ausweis instantly gedruckt, und den Papierkram zwar nicht erledigt, aber in die Hand gedrückt bekommen hab, ging es hoch in meine Abteilung, und bekam gleich was zu tun.

Mein jetziger Chief Designer hört nächste Woche auf. Heute wurde meine neue Kollegin just zur Senior Designerin befördert. Dazu gibt es demnächst noch eine Assistant Designerin. Senior Designer, Designer und Assistant Designer, schön hierarchiert.

In dem nicht ganz 200 Jahre alten Gebäude meines über 500 Jahre alten neuen Arbeitgebers sitz ich nu unterm Dach in einem ca 150m langen, aber angenehmen GROSSraumbüro an meinem chicken neuen Arbeitsplatz.

Nachdem ich meinen Ausweis instantly gedruckt, und den Papierkram zwar nicht erledigt, aber in die Hand gedrückt bekommen hab, ging es hoch in meine Abteilung, und bekam gleich was zu tun.

Mein jetziger Chief Designer hört nächste Woche auf. Heute wurde meine neue Kollegin just zur Senior Designerin befördert. Dazu gibt es demnächst noch eine Assistant Designerin. Senior Designer, Designer und Assistant Designer, schön hierarchiert.

In dem nicht ganz 200 Jahre alten Gebäude meines über 500 Jahre alten neuen Arbeitgebers sitz ich nu unterm Dach in einem ca 150m langen, aber angenehmen GROSSraumbüro an meinem chicken neuen Arbeitsplatz.

2006.10.02, 17:03
..now I'm scared using the printer.
Really impressive. Even if the idea has been brought to our eyes from Citroen, these give us a dimension of reality as, I suppose, the paper jam happens to everyone.
2006.10.20, 20:59
Get a job!
Endlich hab ich hier auch mal was Signifikantes außer Eindrücken zu berichten. :)
Ab nächsten Mittwoch findet ihr mich in obigem Gebäude (das auf der linken Seite, bitte weiterdrehen!), und zwar als (Textbook) Designer, Higher Education, Academic Division an der Oxford University Press.
In anderen Worten:
ICH HABE EINEN JOB!
Also vielen vielen Dank an alle die mir die ganze Zeit so fleißig die Daumen gedrückt haben!
2007.01.27, 22:57
by animaux
about: eindrücke, oxford, street, cowley road, wohnen, wendy, alex, oxford university press, job, uni, brookes university, brookes, straße
Keep on moving
Ab morgen wohnen wir in der Cowley Road, it’s official!
Details dann wenn wir da sind! Vorerst aber ohne internet, also nicht wundern.
Noch dazu geht dann am Montag bei Wendy das neue Semester los, dann in etwas über einer Woche ziehe ich bei der Oxford University Press mit den Designern in unser eigenes Büro. Viel Tapetenwechsel also gerade.

(Bild nicht von uns, aber unsere Wohnung ist drauf!)
Details dann wenn wir da sind! Vorerst aber ohne internet, also nicht wundern.
Noch dazu geht dann am Montag bei Wendy das neue Semester los, dann in etwas über einer Woche ziehe ich bei der Oxford University Press mit den Designern in unser eigenes Büro. Viel Tapetenwechsel also gerade.

(Bild nicht von uns, aber unsere Wohnung ist drauf!)
Higher Education Design

Unser Designteam in Higher Education in unserem neuen Büro alias »The Ship«. Im Uhrzeigersinn: Charlotte, Claire und Simon. Ich sitze da wo die Uhr auf dem Schirm ist.
bi_bauchladenverkäufer
Das Wintersemester verbrachte ich meist wieder in Hannover.
Dort war ich viel mit meinem Freund Wolfgang Nowak zusammen, der aus Schlesien stammte und auch an der T.U. studierte. Wir radelten viel zusammen oder flanierten durch die Herrenhäuser Gärten. Er war einige Jahre jünger als ich und im Krieg noch Flak-Helfer gewesen.--
Beim Sechstagerennen in der Eilenriedehalle verdiente ich mir als Bauchladenverkäufer ein kleines Taschengeld.
Am späten Nachmittag radelte ich dorthin und im Morgengrauen wieder nachhause. Die Halle war meist vollbesetzt mit Zuschauern und ich wanderte mit meinem Bauchladen die ganze Nacht durch die Ränge, um meine Süßigkeiten und Zigaretten zu verkaufen. Es war ein Erlebnis, von der Begeisterung der großen Fangemeinde mit ihrem rhythmischen Anfeuerungsgesang bei den Spurts der Radrennfahrer, den Sprech- und Pfeifchören, angesteckt zu werden. Wir waren etwa zwei Dutzend Studenten, die für die Bauchladen-Firma arbeiteten.
In eine Kommilitonin aus Einbeck, die wie die meisten anderen viel jünger war als ich, verliebte ich mich, aber nur von ferne. Meine Gene und Erziehung erlaubten mir nicht den geringsten Gedanken an einen Flirtversuch.-
Mit meinem Freund Wolfgang hörte ich auch viele allgemeinbildende Vorlesungen.--
In den Semesterferien im März und April konnte ich mich wieder meinen Bienenstand widmen. Die Kästen mussten kontrolliert und Waben aus- gewechselt werden.
Nachhause zu meinen Eltern fuhr ich mindestens jedes zweite Wochenende.
Mein Vater war damals 64 Jahre alt geworden und hatte sich wieder eine kleine Beschäftigung als Futtermittelvertreter gesucht.
Er radelte zu den Bauernhöfen im Umland und bot dort für seiner Firma Futtermittel und Futtermittelzusätze an.
Unser Haus war ein kleines Behelfsheim, das 1944 mit fünf anderen am Ostrand von Sulingen für Ausgebombte aus den Großstädten im Ruhrgebiet am östlichen Stadtrand von Sulingen gebaut worden war. Mein Vater hatte dort 1946 auf seinen Rad- Touren vom Flüchtlingslager Celle aus zufällig eine leer stehende Wohnung gefunden.
In der anderen Mini-Wohnung des Hauses wohnte eine Schneiderin, die mit ihrem Sohn aus Ostpreußen geflüchtet war.
Auch ein kleiner Garten mit Kartoffel- und Gemüsebeeten gehörte zum Haus.
Nicht sehr weit, in einem alten Wohnhaus stadteinwärts, hatte meine Großmutter mit ihrer Tochter Margarete, der jüngeren Schwester meiner Mutter, bei einem Malermeister ein großes Zimmer im Erdgeschoss gefunden. Meine Mutter ging sie dort oft besuchen.
Oma war inzwischen 88 Jahre alt. Sie hatte über 70 Jahre in Breslau gelebt und bis zum Frühjahr 1948 mit ihren beiden jüngsten Töchtern in den Kellern der zerbombten Innenstadt gehaust. Erst dann haben die Polen sie in Viehwaggons nach Westdeutschland geschickt.
Sie war noch immer gut zu Fuß und lief jeden Tag 2 km durch die nahen Felder. Leider litt sie an Altersdiabetes.
Die jüngste Tochter Elfriede hatte mit ihrem Mann in der Sulinger Innenstadt eine kleine Mansarden-Wohnung gefunden. Dort nahmen die beiden auch meinen damals 14 jährigen Vetter Gunter auf , der aus der DDR geflüchtet war, wo seine Eltern in Fürstenwalde lebten.--
Während des Sommersemesters 1950 betreute ich auch weiter meine Bienen. Dabei half mir ein alter Bauer aus dem Nachbarort Völkerhausen, der auch Imker war und den ich vor einiger Zeit kennen gelernt hatte. Im Frühjahr hatte ich ihn einige Male auf seinem kleinen Hof besucht, nachdem seine Frau gestorben war. Er hatte kein Pferd, nur eine Kuh, und wenn er auf seinem kleinen Leiterwagen eine Ladung Heu oder anderes zu transportieren hatte, spannte er die Kuh davor und fuhr so über Felder und Wege. -
Im August lief der Pachtvertrag meiner Schwester für das Bienenhaus ab und meine Imkerzeit war zu Ende.
Dort war ich viel mit meinem Freund Wolfgang Nowak zusammen, der aus Schlesien stammte und auch an der T.U. studierte. Wir radelten viel zusammen oder flanierten durch die Herrenhäuser Gärten. Er war einige Jahre jünger als ich und im Krieg noch Flak-Helfer gewesen.--
Beim Sechstagerennen in der Eilenriedehalle verdiente ich mir als Bauchladenverkäufer ein kleines Taschengeld.
Am späten Nachmittag radelte ich dorthin und im Morgengrauen wieder nachhause. Die Halle war meist vollbesetzt mit Zuschauern und ich wanderte mit meinem Bauchladen die ganze Nacht durch die Ränge, um meine Süßigkeiten und Zigaretten zu verkaufen. Es war ein Erlebnis, von der Begeisterung der großen Fangemeinde mit ihrem rhythmischen Anfeuerungsgesang bei den Spurts der Radrennfahrer, den Sprech- und Pfeifchören, angesteckt zu werden. Wir waren etwa zwei Dutzend Studenten, die für die Bauchladen-Firma arbeiteten.
In eine Kommilitonin aus Einbeck, die wie die meisten anderen viel jünger war als ich, verliebte ich mich, aber nur von ferne. Meine Gene und Erziehung erlaubten mir nicht den geringsten Gedanken an einen Flirtversuch.-
Mit meinem Freund Wolfgang hörte ich auch viele allgemeinbildende Vorlesungen.--
In den Semesterferien im März und April konnte ich mich wieder meinen Bienenstand widmen. Die Kästen mussten kontrolliert und Waben aus- gewechselt werden.
Nachhause zu meinen Eltern fuhr ich mindestens jedes zweite Wochenende.
Mein Vater war damals 64 Jahre alt geworden und hatte sich wieder eine kleine Beschäftigung als Futtermittelvertreter gesucht.
Er radelte zu den Bauernhöfen im Umland und bot dort für seiner Firma Futtermittel und Futtermittelzusätze an.
Unser Haus war ein kleines Behelfsheim, das 1944 mit fünf anderen am Ostrand von Sulingen für Ausgebombte aus den Großstädten im Ruhrgebiet am östlichen Stadtrand von Sulingen gebaut worden war. Mein Vater hatte dort 1946 auf seinen Rad- Touren vom Flüchtlingslager Celle aus zufällig eine leer stehende Wohnung gefunden.
In der anderen Mini-Wohnung des Hauses wohnte eine Schneiderin, die mit ihrem Sohn aus Ostpreußen geflüchtet war.
Auch ein kleiner Garten mit Kartoffel- und Gemüsebeeten gehörte zum Haus.
Nicht sehr weit, in einem alten Wohnhaus stadteinwärts, hatte meine Großmutter mit ihrer Tochter Margarete, der jüngeren Schwester meiner Mutter, bei einem Malermeister ein großes Zimmer im Erdgeschoss gefunden. Meine Mutter ging sie dort oft besuchen.
Oma war inzwischen 88 Jahre alt. Sie hatte über 70 Jahre in Breslau gelebt und bis zum Frühjahr 1948 mit ihren beiden jüngsten Töchtern in den Kellern der zerbombten Innenstadt gehaust. Erst dann haben die Polen sie in Viehwaggons nach Westdeutschland geschickt.
Sie war noch immer gut zu Fuß und lief jeden Tag 2 km durch die nahen Felder. Leider litt sie an Altersdiabetes.
Die jüngste Tochter Elfriede hatte mit ihrem Mann in der Sulinger Innenstadt eine kleine Mansarden-Wohnung gefunden. Dort nahmen die beiden auch meinen damals 14 jährigen Vetter Gunter auf , der aus der DDR geflüchtet war, wo seine Eltern in Fürstenwalde lebten.--
Während des Sommersemesters 1950 betreute ich auch weiter meine Bienen. Dabei half mir ein alter Bauer aus dem Nachbarort Völkerhausen, der auch Imker war und den ich vor einiger Zeit kennen gelernt hatte. Im Frühjahr hatte ich ihn einige Male auf seinem kleinen Hof besucht, nachdem seine Frau gestorben war. Er hatte kein Pferd, nur eine Kuh, und wenn er auf seinem kleinen Leiterwagen eine Ladung Heu oder anderes zu transportieren hatte, spannte er die Kuh davor und fuhr so über Felder und Wege. -
Im August lief der Pachtvertrag meiner Schwester für das Bienenhaus ab und meine Imkerzeit war zu Ende.
2007.10.01, 13:27
bi_spartaner
Im Sommer 1956 hätte ich meine Diplomarbeit schreiben können.
Aber ich war schon 35 Jahre alt und hatte keine Lust mehr zum Büffeln.
Außerdem wusste ich, dass ich bald nach USA auswandern würde, und dort mein Diplom nicht anerkannt wird.
Also machte ich mich alleine auf zu einer Anhaltertour in die Türkei.
Dort hatte unser Forst-Professor einen Forschungsauftrag zur Wiederaufforstung versteppter Erosionsgebiete in der mitteltürkischen Hochebene.
Ich reiste von Berlin südwärts durch Österreich und Jugoslawien, über Linz, Graz nach Zagreb und von dort auf der primitiven noch im Krieg gebauten Autobahn nach Belgrad.
Weiter südwärts geriet ich ganz zufällig in eine Groß-Serbische Kundgebung auf dem Amselfeld, auf dem, 600 Jahre vor dem Mauerfall in Berlin, die serbische Armee von den Türken geschlagen wurde.
Seitdem gilt es dem serbischen Volk als Schicksals-Region, obwohl das heutige Kosovo längst von muslimischen Albanern bewohnt ist, und soll serbisches Staatsgebiet bleiben. Während der Kundgebung konnte ich aus einiger Entfernung den damaligen kommunistischen, aber Russland-feindlichen Staatschef Tito sehen.
Hinter Skopje hatte ich ein etwas unheimliches Erlebnis.
Die Hauptstraße nach Thessaloniki war eine schmale Schotterstraße mit wenig Autoverkehr. Ich wanderte durch die armseligen Dörfer und es wurde schon Abend.
Auf den Feldern arbeiteten noch einige Bauern, doch dann hörten die Äcker auf und die Straße führte nur noch wie ein besserer Feldweg in ein ödes verlassenes Bergland, kein Baum kein Strauch.
Aus dem letzten Dorf kamen auf einmal zwei junge Burschen etwa 200 m hinter mir her.
Zuerst liefen sie einige Zeit langsam bei gleich bleibenden Abstand. Dann gingen sie schneller und überholten mich, gruß- und wortlos.
Da ich kein serbisch konnte, sprach ich sie auch nicht an. Etwa 150 m vor mir liefen sie dann wieder in gleichem Abstand vor mir her. Ich schaute mich dauernd um in der Hoffnung, dass doch noch ein Fahrzeug vorbeikommen würde.
Und es war schon fast dunkel da hatte ich Glück, es tauchten zwei schwache Lichter auf, die Scheinwerfer eines alten klapprigen Lieferwagens.
Er hielt auf mein Daumenzeichen an und ich durfte mich hinten auf die Ladefläche setzen.
Als wir an den beiden Burschen vorbeifuhren, hielten sie an und blieben stehen. Sie schauten uns nach, bis ich sie nicht mehr sehen konnte.
Außer meinem kleinen Brustbeutel mit meiner bescheidenen Reisekasse trug ich nur einen einfachen Tornister. Aber auch das wäre den beiden wohl als Reichtum erschienen.
Der Lieferwagen hielt im nächsten kleinen Städtchen, wo ich eine Unterkunft fand und am nächsten Tag die griechische Grenze passierte und Thessaloniki erreichte, die große Hafenstadt am Ägäischen Meer.
Nach einem Tag Aufenthalt dort, besuchte ich die Autonome Mönchs-Republik Athos, die vor 1000 Jahren auf dem östlichen Finger der Halbinsel Chalkidike unter griechischer Souveränität gegründet wurde.
Schon davor haben auf diesem schmalen ins Meer ragenden Gebirgsstreifen mit dem an der Spitze 2000 Meter hohen Berg Athos jahrhundertelang Einsiedler gelebt. Die 20 Klöster sind neben den griechischen vor allem russische, und auch bulgarische, georgische und anderer orthodox-slawischer Völker. Von den Mönchen, die ich besuchte, wurde ich sehr gastfreundlich aufgenommen.
Nach diesem Abstecher reiste ich auf der Küstenstraße ostwärts über die türkische Grenze nach Istanbul.
Die Ägäisküste erschien mir damals mit der großen Hafenstadt wie ein unberührtes südländisches Paradies mit Palmen, Gärten und Anlagen, fruchtbaren Feldern, exotischen Bäumen, Pferde- und Eselskarren, einem geruhsamen Lebensstil ohne hektischen Autoverkehr.-
In Istanbul wohnte ich in Schlafsälen einer einfachen Herberge mit Reisenden aller Nationalitäten und Rassen zusammen, die meisten davon wohl Muslime.
Ich lief durch die Straßen der Innenstadt und die Basare und besuchte natürlich auch die Hagia Sophia, die Sultan-Ahmed-Moschee und den ehemaligen Sultans- Palast.
Nach drei Tagen bestieg ich die Fähre über den Bosporus und reiste auf der Landstraße weiter nach Bursa, dann die Straße nach Ankara bis Eskisehir.
Dort war das Forstamt, mit dem mein Professor zusammenarbeitete und wo ich schon für einen zweiwöchigen Studienaufenthalt angemeldet war.
Die Forstbeamten empfingen mich sehr freundlich und im Haus eines Försters war das Gästezimmer für mich reserviert.
Wir verständigten uns auf Englisch, das die meisten einigermaßen gut konnten.
Einige sprachen ein wenig Deutsch. Auch die Mahlzeiten nahm mich zusammen mit den Förstern ein.
Fast alle waren Reserve- Offiziere in der Armee und natürlich Kemalisten.
Das Wohnviertel hätte genauso gut in einer deutschen Kleinstadt stehen können, die Familien lebten genauso wie dort.
Ich kann mich nicht erinnern, eine Frau mit Kopftuch gesehen zu haben.
Kemal Atatürk, der Schöpfer der modernen Türkei, war ein verdienter Offizier und führte 1923 die Trennung von Kirche und Staat ein, schaffte Sultanat und Kalifat ab, verfügte die Übernahme der abendländischen Zivilisation (Schrift, Bildung, Kleidung) und die Gleichstellung der Frau. Ebenso trat er für eine möglich starke Europäisierung, auch in der Wirtschaft und Technik ein. Viele Menschen in den Städten, vor allem auch das Militär folgten seiner politischen Richtung.
In den letzten Jahren haben islamische Wähler besonders in ländlichen Gegenden wieder zugenommen.
Und in Deutschland konnten türkische Männer dank unserer laschen Einwanderungsgesetze die Rechte der Frauen wiederholt sträflich missachten.
---Die Forschungs-Anpflanzungen, zu denen ich von den Förstern täglich in ihren Fahrzeugen mitgenommen wurde, lagen in versteppten Gebieten in circa 20 km Entfernung. Nach meiner Heimkehr habe ich in Hamburg einen Bericht über meine Beobachtungen dort geschrieben.
Mit zwei Förstern stand ich noch längere Zeit in Briefwechsel.
Nach den zwei interessanten Wochen verabschiedete ich mich und reiste nach Izmir.
Nach Stadtbesichtigung und trödeln durch den großen Basar nahm ich die Fähre auf die griechische Insel Samos, auf der ich einen Tag herumwanderte, dann weiter über Ikaria und Mykonos nach Athen.
Nahe der Akropolis fand ich eine einfache Unterkunft und stieg täglich zur Burg hinauf, um das wunderbare alte Bauwerk anzuschauen und zu bewundern, drei Tage lang. Ich genoss aber auch die weite Sicht von dort oben.
Dann fuhr ich nach einem kurzen Gang durch die Innenstadt Athens mit der Straßenbahn nach Piräus und von dort weiter per Anhalter auf den Peloponnes nach Sparta, da ich als Junge danach strebte, stets spartanisch zu leben.
In der heutigen Wirklichkeit dort, war ich ein wenig enttäuscht, aber die Reise durch die geruhsame, ländliche Landschaft, gefiel mir gut.
Auf den geschlungenen, nicht asphaltierten Straßen und Wegen wanderte und fuhr ich durch die üppige mediterrane Flora zurück in die zentrale Distriktstadt Tripolis und von dort nordwärts nach Patras über den Gebirgeszug mit 2000 Meter hohen Gipfeln.
Mit der Fähre über die Meerenge von Antirrion weiter nach Delphi, wo seit Homer, wie auch die griechischen Philosophen, sich die Menschen von dem berühmten Orakel Voraussagen über die Zukunft erhofften.
Außer der großartigen Natur vor den schroffen Felswänden des nahen Gebirgszuges sind von der dortigen Akropolis, für lange Zeit wichtiger als Athen, nur wenige der gewaltigen Säulen erhalten.
In vielen Jahrhunderten vor Christie Geburt war hier sogar der Mittelpunkt der Welt angesiedelt.
So reiste ich einen Tag später weiter über Lamia und Trikala zur Felsengruppe der Meteora:
Konglomerat-Sandstein-Türme bis zu 554 Meter hoch, die sich fast senkrecht über dem Peneios-Tal erheben.
Seit dem 14. Jahrhundert entstandenen auf den Felskuppen unter der Herrschaft serbischer Teilfürsten zahlreiche Klöster. Diese waren meist nur über Leitern oder Aufzüge (Körbe, Netze) zu erreichen. Die Fresken der Kirche wurden zumeist im 16. Jahrhundert von Athos- Mönchen im kretischen Stil geschaffen.
Ich fand ein Turmkloster, zu dem steile in den Fels gehauene Stufen an einem Seil-Geländer führten. Beim Läuten der Glocke an der Eingangstür wurde ich von einem älteren Mönch freundlich eingelassen und im ganzen Kloster herumgeführt.
Nach diesem Erlebnis machte ich mich auf den Weg zur Adriaküste. In einem kleinen Küstenort bestieg ich die Fähre nach Kerkyra (Korfu) und von dort das Fährschiff nach Brindisi konnte ich auch noch bezahlen.
Da ich beim italienischen Zoll nicht mehr genug Geld für eine Fahrkarte nach Deutschland vorzeigen konnte, brachte man mich zum deutschen Konsulat in Brindisi. Dort wurde mir gegen Quittung das Geld für eine Eisenbahnfahrkarte nach Berlin vorgestreckt.
Nach fast sieben Wochen traf ich wieder in der elterlichen Wohnung ein.--------------
Aber ich war schon 35 Jahre alt und hatte keine Lust mehr zum Büffeln.
Außerdem wusste ich, dass ich bald nach USA auswandern würde, und dort mein Diplom nicht anerkannt wird.
Also machte ich mich alleine auf zu einer Anhaltertour in die Türkei.
Dort hatte unser Forst-Professor einen Forschungsauftrag zur Wiederaufforstung versteppter Erosionsgebiete in der mitteltürkischen Hochebene.
Ich reiste von Berlin südwärts durch Österreich und Jugoslawien, über Linz, Graz nach Zagreb und von dort auf der primitiven noch im Krieg gebauten Autobahn nach Belgrad.
Weiter südwärts geriet ich ganz zufällig in eine Groß-Serbische Kundgebung auf dem Amselfeld, auf dem, 600 Jahre vor dem Mauerfall in Berlin, die serbische Armee von den Türken geschlagen wurde.
Seitdem gilt es dem serbischen Volk als Schicksals-Region, obwohl das heutige Kosovo längst von muslimischen Albanern bewohnt ist, und soll serbisches Staatsgebiet bleiben. Während der Kundgebung konnte ich aus einiger Entfernung den damaligen kommunistischen, aber Russland-feindlichen Staatschef Tito sehen.
Hinter Skopje hatte ich ein etwas unheimliches Erlebnis.
Die Hauptstraße nach Thessaloniki war eine schmale Schotterstraße mit wenig Autoverkehr. Ich wanderte durch die armseligen Dörfer und es wurde schon Abend.
Auf den Feldern arbeiteten noch einige Bauern, doch dann hörten die Äcker auf und die Straße führte nur noch wie ein besserer Feldweg in ein ödes verlassenes Bergland, kein Baum kein Strauch.
Aus dem letzten Dorf kamen auf einmal zwei junge Burschen etwa 200 m hinter mir her.
Zuerst liefen sie einige Zeit langsam bei gleich bleibenden Abstand. Dann gingen sie schneller und überholten mich, gruß- und wortlos.
Da ich kein serbisch konnte, sprach ich sie auch nicht an. Etwa 150 m vor mir liefen sie dann wieder in gleichem Abstand vor mir her. Ich schaute mich dauernd um in der Hoffnung, dass doch noch ein Fahrzeug vorbeikommen würde.
Und es war schon fast dunkel da hatte ich Glück, es tauchten zwei schwache Lichter auf, die Scheinwerfer eines alten klapprigen Lieferwagens.
Er hielt auf mein Daumenzeichen an und ich durfte mich hinten auf die Ladefläche setzen.
Als wir an den beiden Burschen vorbeifuhren, hielten sie an und blieben stehen. Sie schauten uns nach, bis ich sie nicht mehr sehen konnte.
Außer meinem kleinen Brustbeutel mit meiner bescheidenen Reisekasse trug ich nur einen einfachen Tornister. Aber auch das wäre den beiden wohl als Reichtum erschienen.
Der Lieferwagen hielt im nächsten kleinen Städtchen, wo ich eine Unterkunft fand und am nächsten Tag die griechische Grenze passierte und Thessaloniki erreichte, die große Hafenstadt am Ägäischen Meer.
Nach einem Tag Aufenthalt dort, besuchte ich die Autonome Mönchs-Republik Athos, die vor 1000 Jahren auf dem östlichen Finger der Halbinsel Chalkidike unter griechischer Souveränität gegründet wurde.
Schon davor haben auf diesem schmalen ins Meer ragenden Gebirgsstreifen mit dem an der Spitze 2000 Meter hohen Berg Athos jahrhundertelang Einsiedler gelebt. Die 20 Klöster sind neben den griechischen vor allem russische, und auch bulgarische, georgische und anderer orthodox-slawischer Völker. Von den Mönchen, die ich besuchte, wurde ich sehr gastfreundlich aufgenommen.
Nach diesem Abstecher reiste ich auf der Küstenstraße ostwärts über die türkische Grenze nach Istanbul.
Die Ägäisküste erschien mir damals mit der großen Hafenstadt wie ein unberührtes südländisches Paradies mit Palmen, Gärten und Anlagen, fruchtbaren Feldern, exotischen Bäumen, Pferde- und Eselskarren, einem geruhsamen Lebensstil ohne hektischen Autoverkehr.-
In Istanbul wohnte ich in Schlafsälen einer einfachen Herberge mit Reisenden aller Nationalitäten und Rassen zusammen, die meisten davon wohl Muslime.
Ich lief durch die Straßen der Innenstadt und die Basare und besuchte natürlich auch die Hagia Sophia, die Sultan-Ahmed-Moschee und den ehemaligen Sultans- Palast.
Nach drei Tagen bestieg ich die Fähre über den Bosporus und reiste auf der Landstraße weiter nach Bursa, dann die Straße nach Ankara bis Eskisehir.
Dort war das Forstamt, mit dem mein Professor zusammenarbeitete und wo ich schon für einen zweiwöchigen Studienaufenthalt angemeldet war.
Die Forstbeamten empfingen mich sehr freundlich und im Haus eines Försters war das Gästezimmer für mich reserviert.
Wir verständigten uns auf Englisch, das die meisten einigermaßen gut konnten.
Einige sprachen ein wenig Deutsch. Auch die Mahlzeiten nahm mich zusammen mit den Förstern ein.
Fast alle waren Reserve- Offiziere in der Armee und natürlich Kemalisten.
Das Wohnviertel hätte genauso gut in einer deutschen Kleinstadt stehen können, die Familien lebten genauso wie dort.
Ich kann mich nicht erinnern, eine Frau mit Kopftuch gesehen zu haben.
Kemal Atatürk, der Schöpfer der modernen Türkei, war ein verdienter Offizier und führte 1923 die Trennung von Kirche und Staat ein, schaffte Sultanat und Kalifat ab, verfügte die Übernahme der abendländischen Zivilisation (Schrift, Bildung, Kleidung) und die Gleichstellung der Frau. Ebenso trat er für eine möglich starke Europäisierung, auch in der Wirtschaft und Technik ein. Viele Menschen in den Städten, vor allem auch das Militär folgten seiner politischen Richtung.
In den letzten Jahren haben islamische Wähler besonders in ländlichen Gegenden wieder zugenommen.
Und in Deutschland konnten türkische Männer dank unserer laschen Einwanderungsgesetze die Rechte der Frauen wiederholt sträflich missachten.
---Die Forschungs-Anpflanzungen, zu denen ich von den Förstern täglich in ihren Fahrzeugen mitgenommen wurde, lagen in versteppten Gebieten in circa 20 km Entfernung. Nach meiner Heimkehr habe ich in Hamburg einen Bericht über meine Beobachtungen dort geschrieben.
Mit zwei Förstern stand ich noch längere Zeit in Briefwechsel.
Nach den zwei interessanten Wochen verabschiedete ich mich und reiste nach Izmir.
Nach Stadtbesichtigung und trödeln durch den großen Basar nahm ich die Fähre auf die griechische Insel Samos, auf der ich einen Tag herumwanderte, dann weiter über Ikaria und Mykonos nach Athen.
Nahe der Akropolis fand ich eine einfache Unterkunft und stieg täglich zur Burg hinauf, um das wunderbare alte Bauwerk anzuschauen und zu bewundern, drei Tage lang. Ich genoss aber auch die weite Sicht von dort oben.
Dann fuhr ich nach einem kurzen Gang durch die Innenstadt Athens mit der Straßenbahn nach Piräus und von dort weiter per Anhalter auf den Peloponnes nach Sparta, da ich als Junge danach strebte, stets spartanisch zu leben.
In der heutigen Wirklichkeit dort, war ich ein wenig enttäuscht, aber die Reise durch die geruhsame, ländliche Landschaft, gefiel mir gut.
Auf den geschlungenen, nicht asphaltierten Straßen und Wegen wanderte und fuhr ich durch die üppige mediterrane Flora zurück in die zentrale Distriktstadt Tripolis und von dort nordwärts nach Patras über den Gebirgeszug mit 2000 Meter hohen Gipfeln.
Mit der Fähre über die Meerenge von Antirrion weiter nach Delphi, wo seit Homer, wie auch die griechischen Philosophen, sich die Menschen von dem berühmten Orakel Voraussagen über die Zukunft erhofften.
Außer der großartigen Natur vor den schroffen Felswänden des nahen Gebirgszuges sind von der dortigen Akropolis, für lange Zeit wichtiger als Athen, nur wenige der gewaltigen Säulen erhalten.
In vielen Jahrhunderten vor Christie Geburt war hier sogar der Mittelpunkt der Welt angesiedelt.
So reiste ich einen Tag später weiter über Lamia und Trikala zur Felsengruppe der Meteora:
Konglomerat-Sandstein-Türme bis zu 554 Meter hoch, die sich fast senkrecht über dem Peneios-Tal erheben.
Seit dem 14. Jahrhundert entstandenen auf den Felskuppen unter der Herrschaft serbischer Teilfürsten zahlreiche Klöster. Diese waren meist nur über Leitern oder Aufzüge (Körbe, Netze) zu erreichen. Die Fresken der Kirche wurden zumeist im 16. Jahrhundert von Athos- Mönchen im kretischen Stil geschaffen.
Ich fand ein Turmkloster, zu dem steile in den Fels gehauene Stufen an einem Seil-Geländer führten. Beim Läuten der Glocke an der Eingangstür wurde ich von einem älteren Mönch freundlich eingelassen und im ganzen Kloster herumgeführt.
Nach diesem Erlebnis machte ich mich auf den Weg zur Adriaküste. In einem kleinen Küstenort bestieg ich die Fähre nach Kerkyra (Korfu) und von dort das Fährschiff nach Brindisi konnte ich auch noch bezahlen.
Da ich beim italienischen Zoll nicht mehr genug Geld für eine Fahrkarte nach Deutschland vorzeigen konnte, brachte man mich zum deutschen Konsulat in Brindisi. Dort wurde mir gegen Quittung das Geld für eine Eisenbahnfahrkarte nach Berlin vorgestreckt.
Nach fast sieben Wochen traf ich wieder in der elterlichen Wohnung ein.--------------
2007.10.02, 23:01
bi_refugee (relief act)
Im März 1953 wurde der Refugee Relief Act
(Flüchtlings Hilfs Gesetz) in den U.S. Kongress eingebracht, mit dem eine halbe Million Heimatvertriebene aus den deutschen, von Polen annektierten, Ostgebieten ohne Bürgen und ohne Quoten in die U. S. A. einwandern könnten, terminiert bis zum 31. März 1957.
Es dauerte aber bis Oktober 1956 ehe der R.R.A. (parlamentsüblich) Gesetz wurde.
In Westdeutschland, wo wir Heimatvertriebenen einen speziellen grünen Ausweis (ähnlich dem Personalausweis) besaßen, hatten sich 500.000 meist junge Menschen gemeldet und waren nach Befragung durch ein U.S. Konsulat akzeptiert worden, darunter auch meine Schwester Ilse und ich.
Also konnte man die Überfahrt nach U. S. A. erst im Oktober organisieren.
Da es damals noch keine Jets gab, die im Shuttle-Flug diese Transportleistung innerhalb von fünf Monaten leisten konnten, hat man einen längst eingemotteten Truppen- Transporter aus dem Krieg wieder eingesetzt.
Meine Schwester ist im Januar 1957 mit dem Schiff 10 Tagelang von Bremen nach New York unterwegs gewesen, meist bei hohem Seegang mit vielen Familien und kleinen Kindern in Hängematten unter Deck, viele see-
krank.
Ich hatte mehr Glück und flog Anfang Februar mit einem Turbo-Jet von Hamburg mit Zwischenlandung in Island und Neufunfland nach New York, schneller und bequemer als Ilse.
-Später behauptete ich jemand, bis zum 31. März 1957 seien nur gut 350.000 Einwanderer unter dem R.R.A. in die USA gelangt.-
Die U. S. Behörden hatten auch keine Organisation, um so vielen Leuten schnell Wohnung und Arbeit zu besorgen.
So wurden wir zu Kirchengemeinden in Gegenden gesandt, in denen man uns beruflich schnell vermitteln konnte.
Ilse kam nach Denver und ich, als gelernter „ Holzwurm“, nach Longview im Staat Washington an der nordwestlichen Küste.
In den Wäldern des Kaskadengebirges ist dort eines der wichtigsten Holzindustriegebiete der USA.
Der Vorsteher der dortigen lutherischen (evangelischen) Kirchengemeinde war zugleich Personalchef des großen Holzwerkes der Firma Weyerhäuser, einer der drei größten Holz-Firmen der U. S. A..Wally Pettersen und seine Frau waren schwedischer Herkunft, und nahmen mich in ihrem großen Einfamilienhaus in der Nähe des Werkes auf wie einen guten Freund.
Ich durfte im Zimmer des ältesten Sohnes, der im Osten studierte, schlafen und wurde in den ersten Tagen auch bei ihnen verköstigt.
Wally half mir bei allen nötigen Anmeldungen und besorgte mir einen Job als Zeichner im Forstamt der Firma, das im Headquarters Camp mitten im bergigen Waldgebiet in der Nähe des Mount St.Helens lag, etwa 25 km von Longview entfernt.
Dort schlief ich im Waldarbeiterschlafsaal und aß in der Kantine.
Im Forstamtbüro auf dem Camp hatte ich ein Zimmer mit einem großen Zeichentisch.
Mit dem Förstern und dem Oberförster verstand ich mich gut, einige von ihnen waren deutscher Herkunft und einer sprach sogar noch ein wenig Deutsch.
Sie wohnten alle in schönen Einfamilienhäusern in Longview und Kelso, und fuhren jeden Tag mit ihren Geländewagen ins Camp.
Die Arbeit machte mir Spaß, da ich gerne zeichne und auch oft mit den Förstern in den Wald fuhr, um Baum-Flächen in den Square Miles zu vermessen.
Am Wochenende war ich wieder bei Pettersens eingeladen, und Wally verkaufte mir das alte braune Chevy Coupe seines Sohnes für 100 $.
Mein erstes eigenes Auto und ich war motorisiert.
(Flüchtlings Hilfs Gesetz) in den U.S. Kongress eingebracht, mit dem eine halbe Million Heimatvertriebene aus den deutschen, von Polen annektierten, Ostgebieten ohne Bürgen und ohne Quoten in die U. S. A. einwandern könnten, terminiert bis zum 31. März 1957.
Es dauerte aber bis Oktober 1956 ehe der R.R.A. (parlamentsüblich) Gesetz wurde.
In Westdeutschland, wo wir Heimatvertriebenen einen speziellen grünen Ausweis (ähnlich dem Personalausweis) besaßen, hatten sich 500.000 meist junge Menschen gemeldet und waren nach Befragung durch ein U.S. Konsulat akzeptiert worden, darunter auch meine Schwester Ilse und ich.
Also konnte man die Überfahrt nach U. S. A. erst im Oktober organisieren.
Da es damals noch keine Jets gab, die im Shuttle-Flug diese Transportleistung innerhalb von fünf Monaten leisten konnten, hat man einen längst eingemotteten Truppen- Transporter aus dem Krieg wieder eingesetzt.
Meine Schwester ist im Januar 1957 mit dem Schiff 10 Tagelang von Bremen nach New York unterwegs gewesen, meist bei hohem Seegang mit vielen Familien und kleinen Kindern in Hängematten unter Deck, viele see-
krank.
Ich hatte mehr Glück und flog Anfang Februar mit einem Turbo-Jet von Hamburg mit Zwischenlandung in Island und Neufunfland nach New York, schneller und bequemer als Ilse.
-Später behauptete ich jemand, bis zum 31. März 1957 seien nur gut 350.000 Einwanderer unter dem R.R.A. in die USA gelangt.-
Die U. S. Behörden hatten auch keine Organisation, um so vielen Leuten schnell Wohnung und Arbeit zu besorgen.
So wurden wir zu Kirchengemeinden in Gegenden gesandt, in denen man uns beruflich schnell vermitteln konnte.
Ilse kam nach Denver und ich, als gelernter „ Holzwurm“, nach Longview im Staat Washington an der nordwestlichen Küste.
In den Wäldern des Kaskadengebirges ist dort eines der wichtigsten Holzindustriegebiete der USA.
Der Vorsteher der dortigen lutherischen (evangelischen) Kirchengemeinde war zugleich Personalchef des großen Holzwerkes der Firma Weyerhäuser, einer der drei größten Holz-Firmen der U. S. A..Wally Pettersen und seine Frau waren schwedischer Herkunft, und nahmen mich in ihrem großen Einfamilienhaus in der Nähe des Werkes auf wie einen guten Freund.
Ich durfte im Zimmer des ältesten Sohnes, der im Osten studierte, schlafen und wurde in den ersten Tagen auch bei ihnen verköstigt.
Wally half mir bei allen nötigen Anmeldungen und besorgte mir einen Job als Zeichner im Forstamt der Firma, das im Headquarters Camp mitten im bergigen Waldgebiet in der Nähe des Mount St.Helens lag, etwa 25 km von Longview entfernt.
Dort schlief ich im Waldarbeiterschlafsaal und aß in der Kantine.
Im Forstamtbüro auf dem Camp hatte ich ein Zimmer mit einem großen Zeichentisch.
Mit dem Förstern und dem Oberförster verstand ich mich gut, einige von ihnen waren deutscher Herkunft und einer sprach sogar noch ein wenig Deutsch.
Sie wohnten alle in schönen Einfamilienhäusern in Longview und Kelso, und fuhren jeden Tag mit ihren Geländewagen ins Camp.
Die Arbeit machte mir Spaß, da ich gerne zeichne und auch oft mit den Förstern in den Wald fuhr, um Baum-Flächen in den Square Miles zu vermessen.
Am Wochenende war ich wieder bei Pettersens eingeladen, und Wally verkaufte mir das alte braune Chevy Coupe seines Sohnes für 100 $.
Mein erstes eigenes Auto und ich war motorisiert.
2007.10.07, 15:35
bi_ controler
Auch unsere Förster im Headquarters Camp hatten einen Helikopter zur Verfügung und ich durfte öfter mal mitfliegen über die firmeneigenen Waldgebiete, was für mich die liebste Beschäftigung war.
Im Sommer 1958 bekam ich einen Job im großen Werk in Longview als Controler in der „glue-lam-beam“-Fertigung angeboten, wo ich mehr Verantwortung hatte und auch ein besseres Gehalt.
Jeden Tag von Castle Rock, dem Ort in der Nähe von Headquarters Camp, zudem auch Holzes Hühnerfarm gehörte, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, war mir aber zu weit.
So mietete ich mir eine Cabin in der Nähe des Werkes. Cabins sind kleine Ein-Apartment-Häuschen, in langen Reihen dicht zusammengebaut, natürlich aus Holz wie fast alle Wohnhäuser in U. S. A.
Ganz in der Nähe war ein kleiner See, zu dem ich oft schwimmen ging.
An Wochenenden war ich häufig bei meinen Freunden eingeladen.
Ilse wohnte damals im Haus von Frau Heise in Portland, einer Sudetendeutschen, die mit Mann und Kindern schon lange in USA lebte. Auch dort war ich oft zu Besuch.
In den Sommern 1958/59 fuhr ich mehrmals zu Oliphant`s, einem schottischen Ehepaar, etwa 15 Jahre älter als ich. Sie wohnten in einem luxuriösen Bungalow mit großem Garten am Scenic Boulevard mit herrlicher Aussicht auf das weite Farmland westlich von Portland.
Ich kam immer zum Rasenmähen, schlief im Gästezimmer und wurde großzügig bewirtet.
Wir unterhielten uns viel auf Englisch.
Er war wohlhabender Banker, und sie lebten in vornehmem Stil.--
Jede Woche ging ich zum Square Dancing, was mir viel Spaß machte.
So lebte ich anderthalb Jahre lang alleine in meiner Cabin.
Im Sommer 1958 bekam ich einen Job im großen Werk in Longview als Controler in der „glue-lam-beam“-Fertigung angeboten, wo ich mehr Verantwortung hatte und auch ein besseres Gehalt.
Jeden Tag von Castle Rock, dem Ort in der Nähe von Headquarters Camp, zudem auch Holzes Hühnerfarm gehörte, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, war mir aber zu weit.
So mietete ich mir eine Cabin in der Nähe des Werkes. Cabins sind kleine Ein-Apartment-Häuschen, in langen Reihen dicht zusammengebaut, natürlich aus Holz wie fast alle Wohnhäuser in U. S. A.
Ganz in der Nähe war ein kleiner See, zu dem ich oft schwimmen ging.
An Wochenenden war ich häufig bei meinen Freunden eingeladen.
Ilse wohnte damals im Haus von Frau Heise in Portland, einer Sudetendeutschen, die mit Mann und Kindern schon lange in USA lebte. Auch dort war ich oft zu Besuch.
In den Sommern 1958/59 fuhr ich mehrmals zu Oliphant`s, einem schottischen Ehepaar, etwa 15 Jahre älter als ich. Sie wohnten in einem luxuriösen Bungalow mit großem Garten am Scenic Boulevard mit herrlicher Aussicht auf das weite Farmland westlich von Portland.
Ich kam immer zum Rasenmähen, schlief im Gästezimmer und wurde großzügig bewirtet.
Wir unterhielten uns viel auf Englisch.
Er war wohlhabender Banker, und sie lebten in vornehmem Stil.--
Jede Woche ging ich zum Square Dancing, was mir viel Spaß machte.
So lebte ich anderthalb Jahre lang alleine in meiner Cabin.
2007.10.17, 19:34
bi_share holder
---Nun suchten und fanden wir auch bald ein kleines älteres Einfamilienhaus, das Maria gefiel und wir vorläufig mieteten.
Ich gewöhnte mich schnell an das Eheleben, wenn auch manches anders war, als ich mir das vorher ausgemalt hatte.
Wir fuhren viel mit dem Auto spazieren und besuchten alle meine Freunde, um ihnen Maria vorzustellen.
Meine Arbeit war interessant und ich verdiente gut.
Im Frühsommer wurde mir mitgeteilt, dass die gelue-lam-beam-Fertigung in ein anderes Werk in Mittel-Oregon verlegt werden würde, und wir dahin umziehen müssten.
Der neue Standort gefiel uns nicht, und so sah ich mich nach einem anderen Job um.
--Die U.S.-Regierung hatte im New Deal versucht, Anreize für selbstständige Unternehmer zu schaffen,
auch in Genossenschaften bei größeren Unternehmen (Arbeiter-Kooperativen).
Nach dem Krieg wurde durch steuerliche Begünstigungen dieser Versuch wieder aufgenommen.
In Oregon und Washington State waren etwa 50 Sperrholzwerk-Kooperativen entstanden.
Alle der meist 200 bis 500 Arbeiter waren zu gleichen Teilen gleichberechtigte Inhaber (Aktionäre=share holder) mit dem Recht auf einen Arbeitsplatz.
Die Aktien konnten am freien Markt gehandelt werden und hatten natürlich sehr unterschiedliche Kurse.
Wir kauften eine Aktie der Brookings Plywood Corporation mit 300 Shareholdern.
Den Ort an der Mündung des Chetco Rivers mit kleinem Fischerhafen kannten wir ja schon.
Der Verkäufer hatte nach seiner Soldatenzeit mehrere Jahre bei der Brook Ply gearbeitet und auf einem Grundstück direkt an der Steilküste für seine Familie ein schönes Wohnhaus gebaut.
Dafür hatte er von der Veterans Administration ein Darlehen erhalten, das wir zugleich mit der Aktie, auch die Rückzahlung, übernahmen.-
Jedes Jahr fand eine Vollversammlung der 300 Aktionäre statt, bei der der Aufsichtsrat gewählt wurde.
Manager und Büromitarbeiter waren Angestellte und wurden vom Aufsichtsrat beziehungsweise seinem Vorstand angeheuert. Alle share holder erhielten gleichen Stundenlohn, der jeweils vom Manager und Aufsichtsrat festgelegt wurde.
Am Werks Eingang hing eine große Schiefertafel.
Darauf waren die verschiedenen Arbeitsplätze im Werk vermerkt die frei wurden.
Jeder Neuanfänger musste zunächst als Handlanger arbeiten.
Später konnte er an Angebot auf die freiwerdenden Arbeitsplätze abgeben.
Den Job erhielt derjenige mit der höchsten Seniorität. Während ein shareholder krank und arbeitsunfähig war, konnte seine Frau bei gleichem Lohn ihn an seinem Arbeitsplatz vertreten.-
Leider gab es oft Streit bei den Versammlungen und vor allem im Aufsichtsrat. Auch scheuen viele Arbeiter das Unternehmerrisiko, das sich ja im Aktienkurs niederschlägt. Heute gibt es kaum noch Genossenschaftswerke, so weit mir bekannt ist.
--Unser neues Haus hatte durch Panoramafenster im großen Wohnzimmer eine herrliche Aussicht auf den Pazifik.
Davor war eine etwa 35 m breite leicht abfallende Grasfläche, hinter der die Steil- Küste circa 35 m in eine kleine Bucht fast senkrecht abfiel, die hohe Felsennase an der Nordseite gehörte auch zu unserem Grundstück.
Im August 59 packten wir unseren Käfer nebst gemietetem Anhänger voll und zogen nach Brookings um.
Ich gewöhnte mich schnell an das Eheleben, wenn auch manches anders war, als ich mir das vorher ausgemalt hatte.
Wir fuhren viel mit dem Auto spazieren und besuchten alle meine Freunde, um ihnen Maria vorzustellen.
Meine Arbeit war interessant und ich verdiente gut.
Im Frühsommer wurde mir mitgeteilt, dass die gelue-lam-beam-Fertigung in ein anderes Werk in Mittel-Oregon verlegt werden würde, und wir dahin umziehen müssten.
Der neue Standort gefiel uns nicht, und so sah ich mich nach einem anderen Job um.
--Die U.S.-Regierung hatte im New Deal versucht, Anreize für selbstständige Unternehmer zu schaffen,
auch in Genossenschaften bei größeren Unternehmen (Arbeiter-Kooperativen).
Nach dem Krieg wurde durch steuerliche Begünstigungen dieser Versuch wieder aufgenommen.
In Oregon und Washington State waren etwa 50 Sperrholzwerk-Kooperativen entstanden.
Alle der meist 200 bis 500 Arbeiter waren zu gleichen Teilen gleichberechtigte Inhaber (Aktionäre=share holder) mit dem Recht auf einen Arbeitsplatz.
Die Aktien konnten am freien Markt gehandelt werden und hatten natürlich sehr unterschiedliche Kurse.
Wir kauften eine Aktie der Brookings Plywood Corporation mit 300 Shareholdern.
Den Ort an der Mündung des Chetco Rivers mit kleinem Fischerhafen kannten wir ja schon.
Der Verkäufer hatte nach seiner Soldatenzeit mehrere Jahre bei der Brook Ply gearbeitet und auf einem Grundstück direkt an der Steilküste für seine Familie ein schönes Wohnhaus gebaut.
Dafür hatte er von der Veterans Administration ein Darlehen erhalten, das wir zugleich mit der Aktie, auch die Rückzahlung, übernahmen.-
Jedes Jahr fand eine Vollversammlung der 300 Aktionäre statt, bei der der Aufsichtsrat gewählt wurde.
Manager und Büromitarbeiter waren Angestellte und wurden vom Aufsichtsrat beziehungsweise seinem Vorstand angeheuert. Alle share holder erhielten gleichen Stundenlohn, der jeweils vom Manager und Aufsichtsrat festgelegt wurde.
Am Werks Eingang hing eine große Schiefertafel.
Darauf waren die verschiedenen Arbeitsplätze im Werk vermerkt die frei wurden.
Jeder Neuanfänger musste zunächst als Handlanger arbeiten.
Später konnte er an Angebot auf die freiwerdenden Arbeitsplätze abgeben.
Den Job erhielt derjenige mit der höchsten Seniorität. Während ein shareholder krank und arbeitsunfähig war, konnte seine Frau bei gleichem Lohn ihn an seinem Arbeitsplatz vertreten.-
Leider gab es oft Streit bei den Versammlungen und vor allem im Aufsichtsrat. Auch scheuen viele Arbeiter das Unternehmerrisiko, das sich ja im Aktienkurs niederschlägt. Heute gibt es kaum noch Genossenschaftswerke, so weit mir bekannt ist.
--Unser neues Haus hatte durch Panoramafenster im großen Wohnzimmer eine herrliche Aussicht auf den Pazifik.
Davor war eine etwa 35 m breite leicht abfallende Grasfläche, hinter der die Steil- Küste circa 35 m in eine kleine Bucht fast senkrecht abfiel, die hohe Felsennase an der Nordseite gehörte auch zu unserem Grundstück.
Im August 59 packten wir unseren Käfer nebst gemietetem Anhänger voll und zogen nach Brookings um.
