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»buchstabensalat«
2008.01.03, 00:47
Fehlerteufel


Es heißt ja, das jeder Fehler auch ein Gehalt verbirgt. Wenn dann einmal das Arbeitsgerät seinen Dienst versagt und um Erholung bittet, geschehen manchmal gar wunderliche Dinge – mit sehr viel Gehalt, meiner Meinung nach.
2008.01.12, 23:02
Schriftmusterausstellung in Leipzig

»Scala, Bembo, Times und Dolly – über die Schönheit von Schrift- musterbüchern« ist der Titel einer Ausstellung in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig. Bereits seit dem 21. September kann man dort eine reichhaltige Sammlung an Schriftmusterbüchern bewundern.
Heute hatte ich es endlich nach Leipzig geschafft, um mir die von der Stiftung Buchkunst und TYPOSITION (Offenbach) organisierte Ausstellung anzuschauen. Auf zwei Stockwerken verteilt lässt sich in einer Vielzahl von Vitrinen ein Querschnitt verschiedener Typografieepochen entdecken – angefangen beim Bleisatz über den Fotosatz bis hin zum heutigen digitalen Satz. Interessant ist dabei anzusehen, das die Möglichkeiten der einzelnen Druckmedien einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung der Bücher beigetragen haben – eine reine Abbildung eines Fonts im Blindtext ist heutzutage nur noch selten zu sehen, viel mehr wird Wert auf Details und eine aufwendige Gestaltung in Satz und Verarbeitung gelegt. So ist es nicht selten, dass sich komplette Geschichten um einen Font entwickeln - das Muster wird ein einziges visuelles und inhaltliches Erlebnis.
Wer diese Ausstellung noch sehen möchte, kann dies noch bis zum 19. Januar 2008 tun.
2008.01.13, 22:48
Eine Liebeserklärung an die Typografie

Schon seit einer ganzen Weile ist i love typography einer meiner liebsten Bookmarks. iLT ist ein recht junges Weblog des in Japan lebenden John D Boardley. Zu entdecken gibt es, neben Neuerscheinungen von Fonts, einen Blick in die Schriftgeschichte, interessante Interviews mit namhaften Schriftgestaltern und einige Tipps und Tricks zur Fontentwicklung. Wer die Seite noch nicht kennen sollte und sich der Typografie verbunden fühlt, sei dieser Tipp ans Herz gelegt.
2008.01.17, 17:16
Wurstschrift

Allem Anschein nach, sind die sogenannten Würstchenschriften wieder in Mode gekommen. Grund genug also, nochmal einen kurzen Blick darauf zu richten, woran man im letzten Jahr aus typografischer Sicht nicht vorbeischauen konnte. In diesem nicht mehr ganz so taufrischen Beitrag von Armin Vit kann man sich einen recht guten Überblick darüber verschaffen. Vorwiegend geometrische und reduzierte Formen – bis hin zur Unkenntlichkeit der Buchstaben – waren eine der beherrschenden typografischen Mittel des vergangenen Jahres. Auch wenn das keine neue Erfindung ist, kam diese Optik doch sehr frisch und unverbraucht daher. Mittlerweile ebbt dieser Stil wieder etwas ab, nicht zuletzt wegen einer – meiner Meinung nach – recht exzessiven Nutzung und Verbreitung. Der Weg ist also frei für die Würstchenschriften, welche ja zumindest formal einen gar nicht so großen Bruch zum letztjährigen Typotrend darstellen.
{Update 22.01.2008}
Auf der Seite von George Triantafyllakos gibt es derzeit einen Würstchenfont in diversen Schnitten zum Download. Neben der BPreplay findet man dort auch einige andere interessante Freefonts.
2008.01.20, 21:08
1983 — 2008

Am Freitag sind die Silberhochzeitseinladungen für meine Eltern aus der Druckerei angekommen. Da die Klappkarten nur an eine kleine Anzahl von geladenen Gästen verschickt werden sollen, ist die Auflage sehr gering. Die einzige sinnvolle und kostengünstige Variante war daher der Digitaldruck. Nach meiner eher schlechten Erfahrung mit Digitaldruckprodukten in der letzten Zeit, war ich auf das Ergebnis gespannt. Zu meiner Überraschung ist die Druckqualität wirklich super, selbst die feinsten Details sind trotz der gerasterten Farbe recht gut reproduziert worden. Einziger Makel sind die minimalen Papiereinzugsspuren und Flecken auf dem Photo – dazu muss aber auch gesagt sein, dass die Vorlage nicht optimal zur Druckwiedergabe war. Abgerundet wird das kleine A6-Kärtchen durch die handgeschriebenen Unterschriften meiner Eltern auf der Rückseite.
Malzgasse

Gesehen und fotografiert von Stefan Schneider in Thüringens Hauptstadt Erfurt.
2008.01.25, 17:16
Achtung Akut


Landläufig gibt es ja die Meinung, dass jeder die Gestaltung bekommt, die er verdient. Zumindest im ersten Fall kann ich dem aber wiedersprechen: Im »Pension Cafe´« gibt es nämlich durchaus leckeres Eis. Etwas tragisch an dem Schild ist natürlich, dass die richtige Schreibweise scheinbar schon einmal vorhanden war – zumindest lassen es die verblassten Umrisslinien erahnen. Zu den kulinarischen Spezialitäten des »Cafe` am Kraftwerk« kann ich leider nix sagen, aber ich bin mir sicher, dass es sich auch dort wunderbar speisen lässt.
Wer noch nicht genau weiß, worauf ich überhaupt hinaus will, hilft vielleicht diese kurze Erklärung ein wenig weiter. Die anderen Fehler hab ich nicht übersehen, aber irgendwann ist ja auch mal gut mit der Pedanterie.
2008.01.27, 22:50
Deutsche Anzeigenschrift

Am gestrigen Samstag habe ich auf einem Flohmarkt ein wirklich ansprechendes, zweifarbig gedrucktes Schriftmuster der Deutschen Anzeigenschrift von Rudolf Koch entdeckt. All diejenigen, die weder Rudolf Koch noch seine Schriften kennen, seien die folgenden Informationen gewidmet:
Rudolf Koch war ein bedeutender deutscher Typograf, Kalligraf, Schriftentwerfer und Lehrer. Am 20. November 1876 in Nürnberg als Sohn des Bildhauers Paul Koch geboren, begab er sich in der Zeit von 1892 bis 1896 in die Ziseleurlehre in Hanau. Parallel besuchte er eine Zeichenakademie – ab 1896 absolvierte er eine Zeichenlehrausbildung an der Kunstgewerbeschule Nürnberg und an der Technischen Hochschule München. Seine wahre Berufung fand er jedoch erst in einer Anstellung als Zeichner und Maler in einer Leipziger Großbuchbinderei – das Druckgewerbe. Im Jahre 1906 trat er als künstlerischer Mitarbeiter der Rudhardschen Gießerei (später Klingspor) in Offenbach am Main bei, für welche er bis zu seinem Tod tätig war. Ab 1908 unterrichtete er auch an den Technischen Lehranstalten Offenbach das Fach Schrift. Im Alter von 58 Jahren verstarb er am 9.April 1934 in Folge eines Herzinfarktes. Zu seinen bekanntesten Schriften gehören die Kabel (1927), die Koch Antiqua (1922) sowie diverse Frakturschriften.
Die Deutsche Anzeigenschrift geht auf einen Auftrag des Ullstein-Verlages an Rudolf Koch zurück. Der Verlag suchte nach einer neuen Fraktur, welche einen deutschen Charakter aufweist, dennoch zeitgemäß und weniger opulent als viele barocke Schriften der damaligen Zeit anmuten sollte. Obwohl Kochs Entwürfe nicht den Vorstellungen des Ullstein-Verlages entsprachen, schnitt Klingspor die Schrift in breiter, enger und schmaler Abwandlung. In der Zwischenzeit hatte die Stempelsche Schriftgießerei die Schrift erworben und veröffentlichte 1934 noch einen mageren Schnitt, welcher die Bezeichnung Deutsche Werkschrift erhielt.
Das Foto zeigt die Deutsche Anzeigenschrift im engen Schnitt.


