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»japan«
2006.10.24, 16:01
Japan
In Japan Hofstede sees the core of every enterprise to be the permanent worker group. Those workers are hired for all practical purposes in general and strive for life-long employment. On the contrary there are non-permanent work groups which are easily laid off if necessary. University graduates would first join a worker group and wait to later be assigned to various other tasks. Payment is structured according to seniority (Dienstalter) rather than position. Decisions are made in group consultations. This might take rather long but proves implementation to be much easier.
Hofstede tells about the research done by J.Tobin, D.Wu and D.Danielson of the University of Hawaii. They filmed two pre-school classes, one in Japan, one in the States. While the ratio teacher-kids in the States amounted to 1:9, it amounted 1:29 in Japan. In both classes there was a troublesome kid. When a Japanese kid alarmed the teacher of the other kid's misbehavior the teacher was reported to have answered: "what are you calling me for? Do something about it?" The American kid, on the other hand, when behaving badly was put in the corner and thus punished by the teacher.
Hofstede picks this example up to show how early structures of hierarchy are already implemented. He concludes that in Japan control of situations is guaranteed by groups, respectively peers. Consequently the Japanese conducted their own theories about leadership. These base on the ideas of performance and maintenance by which the latter refers to maintenance of social stability.
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Hofstede tells about the research done by J.Tobin, D.Wu and D.Danielson of the University of Hawaii. They filmed two pre-school classes, one in Japan, one in the States. While the ratio teacher-kids in the States amounted to 1:9, it amounted 1:29 in Japan. In both classes there was a troublesome kid. When a Japanese kid alarmed the teacher of the other kid's misbehavior the teacher was reported to have answered: "what are you calling me for? Do something about it?" The American kid, on the other hand, when behaving badly was put in the corner and thus punished by the teacher.
Hofstede picks this example up to show how early structures of hierarchy are already implemented. He concludes that in Japan control of situations is guaranteed by groups, respectively peers. Consequently the Japanese conducted their own theories about leadership. These base on the ideas of performance and maintenance by which the latter refers to maintenance of social stability.
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2008.02.11, 16:05
Megane
Eigentlich ist alles sehr einfach hier: es geht einer kleinen japanischen Frau nur darum dem Handyempfang für einige Zeit zu entkommen. In dem Kino, in dem ich sitze, schweigt das Telefon auch gezwungener Maßen und irgendwie sind damit gleiche Voraussetzungen geschaffen. Obwohl sie Japan kennt und ich das japanische Kino ein bisschen, wissen wir beide nicht so richtig was los ist. Während sie mit viel Zurückhaltung und Scheu sich sehr langsam an die wunderbaren Speisen ihrer Gastgeber wagt, nehme ich langsam und ebenso vorsichtig die Einladung an, noch ein bisschen mehr über Bilder und Töne zu lernen, die es so nur in Japan zu geben scheint. Da ist zum Beispiel dieses warme, hohle klopfende Klackern, das sich ergibt, wenn zwei der Holzkästen aufeinander gestellt werden, in denen japanisches Essen zubereitet und serviert wird. Oder das blinde, helle, etwas stumpfe Tacken, mit dem der letzte Reis mit Bambusstäbchen aus einer Schale geklaubt wird. Während ich die Unklarheit darüber genieße, ob das die Geräusche Japans sind oder des japanischen Kinos, bekomme ich, wie immer in japanischen Filmen, Lust auf Sushi.
»The Lobster!« schreit plötzlich der Untertitel. Dann wird eine große Schale der roten Tiere auf den Tisch gestellt und alle greifen mit viel Appetit zu. Sogar die kleine japanische Frau, die am Beginn des Films immer freundlich ablehnte, wenn ihr irgend etwas angeboten wurde. Dann knacken, knallen und brechen die Schalen und das weiße, weiche Hummerfleisch wird genüsslich aus den Panzern gelutscht und gesaugt. Hummer habe ich bisher nur in den USA gegessen. Dort klang das alles anders. Wahrscheinlich weil es in dem Restaurant damals keine Filmmusik gab. Die kleine japanische Frau würde sich wünschen, dass es in Ihrer Welt auch keine Filmmusik gäbe. Stattdessen wird sie aber jeden morgen davon geweckt. Von irgendwoher kommt eine Klaviermusik, die von Ferne an amerikanischen Slapstick denken lässt und die Choreographie, die Frau Sakuro dazu aufführt, sieht dann auch so aus, als ob Buster Keaton seine Hände mit im Spiel gehabt hätte. Wir beide, die kleine japanische Frau und ich, der mittelgroße deutsche Mann, richten uns ein in dieser bezaubernd unverständlichen Welt aus Türkis, Sandweiß, Hummerrot und Bambusmattenbeige.

Und dann macht mir der Film noch ein wunderbares Geschenk: am Strand wird ein deutsches Gedicht rezitiert, könnte Hölderlin sein oder sonst irgend etwas aus dem 19. Jahrhundert. Das kleine Gedicht ist so schön, dass nicht einmal Google es kennt. »Jemand hat mich durch Zufall Mensch genannt.« Jetzt ist die kleine japanische Dame, deren Name Taeko ist, wie mir das Festivalprogramm mitteilt, aufgeschmissen. Sie könnte mich fragend ansehen und ich könnte ihr vielleicht irgendwie bedeuten, was diese Worte sagen wollen, die am Strand von Japans so exotisch wirken wie Sushi bei Konnopke. Aber vielleicht ist die Unwissenheit über das was da gesagt wird für sie so köstlich, wie für mich die ungelöste Frage, wo Japan schöner ist: auf der Kinoleinwand oder auf einigen Inseln im Pazifik.
Megane, Japan 2007, Naoko Ogigami
»The Lobster!« schreit plötzlich der Untertitel. Dann wird eine große Schale der roten Tiere auf den Tisch gestellt und alle greifen mit viel Appetit zu. Sogar die kleine japanische Frau, die am Beginn des Films immer freundlich ablehnte, wenn ihr irgend etwas angeboten wurde. Dann knacken, knallen und brechen die Schalen und das weiße, weiche Hummerfleisch wird genüsslich aus den Panzern gelutscht und gesaugt. Hummer habe ich bisher nur in den USA gegessen. Dort klang das alles anders. Wahrscheinlich weil es in dem Restaurant damals keine Filmmusik gab. Die kleine japanische Frau würde sich wünschen, dass es in Ihrer Welt auch keine Filmmusik gäbe. Stattdessen wird sie aber jeden morgen davon geweckt. Von irgendwoher kommt eine Klaviermusik, die von Ferne an amerikanischen Slapstick denken lässt und die Choreographie, die Frau Sakuro dazu aufführt, sieht dann auch so aus, als ob Buster Keaton seine Hände mit im Spiel gehabt hätte. Wir beide, die kleine japanische Frau und ich, der mittelgroße deutsche Mann, richten uns ein in dieser bezaubernd unverständlichen Welt aus Türkis, Sandweiß, Hummerrot und Bambusmattenbeige.

Und dann macht mir der Film noch ein wunderbares Geschenk: am Strand wird ein deutsches Gedicht rezitiert, könnte Hölderlin sein oder sonst irgend etwas aus dem 19. Jahrhundert. Das kleine Gedicht ist so schön, dass nicht einmal Google es kennt. »Jemand hat mich durch Zufall Mensch genannt.« Jetzt ist die kleine japanische Dame, deren Name Taeko ist, wie mir das Festivalprogramm mitteilt, aufgeschmissen. Sie könnte mich fragend ansehen und ich könnte ihr vielleicht irgendwie bedeuten, was diese Worte sagen wollen, die am Strand von Japans so exotisch wirken wie Sushi bei Konnopke. Aber vielleicht ist die Unwissenheit über das was da gesagt wird für sie so köstlich, wie für mich die ungelöste Frage, wo Japan schöner ist: auf der Kinoleinwand oder auf einigen Inseln im Pazifik.
Megane, Japan 2007, Naoko Ogigami
