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»bi biographie«
2009.05.04, 16:26
--BI.—13.1.09.-14.30-
Stephen holt mich mit seinem Dienstwagen vom Bettenhaus ab ( B 6, Zimmer 11 ) und um 15:00 Uhr bin ich wieder zuhause.
---31.12.08. Um 1:00 Uhr morgens am Silvestertag (also mitten in der Nacht) wachte ich auf mit dollen Bauchschmerzen. Meine WGler waren alle noch im Weihnachtsurlaub und ich war allein im Haus. Ich musste an die die dritte Weihnachts-Nacht vor 10 Jahren denken, als ich mit (vielleicht noch stärkeren) Bauchschmerzen mit einem Sanka in die Universitätsklinik gefahren wurde, wo man einen Sigmadarm-Durchbruch feststellte, der sofort operiert wurde ( 50 Jahre früher konnte man eine solche Operation noch gar nicht durchführen, d.h. es wäre mein Todesurteil gewesen).
-- Also -in a weng Panik- rief ich die 112 an und eine Viertelstunde später stand ein Sanka vor meinem Haus. Ein älterer Sanitäter und seine etwas jüngere Fahrerin kamen in mein hell erleuchtetes Zimmer. Der Sanitäter tastete meinen Bauch ab und sie holten eine Trage, um mich in ihren Wagen zu schieben und in die Klinik zu fahren. Vorher zogen sie mir noch eine warme Jacke und eine dicke Trainingshose und warme Hausschuhe an, holten auch einen dicken Schal und Wollmütze aus dem Schrank, denn draußen waren minus 10° Celsius, und fuhren mit mir los. Um 2:30 Uhr war ich in der Notaufnahme der Chirurgie und wurde sofort ärztlich untersucht einschließlich Röntgen-Aufnahme und Ultraschall. Dabei stellte man fest, dass kein Darmdurchbruch vorlag. Also wurde ich als stationärer Patient zur weiteren Untersuchung im Bettenhaus (B6 Zi2) aufgenommen. Am nächsten Morgen ordnete der Klinikleiter Prof. Klein eine C.T. (Computertomographie) an, die um 16:00 Uhr durchgeführt wurde. Dabei wurde festgestellt, dass ein Stück Dünndarm neben der Stelle, wo mir vor 50 Jahren der Blinddarm entfernt wurde, ganz verwachsen und zugewachsen war, so dass es sich um eine Dünndarm-Verstopfung handelte. Sofort wurde eine Notfall-OP(Operation) angeordnet, die am Morgen des 2. Januar stattfand und von Oberarzt Dr. Müller durchgeführt wurde. Narkose und OP verliefen ohne Komplikationen und gegen 10:00 Uhr wachte ich auf der Intensivstation wieder auf mit dem Jubelruf : zum sehen geboren, zum schauen bestellt, von oben drauf gucken, so gefällt mir die Welt.- Eigentlich sollte ich nach der OP auf eine so genannte Aufwach-Station kommen, aber die war über die Feiertage geschlossen. So wurde ich nach zwei Tagen noch auf eine andere Zwischenstation verlegt, ehe ich am Freitag dem 9.1, wieder auf die B6 kam, aber diesmal auf Zimmer 11 am anderen Ende der Ganges. Bei der Visite am Samstag Vormittag fragte ich Dr. Pörtsch, einen der beiden Stationsärzte die sich bei der ärztlichen Betreuung ablösen, wann ich nachhause entlassen würde. Er antwortete, dass das eventuell schon Anfang der nächsten Woche der Fall sein könnte, wenn Verdauung und Stuhlgang funktionieren. Am Montag morgen war sein Kollege Dr. Born bei der Visite und sagte mir, dass man bezüglich meiner Entlassung noch keinen Termin nennen könne. Da ich mich als bettlägeriger Patient wie ein Gefangener fühlte, obwohl ich einen kleinen Gehwagen zur Verfügung hatte und damit jederzeit durch den Flur laufen konnte. Aber leider war es im Zimmer und auch auf dem großen Gang recht kühl und zugig und ich hatte leider keine warme Un nun terwäsche dabei und mir schon eine leichte Blasen-Erkältung geholt. So bat ich, dass ich meinen Sohn anrufen könnte, damit er mich in seinen Pkw noch nachmittags nachhause fahren könnte und ich einer Entlassung auf eigene Gefahr auch unterschreiben würde. Eine Stunde später sagte mir eine Schwester, dass meine 30 Klammern gleich gezogen würden, wie das nach 10 Tagen auch vorgesehen war, der Blasen-Schlauch gezogen und der Halsvenenkatheter entfernt und ich am nächsten Tag ordnungsgemäß entlassen würde Und nachhause fahren könnte. Natürlich war ich damit völlig einverstanden.---- 20.1.09.-16 Uhr 30- Eben hat mir der Klinikleiter Prof. Klein telefonisch bestätigt, dass das hernia net (Leistenbruch-Netz) aus hauchdünnen Kunststoffäden, auf der C.T. gut zu erkennen war, und es weiterhin unbeschädigt im Bindegewebe meiner Bauchdecke voll funktionsfähig ist. Es war vor knapp 10 Jahren (kurz vor Ostern 1999) dort eingesetzt worden, nachdem mein künstlicher Darmausgang, von Dr. Ott bei der Sigmadarm-OP kurz nach Weihnachten 1998 angelegt, wieder dem normalen Ausgang angeschlossen wurde.---
Mi. 21.1.09. 17:30 Uhr.- Eben hat mich mein Vetter Gunter aus Berlin angerufen und wir haben eine halben Stunde gequatscht. Über Weihnachten und Neujahr war er mit Frau und Tochter auf ihr "Rittergut" in Michale an der Weichsel gegenüber von Graudenz (Grudziasz).
mit seinem Auto gefahren. Die Tochter Anna hatte im Alter von sieben Jahren einen Leistenbruch und bei der Operation wurde ihr auch ein hernia net in die Bauchdecke eingenäht. Sie ist jetzt 16 und hat bis heute keinerlei Beschwerden mit dem hernia net.-
---31.12.08. Um 1:00 Uhr morgens am Silvestertag (also mitten in der Nacht) wachte ich auf mit dollen Bauchschmerzen. Meine WGler waren alle noch im Weihnachtsurlaub und ich war allein im Haus. Ich musste an die die dritte Weihnachts-Nacht vor 10 Jahren denken, als ich mit (vielleicht noch stärkeren) Bauchschmerzen mit einem Sanka in die Universitätsklinik gefahren wurde, wo man einen Sigmadarm-Durchbruch feststellte, der sofort operiert wurde ( 50 Jahre früher konnte man eine solche Operation noch gar nicht durchführen, d.h. es wäre mein Todesurteil gewesen).
-- Also -in a weng Panik- rief ich die 112 an und eine Viertelstunde später stand ein Sanka vor meinem Haus. Ein älterer Sanitäter und seine etwas jüngere Fahrerin kamen in mein hell erleuchtetes Zimmer. Der Sanitäter tastete meinen Bauch ab und sie holten eine Trage, um mich in ihren Wagen zu schieben und in die Klinik zu fahren. Vorher zogen sie mir noch eine warme Jacke und eine dicke Trainingshose und warme Hausschuhe an, holten auch einen dicken Schal und Wollmütze aus dem Schrank, denn draußen waren minus 10° Celsius, und fuhren mit mir los. Um 2:30 Uhr war ich in der Notaufnahme der Chirurgie und wurde sofort ärztlich untersucht einschließlich Röntgen-Aufnahme und Ultraschall. Dabei stellte man fest, dass kein Darmdurchbruch vorlag. Also wurde ich als stationärer Patient zur weiteren Untersuchung im Bettenhaus (B6 Zi2) aufgenommen. Am nächsten Morgen ordnete der Klinikleiter Prof. Klein eine C.T. (Computertomographie) an, die um 16:00 Uhr durchgeführt wurde. Dabei wurde festgestellt, dass ein Stück Dünndarm neben der Stelle, wo mir vor 50 Jahren der Blinddarm entfernt wurde, ganz verwachsen und zugewachsen war, so dass es sich um eine Dünndarm-Verstopfung handelte. Sofort wurde eine Notfall-OP(Operation) angeordnet, die am Morgen des 2. Januar stattfand und von Oberarzt Dr. Müller durchgeführt wurde. Narkose und OP verliefen ohne Komplikationen und gegen 10:00 Uhr wachte ich auf der Intensivstation wieder auf mit dem Jubelruf : zum sehen geboren, zum schauen bestellt, von oben drauf gucken, so gefällt mir die Welt.- Eigentlich sollte ich nach der OP auf eine so genannte Aufwach-Station kommen, aber die war über die Feiertage geschlossen. So wurde ich nach zwei Tagen noch auf eine andere Zwischenstation verlegt, ehe ich am Freitag dem 9.1, wieder auf die B6 kam, aber diesmal auf Zimmer 11 am anderen Ende der Ganges. Bei der Visite am Samstag Vormittag fragte ich Dr. Pörtsch, einen der beiden Stationsärzte die sich bei der ärztlichen Betreuung ablösen, wann ich nachhause entlassen würde. Er antwortete, dass das eventuell schon Anfang der nächsten Woche der Fall sein könnte, wenn Verdauung und Stuhlgang funktionieren. Am Montag morgen war sein Kollege Dr. Born bei der Visite und sagte mir, dass man bezüglich meiner Entlassung noch keinen Termin nennen könne. Da ich mich als bettlägeriger Patient wie ein Gefangener fühlte, obwohl ich einen kleinen Gehwagen zur Verfügung hatte und damit jederzeit durch den Flur laufen konnte. Aber leider war es im Zimmer und auch auf dem großen Gang recht kühl und zugig und ich hatte leider keine warme Un nun terwäsche dabei und mir schon eine leichte Blasen-Erkältung geholt. So bat ich, dass ich meinen Sohn anrufen könnte, damit er mich in seinen Pkw noch nachmittags nachhause fahren könnte und ich einer Entlassung auf eigene Gefahr auch unterschreiben würde. Eine Stunde später sagte mir eine Schwester, dass meine 30 Klammern gleich gezogen würden, wie das nach 10 Tagen auch vorgesehen war, der Blasen-Schlauch gezogen und der Halsvenenkatheter entfernt und ich am nächsten Tag ordnungsgemäß entlassen würde Und nachhause fahren könnte. Natürlich war ich damit völlig einverstanden.---- 20.1.09.-16 Uhr 30- Eben hat mir der Klinikleiter Prof. Klein telefonisch bestätigt, dass das hernia net (Leistenbruch-Netz) aus hauchdünnen Kunststoffäden, auf der C.T. gut zu erkennen war, und es weiterhin unbeschädigt im Bindegewebe meiner Bauchdecke voll funktionsfähig ist. Es war vor knapp 10 Jahren (kurz vor Ostern 1999) dort eingesetzt worden, nachdem mein künstlicher Darmausgang, von Dr. Ott bei der Sigmadarm-OP kurz nach Weihnachten 1998 angelegt, wieder dem normalen Ausgang angeschlossen wurde.---
Mi. 21.1.09. 17:30 Uhr.- Eben hat mich mein Vetter Gunter aus Berlin angerufen und wir haben eine halben Stunde gequatscht. Über Weihnachten und Neujahr war er mit Frau und Tochter auf ihr "Rittergut" in Michale an der Weichsel gegenüber von Graudenz (Grudziasz).
mit seinem Auto gefahren. Die Tochter Anna hatte im Alter von sieben Jahren einen Leistenbruch und bei der Operation wurde ihr auch ein hernia net in die Bauchdecke eingenäht. Sie ist jetzt 16 und hat bis heute keinerlei Beschwerden mit dem hernia net.-
2008.12.10, 14:41
--BI---Südamerikareise
Am 2. Februar 89 flog ich von Frankfurt nach Bogota in Kolumbien zu einer dreiwöchigen Südamerikareise mit einer Touristengruppe, da ich weder Spanisch noch Portugiesisch kann.
Bogota ist mit knapp 2 Millionen Einwohnern Hauptstadt der Republick Kolumbien, auf einer baumlosen Hochebene der Anden 2640 m ü.M. gelegen. Die Stadt liegt am Fuße der steil aufsteigenden Bergzüge Monserrate (3165 m) und Guadelupe, die von Wallfahrtskapellen gekrönt sind.
Bogota ist Sitz des Staatspräsidenten, der Regierung, des Parlaments und eines katholischen Erzbischofs. Es gibt zwei Universitäten, Natur- und Kunst- Museum, Sternwarte, Botanischen Garten, Nationalbibliothek, Militärakademie und viele andere öffentliche Einrichtungen. Die Stadt ist Verkehrs-Knotenpunkt und Handelsmittelpunkt des Landes, ebenso wichtiger Industrie-Standort.
Wegen Erdbebengefahr wurden früher nur einstöckige Stein und Lehmhäuser errichtet. Heute gibt es moderne viel-stöckige Stahlbetonbauten.
Vom Flughafen wurden wir per Bus in ein einfaches Hotel gebracht, wo wir zweimal übernachteten.
In der Nähe gab es eine große Stierkampf-Arena.
Es war später Nachmittag und ich machte noch einen Spaziergang dorthin. Da gerade eine Schau beendet war, strömten mir die Zuschauermassen entgegen. Mir schien, als hätte ich noch nie in einer Menschenmenge die Gesichtszüge und Hautfarben so viel unterschiedlicher Rassen gesehen.- Erst seit Kolumbus mischten sich zahllose meist südeuropäische Einwanderer mit den Menschen der alten Hochkulturen Südamerikas.-
Am nächsten Morgen machten wir eine Busfahrt hinunter in seine breite fruchtbare Talebene westlich von Bogota, wo wir u.a. eine große Blumenfarm besichtigten, die Schnittblumen, vor allem Rosen, für den Export nach Europa produziert.-
Kolumbien ist gut dreimal so groß wie Deutschland, die Hälfte des Landes im Quelltiefland des Rio Negro, Hauptzufluß des Amazonas. Zwischen Äquator und 10. Grad nördlicher Breite gelegen, gibt es kaum jahreszeitliche Unterschiede in der Tropen- Lage. Die Mehrzahl der über 37 Millionen Einwohner lebt in den Hochebenen der nördlichen Anden-Ausläufer, da dort ein erträglicheres Klima herrscht.
Am Nachmittag noch eine Busrundfahrt durch Bogota.--
Am nächsten Morgen ging es per Flugzeug nach Lima, der Hauptstadt Perus.
Das Land ist noch etwas größer als Kolumbien, 1/3 davon im Anden Gebirge mit einer schmalen 2200 Kilometer langen meist wüstenhaften Küstenebene am Pazifik, ebenso wie das Hochland La Montana im Osten der Anden.
Der vergletscherte Doppelgipfel der Nevada de Huascaran ist mit 6768 m und 6655 m der höchste Berg der tropischen Anden. 1/3 im Nordwesten gehört zum tropischen Quellgebiet des Amazonas. Peru hat über 15 Millionen Einwohner, die Mehrheit davon Indios. In Lima machten wir einen Stadtrundgang und dann eine Busfahrt zu einer großen Indiosiedlung in der Nähe der Hauptstadt, einem Sozial-Projekt des damaligen Staatspräsidenten japanischer Herkunft. Am nächsten Tag flogen wir nach Cusco, eine Departementshauptstadt mit 70.000 Einwohnern, darunter ihre Indios,, und viel Touristenverkehr im Anden Hochland.
In der Umgebung gibt es einige alte Inka Anlagen und vor allem die besterhaltene in Macho Picchu. Sie wurde erst 1911 von Hiram Bingham entdeckt. Die Ruinenstadt liegt hoch über dem Urumbatal in einer Mulde zwischen zwei Berggipfeln an der Grenze des Machtbereiches der Inkas. M.P. umfasst Tempel, Opferstätten, eine Sonnenwarte, Behausungen für etwa 10.000 Menschen und umfangreiche Feldbauterrassen, jedoch keine Befestigungsanlagen. Ihre Entstehungszeit ist unbekannt.- Wir fuhren in einem kleinen Personenzug auf einer einspurigen Eisenbahnlinie, die sich in steilen Spiralen von Cusco in das angrenzende Bergland hochschlängelt und dann durch das Urumbatal bis zur Haltestelle direkt unterhalb von Macho Picchu. Von dort wurden wir in einem kleinen Bus auf der steilen engen Schotterstraße zum Eingang hochgefahren. Die ganze Reise dauerte etwa zwei Stunden. Dann kletterten wir weitere zwei Stunden über zahllose Stufen durch die verfallene Inkastadt zu einer gründlichen Besichtigung der ganzen Ruine, wonach wir noch in einem kleinen Amphitheater dem Vortrag unseres Reiseführers zuhörten. Dann im Bus auf der schmalen Schotterstraße in zackigen Serpentinen hinunter zum Bahnhof, wobei einige von uns zu Fuß den Kletterpfad zwischen den Kurvenecken hinuntersprangen und längst vor dem Bus unten waren. Per Bahn zurück nach Cusco.
Cusco, auf 3380 m Höhe gelegen, war in vorspanischer Zeit Hauptstadt des Inkareiches; 1533 durch Pizarro erobert und zwei Jahre später durch den Inka Manco Capac niedergebrannt. Auf den mächtigen Trümmern bauten die Spanier die neue Stadt auf. Es ist Sitz eines katholischen Erzbischofs und einer 1795 gegründeten Universität, hat viele Kirchen und Klöster aus der spanischen Kolonialzeit.- Am nächsten Morgen spazierte unsere Touristengruppe durch die Stadt, um uns die schönen alten Gebäude anzuschauen. Einige Meter vor mir lief ein älteres Ehepaar, der Mann trug eine Reisetasche in der Hand. Plötzlich fiel der Inhalt aus dem Taschenboden auf die Erde. Blitzschnell klaubten ein paar kleine Jungens alles auf und verschwanden damit auf Nimmerwiedersehen. Einer von ihnen hatte zuvor genauso schnell und unbemerkt mit einem scharfen Messer den Taschenboden aufgeschlitzt. Fortan passten wir scharf auf unsere Siebensachen auf.-
Am nächsten Tag fuhren wir mit der Eisenbahn nach Puno. Durch ein breites Andental ging die Fahrt über einen flachen Hochgebirgspaß in eine lange Talebene mit einem Bach, der in den Titicacasee mündet. Die etwa 400 km lange Reise in großen Aussichtswagen dauerte wegen der geringen Durchschnittsgeschwindigkeit und vielen Stops an Indio-Dörfern den ganzen Tag lang, war aber bei strahlendem Sonnenschein ein schönes Erlebnis.
Am späten Abend fuhren wir in den Bahnhof von Puno ein, dem Endpunkt der Bahnlinie, wo wir in einem kleinen Hotel übernachteten.
Der Titicacasee ist mit 8300 km² der größte Hochlandsee der Erde, 3812 m ü.M., 17mal so groß wie der Bodensee. Etwa 3/5 des Sees im Westen und Norden gehören zu Peru, der Rest im Süden und Südosten zur Bolivien. Im Andenhochland südöstlich des Titicacasees in Bolivien finden sich Spuren des Tiatianaco-Kults aus der Vorinka-Zeit im ersten Jahrtausend n.Chr. auf einem Gebiet fast so groß wie Deutschland.-
Puno, Hauptstadt des gleichnamigen Departements, das überwiegend von Indios bewohnt ist, die in ihren Dörfern auf kleinen Äckern althergebrachten Hochgebirgsackerbau (auch Koka) und Viehzucht betreiben und am See auch vom Fischfang leben. Ihre bunten Trachten sind für Touristen sehenswert. Die Stadt Puno liegt an einer Bucht des Titicacasees, hat etwa 30.000 Einwohner, eine technische Universität und einen katholischen Bischof.-
Am nächsten Morgen fuhren wir in einem Ausflugsboot mehrere Stunden lang am Seeufer entlang und sahen dem Fischfang der Indios zu.- Der Titicacasee hat auf dem Andenhochland von Bolivien einen Abfluss zu dem über 200 km südlich gelegenen Pooposee, von dem es keinen Abfluss gibt, obwohl er aus weiteren Seen Zufluss hat. Der Wasserstand der Hochlandseen wird durch die Verdunstung bei der Sonneneinstrahlung konstant gehalten.-
Am Nachmittag fuhren wir mit der großen Personenfähre von Puno nach Guaqi in Bolivien am Südende des Titicacasees, den Eisenbahnendstationen in Peru und Bolivien, der einzigen großen Verkehrsverbindung zwischen den beiden Staaten, dann mit der Bahn nach La Paz, der bolivianischen Hauptstadt. Dort am nächsten Morgen im Bus eine Stadtrundfahrt und nachmittags durch Indiodörfer der Umgebung.-
Am nächsten Tag flogen wir mit einer kleinen Verkehrsmaschine über die Anden und das Paraguay-Flußland in die Hauptstadt Asuncion. Von dort gleich weiter per Bus in eine kleine Stadt am Paranafluß. Am nächsten Morgen liefen wir vom Hotel zum Hafen. Von dort ging es flussaufwärts in einem kleinen Ausflugsdampfer zu den berühmten Wasserfällen von Iguacu.
Unterhalb das Wasserfalls bildete der Fluss einen großen See auf dem unser Schiff lange umherkreuzte, so dass wir die herabstürzenden Wassermassen aus einigen 100 m Entfernung ausgiebig anschauen konnten.
Nach diesem Tagesausflug ging es zurück nach Asuncion, von wo wir am nächsten Tag mit einer Verkehrsmaschine nach Rio de Janeiro flogen.- Dort wurden wir in einem großen Hotel in der Nähe des Copacabana-Strands einquartiert. Unsere Gruppe bekam einen lokalen Fremdenführer, einen fröhlichen jungen Mann, der in einer deutschen Kolonie südlich von Rio de Janeiro zuhause war. Außer Portugiesisch und Englisch sprach er erstklassigen schwäbischen Dialekt, obwohl er nie in Deutschland war und dort keine Verwandten kennt. Seine Maxime war : Man darf die Dinge nicht so tragisch nehmen und das Leben fröhlich genießen.- Wir blieben zwei Tage in Rio, hatten auch Gelegenheit, im Atlantik zu baden, besichtigten Favelas, fuhren mit der Zahnrad- bahn hinauf zur 38 m hohen Christus-Figur auf dem 704 m hohen Corcovado und im Bus eine mehrstündige Stadtrundfahrt, auch in einem Motorboot eine Fahrt über die große innere Botafogo-Bucht und die noch größere Guanaboro Bucht, einer der größten und besten Naturhäfen der Welt, die mit modernen Kaianlagen auch für größere Überseeschiffe nutzbar ist.
Bogota ist mit knapp 2 Millionen Einwohnern Hauptstadt der Republick Kolumbien, auf einer baumlosen Hochebene der Anden 2640 m ü.M. gelegen. Die Stadt liegt am Fuße der steil aufsteigenden Bergzüge Monserrate (3165 m) und Guadelupe, die von Wallfahrtskapellen gekrönt sind.
Bogota ist Sitz des Staatspräsidenten, der Regierung, des Parlaments und eines katholischen Erzbischofs. Es gibt zwei Universitäten, Natur- und Kunst- Museum, Sternwarte, Botanischen Garten, Nationalbibliothek, Militärakademie und viele andere öffentliche Einrichtungen. Die Stadt ist Verkehrs-Knotenpunkt und Handelsmittelpunkt des Landes, ebenso wichtiger Industrie-Standort.
Wegen Erdbebengefahr wurden früher nur einstöckige Stein und Lehmhäuser errichtet. Heute gibt es moderne viel-stöckige Stahlbetonbauten.
Vom Flughafen wurden wir per Bus in ein einfaches Hotel gebracht, wo wir zweimal übernachteten.
In der Nähe gab es eine große Stierkampf-Arena.
Es war später Nachmittag und ich machte noch einen Spaziergang dorthin. Da gerade eine Schau beendet war, strömten mir die Zuschauermassen entgegen. Mir schien, als hätte ich noch nie in einer Menschenmenge die Gesichtszüge und Hautfarben so viel unterschiedlicher Rassen gesehen.- Erst seit Kolumbus mischten sich zahllose meist südeuropäische Einwanderer mit den Menschen der alten Hochkulturen Südamerikas.-
Am nächsten Morgen machten wir eine Busfahrt hinunter in seine breite fruchtbare Talebene westlich von Bogota, wo wir u.a. eine große Blumenfarm besichtigten, die Schnittblumen, vor allem Rosen, für den Export nach Europa produziert.-
Kolumbien ist gut dreimal so groß wie Deutschland, die Hälfte des Landes im Quelltiefland des Rio Negro, Hauptzufluß des Amazonas. Zwischen Äquator und 10. Grad nördlicher Breite gelegen, gibt es kaum jahreszeitliche Unterschiede in der Tropen- Lage. Die Mehrzahl der über 37 Millionen Einwohner lebt in den Hochebenen der nördlichen Anden-Ausläufer, da dort ein erträglicheres Klima herrscht.
Am Nachmittag noch eine Busrundfahrt durch Bogota.--
Am nächsten Morgen ging es per Flugzeug nach Lima, der Hauptstadt Perus.
Das Land ist noch etwas größer als Kolumbien, 1/3 davon im Anden Gebirge mit einer schmalen 2200 Kilometer langen meist wüstenhaften Küstenebene am Pazifik, ebenso wie das Hochland La Montana im Osten der Anden.
Der vergletscherte Doppelgipfel der Nevada de Huascaran ist mit 6768 m und 6655 m der höchste Berg der tropischen Anden. 1/3 im Nordwesten gehört zum tropischen Quellgebiet des Amazonas. Peru hat über 15 Millionen Einwohner, die Mehrheit davon Indios. In Lima machten wir einen Stadtrundgang und dann eine Busfahrt zu einer großen Indiosiedlung in der Nähe der Hauptstadt, einem Sozial-Projekt des damaligen Staatspräsidenten japanischer Herkunft. Am nächsten Tag flogen wir nach Cusco, eine Departementshauptstadt mit 70.000 Einwohnern, darunter ihre Indios,, und viel Touristenverkehr im Anden Hochland.
In der Umgebung gibt es einige alte Inka Anlagen und vor allem die besterhaltene in Macho Picchu. Sie wurde erst 1911 von Hiram Bingham entdeckt. Die Ruinenstadt liegt hoch über dem Urumbatal in einer Mulde zwischen zwei Berggipfeln an der Grenze des Machtbereiches der Inkas. M.P. umfasst Tempel, Opferstätten, eine Sonnenwarte, Behausungen für etwa 10.000 Menschen und umfangreiche Feldbauterrassen, jedoch keine Befestigungsanlagen. Ihre Entstehungszeit ist unbekannt.- Wir fuhren in einem kleinen Personenzug auf einer einspurigen Eisenbahnlinie, die sich in steilen Spiralen von Cusco in das angrenzende Bergland hochschlängelt und dann durch das Urumbatal bis zur Haltestelle direkt unterhalb von Macho Picchu. Von dort wurden wir in einem kleinen Bus auf der steilen engen Schotterstraße zum Eingang hochgefahren. Die ganze Reise dauerte etwa zwei Stunden. Dann kletterten wir weitere zwei Stunden über zahllose Stufen durch die verfallene Inkastadt zu einer gründlichen Besichtigung der ganzen Ruine, wonach wir noch in einem kleinen Amphitheater dem Vortrag unseres Reiseführers zuhörten. Dann im Bus auf der schmalen Schotterstraße in zackigen Serpentinen hinunter zum Bahnhof, wobei einige von uns zu Fuß den Kletterpfad zwischen den Kurvenecken hinuntersprangen und längst vor dem Bus unten waren. Per Bahn zurück nach Cusco.
Cusco, auf 3380 m Höhe gelegen, war in vorspanischer Zeit Hauptstadt des Inkareiches; 1533 durch Pizarro erobert und zwei Jahre später durch den Inka Manco Capac niedergebrannt. Auf den mächtigen Trümmern bauten die Spanier die neue Stadt auf. Es ist Sitz eines katholischen Erzbischofs und einer 1795 gegründeten Universität, hat viele Kirchen und Klöster aus der spanischen Kolonialzeit.- Am nächsten Morgen spazierte unsere Touristengruppe durch die Stadt, um uns die schönen alten Gebäude anzuschauen. Einige Meter vor mir lief ein älteres Ehepaar, der Mann trug eine Reisetasche in der Hand. Plötzlich fiel der Inhalt aus dem Taschenboden auf die Erde. Blitzschnell klaubten ein paar kleine Jungens alles auf und verschwanden damit auf Nimmerwiedersehen. Einer von ihnen hatte zuvor genauso schnell und unbemerkt mit einem scharfen Messer den Taschenboden aufgeschlitzt. Fortan passten wir scharf auf unsere Siebensachen auf.-
Am nächsten Tag fuhren wir mit der Eisenbahn nach Puno. Durch ein breites Andental ging die Fahrt über einen flachen Hochgebirgspaß in eine lange Talebene mit einem Bach, der in den Titicacasee mündet. Die etwa 400 km lange Reise in großen Aussichtswagen dauerte wegen der geringen Durchschnittsgeschwindigkeit und vielen Stops an Indio-Dörfern den ganzen Tag lang, war aber bei strahlendem Sonnenschein ein schönes Erlebnis.
Am späten Abend fuhren wir in den Bahnhof von Puno ein, dem Endpunkt der Bahnlinie, wo wir in einem kleinen Hotel übernachteten.
Der Titicacasee ist mit 8300 km² der größte Hochlandsee der Erde, 3812 m ü.M., 17mal so groß wie der Bodensee. Etwa 3/5 des Sees im Westen und Norden gehören zu Peru, der Rest im Süden und Südosten zur Bolivien. Im Andenhochland südöstlich des Titicacasees in Bolivien finden sich Spuren des Tiatianaco-Kults aus der Vorinka-Zeit im ersten Jahrtausend n.Chr. auf einem Gebiet fast so groß wie Deutschland.-
Puno, Hauptstadt des gleichnamigen Departements, das überwiegend von Indios bewohnt ist, die in ihren Dörfern auf kleinen Äckern althergebrachten Hochgebirgsackerbau (auch Koka) und Viehzucht betreiben und am See auch vom Fischfang leben. Ihre bunten Trachten sind für Touristen sehenswert. Die Stadt Puno liegt an einer Bucht des Titicacasees, hat etwa 30.000 Einwohner, eine technische Universität und einen katholischen Bischof.-
Am nächsten Morgen fuhren wir in einem Ausflugsboot mehrere Stunden lang am Seeufer entlang und sahen dem Fischfang der Indios zu.- Der Titicacasee hat auf dem Andenhochland von Bolivien einen Abfluss zu dem über 200 km südlich gelegenen Pooposee, von dem es keinen Abfluss gibt, obwohl er aus weiteren Seen Zufluss hat. Der Wasserstand der Hochlandseen wird durch die Verdunstung bei der Sonneneinstrahlung konstant gehalten.-
Am Nachmittag fuhren wir mit der großen Personenfähre von Puno nach Guaqi in Bolivien am Südende des Titicacasees, den Eisenbahnendstationen in Peru und Bolivien, der einzigen großen Verkehrsverbindung zwischen den beiden Staaten, dann mit der Bahn nach La Paz, der bolivianischen Hauptstadt. Dort am nächsten Morgen im Bus eine Stadtrundfahrt und nachmittags durch Indiodörfer der Umgebung.-
Am nächsten Tag flogen wir mit einer kleinen Verkehrsmaschine über die Anden und das Paraguay-Flußland in die Hauptstadt Asuncion. Von dort gleich weiter per Bus in eine kleine Stadt am Paranafluß. Am nächsten Morgen liefen wir vom Hotel zum Hafen. Von dort ging es flussaufwärts in einem kleinen Ausflugsdampfer zu den berühmten Wasserfällen von Iguacu.
Unterhalb das Wasserfalls bildete der Fluss einen großen See auf dem unser Schiff lange umherkreuzte, so dass wir die herabstürzenden Wassermassen aus einigen 100 m Entfernung ausgiebig anschauen konnten.
Nach diesem Tagesausflug ging es zurück nach Asuncion, von wo wir am nächsten Tag mit einer Verkehrsmaschine nach Rio de Janeiro flogen.- Dort wurden wir in einem großen Hotel in der Nähe des Copacabana-Strands einquartiert. Unsere Gruppe bekam einen lokalen Fremdenführer, einen fröhlichen jungen Mann, der in einer deutschen Kolonie südlich von Rio de Janeiro zuhause war. Außer Portugiesisch und Englisch sprach er erstklassigen schwäbischen Dialekt, obwohl er nie in Deutschland war und dort keine Verwandten kennt. Seine Maxime war : Man darf die Dinge nicht so tragisch nehmen und das Leben fröhlich genießen.- Wir blieben zwei Tage in Rio, hatten auch Gelegenheit, im Atlantik zu baden, besichtigten Favelas, fuhren mit der Zahnrad- bahn hinauf zur 38 m hohen Christus-Figur auf dem 704 m hohen Corcovado und im Bus eine mehrstündige Stadtrundfahrt, auch in einem Motorboot eine Fahrt über die große innere Botafogo-Bucht und die noch größere Guanaboro Bucht, einer der größten und besten Naturhäfen der Welt, die mit modernen Kaianlagen auch für größere Überseeschiffe nutzbar ist.
2008.09.13, 10:00
bi_auf malta mit dem rad
Am 14. Mai 1988 flog ich von München für eine Woche nach Malta.
Christian fuhr mich mit meinem Auto zum Münchener Flughafen und holte mich dort auch wieder ab.
Da ich nur einen kleinen Rucksack mitnahm, konnte ich mein gelbes Klapprad im zulässigen Fluggepäck kostenlos mitnehmen. Also begann meine Radtour über die Insel und zur kleinen Nachbarinsel Gozo direkt am Flugplatz.
Es fing gut an - nach 5 Kilometern war mein Vorderreifen platt. Aber ich hatte Notwerkzeug, Flickzeug und Luftpumpe dabei. Ich lehnte mein Radl an ein altes Mäuerchen neben der Straße und war nach einer halben Stunde wieder marschbereit.
Wie in Südafrika hatte ich Glück: während der ganzen Reise kein Regen und meist Sonnenschein. Auf der guten Asphaltstraße mit wenig Verkehr radelte ich gemütlich durch den Ort Mosta und die fruchtbare Landschaft zum Städtchen Mellieha, wo ich in einer sauberen Herberge in einem Vierbettzimmer eine billige Übernachtungs-möglichkeit fand.
Als einziger Gast in meiner Schlafstube im ersten Stock konnte ich in der Dämmerung aus dem Fenster dem abendlichen Leben und Treiben in der Kleinstadt zuschauen. Neben den schummrigen Straßenlaternen leuchteten an vielen Stellen Kerzen und Öllampen. In der Nähe spielte eine kleine Straßenkapelle und nah und fern hörte man Volkslieder und andere Musik.
Am nächsten Morgen radelte ich die 4 km hinunter zum kleinen Hafenort Marfa am Nord-West Zipfel Maltas an der nur gut 5 km breiten Meerenge zwischen den Malteser Inseln. Von dort ging mehrmals am Tag eine kleine Fähre für Fußgänger und Radfahrer kostenlos mit kurzem Zwischenstopp an dem Mini- Inselchen Comino hinüber zum Hafenort Mgarr auf der Schwesterinsel Gozo.
Dort radelte ich auf der Asphaltstraße leicht bergauf zum Dörfchen Nadur wo ich bei einer Familie in ihrem Bauernhaus eine Dachkammer mit leinenbezogenen Bett nebst Nachttisch mit Lampe fand.
Soviel ich mich erinnere, zahlte ich dafür umgerechnet nur zwei DM pro Nacht und bekam dazu noch gratis eine Tasse heiße Schokolade morgens und abends.-
Gozo ist etwa 12 km lang und 6 km breit, also viel kleiner als Malta. Etwa 30.000 Einwohner, 7000 davon in der Inselhauptstadt Victoria, die auch Bischofsitz ist.-
Ich radelte am selben Morgen gleich dorthin, wo ich in einem Supermarkt Marschverpflegung einkaufte. Nur fünf km weiter auf guten Fahrradwegen war ich am Nordwestende von Gozo, wo die Mittelmeerwellen gegen das felsige Steilufer plätschern.
Weit und breit waren weder Häuser noch Menschen zu sehen. Im warmen Sonnenwetter genoss ich Stille und Einsamkeit und den weiten Blick aufs Meer und verzehrte meine Käsebrote. Eine Flasche mit Wasser hatte ich immer in meinem Brotbeutel dabei. Nach der Mittagspause radelte ich zurück nach Viktoria und von dort auf der kleinen Asphaltstraße nach Marsalforn, einem Fischerdörfchen am Nordufer von Goso.
Da auf Malta Englisch neben Maltesisch amtliche Landessprache ist, unterhielt ich mich auch dort mit den Fischern, wo damals noch kaum Touristen zu sehen waren. Es gibt auch viel Landwirtschaft auf der Insel (Getreide, Baumwolle und Viehzucht) und Spitzenklöppelei. Als ich abends müde in mein Nachtquartier kam, war es schon dunkel und nach einer Käsestulle zum Kakao ging ich schlafen.
Am nächsten Tag erkundete ich dann den Südteil der Insel. Dieser ist von einer über 100 m hohen Hügelkette durchzogen (der höchste Berg 190 m hoch), so dass ich von Victoria aus auf der schmalen, kurvigen Bergstraße ordentlich in die Pedale treten musste. Von der Höhe hatte man eine herrliche Aussicht auf die Insel und das Meer. Außerdem gibt es dort oben jungsteinzeitliche Kultbauten der Torre dei Giganti (damals waren die Inseln wohl schon dicht besiedelt mit hoch- stehender Kultur), die durch Einwanderer aus Süditalien um 1500 v. Chr. vernichtet wurde. Daneben waren, umgeben von einer manshohen Mauer, moderne Ferienclubhäuser in großen, gepflegten Parkanlagen, durch die ich als Besucher spazieren durfte.-
Während Malta in vorchristlicher Zeit ausschließlich von Arabern bewohnt war, sind die Malteser heute ein Mischvolk aus frühen Bewohnern, Sizilianern, Italienern, Franzosen und Engländern, wobei das romantische Element im Volkstum überwiegt, und fast ausschließlich katholisch ist.-
Kein EU-Land hat in seiner Geschichte so viel kriegerische Besucher gehabt wie Malta.
Phönizier und Karthager beherrschten die Inseln, seit 21 will 8 v. Chr. waren sie römisch, nach 395 n.Chr. oströmisch. In der Völkerwanderungszeit wurden sie von Wandalen, dann von Ostgoten besetzt, 533 für das Byzantinische Reich zurückerobert.
Die arabische Herrschaft (870 bis 1090) beeinflusste nachhaltig Volkstum und Sprache. 1090 eroberte Graf Roger von Sizilien die Inselgruppe aber erst nach 1240 unter Friedrich II wurden die Araber vertrieben. Selbst der Johanniter- Orden, 1530 von Kaiser Karl V. als Lehnsherr eingesetzt, der heute bei uns Hilfsdienste für die Menschen leistet, kämpfte auf Malta gegen die Türken. Sein Großmeister J. DE LA VALETTE gründete 1566 die Hauptstadt Valetta. 1798 kam Napoleon, im Pariser Frieden 1804 wurde Malta britische Kronkolonie, und erst am 21.9. 1964. unabhängiges Mitglied des Commonwealth.--
Ich blieb bis zum späten Nachmittag dort oben, radelte dann noch zum Kap Wardija und durch Viktoria und das Dorf Xaghra nach Nadur zu meiner schönen Schlafkammer. Am nächsten Morgen bestieg ich in Mgarr die große Autofähre, die von dort einmal täglich direkt nach Valetta und zurück fährt. Nach einer Stadtrundfahrt radelte ich von dort durch den Südosten der Insel, wo es viele Gärtnereien und Gewächshäuser gibt. Am langen Badestrand der großen Bucht Marsa Scirocco, nebst gleichnamiger Stadt, waren in der Mittagssonne Wasser und Luft genug erwärmt, um in beiden Medien ein ausgiebiges Bad zu nehmen. Erst am Nachmittag radelte ich weiter zur Küste im Südwesten, die vom meist flachen Agrarland Maltas - die höchte Erhebung beträgt 253 m.ü.M. - als felsiges Steilufer um die ganze Insel herum ins Meer fällt, unterbrochen von kleinen Sandbuchten oder guten Naturhäfen.
Christian fuhr mich mit meinem Auto zum Münchener Flughafen und holte mich dort auch wieder ab.
Da ich nur einen kleinen Rucksack mitnahm, konnte ich mein gelbes Klapprad im zulässigen Fluggepäck kostenlos mitnehmen. Also begann meine Radtour über die Insel und zur kleinen Nachbarinsel Gozo direkt am Flugplatz.
Es fing gut an - nach 5 Kilometern war mein Vorderreifen platt. Aber ich hatte Notwerkzeug, Flickzeug und Luftpumpe dabei. Ich lehnte mein Radl an ein altes Mäuerchen neben der Straße und war nach einer halben Stunde wieder marschbereit.
Wie in Südafrika hatte ich Glück: während der ganzen Reise kein Regen und meist Sonnenschein. Auf der guten Asphaltstraße mit wenig Verkehr radelte ich gemütlich durch den Ort Mosta und die fruchtbare Landschaft zum Städtchen Mellieha, wo ich in einer sauberen Herberge in einem Vierbettzimmer eine billige Übernachtungs-möglichkeit fand.
Als einziger Gast in meiner Schlafstube im ersten Stock konnte ich in der Dämmerung aus dem Fenster dem abendlichen Leben und Treiben in der Kleinstadt zuschauen. Neben den schummrigen Straßenlaternen leuchteten an vielen Stellen Kerzen und Öllampen. In der Nähe spielte eine kleine Straßenkapelle und nah und fern hörte man Volkslieder und andere Musik.
Am nächsten Morgen radelte ich die 4 km hinunter zum kleinen Hafenort Marfa am Nord-West Zipfel Maltas an der nur gut 5 km breiten Meerenge zwischen den Malteser Inseln. Von dort ging mehrmals am Tag eine kleine Fähre für Fußgänger und Radfahrer kostenlos mit kurzem Zwischenstopp an dem Mini- Inselchen Comino hinüber zum Hafenort Mgarr auf der Schwesterinsel Gozo.
Dort radelte ich auf der Asphaltstraße leicht bergauf zum Dörfchen Nadur wo ich bei einer Familie in ihrem Bauernhaus eine Dachkammer mit leinenbezogenen Bett nebst Nachttisch mit Lampe fand.
Soviel ich mich erinnere, zahlte ich dafür umgerechnet nur zwei DM pro Nacht und bekam dazu noch gratis eine Tasse heiße Schokolade morgens und abends.-
Gozo ist etwa 12 km lang und 6 km breit, also viel kleiner als Malta. Etwa 30.000 Einwohner, 7000 davon in der Inselhauptstadt Victoria, die auch Bischofsitz ist.-
Ich radelte am selben Morgen gleich dorthin, wo ich in einem Supermarkt Marschverpflegung einkaufte. Nur fünf km weiter auf guten Fahrradwegen war ich am Nordwestende von Gozo, wo die Mittelmeerwellen gegen das felsige Steilufer plätschern.
Weit und breit waren weder Häuser noch Menschen zu sehen. Im warmen Sonnenwetter genoss ich Stille und Einsamkeit und den weiten Blick aufs Meer und verzehrte meine Käsebrote. Eine Flasche mit Wasser hatte ich immer in meinem Brotbeutel dabei. Nach der Mittagspause radelte ich zurück nach Viktoria und von dort auf der kleinen Asphaltstraße nach Marsalforn, einem Fischerdörfchen am Nordufer von Goso.
Da auf Malta Englisch neben Maltesisch amtliche Landessprache ist, unterhielt ich mich auch dort mit den Fischern, wo damals noch kaum Touristen zu sehen waren. Es gibt auch viel Landwirtschaft auf der Insel (Getreide, Baumwolle und Viehzucht) und Spitzenklöppelei. Als ich abends müde in mein Nachtquartier kam, war es schon dunkel und nach einer Käsestulle zum Kakao ging ich schlafen.
Am nächsten Tag erkundete ich dann den Südteil der Insel. Dieser ist von einer über 100 m hohen Hügelkette durchzogen (der höchste Berg 190 m hoch), so dass ich von Victoria aus auf der schmalen, kurvigen Bergstraße ordentlich in die Pedale treten musste. Von der Höhe hatte man eine herrliche Aussicht auf die Insel und das Meer. Außerdem gibt es dort oben jungsteinzeitliche Kultbauten der Torre dei Giganti (damals waren die Inseln wohl schon dicht besiedelt mit hoch- stehender Kultur), die durch Einwanderer aus Süditalien um 1500 v. Chr. vernichtet wurde. Daneben waren, umgeben von einer manshohen Mauer, moderne Ferienclubhäuser in großen, gepflegten Parkanlagen, durch die ich als Besucher spazieren durfte.-
Während Malta in vorchristlicher Zeit ausschließlich von Arabern bewohnt war, sind die Malteser heute ein Mischvolk aus frühen Bewohnern, Sizilianern, Italienern, Franzosen und Engländern, wobei das romantische Element im Volkstum überwiegt, und fast ausschließlich katholisch ist.-
Kein EU-Land hat in seiner Geschichte so viel kriegerische Besucher gehabt wie Malta.
Phönizier und Karthager beherrschten die Inseln, seit 21 will 8 v. Chr. waren sie römisch, nach 395 n.Chr. oströmisch. In der Völkerwanderungszeit wurden sie von Wandalen, dann von Ostgoten besetzt, 533 für das Byzantinische Reich zurückerobert.
Die arabische Herrschaft (870 bis 1090) beeinflusste nachhaltig Volkstum und Sprache. 1090 eroberte Graf Roger von Sizilien die Inselgruppe aber erst nach 1240 unter Friedrich II wurden die Araber vertrieben. Selbst der Johanniter- Orden, 1530 von Kaiser Karl V. als Lehnsherr eingesetzt, der heute bei uns Hilfsdienste für die Menschen leistet, kämpfte auf Malta gegen die Türken. Sein Großmeister J. DE LA VALETTE gründete 1566 die Hauptstadt Valetta. 1798 kam Napoleon, im Pariser Frieden 1804 wurde Malta britische Kronkolonie, und erst am 21.9. 1964. unabhängiges Mitglied des Commonwealth.--
Ich blieb bis zum späten Nachmittag dort oben, radelte dann noch zum Kap Wardija und durch Viktoria und das Dorf Xaghra nach Nadur zu meiner schönen Schlafkammer. Am nächsten Morgen bestieg ich in Mgarr die große Autofähre, die von dort einmal täglich direkt nach Valetta und zurück fährt. Nach einer Stadtrundfahrt radelte ich von dort durch den Südosten der Insel, wo es viele Gärtnereien und Gewächshäuser gibt. Am langen Badestrand der großen Bucht Marsa Scirocco, nebst gleichnamiger Stadt, waren in der Mittagssonne Wasser und Luft genug erwärmt, um in beiden Medien ein ausgiebiges Bad zu nehmen. Erst am Nachmittag radelte ich weiter zur Küste im Südwesten, die vom meist flachen Agrarland Maltas - die höchte Erhebung beträgt 253 m.ü.M. - als felsiges Steilufer um die ganze Insel herum ins Meer fällt, unterbrochen von kleinen Sandbuchten oder guten Naturhäfen.
2008.09.11, 16:46
bi-der oranje, die buren und das kap der stürme
Von dort ging es südwärts zum Oranjefluss, der die Grenze zwischen Süd-Afrika und Namibia bildet.---
Im 17. Jahrhundert siedelten am Oranje die ersten Buren (niederl.= Bauern), von denen ich in der Freischar gehört hatte, und die ich damals als Junge ob ihrer Neugier und ihres Wagemuts bewunderte.
Es waren die jungen Söhne und Töchter auf den Bauernhöfen in Holland, Ostfriesland und Flandern, die hinaus mussten in die Ferne, denn nur der Älteste konnte den Hof erben, und es gab noch keinen Kunstdünger für größere Ernten, und auch noch keine Industrie mit viel Arbeitsplätzen, kein freies Land mehr, - auch Hugenotten, die aus dem katholischen Frankreich flohen.
In dem einfachen natürlichen Leben damals wurden mehr Kinder geboren als in unserem heutigen Wellness-Paradies. Und da sie nahe am Meer wohnten, bestiegen sie die Schiffe der Niederländisch-Ostindischen Compagnie, und fanden beim Zwischenstopp in Südafrika neues Land.
Der Oranje-Freistaat wurde zwar erst fast 200 Jahre später errichtet, aber 1652 gründete Jan van Riebeek Kapstadt als Versorgungs-Station für Schiffe der Niederländisch-Ostindischen Compagnie.
Im westlichen Kapland lebten damals einige wenige Nama (Hottentotten) und Buschmänner. Weiße und Bantu erreichten etwa zur gleichen Zeit den Kernraum der heutigen Republik Südafrika. Die weißen Siedler (Buren) brachten Sklaven aus anderen Teilen Afrikas und aus Niederländisch-Indien mit.
An den Grenzen stießen die Weißen zunächst vor allem mit Xhosa, seit 1779 in mehreren "Kaffern-Kriegen", zusammen.
Davor hatten in den "Zulu-Kriegen" die schwarzen Volksstämme sich häufig selbst dezimiert.-
Die burischen Siedlungen im Kapland blieben bis 1795 unter der Verwaltung der Niederländisch-Ostindischen Compagnie, waren dann selbstständig.
Nach Bekanntwerden der Gold- und Diamantenfunde im Kapland kamen immer mehr Einwanderer aus Großbritannien, das auch kleine Militäreinheiten zum Schutz ihrer Landsleute schickte.
1806 wurde die Kapprovinz britische Kolonie, 1827 Englisch alleinige Amtssprache und 1834 von Großbritannien die Sklaven-Befreiung verfügt.
Dadurch wurde der landwirtschaftlichen Lebensweise der Buren die Grundlage entzogen. Denn bei Ackerbau und Viehzucht hatten sie Sklaven, wie es ja früher in Europa Leibeigene gab und später Knechte auf den Bauernhöfen. Im Großen Treck 1835-38 zogen die meisten Buren ins östliche und nördliche Hinterland (Natal und Transvaal). Kleine kriegerische Auseinandersetzungen fanden in der Kapprovinz immer wieder statt, zuerst zwischen Weißen und schwarzen Volksstämmen (Bantu), dann aber vor allem in den "Burenkriegen" 1880/81, 1899-1902 und 1910 zwischen Buren und Briten.
Cecil Rhodes wollte in Afrika ein zusammenhängendes britisches Kolonialreich zwischen Kapstadt und Kairo schaffen und eroberte auch Rhodesien, das heutige Simbabwe, und Botswana.
1886 wurden in Transvaal die Gold-Bergwerke am Witwatersrand eröffnet und Johannesburg gegründet.
Erst 1925 wurde die Burensprache „Afrikaans“ , ein holländischer Burendialekt, als zweite Amtssprache eingeführt.
Das Anwachsen der schwarzafrikanischen Bevölkerung in der Kapprovinz zerstörte die dort vorhandenen Ansätze zu einer politischen Gleichberechtigung der Rassen:
1887 verloren die meisten schwarzafrikanischen Landbesitzer das Wahlrecht.
Erst als die britische Regierung am 31.5.1910 die Südafrikanische Union als Dominiums des Britischen Reiches zusammenschloss, erlangte diese völlige innere Autonomie.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebten in Südafrika etwa gleichviel Buren und Briten, in den ländlichen Regionen mehr Buren, in den Städten mehr Briten.
Währenddessen wuchs die schwarze Bevölkerung auf ein Vielfaches der Weißen, wodurch diese ihre sieben Gegensätze vergaßen und sich politisch einten.
Ab 1911 setzte vor allem durch die Buren die rassistische Apartheits- Politik ein, gegen die der ANC (Mandelas Partei der Schwarzafrikaner) erbitterten, seit 1960 auch bewaffneten Widerstand leistete.
1939 erklärte der burische Ministerpräsident Smuts im Gefolge der Briten Deutschland auch den Krieg.
1989 begann eine Politik der Versöhnung, die 1993 zur Verabschiedung einer neuen Verfassung und zur Abschaffung der Rassendiskriminierung führte.
In Südafrika gibt es zwei autonome konstitutionelle Monarchien mit schwarzer Bevölkerung, in denen sie schon immer volle Bürgerrechte genießen: im 19. Jahrhundert entstand das Königreich der Basotho (im südöstlichen Berghochland, mit 6 Gipfeln, 3100 bis 3500 meter hoch, fast quadratisch, von Südafrika umschlossen, beinahe so groß wie Baden-Württemberg.
Es wurde nach der britischer Kolonialherrschaft 1966 mit dem Namen Lesotho konstitutionelle Monarchie im Commonwealth, ebenso das nur gut halb so große in Südafrika an der Grenze zu Mosambik liegende Swasiland, das seit Mitte des 18. Jahrhunderts vom Bantu-Volk der Swasi besiedelt worden war, bevor 1868 die ersten Buren und ab 1877 die Engländer ins Land kamen.
Das 1907 zum britischen Protektorat ernannte Swasiland wurde 1968 zur konstitutionellen Monarchie im Commmonwealth. Damit erhielten alle Einwohner in beiden Staaten das volle Bürgerrecht wie in Südafrika erst 1993, gleich ob schwarz oder weiß.
Schon seit vielen Jahrhunderten waren dunkelhäutige Menschen vereinzelt in kleinen Gruppen aus der Mitte Afrikas in dieses Gebiet gezogen und wanderten hier als Nomaden umher. Fast erst zur gleichen Zeit als weiße Einwanderer auf Schiffen aus Europa in Südfafrika landeten, kamen größere Bantu sprechende Völker von Norden in dieses Gebiet.--------------------------------
Der Oranje ist der größte Fluss Südafrikas.
Er entspringt in Lesotho an der Nordostgrenze an dem 3299 m hohen Berg Mont aux Sources, fließt durch das Gebirgsland südwärts bis fast zur Südostgrenze Lesothos, dann nach Westen über die Grenze nach Südafrika und durchquert das ganze Land in großen Bögen bis zu seiner Mündung im Atlantik, besonders im Hochland durch viele Nebenflüße gespeist.
An der Grenze zu Namibia durchfließt er tiefe Schluchten, aber auch, weite Täler mit fruchtbaren Ackerflächen, ebenso an der Mündung.
Meine Straße nach Kapstadt bog bald wieder ab aufs hohe Ufer durch vegetationslose Ebenen, dann aber wieder hinunter in die Küstenebene mit fruchtbarem Bauernland.
In Kapstadt machte ich mit meinem Auto zuerst eine Stadtrundfahrt, auch durch das große Schwarzenviertel. Damals herrschte zwar noch Apartheid, aber es herrschte schon ein Klima der Versöhnung und alle Schwarzafrikaner begegneten mir sehr freundlich.-
Am nächsten Morgen fuhr ich mit der Seilbahn auf die Tafelberg, von wo aus man eine herrliche Aussicht auf die Stadt, das Meer und die weite Landschaft im Nordosten hat. Über die vielen Wanderwege auf dem weiten Bergplateau lief ich stundenlang herum.
Da in dem ständigen Seewind nur sturmgekrümmte Zwergkiefern und Büsche wuchsen, hatte man nach allen Richtungen eine weite Fernsicht.
-Während meiner ganzen Reise war meist wunderschönes Sonnenwetter.-
Von Kapstadt führt eine Autostraße zum Kap der Guten Hoffnung, die in einen großen Parkplatz mündet, dann noch einige Treppen zu Fuß zum großen Aussichtspunkt über den Südatlantik.
Der portugiesische Seefahrer Bartholomeu Diaz hatte im Sommer 1487 dieses Kap umsegelt und es Kap der Stürme genannt nach dem Wetter, das er dort vorfand.
Erst später wurde es vom portugiesischen König in Kap der Guten Hoffnung umbenannt.
Auf kleinen Straßen fuhr ich dann zurück am Ostufer der schmalen Halbinsel, um die Valsbaai-Bucht herum und weiter am Ufer der Kapprovinz entlang Richtung Osten.
Nach knapp 200 km erreichte ich dann den südlichsten Punkt Afrikas am Kap Agulhas, der nur durch den großen Gedenkstein an einer weiten Uferrundung und ein verrostetes Schiffswrack, dessen Bug auf den Strand aufgelaufen lag, gekennzeichnet war.
Die meist weiten fruchtbaren Ebenen der Kapprovinz am indischen Ozean produzieren auf wohlhabenden Farmen Südfrüchte und Getreide.
Weingüter sind für ihre ausgezeichneten Weine bekannt, wo ich auch einige Male kleine Kostproben genoß.
Nach einigen kreuz-und-quer-Fahrten erreichte ich Port Elisabeth, die große Hafenstadt mit viel Industrie und britischem Charakter, ebenso wie danach East London. Dann fuhr ich wieder landeinwärts und durch das Königreich Lesotho auf einer der dort seltenen schmalen Autostraßen.
Öfter saßen da alte Frauen am Straßenrand und hielten ihre wenigen Feldfrüchte feil. Einmal hielt ich an und tauschte gegen ein Brot zwei große Ananas ein. Dort war Tauschhandel üblich.
Da es im Königreich fast keine Jobs gab, gingen die jungen Männer nach Südafrika in den Gold- und Diamanten-Minen arbeiten und kamen nur ein bis zwei Mal im Monat, um das Geld zum Unterhalt ihrer Familien nachhause zu bringen.-
Das pro-Kopf-Einkommen in Lesotho ist eines der niedrigsten in ganz Afrika.-
Von den hohen Bergen fuhr ich über Pietermaritzburg wieder hinunter an den indischen Ozean nach Durban, der größten Hafenstadt Südafrikas am indischen Ozean.
Ich wanderte durch die Hafenanlagen und fuhr dann zu den großen Badestrandanlagen im Nordteil der Stadt.
Ich lief auf der kilometerlangen Promenade entlang, auch über die kleine Brücke wo vor einigen Jahren ein deutscher Tourist erstochen wurde.
Gleich daneben saßen "Mamas" (alte Negerfrauen) im Schneidersitz auf ihren großen Decken und boten darauf den Passanten ihre Souveniers an, meist selbst geschnitzten und bemalte Holzfiguren.
Ich kaufte einen schönen Ledergürtel, in den kleine Elefanten-Figuren eingraviert von waren.
Ich badete auch abends und morgens im Meer und hatte nicht im geringsten ein bedrohliches Gefühl.
Weiter ging es auf der Küstenstraße bis Tugela.
Dort bog die Straße nach Westen ins Inland Richtung Johannesburg ab.
Also fuhr ich wieder ins Hochland der Natal Provinz. Dort war die Vegetation deutlich magerer als auf den fruchtbaren Küstenebenen des Landes.
In dem 1000 m hoch gelegenen Ort Ladysmith wurde die fällige Inspektion meines Autos in der Avis-Filiale schnell und ordentlich durchgeführt.
Bergspitzen mit über 2000 m Höhe ragten nicht weit von der Straße empor. Ich fuhr langsam äääääääääääääääääääääund gemütlich durch die Gegend, in der es nicht viel Autoverkehr, kleine Bauernhöfe, wenig Industrie und viel Ödland gab.
In den Ballungsgebieten von Transvaal nahm der Straßenverkehr wieder deutlich zu.
Auf einem Stück vierspurige Autostraße hatte ich ein Verkehrszeichen übersehen und wurde von einer Polizeistreife angehalten.
Als sie meinen deutschen Führerschein kontrollierten, erklärten sie diesen für ungültig und nahmen mich mit zur Polizeistation.
Nach langem Palawer und drei Stunden Wartezeit durfte ich aber weiterfahren.
In der Hauptstadt Pretoria wanderte ich durch die großen Parkanlagen, vorbei an den prachtvollen Regierungsbauten und weiter durch das luxuriöse Botschafter- und Beamten Viertel. Danach noch eine Stadtrundfahrt, die ich in die große Geschäftsstadt Johannesburg fuhr.
Nach drei Wochen war von dort einen Tag später auch mein Heimflug über Nairobi und Athen fällig.---
Im 17. Jahrhundert siedelten am Oranje die ersten Buren (niederl.= Bauern), von denen ich in der Freischar gehört hatte, und die ich damals als Junge ob ihrer Neugier und ihres Wagemuts bewunderte.
Es waren die jungen Söhne und Töchter auf den Bauernhöfen in Holland, Ostfriesland und Flandern, die hinaus mussten in die Ferne, denn nur der Älteste konnte den Hof erben, und es gab noch keinen Kunstdünger für größere Ernten, und auch noch keine Industrie mit viel Arbeitsplätzen, kein freies Land mehr, - auch Hugenotten, die aus dem katholischen Frankreich flohen.
In dem einfachen natürlichen Leben damals wurden mehr Kinder geboren als in unserem heutigen Wellness-Paradies. Und da sie nahe am Meer wohnten, bestiegen sie die Schiffe der Niederländisch-Ostindischen Compagnie, und fanden beim Zwischenstopp in Südafrika neues Land.
Der Oranje-Freistaat wurde zwar erst fast 200 Jahre später errichtet, aber 1652 gründete Jan van Riebeek Kapstadt als Versorgungs-Station für Schiffe der Niederländisch-Ostindischen Compagnie.
Im westlichen Kapland lebten damals einige wenige Nama (Hottentotten) und Buschmänner. Weiße und Bantu erreichten etwa zur gleichen Zeit den Kernraum der heutigen Republik Südafrika. Die weißen Siedler (Buren) brachten Sklaven aus anderen Teilen Afrikas und aus Niederländisch-Indien mit.
An den Grenzen stießen die Weißen zunächst vor allem mit Xhosa, seit 1779 in mehreren "Kaffern-Kriegen", zusammen.
Davor hatten in den "Zulu-Kriegen" die schwarzen Volksstämme sich häufig selbst dezimiert.-
Die burischen Siedlungen im Kapland blieben bis 1795 unter der Verwaltung der Niederländisch-Ostindischen Compagnie, waren dann selbstständig.
Nach Bekanntwerden der Gold- und Diamantenfunde im Kapland kamen immer mehr Einwanderer aus Großbritannien, das auch kleine Militäreinheiten zum Schutz ihrer Landsleute schickte.
1806 wurde die Kapprovinz britische Kolonie, 1827 Englisch alleinige Amtssprache und 1834 von Großbritannien die Sklaven-Befreiung verfügt.
Dadurch wurde der landwirtschaftlichen Lebensweise der Buren die Grundlage entzogen. Denn bei Ackerbau und Viehzucht hatten sie Sklaven, wie es ja früher in Europa Leibeigene gab und später Knechte auf den Bauernhöfen. Im Großen Treck 1835-38 zogen die meisten Buren ins östliche und nördliche Hinterland (Natal und Transvaal). Kleine kriegerische Auseinandersetzungen fanden in der Kapprovinz immer wieder statt, zuerst zwischen Weißen und schwarzen Volksstämmen (Bantu), dann aber vor allem in den "Burenkriegen" 1880/81, 1899-1902 und 1910 zwischen Buren und Briten.
Cecil Rhodes wollte in Afrika ein zusammenhängendes britisches Kolonialreich zwischen Kapstadt und Kairo schaffen und eroberte auch Rhodesien, das heutige Simbabwe, und Botswana.
1886 wurden in Transvaal die Gold-Bergwerke am Witwatersrand eröffnet und Johannesburg gegründet.
Erst 1925 wurde die Burensprache „Afrikaans“ , ein holländischer Burendialekt, als zweite Amtssprache eingeführt.
Das Anwachsen der schwarzafrikanischen Bevölkerung in der Kapprovinz zerstörte die dort vorhandenen Ansätze zu einer politischen Gleichberechtigung der Rassen:
1887 verloren die meisten schwarzafrikanischen Landbesitzer das Wahlrecht.
Erst als die britische Regierung am 31.5.1910 die Südafrikanische Union als Dominiums des Britischen Reiches zusammenschloss, erlangte diese völlige innere Autonomie.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebten in Südafrika etwa gleichviel Buren und Briten, in den ländlichen Regionen mehr Buren, in den Städten mehr Briten.
Währenddessen wuchs die schwarze Bevölkerung auf ein Vielfaches der Weißen, wodurch diese ihre sieben Gegensätze vergaßen und sich politisch einten.
Ab 1911 setzte vor allem durch die Buren die rassistische Apartheits- Politik ein, gegen die der ANC (Mandelas Partei der Schwarzafrikaner) erbitterten, seit 1960 auch bewaffneten Widerstand leistete.
1939 erklärte der burische Ministerpräsident Smuts im Gefolge der Briten Deutschland auch den Krieg.
1989 begann eine Politik der Versöhnung, die 1993 zur Verabschiedung einer neuen Verfassung und zur Abschaffung der Rassendiskriminierung führte.
In Südafrika gibt es zwei autonome konstitutionelle Monarchien mit schwarzer Bevölkerung, in denen sie schon immer volle Bürgerrechte genießen: im 19. Jahrhundert entstand das Königreich der Basotho (im südöstlichen Berghochland, mit 6 Gipfeln, 3100 bis 3500 meter hoch, fast quadratisch, von Südafrika umschlossen, beinahe so groß wie Baden-Württemberg.
Es wurde nach der britischer Kolonialherrschaft 1966 mit dem Namen Lesotho konstitutionelle Monarchie im Commonwealth, ebenso das nur gut halb so große in Südafrika an der Grenze zu Mosambik liegende Swasiland, das seit Mitte des 18. Jahrhunderts vom Bantu-Volk der Swasi besiedelt worden war, bevor 1868 die ersten Buren und ab 1877 die Engländer ins Land kamen.
Das 1907 zum britischen Protektorat ernannte Swasiland wurde 1968 zur konstitutionellen Monarchie im Commmonwealth. Damit erhielten alle Einwohner in beiden Staaten das volle Bürgerrecht wie in Südafrika erst 1993, gleich ob schwarz oder weiß.
Schon seit vielen Jahrhunderten waren dunkelhäutige Menschen vereinzelt in kleinen Gruppen aus der Mitte Afrikas in dieses Gebiet gezogen und wanderten hier als Nomaden umher. Fast erst zur gleichen Zeit als weiße Einwanderer auf Schiffen aus Europa in Südfafrika landeten, kamen größere Bantu sprechende Völker von Norden in dieses Gebiet.--------------------------------
Der Oranje ist der größte Fluss Südafrikas.
Er entspringt in Lesotho an der Nordostgrenze an dem 3299 m hohen Berg Mont aux Sources, fließt durch das Gebirgsland südwärts bis fast zur Südostgrenze Lesothos, dann nach Westen über die Grenze nach Südafrika und durchquert das ganze Land in großen Bögen bis zu seiner Mündung im Atlantik, besonders im Hochland durch viele Nebenflüße gespeist.
An der Grenze zu Namibia durchfließt er tiefe Schluchten, aber auch, weite Täler mit fruchtbaren Ackerflächen, ebenso an der Mündung.
Meine Straße nach Kapstadt bog bald wieder ab aufs hohe Ufer durch vegetationslose Ebenen, dann aber wieder hinunter in die Küstenebene mit fruchtbarem Bauernland.
In Kapstadt machte ich mit meinem Auto zuerst eine Stadtrundfahrt, auch durch das große Schwarzenviertel. Damals herrschte zwar noch Apartheid, aber es herrschte schon ein Klima der Versöhnung und alle Schwarzafrikaner begegneten mir sehr freundlich.-
Am nächsten Morgen fuhr ich mit der Seilbahn auf die Tafelberg, von wo aus man eine herrliche Aussicht auf die Stadt, das Meer und die weite Landschaft im Nordosten hat. Über die vielen Wanderwege auf dem weiten Bergplateau lief ich stundenlang herum.
Da in dem ständigen Seewind nur sturmgekrümmte Zwergkiefern und Büsche wuchsen, hatte man nach allen Richtungen eine weite Fernsicht.
-Während meiner ganzen Reise war meist wunderschönes Sonnenwetter.-
Von Kapstadt führt eine Autostraße zum Kap der Guten Hoffnung, die in einen großen Parkplatz mündet, dann noch einige Treppen zu Fuß zum großen Aussichtspunkt über den Südatlantik.
Der portugiesische Seefahrer Bartholomeu Diaz hatte im Sommer 1487 dieses Kap umsegelt und es Kap der Stürme genannt nach dem Wetter, das er dort vorfand.
Erst später wurde es vom portugiesischen König in Kap der Guten Hoffnung umbenannt.
Auf kleinen Straßen fuhr ich dann zurück am Ostufer der schmalen Halbinsel, um die Valsbaai-Bucht herum und weiter am Ufer der Kapprovinz entlang Richtung Osten.
Nach knapp 200 km erreichte ich dann den südlichsten Punkt Afrikas am Kap Agulhas, der nur durch den großen Gedenkstein an einer weiten Uferrundung und ein verrostetes Schiffswrack, dessen Bug auf den Strand aufgelaufen lag, gekennzeichnet war.
Die meist weiten fruchtbaren Ebenen der Kapprovinz am indischen Ozean produzieren auf wohlhabenden Farmen Südfrüchte und Getreide.
Weingüter sind für ihre ausgezeichneten Weine bekannt, wo ich auch einige Male kleine Kostproben genoß.
Nach einigen kreuz-und-quer-Fahrten erreichte ich Port Elisabeth, die große Hafenstadt mit viel Industrie und britischem Charakter, ebenso wie danach East London. Dann fuhr ich wieder landeinwärts und durch das Königreich Lesotho auf einer der dort seltenen schmalen Autostraßen.
Öfter saßen da alte Frauen am Straßenrand und hielten ihre wenigen Feldfrüchte feil. Einmal hielt ich an und tauschte gegen ein Brot zwei große Ananas ein. Dort war Tauschhandel üblich.
Da es im Königreich fast keine Jobs gab, gingen die jungen Männer nach Südafrika in den Gold- und Diamanten-Minen arbeiten und kamen nur ein bis zwei Mal im Monat, um das Geld zum Unterhalt ihrer Familien nachhause zu bringen.-
Das pro-Kopf-Einkommen in Lesotho ist eines der niedrigsten in ganz Afrika.-
Von den hohen Bergen fuhr ich über Pietermaritzburg wieder hinunter an den indischen Ozean nach Durban, der größten Hafenstadt Südafrikas am indischen Ozean.
Ich wanderte durch die Hafenanlagen und fuhr dann zu den großen Badestrandanlagen im Nordteil der Stadt.
Ich lief auf der kilometerlangen Promenade entlang, auch über die kleine Brücke wo vor einigen Jahren ein deutscher Tourist erstochen wurde.
Gleich daneben saßen "Mamas" (alte Negerfrauen) im Schneidersitz auf ihren großen Decken und boten darauf den Passanten ihre Souveniers an, meist selbst geschnitzten und bemalte Holzfiguren.
Ich kaufte einen schönen Ledergürtel, in den kleine Elefanten-Figuren eingraviert von waren.
Ich badete auch abends und morgens im Meer und hatte nicht im geringsten ein bedrohliches Gefühl.
Weiter ging es auf der Küstenstraße bis Tugela.
Dort bog die Straße nach Westen ins Inland Richtung Johannesburg ab.
Also fuhr ich wieder ins Hochland der Natal Provinz. Dort war die Vegetation deutlich magerer als auf den fruchtbaren Küstenebenen des Landes.
In dem 1000 m hoch gelegenen Ort Ladysmith wurde die fällige Inspektion meines Autos in der Avis-Filiale schnell und ordentlich durchgeführt.
Bergspitzen mit über 2000 m Höhe ragten nicht weit von der Straße empor. Ich fuhr langsam äääääääääääääääääääääund gemütlich durch die Gegend, in der es nicht viel Autoverkehr, kleine Bauernhöfe, wenig Industrie und viel Ödland gab.
In den Ballungsgebieten von Transvaal nahm der Straßenverkehr wieder deutlich zu.
Auf einem Stück vierspurige Autostraße hatte ich ein Verkehrszeichen übersehen und wurde von einer Polizeistreife angehalten.
Als sie meinen deutschen Führerschein kontrollierten, erklärten sie diesen für ungültig und nahmen mich mit zur Polizeistation.
Nach langem Palawer und drei Stunden Wartezeit durfte ich aber weiterfahren.
In der Hauptstadt Pretoria wanderte ich durch die großen Parkanlagen, vorbei an den prachtvollen Regierungsbauten und weiter durch das luxuriöse Botschafter- und Beamten Viertel. Danach noch eine Stadtrundfahrt, die ich in die große Geschäftsstadt Johannesburg fuhr.
Nach drei Wochen war von dort einen Tag später auch mein Heimflug über Nairobi und Athen fällig.---
2008.09.05, 12:21
bi_in südafrika 1988
--BI.---Im März 1988 buchte ich bei der griechischen Olympique Airways einen Hin- und Rückflug von Nürnberg über Athen nach Johannesburg zugleich mit einem Mietauto dort am Flughafen.
Wegen des Jahreszeitenunterschieds auf der Nord- und Südhalbkugel war in Südafrika Herbst.
Im Großraum-Flugzeug ab Athen war ein deutscher Sportdozent der Uni Kiel mein Sitznachbar.
Er erzählte mir, dass er während der Semesterferien zu seiner Familie nach Windhuk fliegt.
Seine Frau arbeitet dort als Lehrerin und wohnt mit den drei Kindern im eigenen Haus.
Als er hörte, dass ich zu einer Rundreise durch Südafrika ein Mietauto gebucht hatte, schlug er vor, dass wir in meinem Auto zusammen von Johannesburg direkt nach Windhuk fahren, da er noch keinen Weiterflug gebucht hatte.
Er würde auch die Benzinkosten für diese Fahrt übernehmen und ich könnte kostenlos mit in seinem Zimmer schlafen, das er für die kommende Nacht im Flughafenhotel gebucht hatte.
Da ich noch keinen festen Reiseplan hatte, nahm ich sein Angebot gerne an.
Also fuhren wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück nonstop auf dem nächsten Weg nach. Windhuk, lange Strecken auf der Auto-. Straße durch das Wüstengebiet südlich der Grenze zu Botswana.
Mein Reisefreund saß am Steuer, meist mit Vollgas, verständlich, wenn man nach langer Dienstzeit zu Frau und Kindern nachhause will. Er fuhr auch nachts, mit kurzer Schlafpause, und wir brauchten etwa 30 Stunden. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und gleich ins Gästezimmer einquartiert. Zwei Tage lang sah ich mir die schöne deutsche Kolonial-Stadt an und auch das Schwarzenviertel. Namibia war damals noch fünfte Provinz Südafrikas und das Zusammenleben mit der Swapo noch recht friedlich.
Am dritten Morgen nach dem Frühstück bedankte ich mich für die Deutschsüdwest-Gastfreundschaft, sagte Aufwiedersehen und fuhr in meinem Auto alleine weiter auf der großen Süd-Nordstraße, die wir schon von Keetmanshoop gefahren waren, und dabei einen großen Teil des deutschen Siedlungsgebietes in der Vorkriegs-Kolonie gesehen hatten, nordwärts bis Okahandja.
Von dort weiter auf der einzigen asphaltierten Autostraße zwischen Windhuk und dem Atlantik nach Swakopmund, dem kleinen Fischereihafen.
Den angrenzenden nur wenige Quadratkilometer großen Küsten- Abschnitt Walvis Bay hatten schon 1978 die Briten besetzt und gehörte auch nun noch zum UK der Queen. Es gab aber keinerlei Kontrollen mehr an den Grenzlinien.
Als ich zum Strand von seiner Swakopmund fuhr, begann gerade der Sonnenuntergang, ein unvergessliches Schauspiel.
Schon Minuten bevor die Sonne den tiefblauen Meeres-Horizont erreichte, blähte sich immer weiter auf zu einem riesigen blutroten Ballon, der nach dem Eintauchen ins Meer wie ein Hefekuchen immer weiter über die blaue Fläche auseinanderfloß und langsam unterging, bis nach etwa 20 Minuten der letzte rote Punkt verschwunden war und sich noch lange ein heller Heiligenschein darüber wölbte.—Am nächsten Abend im Hafenstädtchen Walvis Bay gab es am Strand ein einmaliges Natur-Freibad. Ein halbfußballfeldgroßes Felsenbecken lag so nahe am Wasser, daß bei Flut die Wellen über seinen Rand hineinschwappten. Während der Flut konnte man ein Wellenbad genießen oder bei Ebbe in dem sauberen spiegelglatten Wasser wunderbar schwimmen.
Danach schlief ich auf dem großen Parkplatz daneben in meinem Auto und genoß am nächsten Morgen noch ein zweites herrliches Schwimmbad bevor ich weiterfuhr.
Leider wurde aus der Autostraße gen Süden bald ein einfacher Landweg und zuletzt blieb nur eine schmale Wüstenpiste, die sich durch die Hügel der Namib, die bis an den Meeresstrand reicht, schlängelte.
Sand weit und breit, kein Baum kein Strauch, eine menschenleere Gegend, kein Vogel oder anderes Getier.
Irgendwo darinnen gibt es in Diamantefelder, die- streng abgeriegelt- ausgebeutet werden, von der De Beers Consolidated Mines Ltd. in Kimberley (Oranje-Freistaat), Südafrika, der größten Diamanten Gesellschaft der Welt, die 80% des globalen Diamantenhandels beherrscht.---
Ich fuhr immer weiter den Schildern nach in Richtung Lüderitz. Manchmal gab es schilderlose Abzweigungen ins Niemandsland.
Als es Nacht wurde, hielt ich an einer breiten Stelle des Fahrwegs, so dass ein Pkw auf der festgefahrenen Piste vorbeifahren konnte, ohne im Sand steckenzubleiben. Aber nachdem ich meinen Motor abgestellt hatte, herrschte in dieser entlegenen Wüstenwelt bis zu meiner Weiterfahrt am nächsten Morgen eine Stille, die man beinahe hören konnte.
Nur das Rascheln einer kleinen Wüstenechse, des einzigen Lebewesens, das ich auf dieser Fahrt bemerkte, unterbrach die Stille.
Am dunklen Himmel darüber leuchtete eine schmale Mondsichel und ließ die Sandwellen schwach golden schimmern. So schlief ich ungestört und friedlich in meinem Auto fern vom Weltgetöse.
Nach frugalem Frühstück - Marschverpflegung und Wasser hatte ich, ebenso wie Decken, immer im Auto - mit Blick auf einen herrlichen Sonnenaufgang in der Wüste fuhr ich weiter und fand leider meinen Verdacht vom Vortag bestätigt, dass mein Motor die par-force-Fahrt auf Hochtouren von Johannesburg nach Windhuk übel genommen hatte und die Motorleistung langsam nachließ.
Nach über 200 km auf der Wüsten-Piste durch die Namib erreichte ich bei Aus(Ortsname) die Ost-West-Autostraße von Seeheim in Mittel-Namibia zur Atlantikküste bei Lüderitz. Meine Mietwagen-Firma, ich glaube sie hieß Avis, hatte dort eine kleine Filiale und ließ mir am nächsten Tag kulanterweise einen Ersatzwagen kommen. So fuhr ich abends nochmal Richtung Atlantik nach Kolmanskop und Lüderitz, zwei alte kleine Städte, die genauso gut an der deutschen Nordseeküste hätten stehen können und wo man auch noch plattdeutsch sprach.
Am nächsten Tag bekam ich dann im 100 km ostwärts im Inland gelegenen Aus mein neues Auto und fuhr weiter zum Straßenkreuz in Seeheim.
Wegen des Jahreszeitenunterschieds auf der Nord- und Südhalbkugel war in Südafrika Herbst.
Im Großraum-Flugzeug ab Athen war ein deutscher Sportdozent der Uni Kiel mein Sitznachbar.
Er erzählte mir, dass er während der Semesterferien zu seiner Familie nach Windhuk fliegt.
Seine Frau arbeitet dort als Lehrerin und wohnt mit den drei Kindern im eigenen Haus.
Als er hörte, dass ich zu einer Rundreise durch Südafrika ein Mietauto gebucht hatte, schlug er vor, dass wir in meinem Auto zusammen von Johannesburg direkt nach Windhuk fahren, da er noch keinen Weiterflug gebucht hatte.
Er würde auch die Benzinkosten für diese Fahrt übernehmen und ich könnte kostenlos mit in seinem Zimmer schlafen, das er für die kommende Nacht im Flughafenhotel gebucht hatte.
Da ich noch keinen festen Reiseplan hatte, nahm ich sein Angebot gerne an.
Also fuhren wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück nonstop auf dem nächsten Weg nach. Windhuk, lange Strecken auf der Auto-. Straße durch das Wüstengebiet südlich der Grenze zu Botswana.
Mein Reisefreund saß am Steuer, meist mit Vollgas, verständlich, wenn man nach langer Dienstzeit zu Frau und Kindern nachhause will. Er fuhr auch nachts, mit kurzer Schlafpause, und wir brauchten etwa 30 Stunden. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und gleich ins Gästezimmer einquartiert. Zwei Tage lang sah ich mir die schöne deutsche Kolonial-Stadt an und auch das Schwarzenviertel. Namibia war damals noch fünfte Provinz Südafrikas und das Zusammenleben mit der Swapo noch recht friedlich.
Am dritten Morgen nach dem Frühstück bedankte ich mich für die Deutschsüdwest-Gastfreundschaft, sagte Aufwiedersehen und fuhr in meinem Auto alleine weiter auf der großen Süd-Nordstraße, die wir schon von Keetmanshoop gefahren waren, und dabei einen großen Teil des deutschen Siedlungsgebietes in der Vorkriegs-Kolonie gesehen hatten, nordwärts bis Okahandja.
Von dort weiter auf der einzigen asphaltierten Autostraße zwischen Windhuk und dem Atlantik nach Swakopmund, dem kleinen Fischereihafen.
Den angrenzenden nur wenige Quadratkilometer großen Küsten- Abschnitt Walvis Bay hatten schon 1978 die Briten besetzt und gehörte auch nun noch zum UK der Queen. Es gab aber keinerlei Kontrollen mehr an den Grenzlinien.
Als ich zum Strand von seiner Swakopmund fuhr, begann gerade der Sonnenuntergang, ein unvergessliches Schauspiel.
Schon Minuten bevor die Sonne den tiefblauen Meeres-Horizont erreichte, blähte sich immer weiter auf zu einem riesigen blutroten Ballon, der nach dem Eintauchen ins Meer wie ein Hefekuchen immer weiter über die blaue Fläche auseinanderfloß und langsam unterging, bis nach etwa 20 Minuten der letzte rote Punkt verschwunden war und sich noch lange ein heller Heiligenschein darüber wölbte.—Am nächsten Abend im Hafenstädtchen Walvis Bay gab es am Strand ein einmaliges Natur-Freibad. Ein halbfußballfeldgroßes Felsenbecken lag so nahe am Wasser, daß bei Flut die Wellen über seinen Rand hineinschwappten. Während der Flut konnte man ein Wellenbad genießen oder bei Ebbe in dem sauberen spiegelglatten Wasser wunderbar schwimmen.
Danach schlief ich auf dem großen Parkplatz daneben in meinem Auto und genoß am nächsten Morgen noch ein zweites herrliches Schwimmbad bevor ich weiterfuhr.
Leider wurde aus der Autostraße gen Süden bald ein einfacher Landweg und zuletzt blieb nur eine schmale Wüstenpiste, die sich durch die Hügel der Namib, die bis an den Meeresstrand reicht, schlängelte.
Sand weit und breit, kein Baum kein Strauch, eine menschenleere Gegend, kein Vogel oder anderes Getier.
Irgendwo darinnen gibt es in Diamantefelder, die- streng abgeriegelt- ausgebeutet werden, von der De Beers Consolidated Mines Ltd. in Kimberley (Oranje-Freistaat), Südafrika, der größten Diamanten Gesellschaft der Welt, die 80% des globalen Diamantenhandels beherrscht.---
Ich fuhr immer weiter den Schildern nach in Richtung Lüderitz. Manchmal gab es schilderlose Abzweigungen ins Niemandsland.
Als es Nacht wurde, hielt ich an einer breiten Stelle des Fahrwegs, so dass ein Pkw auf der festgefahrenen Piste vorbeifahren konnte, ohne im Sand steckenzubleiben. Aber nachdem ich meinen Motor abgestellt hatte, herrschte in dieser entlegenen Wüstenwelt bis zu meiner Weiterfahrt am nächsten Morgen eine Stille, die man beinahe hören konnte.
Nur das Rascheln einer kleinen Wüstenechse, des einzigen Lebewesens, das ich auf dieser Fahrt bemerkte, unterbrach die Stille.
Am dunklen Himmel darüber leuchtete eine schmale Mondsichel und ließ die Sandwellen schwach golden schimmern. So schlief ich ungestört und friedlich in meinem Auto fern vom Weltgetöse.
Nach frugalem Frühstück - Marschverpflegung und Wasser hatte ich, ebenso wie Decken, immer im Auto - mit Blick auf einen herrlichen Sonnenaufgang in der Wüste fuhr ich weiter und fand leider meinen Verdacht vom Vortag bestätigt, dass mein Motor die par-force-Fahrt auf Hochtouren von Johannesburg nach Windhuk übel genommen hatte und die Motorleistung langsam nachließ.
Nach über 200 km auf der Wüsten-Piste durch die Namib erreichte ich bei Aus(Ortsname) die Ost-West-Autostraße von Seeheim in Mittel-Namibia zur Atlantikküste bei Lüderitz. Meine Mietwagen-Firma, ich glaube sie hieß Avis, hatte dort eine kleine Filiale und ließ mir am nächsten Tag kulanterweise einen Ersatzwagen kommen. So fuhr ich abends nochmal Richtung Atlantik nach Kolmanskop und Lüderitz, zwei alte kleine Städte, die genauso gut an der deutschen Nordseeküste hätten stehen können und wo man auch noch plattdeutsch sprach.
Am nächsten Tag bekam ich dann im 100 km ostwärts im Inland gelegenen Aus mein neues Auto und fuhr weiter zum Straßenkreuz in Seeheim.
2008.07.28, 13:53
---BI.--- in Ägypten
Im März 1987 buchte ich einen Hin- und Rückflug von Nürnberg nach Kairo, zehn Tage lang ein wenig Ägypten anzusehen. Vorher hatte ich versucht, aus allen möglichen Quellen mich über die dortigen Lebens- und Verkehrsverhältnisse schlau zu machen.
Ich bestellte kein Mietauto zum Flughafen, nahm dafür feste Wanderschuhe, Sommerkleidung und Tornister mit leichtem Schlafsack, ein Miniwörterbuch Englisch-Arabisch sowie Wanderstab und 300 zahlungskräftige Deutsche Mark in meinem Brustbeutel mit.
Vom Flughafen, nachdem ich den ersten Hundertmarkschein in ägyptische Pfund umgetauscht hatte, fuhr ich mit dem Bus zum Hauptbahnhof.
Dort erkundigte ich mich bei der Information auf Englisch nach der Fahrkarte Kairo-Assuan,Holz-Klasse.
Daraufhin sprach mich ein junger Ägypter, Beruf Englischlehrer, an und wir haben uns lange auf Englisch unterhalten.
Er gehörte zu den knapp 2 Millionen koptischen Christen in Ägypten und wohnte mit seiner Familie in Al-Minya, einer Stadt am Nil, über 200 km südlich von Kairo. Er gab mir seine Adresse und bat mich, ihn und seine Familie auf jeden Fall bei meiner Durchreise zum Assuan-Damm besuchen zu kommen.--
--GK.
Die Kopten sind die christlichen Nachfahren der alten Ägypter, aber ihre Religion wurde in den letzten Jahrhunderten immer stärker durch den Islam verdrängt, ebenso wie die koptische Sprache durch die arabische. Ursache dieser religiösen Kultur-Verdrängung in der Bevölkerung ist wohl die noch viel stärkere männliche Dominanz im Islam im Vergleich zum Christentum vor allem in der Familie, und die strengere religiöse Disziplin in den moslemischen Moscheen.
Und nicht nur durch das Keuschheitsgelübde (Zölibat) katholischer Priester und Mönche, sondern vor allem durch die rigorose männliche Familien-Hierarchie des Islam ohne Keuschheitsgelübde und Eheverbot für die Imame, wächst die Bevölkerung in arabisch-moslemischen Ländern um ein Mehrfaches schneller als in wohlhabenden säkulären, religiös weltoffenen Staaten bzw. Regionen.
Dank moderner Hygiene und medizinischer Betreuung auch in den ärmeren Ländern der subtropischen Zonen in Nordafrika und Südasien wird das überproportionale Bevölkerungswachstum in diesen Ländern noch begünstigt. Und diese Millionen junger Menschen für die keine industrielle Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden sind und auch nicht geschaffen werden können, lassen eine globale Arbeitsplatz- und Ernährungskrise für zu viele Menschen auf einer zu kleinen Erde erahnen. Hoffentlich finden kluge Menschen auf dieser Erde eine friedliche Lösung für dieses Problem.---
--BI.---.
Nach dem Gespräch mit meinem koptischen Freund fuhr ich auf sein Anraten vom Bahnhof mit dem Bus hinüber aufs linke Nil-Ufer nach Giseh zum Sphinx und den Pyramiden. Dort wanderte ich stundenlang zwischen den gewaltigen Steinbauten herum und besonders beeindruckte mich die aus Stein gemeißelte Löwenfigur.
Ich übernachtete in einer der vielen billigen Schlafsaal-Herbergen in Ägypten, gleich in der Nähe der Pyramiden und fuhr am nächsten Morgen mit dem Bus zurück zum Hauptbahnhof in Kairo. Dort kaufte ich mir die Hin- und Rückfahrkarte für die 1000 Kilometer lange Bahnreise von Kairo nach Assuan.
Dann fuhr ich mit dem nächsten Zug nach Al-Minya, um die koptische Familie dort zu besuchen, die in einem großen Wohnhaus mit Kindern und Eltern zusammen wohnte.
Obwohl die meisten nur wenig Englisch konnten, wurde ich sehr freundlich aufgenommen, zum Essen eingeladen, danach zur Abendandacht in ihrer koptischen Kirche und dann zeigte mir meinen Englischlehrerfreund noch einige Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Ein Auto hatten sie nicht und damals war der Autoverkehr in Ägypten wohl noch bedeutend geringer als heute.
Ich durfte in einem kleinen Gästezimmer im Hause schlafen und nach dem Frühstück am nächsten Morgen wurde ich zum Bahnhof begleitet und am Zug nach Assuan herzlich verabschiedet.
Auch die lange Bahnfahrt im Niltal bei schönstem Sonnenschein war hochinteressant.
Weniger als 5% des Landes kann landwirtschaftlich genutzt werden, meist im Niltal und Nil-Delta.
Alles andere ist Wüste und unfruchtbares Bergland. So konnte ich vom Zug aus, der etwa 80 km/h Durchschnitts-Geschwindigkeit einhielt, die damalige Landwirtschaft in Ägypten besichtigen, Baumwoll- und Gemüsefelder, Getreide,Mais, Reis, Kartoffeln und Zuckerrohr.-
Der Unterlauf des Nil ist die Lebensader Ägyptens.
Zur Zeit des Pyramiden-Baus war dieser noch in seinem Urzustand.
Als Quellfluss des Nil gilt der Kagera (kleiner Grenzfluss zwischen Uganda und Ruanda), der am Westufer in den Victoria See mündet. Vom Nordufer fließt der Victorianil, der dann im Nordteil Ugandas Albertnil heißt, ab der Sudangrenze Bergnil. Im großen Sumpfgebiet Bahr-el-Sudd verliert er durch Verdunstung in der Sonnenhitze den größten Teil seiner Wassermassen.
Kurz vor der sudanesischen Hauptstadt Khartoum fließt der dann Weißer Nil genannte in den Blauen Nil, der aus dem äthiopischen Hochland den größten Teil der Wassermassen mitbringt.
Da wie fast überall in den Sandwüsten-Gebieten Nordafrikas auch im Niltal Landwirtschaft nur mit Bewässerung möglich ist, war man früher vom jährlichen Hochwasser des Nils von August bis Oktober abhängig.
Seit den ältesten Zeiten teilte man die Felder durch Erdwälle in Becken, in die im Herbst das Flutwasser durch Kanäle geführt wurde.
Durch den mitgeführten und abgelagerten Schlamm wurde der Boden jährlich neu gedünkt.
Nach Ablaufen der Flut konnte die Bestellung erfolgen (Weizen, Gerste,Hirse).
Die Einführung des Baumwolleanbaus 1821 erforderte jedoch eine gleichmäßige Dauerbewässerung das ganze Jahr hindurch, die erst durch die Errichtung künstlicher Staudämme ermöglicht wurde.
Der erste, von Mehmed Ali begonnene Staudamm (Barrage du Nil) bei Kaljub, nördlich von Kairo, wurde 1890 vollendet, weitere folgten u.a. bei Assuan,Assiut,Esna. Durch die 1912 und 1932 erfolgte Erhöhung des 5 km südlich der Stadt Assuan oberhalb des ersten Katarakts errichteten Damms war ein Stausee von 300 km Länge geschaffen worden, in dem das klare Nilwasser für Bewässerungswecke gespeichert wurde.
7 km südlich dieses Dammes wurde auf mit sowjetischer Hilfe von 1959-75 der neue Nasser-Damm gebaut.
Rd. 2000 Ingenieuren und 30.000 Arbeiter schufen den 110 m hohen und 3,5 km langen Hauptdamm.
Durch den neuen 600 Kilometer langen Stausee werden alte ägyptische Denkmäler wie zum Beispiel Abu Simbel überflutet, aber mit Hilfe der UNESCO werden sie in Blöcke zerschnitten und oberhalb der neuen See-Oberfläche wieder aufgebaut.
Durch den Staudamm verlieren auch 60- bis 70.000 Einwohner im von Sudan, die im Niltal wohnen, ihr Eigentum, aber im November 1959 einigten sich Ägypten und der Sudan über eine Entschädigung und die Wasserrechte.
Mit der Hälfte des neu verfügbaren Nilwassers hofft man die landwirtschaftliche Anbaufläche im Niltal um etwa 30% vergrößern zu können. Die andere Hälfte wird für ein Wasserkraftwerk, das jetzt schon zum Teil fertig gestellt ist und Elektrizität erzeugt, genutzt.
Von dem großen Rangier-und Reparatur-Bahnhof in Assuan gingen zwei Gleise bis zur Baustelle des neuen Nasser-Damms mit Personenverkehr.
Ein junger Wanderer aus England erzählte mir, dass etwa 7 km südlich der Baustelle am Ufer des erst zu einem kleinen Teil gefüllten Nasser-Stausees noch ein kleines altägyptisches Denkmal ähnlich dem Abu Simbel zu besichtigen sei.
Also machten wir beide uns bei schönem Wanderwetter auf den Weg, um es uns anzuschauen, bevor es vom steigenden Wasser überflutet wird.
Am Abend erreichten wir dann rechtzeitig vor der Dunkelheit wieder unsere einfache Herberge in Assuan.
Da gerade der Fastenmonat (Ramadan) begonnen hatte, wurden wir von einer großen Sippe, die nach Sonnenuntergang am Straßenrand ihr Fastenmahl einnahm, zum Mitessen eingeladen, was mir in meinen restlichen Tagen in Ägypten der Ramadan noch einige Male bescherte.
Die Rückreise nach Kairo war genauso interessant wie die Hinfahrt.
Die vielen kleinen Ackerstücke fielen mir besonders auf.
In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, also zu Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders, hatte man im Niltal den landwirtschaftlichen Großgrundbesitz in kleine Bauernhöfe von zwei bis drei Morgen aufgeteilt, wohl auch unter Einfluss des sowjetischen Sozialsystems, da Russen beim großen Dammbau und auch sonst bei der Wirtschaftsentwicklung halfen.
Die Kleinbauern erhielten ihre Höfe in Erbpacht, wurden aber angehalten, sich in Kooperativen zusammenzuschließen.-
In Kairo, der größten Metropole Afrikas und der islamisch-arabischen Staaten, verbrachte ich zwei Tage.
Es gab viel zu sehen, Unterkunft und Verpflegung waren billig und fast überall konnte man sich auf englisch verständigen.
Ich wanderte auf der Cornische (Promenade) am Nil entlang, durch die Gassen und Basare der Altstadt, durch das von Kopten geprägte Alt-Kairo, Museen und andere Sehenswürdigkeiten.
Die 1871 mit der glanzvollen Uraufführung von Verdis "Aida" eröffnete Oper und zahlreiche Theater, die Ashar-Moschee und Universität nebst über 500 weiteren Moscheen und damit auch der Konzentration geistigen Lebens kennzeichnen Kairo als kulturellen Mittelpunkt der islamisch-arabischen Welt.
Daneben ist Kairo auch eine wichtige Industrie-, Geschäfts-und Handelsstadt.
Die Bevölkerungsdichte der 7-Millionenstadt übertraf damals schon die europäischer Ballungs-Gebiete, ist aber nach dem Wachstum der letzten Jahrzehnte heute vor allem beim Autoverkehr wohl kaum noch vorstellbar.-
30 km nördlich von Kairo beginnt das Nildelta, das durch zwei Hauptarme des Flusses und viele kleine Verzweigungen sich fächer- artig ins Mittelmeer erstreckt, im Osten bis Port Said, der Hafenstadt am Anfang des Suezkanal.
Am westlichen Meerufer liegt die große Hafenstadt Alexandria, die 331 v. Chr. von Alexander dem Großen gegründet wurde, und jetzt eine 2-Millionenstadt ist.
Das Delta, bewässertes Agrarland, hat heute auch viele kleinere und größere Industrieorte.
Ich fuhr mit der S-Bahn die knapp 200 km von Kairo nach Alexandria, eine moderne und schnelle Verbindung.
Dort sah ich mir zwei Tage lang vor allem die antiken Hafenanlagen und Bauten an.
Dann fuhr ich mit der S-Bahn zurück nach Kairo, da dort mein Heimflug fällig war.-
1987 machte ich noch meine jährlichen zweiwöchigen Reisen per Auto nach Polen und per Flugzeug (plus Auto) zu meiner Schwester nach USA.---
Ich bestellte kein Mietauto zum Flughafen, nahm dafür feste Wanderschuhe, Sommerkleidung und Tornister mit leichtem Schlafsack, ein Miniwörterbuch Englisch-Arabisch sowie Wanderstab und 300 zahlungskräftige Deutsche Mark in meinem Brustbeutel mit.
Vom Flughafen, nachdem ich den ersten Hundertmarkschein in ägyptische Pfund umgetauscht hatte, fuhr ich mit dem Bus zum Hauptbahnhof.
Dort erkundigte ich mich bei der Information auf Englisch nach der Fahrkarte Kairo-Assuan,Holz-Klasse.
Daraufhin sprach mich ein junger Ägypter, Beruf Englischlehrer, an und wir haben uns lange auf Englisch unterhalten.
Er gehörte zu den knapp 2 Millionen koptischen Christen in Ägypten und wohnte mit seiner Familie in Al-Minya, einer Stadt am Nil, über 200 km südlich von Kairo. Er gab mir seine Adresse und bat mich, ihn und seine Familie auf jeden Fall bei meiner Durchreise zum Assuan-Damm besuchen zu kommen.--
--GK.
Die Kopten sind die christlichen Nachfahren der alten Ägypter, aber ihre Religion wurde in den letzten Jahrhunderten immer stärker durch den Islam verdrängt, ebenso wie die koptische Sprache durch die arabische. Ursache dieser religiösen Kultur-Verdrängung in der Bevölkerung ist wohl die noch viel stärkere männliche Dominanz im Islam im Vergleich zum Christentum vor allem in der Familie, und die strengere religiöse Disziplin in den moslemischen Moscheen.
Und nicht nur durch das Keuschheitsgelübde (Zölibat) katholischer Priester und Mönche, sondern vor allem durch die rigorose männliche Familien-Hierarchie des Islam ohne Keuschheitsgelübde und Eheverbot für die Imame, wächst die Bevölkerung in arabisch-moslemischen Ländern um ein Mehrfaches schneller als in wohlhabenden säkulären, religiös weltoffenen Staaten bzw. Regionen.
Dank moderner Hygiene und medizinischer Betreuung auch in den ärmeren Ländern der subtropischen Zonen in Nordafrika und Südasien wird das überproportionale Bevölkerungswachstum in diesen Ländern noch begünstigt. Und diese Millionen junger Menschen für die keine industrielle Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden sind und auch nicht geschaffen werden können, lassen eine globale Arbeitsplatz- und Ernährungskrise für zu viele Menschen auf einer zu kleinen Erde erahnen. Hoffentlich finden kluge Menschen auf dieser Erde eine friedliche Lösung für dieses Problem.---
--BI.---.
Nach dem Gespräch mit meinem koptischen Freund fuhr ich auf sein Anraten vom Bahnhof mit dem Bus hinüber aufs linke Nil-Ufer nach Giseh zum Sphinx und den Pyramiden. Dort wanderte ich stundenlang zwischen den gewaltigen Steinbauten herum und besonders beeindruckte mich die aus Stein gemeißelte Löwenfigur.
Ich übernachtete in einer der vielen billigen Schlafsaal-Herbergen in Ägypten, gleich in der Nähe der Pyramiden und fuhr am nächsten Morgen mit dem Bus zurück zum Hauptbahnhof in Kairo. Dort kaufte ich mir die Hin- und Rückfahrkarte für die 1000 Kilometer lange Bahnreise von Kairo nach Assuan.
Dann fuhr ich mit dem nächsten Zug nach Al-Minya, um die koptische Familie dort zu besuchen, die in einem großen Wohnhaus mit Kindern und Eltern zusammen wohnte.
Obwohl die meisten nur wenig Englisch konnten, wurde ich sehr freundlich aufgenommen, zum Essen eingeladen, danach zur Abendandacht in ihrer koptischen Kirche und dann zeigte mir meinen Englischlehrerfreund noch einige Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Ein Auto hatten sie nicht und damals war der Autoverkehr in Ägypten wohl noch bedeutend geringer als heute.
Ich durfte in einem kleinen Gästezimmer im Hause schlafen und nach dem Frühstück am nächsten Morgen wurde ich zum Bahnhof begleitet und am Zug nach Assuan herzlich verabschiedet.
Auch die lange Bahnfahrt im Niltal bei schönstem Sonnenschein war hochinteressant.
Weniger als 5% des Landes kann landwirtschaftlich genutzt werden, meist im Niltal und Nil-Delta.
Alles andere ist Wüste und unfruchtbares Bergland. So konnte ich vom Zug aus, der etwa 80 km/h Durchschnitts-Geschwindigkeit einhielt, die damalige Landwirtschaft in Ägypten besichtigen, Baumwoll- und Gemüsefelder, Getreide,Mais, Reis, Kartoffeln und Zuckerrohr.-
Der Unterlauf des Nil ist die Lebensader Ägyptens.
Zur Zeit des Pyramiden-Baus war dieser noch in seinem Urzustand.
Als Quellfluss des Nil gilt der Kagera (kleiner Grenzfluss zwischen Uganda und Ruanda), der am Westufer in den Victoria See mündet. Vom Nordufer fließt der Victorianil, der dann im Nordteil Ugandas Albertnil heißt, ab der Sudangrenze Bergnil. Im großen Sumpfgebiet Bahr-el-Sudd verliert er durch Verdunstung in der Sonnenhitze den größten Teil seiner Wassermassen.
Kurz vor der sudanesischen Hauptstadt Khartoum fließt der dann Weißer Nil genannte in den Blauen Nil, der aus dem äthiopischen Hochland den größten Teil der Wassermassen mitbringt.
Da wie fast überall in den Sandwüsten-Gebieten Nordafrikas auch im Niltal Landwirtschaft nur mit Bewässerung möglich ist, war man früher vom jährlichen Hochwasser des Nils von August bis Oktober abhängig.
Seit den ältesten Zeiten teilte man die Felder durch Erdwälle in Becken, in die im Herbst das Flutwasser durch Kanäle geführt wurde.
Durch den mitgeführten und abgelagerten Schlamm wurde der Boden jährlich neu gedünkt.
Nach Ablaufen der Flut konnte die Bestellung erfolgen (Weizen, Gerste,Hirse).
Die Einführung des Baumwolleanbaus 1821 erforderte jedoch eine gleichmäßige Dauerbewässerung das ganze Jahr hindurch, die erst durch die Errichtung künstlicher Staudämme ermöglicht wurde.
Der erste, von Mehmed Ali begonnene Staudamm (Barrage du Nil) bei Kaljub, nördlich von Kairo, wurde 1890 vollendet, weitere folgten u.a. bei Assuan,Assiut,Esna. Durch die 1912 und 1932 erfolgte Erhöhung des 5 km südlich der Stadt Assuan oberhalb des ersten Katarakts errichteten Damms war ein Stausee von 300 km Länge geschaffen worden, in dem das klare Nilwasser für Bewässerungswecke gespeichert wurde.
7 km südlich dieses Dammes wurde auf mit sowjetischer Hilfe von 1959-75 der neue Nasser-Damm gebaut.
Rd. 2000 Ingenieuren und 30.000 Arbeiter schufen den 110 m hohen und 3,5 km langen Hauptdamm.
Durch den neuen 600 Kilometer langen Stausee werden alte ägyptische Denkmäler wie zum Beispiel Abu Simbel überflutet, aber mit Hilfe der UNESCO werden sie in Blöcke zerschnitten und oberhalb der neuen See-Oberfläche wieder aufgebaut.
Durch den Staudamm verlieren auch 60- bis 70.000 Einwohner im von Sudan, die im Niltal wohnen, ihr Eigentum, aber im November 1959 einigten sich Ägypten und der Sudan über eine Entschädigung und die Wasserrechte.
Mit der Hälfte des neu verfügbaren Nilwassers hofft man die landwirtschaftliche Anbaufläche im Niltal um etwa 30% vergrößern zu können. Die andere Hälfte wird für ein Wasserkraftwerk, das jetzt schon zum Teil fertig gestellt ist und Elektrizität erzeugt, genutzt.
Von dem großen Rangier-und Reparatur-Bahnhof in Assuan gingen zwei Gleise bis zur Baustelle des neuen Nasser-Damms mit Personenverkehr.
Ein junger Wanderer aus England erzählte mir, dass etwa 7 km südlich der Baustelle am Ufer des erst zu einem kleinen Teil gefüllten Nasser-Stausees noch ein kleines altägyptisches Denkmal ähnlich dem Abu Simbel zu besichtigen sei.
Also machten wir beide uns bei schönem Wanderwetter auf den Weg, um es uns anzuschauen, bevor es vom steigenden Wasser überflutet wird.
Am Abend erreichten wir dann rechtzeitig vor der Dunkelheit wieder unsere einfache Herberge in Assuan.
Da gerade der Fastenmonat (Ramadan) begonnen hatte, wurden wir von einer großen Sippe, die nach Sonnenuntergang am Straßenrand ihr Fastenmahl einnahm, zum Mitessen eingeladen, was mir in meinen restlichen Tagen in Ägypten der Ramadan noch einige Male bescherte.
Die Rückreise nach Kairo war genauso interessant wie die Hinfahrt.
Die vielen kleinen Ackerstücke fielen mir besonders auf.
In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, also zu Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders, hatte man im Niltal den landwirtschaftlichen Großgrundbesitz in kleine Bauernhöfe von zwei bis drei Morgen aufgeteilt, wohl auch unter Einfluss des sowjetischen Sozialsystems, da Russen beim großen Dammbau und auch sonst bei der Wirtschaftsentwicklung halfen.
Die Kleinbauern erhielten ihre Höfe in Erbpacht, wurden aber angehalten, sich in Kooperativen zusammenzuschließen.-
In Kairo, der größten Metropole Afrikas und der islamisch-arabischen Staaten, verbrachte ich zwei Tage.
Es gab viel zu sehen, Unterkunft und Verpflegung waren billig und fast überall konnte man sich auf englisch verständigen.
Ich wanderte auf der Cornische (Promenade) am Nil entlang, durch die Gassen und Basare der Altstadt, durch das von Kopten geprägte Alt-Kairo, Museen und andere Sehenswürdigkeiten.
Die 1871 mit der glanzvollen Uraufführung von Verdis "Aida" eröffnete Oper und zahlreiche Theater, die Ashar-Moschee und Universität nebst über 500 weiteren Moscheen und damit auch der Konzentration geistigen Lebens kennzeichnen Kairo als kulturellen Mittelpunkt der islamisch-arabischen Welt.
Daneben ist Kairo auch eine wichtige Industrie-, Geschäfts-und Handelsstadt.
Die Bevölkerungsdichte der 7-Millionenstadt übertraf damals schon die europäischer Ballungs-Gebiete, ist aber nach dem Wachstum der letzten Jahrzehnte heute vor allem beim Autoverkehr wohl kaum noch vorstellbar.-
30 km nördlich von Kairo beginnt das Nildelta, das durch zwei Hauptarme des Flusses und viele kleine Verzweigungen sich fächer- artig ins Mittelmeer erstreckt, im Osten bis Port Said, der Hafenstadt am Anfang des Suezkanal.
Am westlichen Meerufer liegt die große Hafenstadt Alexandria, die 331 v. Chr. von Alexander dem Großen gegründet wurde, und jetzt eine 2-Millionenstadt ist.
Das Delta, bewässertes Agrarland, hat heute auch viele kleinere und größere Industrieorte.
Ich fuhr mit der S-Bahn die knapp 200 km von Kairo nach Alexandria, eine moderne und schnelle Verbindung.
Dort sah ich mir zwei Tage lang vor allem die antiken Hafenanlagen und Bauten an.
Dann fuhr ich mit der S-Bahn zurück nach Kairo, da dort mein Heimflug fällig war.-
1987 machte ich noch meine jährlichen zweiwöchigen Reisen per Auto nach Polen und per Flugzeug (plus Auto) zu meiner Schwester nach USA.---
2008.07.01, 09:08
bi_im Winter 1986...
--Im Rest des Jahres ging ich nicht mehr auf Reisen.
In Haus und Hof und im Garten gab immer etwas zu tun und auch beim Brennholz sägen konnte ich mich körperlich betätigen. Die Besorgungen, auch in Erlangen, machte ich meist mit dem Fahrrad.
Am 4. Dezember fuhr ich mittags nach Sinzing, Babsi und Walter mit ihren beiden kleinen Buben
zu besuchen, übernachtete in ihrer kleinen Wohnung auf dem Sofa im Wohnzimmer und fuhr am nächsten Morgen weiter nach München zur Hauptversammlung der Münchener Rück AG, danach am Abend wieder nachhause.-
Am 18.. Dezember vormittags fuhr ich mit dem Auto zu einer Magenspiegelung beim Internisten Dr. von Fritsch in Erlangen.
Befund: ein leichtes Zwölffingerdarm-Geschwür, das er mit Säureblockertabletten behandelte.-
Pünktlich zu Weihnachten fiel am zweiundzwanzigsten Dezember Schnee und ich konnte mehrere tagelang Schneeschippen.
Am Heiligen Abend hatten wir mit den Kindern Bescherung. Am ersten Weihnachtstag gab es Pute und ich konnte vorher mehr mal Mal in diesem Jahr meinen Skilanglauf um den großen Hangberg zwischen Bubenreuth und Bräunigshof bei genügend Neuschnee zur Appetitanregung machen.—
In Haus und Hof und im Garten gab immer etwas zu tun und auch beim Brennholz sägen konnte ich mich körperlich betätigen. Die Besorgungen, auch in Erlangen, machte ich meist mit dem Fahrrad.
Am 4. Dezember fuhr ich mittags nach Sinzing, Babsi und Walter mit ihren beiden kleinen Buben
zu besuchen, übernachtete in ihrer kleinen Wohnung auf dem Sofa im Wohnzimmer und fuhr am nächsten Morgen weiter nach München zur Hauptversammlung der Münchener Rück AG, danach am Abend wieder nachhause.-
Am 18.. Dezember vormittags fuhr ich mit dem Auto zu einer Magenspiegelung beim Internisten Dr. von Fritsch in Erlangen.
Befund: ein leichtes Zwölffingerdarm-Geschwür, das er mit Säureblockertabletten behandelte.-
Pünktlich zu Weihnachten fiel am zweiundzwanzigsten Dezember Schnee und ich konnte mehrere tagelang Schneeschippen.
Am Heiligen Abend hatten wir mit den Kindern Bescherung. Am ersten Weihnachtstag gab es Pute und ich konnte vorher mehr mal Mal in diesem Jahr meinen Skilanglauf um den großen Hangberg zwischen Bubenreuth und Bräunigshof bei genügend Neuschnee zur Appetitanregung machen.—
2008.06.18, 21:27
---BI.--3. Chinareise 86, 2. Teil
Am Montag, den 10. November, startete die für unsere Reisegruppe vorgesehene mehrtägige Radtour.
Zuerst fuhr uns ein Bus zu einem kleinen Ort etwa 25 Kilometer außerhalb des Stadtgebietes. Dort wurden die Fahrräder in einer Reparatur-und Verleih-Station an uns verteilt, einfache chinesische Rennräder.
Weiter ging es in westlicher Richtung auf der Landstraße in der großen Ebene südlich des Jangtse Flusses zu einem kleinen Ort an einem See, die Radl auf einen großen Anhänger am Bus geladen.
Dort wurden wir in einem kleinen Hotel am See einquartiert und machten nach dem Mittagessen eine 18 km Probefahrt auf unseren Rädern.
Fast alle Teilnehmer unsere Reisegruppe waren jünger und kräftiger als ich, aber wenn ich mal etwas zurück blieb, warteten sie und versuchten auch, mir durch "Schiebung" zu helfen.
Ich machte dann auch nochmal eine kleine Solofahrt, um mich an mein Radl zu gewöhnen.
Die meisten Straßen in China, die ich damals kennen lernte, waren gut asphaltiert, allerdings so schmal, dass höchstens zwei kleine Pkw aneinander vorbeikommen konnten, und die meisten Verkehrsteilnehmer außer Fußgängern waren Radfahrer, nur wenige Lastwagen, selten mal eine Funktionärs-Limousine mit verdunkelten Seitenscheiben.-
Nach dem Abendbrot konnte ich in der Badestube des Hotels noch ein heißes Bad nehmen.-
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück machten wir eine Dampferfahrt zu einer Felseninsel im See.
Wir wanderten auf dem Strand am Steilufer entlang zu einem Pharo-Tempel, stiegen dann die Treppen hinauf auf einen Aussichtspunkt auf der höchsten Felsspitze.
Dann fuhren wir im Dampfer zur Hafenstadt Jiaying, wo unser Bus mit Radlanhänger schon wartete, uns in die Stadt Suzhou transportierte und wir in einem Restaurant Mittag aßen.
Danach besichtigten wir eine Tonfiguren-Werkstatt und wanderten durch den großen Stein- Garten weiter in die Innenstadt, wo wir in einem Kaufhaus Seidenstoffe kaufen konnten, umgerechnet viel billiger als in Deutschland.
In einem großen Fahrrad-Geschäft konnten wir unsere Räder umtauschen, wenn wir wollten.
Aber ich hatte mich an meins gewöhnt und behielt es. Dann fuhr uns der Bus in ein Gästehaus, ähnlich einer Jugendherberge.
Am Mittwoch, den 12. November, nach dem Frühstück fuhr uns der Bus etwa 20 Kilometer weit, dann luden wir unsere Räder aus dem Hänger und starteten zu unserer ersten 42 km Gruppentour.
Alles klappte beinahe planmäßig (die Geschwindigkeit richtet sich nach dem langsamsten Gefährt des Konvois, aber da wurde durch Schiebung kräftig nachgeholfen) und wir erreichten um 12:30 Uhr das Gästehaus in Yixing.
Um 13:30 Uhr gabs Mittag und um 15:00 Uhr fuhr uns der Bus in eine Töpfereistadt, wo wir die große Ausstellung besichtigten, ebenso den Hafen und den Markt der Stadt. Um 19:00 Uhr fuhr uns der Bus zurück in unser Gästehaus.
Am Donnerstag, den 13. November, regnete es morgens und so fuhr uns der Bus gleich in unser nächstes Gästehaus in Changzhou. Als am Vormittag der Regen aufhörte, radelte ich alleine zu einem Kaufhaus, um mir einen gepolsterten Sattel-Überzug zu besorgen.
Mit Zeichensprache und Englisch Kauderwelsch ging das ganz gut.
Nach dem Mittagessen fuhr uns der Bus zu einem alten Krankenhaus, in dem die Patienten nach der traditionellen chinesischen Medizin behandelt wurden, wo wir in kleinen Gruppen durch die Krankensäle und Behandlungszimmer geführt wurden, was hochinteressant war.
Dann wanderten wir durch einen großen Markt-Platz mit vielen Verkaufsständen und zu einer alten Brücke am Kaiser-Kanal.
Nach dem Abendessen im Gästehaus spielten wir dort ein altes chinesisches Figurenspiel.
Am Freitag, den 14. November, fuhr uns unser Bus mit Fahrradanhänger gleich morgens nach Zhenjiang, wo wir um 10:00 Uhr im Jianshen-Hotel einquartiert wurden.
Nach dem Mittagessen fuhr uns der Bus zum Hafen.
Dort per Motorboot zur Jinshan-Insel, wo wir Turm, Fort und Tempel besichtigten.
Zurück in der Stadt liefen wir durch die Alte Gasse, ins Museum (Burdish-Haus).
Im Hotel ein heißes Bad und nach dem Abendessen machte ich allein einen Spaziergang über die Stadtpromenade.
Am Sonnabend Vormittag Fahrt im Bus zur großen Pagode im Park. Danach wieder eine 2 stündige Radtour der ganzen Gruppe bis zu einer Radfähre über den Fluss und weiter radeln nach Yangzhou.
Kurz vor der Stadt hätte ich den Anschluss an unsere Gruppe verloren, aber dank einer guten Skizze, die wir am morgigen erhalten hatten, fand ich schnell unser Hotel und war rechtzeitig im Speisesaal um 18:15 Uhr zum Abendessen mit den anderen.
Am Sonntag, den 16. November, war herrlicher Sonnenschein und ich genoss die letzte 50 km Etappe unserer Tour de China. Irgedwann hatte ich auch unseren Trupp verloren und radelte mein eigenes Tempo auf der Straße nach Nanking durch die weite Ebene mit Feldern und Wiesen, kleine Ortschaften und Häuser am Straßenrand oder in der flachen Landschaft mit Hecken und Sträuchern aber wenig Bäumen.
Ich begegnete Menschen, meist in der einfachen Mao Kleidung mit chinesischen Sonnen- hüten, denen ich zuwinkte, aber mich nicht mit ihnen unterhalten konnte.
Einmal fuhr ich an einer kleinen Scheune am Straßenrand vorbei, vor der ein großer Strohhaufen lag.
Darunter guckte am Rande eine menschliche Hand hervor. Ich traute mich nicht, anzuhalten und nach-
zusehen, da ich glaubte, sie gehörte zu einem Toten. Später hörte ich, dass sich alte Leute oft zum Schlafen unter einen Strohhaufen legen.-
Wir hatten uns verabredet, uns an der großen Brücke am Stadteingang zu treffen. Ich war Erster und so wartete ich ein Weilchen, bis auch alle anderen eintrafen, die unterwegs Picknick gemacht hatten.
Dann fuhren wir zu unserem Hotel und nach einem guten Abendessen und einem heißen Bad schlief ich den Schlaf des Gerechten.-
Am nächsten Morgen beklagten einige von uns, dass unsere Radfahrerstunden durch zwei Regentage zu kurz gekommen sind. Daraufhin wurden uns noch zwei Radtouren angeboten, eine 28 km und die andere 37 km lang. Ich entschied mich für die kürzere, auf der ich besser mein Bummeltempo und den Zeitplan einhalten konnte. Danach gabs im Hotel Mittagessen und nachmittags fuhren wir im Bus aufs Land zur Besichtigung einer großen Teeplantage und anschließend zu einer Seidenraupenzucht, danach zurück ins Hotel.
Am nächsten Morgen, Dienstag den 18. November, fuhr uns der Bus zum Hauptbahnhof und mit der Bahn ging es zurück nach Shanghai. Dort fuhren wir per Bus in ein Restaurant zum Mittagessen und danach ins Hotel.
Von dort gingen wir am Bund spazieren und ich ließ mir bei einem Friseur die Haare schneiden, was zum heutigen Kurs umgerechnet knapp zwei Euro kostete, ganz schön billig für diese Weltstadt.
Aber auch chinesische Seide war preislich sehr günstig und nach einem Spaziergang durch die Altstadt besorgte ich mehrere Meter Kleider-Stoff als Mitbringsel für meine Damen. Nach dem Abendessen im Hotel sahen wir noch eine Theatervorstellung des Bettelstudenten.
Am nächsten Morgen Besuch eines Krankenhauses und eines Kindergartens. Um 12:00 Uhr Mittagessen in einem Restaurant. Danach Bus zum Flughafen und um 15:45 Uhr Abflug in einem Airbus 310 , um 18:00 Uhr Landung in Kanton. Nach dem Essen in einem Restaurant Einquartierung im Dong Fang Hotel.
Am Donnerstag den 20. November morgens Bus zum Ahnen-Tempel , dann zum historischen White Swan Hotel und zum Freimarkt, wo es auf vielen hundert Ständen tausende von exotischen chinesischen Nahrungs- und Heilmitteln, Meerestiere und -Früchte zu kaufen gab.
Nach kleinem Imbiss in einem Markt-Restaurant Bus zum Hafen, wo wir nach der Zollkontrolle in einem Personenhydrofoilboot (Wassergleitboot mit Luftpropellervortrieb)
um 14:00 Uhr durch die Perl River Mündung nach Hongkong fuhren. 17:30 Uhr Ankünft in Kowloon Hafen. Bus zum Bismarck Fang Hotel. Um 20:00 Uhr fuhr ich alleine mit der Star Ferry hinüber auf die Insel Kowloon, wo ich mit dem Doppeldeckerbus ganz vorne auf dem Oberdeck gleich hinter der großen Aussichtsscheibe die ganze Strecke bis Sau Ki Wan und zurück zum Fährhafen fuhr.
Auf meinen beiden vorherigen Chinareisen war ich ja schon in Hongkong, also "ortskundig" und das war meine Lieblings-Tour dort.
Mit der Fähre zurück ins Hotel nach Kowloon, noch schnell zur Pizzeria und um 23:00 Uhr ins Bett.-
Am nächsten Morgen eine Sampoonfahrt nach Aberdeen und um die ganze Insel Hongkong zurück nach Kowloon. Mittagessen im Hotel.
Dann fuhr ich wieder solo mit Tram und Fähre auf die Insel Lantau, wo damals schon die ersten Bauarbeiten für den neuen Großflughafen nebst einem Autodamm durch die Meerenge nach Hongkong begannen, wo aber noch nicht viel von diesem Riesen-Vorhaben zu sehen war.
Also schnell zurück ins Hotel, denn um 17:30 Uhr ging der Bus zum Flughafen, wo wir nach der Zollkontrolle 19:30 Uhr mit einer TG 607 abflogen nach Bangkok.
Dort Ankunft um 21:30 Uhr und Bus ins Narai Hotel.-
Am nächsten Morgen, Samstag , dem 22. November, ging es nach einem guten Büffet-Frühstück um 9:00 Uhr im Bus zum alten Stadtkern am Menam Fluss, der stellenweise noch von einer Mauer umgeben war, mit seinen großen Tempelanlagen, buddhistischen Klöstern, Regierungs- Palästen, Gärten, Pagoden und auch Hochhäusern. Wir schauten uns viele der prächtigen Gebäude von außen an und fuhren dann auch zum Sommerpalast des Königs im Norden der Stadt. Um 13:00 Uhr fuhren wir mit dem Bus zurück ins Hotel zum Mittagessen, danach auf den berühmten "schwimmenden Markt", zum Teil auf dem Menam. Nach dem Herumbummeln war es noch warm genug zu einem kurzen Schwimmbad im Fluß. Nach dem Abendessen im Hotel machte ich noch einen Spaziergang am Kanal und um 20:00 Uhr fuhr uns der Bus zum Flughafen.-
Um 22:45 Uhr ab Bangkok in einem Jumbo Jet Nachtflug nach Frankfurt/M.
Landung am Sonntag,d.23.11. um 8:20 Uhr. Um 8.45 Uhr Abschiednehmen unserer Reisegruppe. Um 9 Uhr Heimfahrt im Auto und um 11:00 Uhr war ich wieder zu Hause.-------
Zuerst fuhr uns ein Bus zu einem kleinen Ort etwa 25 Kilometer außerhalb des Stadtgebietes. Dort wurden die Fahrräder in einer Reparatur-und Verleih-Station an uns verteilt, einfache chinesische Rennräder.
Weiter ging es in westlicher Richtung auf der Landstraße in der großen Ebene südlich des Jangtse Flusses zu einem kleinen Ort an einem See, die Radl auf einen großen Anhänger am Bus geladen.
Dort wurden wir in einem kleinen Hotel am See einquartiert und machten nach dem Mittagessen eine 18 km Probefahrt auf unseren Rädern.
Fast alle Teilnehmer unsere Reisegruppe waren jünger und kräftiger als ich, aber wenn ich mal etwas zurück blieb, warteten sie und versuchten auch, mir durch "Schiebung" zu helfen.
Ich machte dann auch nochmal eine kleine Solofahrt, um mich an mein Radl zu gewöhnen.
Die meisten Straßen in China, die ich damals kennen lernte, waren gut asphaltiert, allerdings so schmal, dass höchstens zwei kleine Pkw aneinander vorbeikommen konnten, und die meisten Verkehrsteilnehmer außer Fußgängern waren Radfahrer, nur wenige Lastwagen, selten mal eine Funktionärs-Limousine mit verdunkelten Seitenscheiben.-
Nach dem Abendbrot konnte ich in der Badestube des Hotels noch ein heißes Bad nehmen.-
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück machten wir eine Dampferfahrt zu einer Felseninsel im See.
Wir wanderten auf dem Strand am Steilufer entlang zu einem Pharo-Tempel, stiegen dann die Treppen hinauf auf einen Aussichtspunkt auf der höchsten Felsspitze.
Dann fuhren wir im Dampfer zur Hafenstadt Jiaying, wo unser Bus mit Radlanhänger schon wartete, uns in die Stadt Suzhou transportierte und wir in einem Restaurant Mittag aßen.
Danach besichtigten wir eine Tonfiguren-Werkstatt und wanderten durch den großen Stein- Garten weiter in die Innenstadt, wo wir in einem Kaufhaus Seidenstoffe kaufen konnten, umgerechnet viel billiger als in Deutschland.
In einem großen Fahrrad-Geschäft konnten wir unsere Räder umtauschen, wenn wir wollten.
Aber ich hatte mich an meins gewöhnt und behielt es. Dann fuhr uns der Bus in ein Gästehaus, ähnlich einer Jugendherberge.
Am Mittwoch, den 12. November, nach dem Frühstück fuhr uns der Bus etwa 20 Kilometer weit, dann luden wir unsere Räder aus dem Hänger und starteten zu unserer ersten 42 km Gruppentour.
Alles klappte beinahe planmäßig (die Geschwindigkeit richtet sich nach dem langsamsten Gefährt des Konvois, aber da wurde durch Schiebung kräftig nachgeholfen) und wir erreichten um 12:30 Uhr das Gästehaus in Yixing.
Um 13:30 Uhr gabs Mittag und um 15:00 Uhr fuhr uns der Bus in eine Töpfereistadt, wo wir die große Ausstellung besichtigten, ebenso den Hafen und den Markt der Stadt. Um 19:00 Uhr fuhr uns der Bus zurück in unser Gästehaus.
Am Donnerstag, den 13. November, regnete es morgens und so fuhr uns der Bus gleich in unser nächstes Gästehaus in Changzhou. Als am Vormittag der Regen aufhörte, radelte ich alleine zu einem Kaufhaus, um mir einen gepolsterten Sattel-Überzug zu besorgen.
Mit Zeichensprache und Englisch Kauderwelsch ging das ganz gut.
Nach dem Mittagessen fuhr uns der Bus zu einem alten Krankenhaus, in dem die Patienten nach der traditionellen chinesischen Medizin behandelt wurden, wo wir in kleinen Gruppen durch die Krankensäle und Behandlungszimmer geführt wurden, was hochinteressant war.
Dann wanderten wir durch einen großen Markt-Platz mit vielen Verkaufsständen und zu einer alten Brücke am Kaiser-Kanal.
Nach dem Abendessen im Gästehaus spielten wir dort ein altes chinesisches Figurenspiel.
Am Freitag, den 14. November, fuhr uns unser Bus mit Fahrradanhänger gleich morgens nach Zhenjiang, wo wir um 10:00 Uhr im Jianshen-Hotel einquartiert wurden.
Nach dem Mittagessen fuhr uns der Bus zum Hafen.
Dort per Motorboot zur Jinshan-Insel, wo wir Turm, Fort und Tempel besichtigten.
Zurück in der Stadt liefen wir durch die Alte Gasse, ins Museum (Burdish-Haus).
Im Hotel ein heißes Bad und nach dem Abendessen machte ich allein einen Spaziergang über die Stadtpromenade.
Am Sonnabend Vormittag Fahrt im Bus zur großen Pagode im Park. Danach wieder eine 2 stündige Radtour der ganzen Gruppe bis zu einer Radfähre über den Fluss und weiter radeln nach Yangzhou.
Kurz vor der Stadt hätte ich den Anschluss an unsere Gruppe verloren, aber dank einer guten Skizze, die wir am morgigen erhalten hatten, fand ich schnell unser Hotel und war rechtzeitig im Speisesaal um 18:15 Uhr zum Abendessen mit den anderen.
Am Sonntag, den 16. November, war herrlicher Sonnenschein und ich genoss die letzte 50 km Etappe unserer Tour de China. Irgedwann hatte ich auch unseren Trupp verloren und radelte mein eigenes Tempo auf der Straße nach Nanking durch die weite Ebene mit Feldern und Wiesen, kleine Ortschaften und Häuser am Straßenrand oder in der flachen Landschaft mit Hecken und Sträuchern aber wenig Bäumen.
Ich begegnete Menschen, meist in der einfachen Mao Kleidung mit chinesischen Sonnen- hüten, denen ich zuwinkte, aber mich nicht mit ihnen unterhalten konnte.
Einmal fuhr ich an einer kleinen Scheune am Straßenrand vorbei, vor der ein großer Strohhaufen lag.
Darunter guckte am Rande eine menschliche Hand hervor. Ich traute mich nicht, anzuhalten und nach-
zusehen, da ich glaubte, sie gehörte zu einem Toten. Später hörte ich, dass sich alte Leute oft zum Schlafen unter einen Strohhaufen legen.-
Wir hatten uns verabredet, uns an der großen Brücke am Stadteingang zu treffen. Ich war Erster und so wartete ich ein Weilchen, bis auch alle anderen eintrafen, die unterwegs Picknick gemacht hatten.
Dann fuhren wir zu unserem Hotel und nach einem guten Abendessen und einem heißen Bad schlief ich den Schlaf des Gerechten.-
Am nächsten Morgen beklagten einige von uns, dass unsere Radfahrerstunden durch zwei Regentage zu kurz gekommen sind. Daraufhin wurden uns noch zwei Radtouren angeboten, eine 28 km und die andere 37 km lang. Ich entschied mich für die kürzere, auf der ich besser mein Bummeltempo und den Zeitplan einhalten konnte. Danach gabs im Hotel Mittagessen und nachmittags fuhren wir im Bus aufs Land zur Besichtigung einer großen Teeplantage und anschließend zu einer Seidenraupenzucht, danach zurück ins Hotel.
Am nächsten Morgen, Dienstag den 18. November, fuhr uns der Bus zum Hauptbahnhof und mit der Bahn ging es zurück nach Shanghai. Dort fuhren wir per Bus in ein Restaurant zum Mittagessen und danach ins Hotel.
Von dort gingen wir am Bund spazieren und ich ließ mir bei einem Friseur die Haare schneiden, was zum heutigen Kurs umgerechnet knapp zwei Euro kostete, ganz schön billig für diese Weltstadt.
Aber auch chinesische Seide war preislich sehr günstig und nach einem Spaziergang durch die Altstadt besorgte ich mehrere Meter Kleider-Stoff als Mitbringsel für meine Damen. Nach dem Abendessen im Hotel sahen wir noch eine Theatervorstellung des Bettelstudenten.
Am nächsten Morgen Besuch eines Krankenhauses und eines Kindergartens. Um 12:00 Uhr Mittagessen in einem Restaurant. Danach Bus zum Flughafen und um 15:45 Uhr Abflug in einem Airbus 310 , um 18:00 Uhr Landung in Kanton. Nach dem Essen in einem Restaurant Einquartierung im Dong Fang Hotel.
Am Donnerstag den 20. November morgens Bus zum Ahnen-Tempel , dann zum historischen White Swan Hotel und zum Freimarkt, wo es auf vielen hundert Ständen tausende von exotischen chinesischen Nahrungs- und Heilmitteln, Meerestiere und -Früchte zu kaufen gab.
Nach kleinem Imbiss in einem Markt-Restaurant Bus zum Hafen, wo wir nach der Zollkontrolle in einem Personenhydrofoilboot (Wassergleitboot mit Luftpropellervortrieb)
um 14:00 Uhr durch die Perl River Mündung nach Hongkong fuhren. 17:30 Uhr Ankünft in Kowloon Hafen. Bus zum Bismarck Fang Hotel. Um 20:00 Uhr fuhr ich alleine mit der Star Ferry hinüber auf die Insel Kowloon, wo ich mit dem Doppeldeckerbus ganz vorne auf dem Oberdeck gleich hinter der großen Aussichtsscheibe die ganze Strecke bis Sau Ki Wan und zurück zum Fährhafen fuhr.
Auf meinen beiden vorherigen Chinareisen war ich ja schon in Hongkong, also "ortskundig" und das war meine Lieblings-Tour dort.
Mit der Fähre zurück ins Hotel nach Kowloon, noch schnell zur Pizzeria und um 23:00 Uhr ins Bett.-
Am nächsten Morgen eine Sampoonfahrt nach Aberdeen und um die ganze Insel Hongkong zurück nach Kowloon. Mittagessen im Hotel.
Dann fuhr ich wieder solo mit Tram und Fähre auf die Insel Lantau, wo damals schon die ersten Bauarbeiten für den neuen Großflughafen nebst einem Autodamm durch die Meerenge nach Hongkong begannen, wo aber noch nicht viel von diesem Riesen-Vorhaben zu sehen war.
Also schnell zurück ins Hotel, denn um 17:30 Uhr ging der Bus zum Flughafen, wo wir nach der Zollkontrolle 19:30 Uhr mit einer TG 607 abflogen nach Bangkok.
Dort Ankunft um 21:30 Uhr und Bus ins Narai Hotel.-
Am nächsten Morgen, Samstag , dem 22. November, ging es nach einem guten Büffet-Frühstück um 9:00 Uhr im Bus zum alten Stadtkern am Menam Fluss, der stellenweise noch von einer Mauer umgeben war, mit seinen großen Tempelanlagen, buddhistischen Klöstern, Regierungs- Palästen, Gärten, Pagoden und auch Hochhäusern. Wir schauten uns viele der prächtigen Gebäude von außen an und fuhren dann auch zum Sommerpalast des Königs im Norden der Stadt. Um 13:00 Uhr fuhren wir mit dem Bus zurück ins Hotel zum Mittagessen, danach auf den berühmten "schwimmenden Markt", zum Teil auf dem Menam. Nach dem Herumbummeln war es noch warm genug zu einem kurzen Schwimmbad im Fluß. Nach dem Abendessen im Hotel machte ich noch einen Spaziergang am Kanal und um 20:00 Uhr fuhr uns der Bus zum Flughafen.-
Um 22:45 Uhr ab Bangkok in einem Jumbo Jet Nachtflug nach Frankfurt/M.
Landung am Sonntag,d.23.11. um 8:20 Uhr. Um 8.45 Uhr Abschiednehmen unserer Reisegruppe. Um 9 Uhr Heimfahrt im Auto und um 11:00 Uhr war ich wieder zu Hause.-------
2008.06.14, 11:21
---BI.--3. Chinareise 86
Am 17. September 1986 flog ich noch einmal für 2 Wochen nach USA, um Ilse und Bill zu besuchen.
Damals war Bill nach seinem Schlaganfall schon in einem Genesungsheim in der Nähe, wo wir ihn mit dem Ford Pinto fast jeden Tag besuchten.
Allerdings fuhren Ilse und ich während meines Aufenthaltes im Pinto auch für drei Tage nach Brookings und für vier Tage nach Vancouver B.C. , bevor ich wieder heim flog. --
Nach einer zwei- und einer dreitägigen Autofahrt durch Nord- und Westdeutschland zum Besuch von Freunden und Verwandten startete ich am Freitag, d. 31. Oktober 86 zu meiner 3. China-Reise;
vormittags um 8:10 Uhr mit einer 20köpfigen Touristengruppe von Meyers Weltreisen.
Diesmal flogen wir von Frankfurt über Paris, wo uns nach einem guten Mittagessen unsere deutsche Reiseleiterin, eine ältere Dame (Lehrerin) vorgestellt wurde und wir um 16:40 Uhr in einer Boeing 747 über Nacht 14 Stunden nonstop nach Neu Delhi weiterflogen.
Dort hatten wir einen Tag Zwischenaufenthalt zu einer Busrundfahrt durch die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten. Danach wurden wir in ein gutes Hotel gefahren, und nach dem Abendessen wurde uns noch ein Feuerwerk geboten . Am nächsten Morgen um 5:30 Uhr frühstücken, 6:30 Uhr Bus zum Flughafen und in einem Jumbo Jet direkt nach Peking.
Bei herrlichem Sonnenschein flogen wir parallel zum Himalaja Gebirge nach Osten und konnten am Horizont im Norden die schneebedeckten Sieben- und Acht-Tausender Gipfel klar erkennen.
Nach Ankunft in Peking am Nachmittag wurden wir gleich in ein Touristenhotel in einem Vorort gefahren, wo wir in unsere Doppelzimmer eingewiesen wurden, Geld wechseln konnten und Informationen von unseren örtlichen Reiseführern, meist Studenten, die gut Englisch sprachen , einige radebrechten auch ein wenig deutsch, über unser Besuchsprogramm in den nächsten Tagen erhielten, das ich in meinen beiden vorherigen Reisen schon ähnlich mitgemacht hatte.
Also am nächsten Morgen, Montag,d. 3. November, nach Himmelstempel , großer Platz des himmlischen Friedens, verbotene Stadt und so weiter.
Mittagessen in einem Restaurant, danach Busfahrt zur großen Mauer.
Vom Bus Parkplatz musste man noch ein Stück laufen.
Ein Chinese mit einem klobigen Motorrad mit Beiwagen , wie sie unsere Kradmelder im Krieg benutzten, grün lackiert, chinesische Produktion, lud mich mit ein paar englischen Brocken in seinen Beiwagen ein und fuhr mich direkt bis an die Mauer. Ein sehr netter Erlebnis für mich, da ich noch nie in einem Beiwagen gesessen hatte. Im Krieg wurden damit meist nur Offiziere herumgefahren. Und ein Beweis der chinesischen Gastfreundlichkeit.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück fuhren wir im Bus zum Flughafen, wo wir erst einmal zwei Stunden warten müssen, da wegen starken Nebels den Flugzeugen keine Starterlaubnis erteilt wurde.
Dann ging es mit einem Tupulev Jet nach Xian.
Dort Mittagessen in einem Restaurant in der Stadt, dann Bus zum Hotel und im großen Haus der Partei eine chinesische Theater-Vorführung.-
Am nächsten Morgen, Mittwoch den 5. November, per Bus zur Besichtigung der berühmten Terrakotta-Armee in den Ausgrabungs-Hallen.
Mittagessen in einem Restaurant, dann Busfahrt zur Wildgans-Pagode.
Diese turmartigen Tempelbauten, meist aus Holz oder Stein, sieben bis 13 Stockwerke hoch, besuchte ich gern, vor allem da man von den oberen Stockwerken aus meist eine gute Fernsicht hat.
Nach einer Busrundfahrt durch die Stadt und zum Glockenturm.
Nachmittag-Flug in einer Propellermaschine nach Guilin. Die Stadt liegt am Kueikiang Fluss in einem weiten Tal mit subtropischer Vegetation, inmitten abenteuerlich geformter Turmkarstfelsen, viele 30-40 Meter hoch mit nur 5-10 m Durchmesser aus der flachen Landschaft hochragend.
Wir übernachteten in einem kleinen Hotel und machten am nächsten Morgen bei schönstem Sonnenschein eine mehrstündige Dampferfahrt im Fluss durch diese spektakuläre Landschaft mit vielen Seen, in denen sich die Felsentürme widerspiegelten.
Dann nach Besuch der großen Moschee und am Nachmittag Flug in einer zweimotorigen Propellermaschine nach Shanghai.
Dort Unterbringung in einem guten Hotel und am Freitag, den siebenten November, Besichtigung der Altstadt, chinesische Gärten und Spaziergang über den Bund.
Nach dem Mittagessen in einem modernen Katamaranpassagierschiff auf dem in der Stadt 400 bis 800 m breiten Huangpu bis hinaus auf die dort viele Kilometer breite Yangtse Mündung, wo durch das weit verzweigte Delta FrachtDampfer jeder Größe in den riesigen Überseehafen und weiter flussaufwärts bis nach Nanking fahren.
Durch ein Unwetter mit Regensturm und hohem Wellengang geriet unsere 3 ½ - stündige Fahrt zu einer richtigen Seereise.
Wieder an Land, ging es zum großen Freundschaftshaus, wo nach dem Abendessen eine Acrobatenschau gezeigt wurde.
Am Sonnabend, den 8. November, um 9:00 Uhr per Bus zum Jade Tempel. Dann zur Nanking Road und ins historische Konsular -Viertel der Westmächte. (Germans to the front-im Opiumskrieg 1840-42).-
Nach dem Mittagessen in einem Restaurant Besichtigung einer.Seiden-Spinnerei. Um 17:00 Uhr wurden wir ins Nan Liu Hotel gefahren. Dort um 18:00 Uhr Supper und um 21:00 Uhr ein schöner Spaziergang ums Carre.-
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück zum Garten der Verweilens, Besuch einer chinesischen Apotheke.
Nach dem Mittagessen ins Jademuseum, Besuch einer Seiden-Stickerei, einer Pagode und eines Buddha-Tempels.-
Damals war Bill nach seinem Schlaganfall schon in einem Genesungsheim in der Nähe, wo wir ihn mit dem Ford Pinto fast jeden Tag besuchten.
Allerdings fuhren Ilse und ich während meines Aufenthaltes im Pinto auch für drei Tage nach Brookings und für vier Tage nach Vancouver B.C. , bevor ich wieder heim flog. --
Nach einer zwei- und einer dreitägigen Autofahrt durch Nord- und Westdeutschland zum Besuch von Freunden und Verwandten startete ich am Freitag, d. 31. Oktober 86 zu meiner 3. China-Reise;
vormittags um 8:10 Uhr mit einer 20köpfigen Touristengruppe von Meyers Weltreisen.
Diesmal flogen wir von Frankfurt über Paris, wo uns nach einem guten Mittagessen unsere deutsche Reiseleiterin, eine ältere Dame (Lehrerin) vorgestellt wurde und wir um 16:40 Uhr in einer Boeing 747 über Nacht 14 Stunden nonstop nach Neu Delhi weiterflogen.
Dort hatten wir einen Tag Zwischenaufenthalt zu einer Busrundfahrt durch die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten. Danach wurden wir in ein gutes Hotel gefahren, und nach dem Abendessen wurde uns noch ein Feuerwerk geboten . Am nächsten Morgen um 5:30 Uhr frühstücken, 6:30 Uhr Bus zum Flughafen und in einem Jumbo Jet direkt nach Peking.
Bei herrlichem Sonnenschein flogen wir parallel zum Himalaja Gebirge nach Osten und konnten am Horizont im Norden die schneebedeckten Sieben- und Acht-Tausender Gipfel klar erkennen.
Nach Ankunft in Peking am Nachmittag wurden wir gleich in ein Touristenhotel in einem Vorort gefahren, wo wir in unsere Doppelzimmer eingewiesen wurden, Geld wechseln konnten und Informationen von unseren örtlichen Reiseführern, meist Studenten, die gut Englisch sprachen , einige radebrechten auch ein wenig deutsch, über unser Besuchsprogramm in den nächsten Tagen erhielten, das ich in meinen beiden vorherigen Reisen schon ähnlich mitgemacht hatte.
Also am nächsten Morgen, Montag,d. 3. November, nach Himmelstempel , großer Platz des himmlischen Friedens, verbotene Stadt und so weiter.
Mittagessen in einem Restaurant, danach Busfahrt zur großen Mauer.
Vom Bus Parkplatz musste man noch ein Stück laufen.
Ein Chinese mit einem klobigen Motorrad mit Beiwagen , wie sie unsere Kradmelder im Krieg benutzten, grün lackiert, chinesische Produktion, lud mich mit ein paar englischen Brocken in seinen Beiwagen ein und fuhr mich direkt bis an die Mauer. Ein sehr netter Erlebnis für mich, da ich noch nie in einem Beiwagen gesessen hatte. Im Krieg wurden damit meist nur Offiziere herumgefahren. Und ein Beweis der chinesischen Gastfreundlichkeit.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück fuhren wir im Bus zum Flughafen, wo wir erst einmal zwei Stunden warten müssen, da wegen starken Nebels den Flugzeugen keine Starterlaubnis erteilt wurde.
Dann ging es mit einem Tupulev Jet nach Xian.
Dort Mittagessen in einem Restaurant in der Stadt, dann Bus zum Hotel und im großen Haus der Partei eine chinesische Theater-Vorführung.-
Am nächsten Morgen, Mittwoch den 5. November, per Bus zur Besichtigung der berühmten Terrakotta-Armee in den Ausgrabungs-Hallen.
Mittagessen in einem Restaurant, dann Busfahrt zur Wildgans-Pagode.
Diese turmartigen Tempelbauten, meist aus Holz oder Stein, sieben bis 13 Stockwerke hoch, besuchte ich gern, vor allem da man von den oberen Stockwerken aus meist eine gute Fernsicht hat.
Nach einer Busrundfahrt durch die Stadt und zum Glockenturm.
Nachmittag-Flug in einer Propellermaschine nach Guilin. Die Stadt liegt am Kueikiang Fluss in einem weiten Tal mit subtropischer Vegetation, inmitten abenteuerlich geformter Turmkarstfelsen, viele 30-40 Meter hoch mit nur 5-10 m Durchmesser aus der flachen Landschaft hochragend.
Wir übernachteten in einem kleinen Hotel und machten am nächsten Morgen bei schönstem Sonnenschein eine mehrstündige Dampferfahrt im Fluss durch diese spektakuläre Landschaft mit vielen Seen, in denen sich die Felsentürme widerspiegelten.
Dann nach Besuch der großen Moschee und am Nachmittag Flug in einer zweimotorigen Propellermaschine nach Shanghai.
Dort Unterbringung in einem guten Hotel und am Freitag, den siebenten November, Besichtigung der Altstadt, chinesische Gärten und Spaziergang über den Bund.
Nach dem Mittagessen in einem modernen Katamaranpassagierschiff auf dem in der Stadt 400 bis 800 m breiten Huangpu bis hinaus auf die dort viele Kilometer breite Yangtse Mündung, wo durch das weit verzweigte Delta FrachtDampfer jeder Größe in den riesigen Überseehafen und weiter flussaufwärts bis nach Nanking fahren.
Durch ein Unwetter mit Regensturm und hohem Wellengang geriet unsere 3 ½ - stündige Fahrt zu einer richtigen Seereise.
Wieder an Land, ging es zum großen Freundschaftshaus, wo nach dem Abendessen eine Acrobatenschau gezeigt wurde.
Am Sonnabend, den 8. November, um 9:00 Uhr per Bus zum Jade Tempel. Dann zur Nanking Road und ins historische Konsular -Viertel der Westmächte. (Germans to the front-im Opiumskrieg 1840-42).-
Nach dem Mittagessen in einem Restaurant Besichtigung einer.Seiden-Spinnerei. Um 17:00 Uhr wurden wir ins Nan Liu Hotel gefahren. Dort um 18:00 Uhr Supper und um 21:00 Uhr ein schöner Spaziergang ums Carre.-
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück zum Garten der Verweilens, Besuch einer chinesischen Apotheke.
Nach dem Mittagessen ins Jademuseum, Besuch einer Seiden-Stickerei, einer Pagode und eines Buddha-Tempels.-
bi_bei den polnischen freunden
Am nächsten Morgen, Sonntag, den 31.8., verabschiedete ich mich nach dem Frühstück und fuhr über Trebnitz zu meinen Freunden nach Krotoschin.
Ich hatte sie vor zwei Jahren kennen gelernt, als ich von Breslau zu meinem Vetter Gunter in Michale fuhr. Gleich hinter Trebnitz stand ein junger Mann am Straßenrand und winkte mit dem Daumen.
Er war Student in Oppeln und wollte seine Eltern in Krotoschin besuchen. Der Vater, zwei Jahre jünger als ich, nach dem Krieg als Heimatvertriebener aus Lemberg hierher gekommen. Als polnischer Student erhielt er ein staatliche Beihilfe für sein Wirtschaftsstudium, währenddessen er auch ein halbjähriges Praktikum in USA absolvierte, und er spricht auch etwas Englisch. Seine Frau lernte er hier kennen.
Sie lebte auf einem polnischen Gutshof, der dann im Warthegau an deutsche Rücksiedler aus Russland übergeben wurde und sie arbeitete dort als Haushälterin weiter und lernte Deutsch.
Nach dem Studienabschluss wurde der Mann Offizier in der polnischen Armee und bekam nach seiner Entlassung einen Zuschuß für einen Hausbau, als er Leiter der staatlichen Wurst-Fabrik in Krotoschin geworden war.
Sie heirateten und bauten das zweistöckige Wohnhaus für sich und ihre zwei Kinder.
Die ältere Tochter hatte in Breslau deutsch studiert, und arbeitete dort als Englisch-Dozentin an der Uni. Sie hat inzwischen einen Arzt geheiratet, der nun als Oberarzt an einer großen Klinik in Militsch, 30 km von Krotoschin entfernt, angestellt ist. Sie haben zwei kleine Söhne und wohnen in einem Einfamilienhaus mit Garten neben der Klinik. Die Mutter war bis zu ihrer Pensionierung Laborantin in der Fabrik ihres Mannes.--
Obwohl ich wie immer unangemeldet kam, wurde ich freudig begrüßt und zum sonntäglichen Mittagessen eingeladen.
Nach dem Kaffeetrinken sagte ich wieder Adieu und fuhr über Gostyn und Wollstein in meine alte Heimat zu meinen Freunden Dominik und Alex und ihren Familien nach Groß Dammer und Klastawe.
Ich blieb dort aber nur über Nacht, da am Montag den 1. September für die Kinder Schulbeginn und viel zu tun war. Die Sommerferien in Polen dauern zweieinhalb Monate, und natürlich gibt es weniger andere Ferien.
Nach dem Frühstück fuhr ich also weiter über Posen und Bromberg zu meinen Freunden nach Susz (Rosenberg), wo ich wieder herzlich empfangen wurde und übernachten konnte.
Am nächsten Vormittag spazierte ich durch die Stadt zur nur knapp erstellt Badeanstalt am großen See, um dort zu schwimmen, und lief dann weiter am See entlang, durch den Park, in dem man noch die Verteidigungsgräben der deutschen Soldaten beim Rückzug vor den Russen sehen konnte, hinauf zum großen Backsteindom am Marktplatz, der früher evangelisch war und nun mit polnischen Priestern katholisch ist.
Nach dem Mittagessen fuhr ich dann über kleine Landstraßen etwa 30 km südwärts zur Enkelin Barbara und ihrem Mann Edek, die auf einem Gutshof bei einem kleinen Dorf in einem alten zweistöckigen Steinhaus mit großem Garten und ausgedehnten Stallgebäuden leben.
Der Hof liegt 3 km vom Ort entfernt, nur über einen schmalen Feldweg zu erreichen. Er gehört schon seit mehreren Generationen der Familie Jegowski, die als großbürgerliche Sippe in Thorn (Torun) zuhause ist.
300 Morgen hügeliges Land rund um den Hof gehören zu dem Anwesen, nur ein wenig Wald, sandiger Boden, auf dem qualitativ sehr gute Kartoffeln gedeihen. In den Ställen mästete Edek mit einem Knecht, der eine kleine Wohnung in den Stallgebäuden hatte, Schweine und Kälber mit seinem Getreide und Kartoffeln, bis sie verkaufsbereit waren. Zur Erntezeit hatte er meist ein oder zwei weitere Knechte auf dem Hof.-
Barbara hatte das alte deutsche Gymnasium in Deutsch- Eylau besucht, das nun polnisch war, aber Deutsch als erste Fremdsprache lehrte. Schon als Kind hatte sie von Mutter und Großmutter deutsch gelernt, kann also gut Deutsch sprechen, allerdings viel deutsche Worte vergessen. Edek spricht überhaupt nicht Deutsch.-
Sie haben zwei Söhne, Arthur und Tomek, die jeden Tag 4 km mit dem Auto zur Dorfschule gebracht werden mussten.-
Barbara wollte im Dachgeschoss ihres Hauses drei oder vier Schlafzimmer und einen gemütlichen Aufenthaltsraum für einen Erholungs-Aufenthalt deutscher Feriengäste in Natur und Einsamkeit einrichten, doch ich konnte ihr dazu keine fachkundige und ermutigende Beurteilung geben. Und wegen der schlechten Verkehrs Anbindung wurde ihr Projekt nie realisiert.
Ich durfte in einer gemütlichen kleinen Schlafkammer im Dachgeschoss übernachten und wurde eingeladen, noch einen Tag Sommerfrische bei der Familie zu genießen.
Ich sah ein wenig bei der Feld- und Stallarbeit zu und wanderte bei schönem Wetter auf dem kleinen Feldweg, der dann kaum noch für Pferdegespanne zu befahren war und irgendwo am Horizont zu einem anderen Dorf führte, weiter in eine kleine Senke bis zu einem See, aber kehrte dann zum Hof zurück. Weit und breit war kein anderes Haus zu sehen, nur am Feldweg in der anderen Richtung lag in einem Waldstück noch ein kleiner Bauernhof, der von einem Ehepaar mit zwei kleinen Kindern bewohnt war.-
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen verabschiedete ich mich und fuhr nochmal in Rosenberg bei Eltern und Oma vorbei.
Dann weiter über Kwidzyn mit der alten Ordensburg zur Weichsel , wo eine kleine Autofähre (Prom),groß genug für drei Pkw oder zwei Lieferwagen, über den Fluß fährt, ohne Motor, nur an einem langen starken Drahtseil die Strömung als Antriebskraft ausnutzt. Zwei Fährmänner bugsieren die Stahlschlaufen mit denen die Fähre am Seil hängt, mit großen Hanteln das jeweilige Vorderende zum gegenüberliegenden Ufer in die Strömung, so dass diese mit dem lose hängenden Hinterteil die ganze Fähre am Seil entlang Richtung anderes Ufer drückt. Die Überfahrt ist kostenlos, da die ganze Anlage ein Staatsbetrieb ist.-
Meine Fahrt ging weiter über Tuchola, wo in der Tucheler Heide mein Vater seine kleinen Sägewerke hatte, nach Kujan, wo ich ein paar Monate meine Lehrzeit verbrachte. Dort parkte ich mein Auto neben der kleinen Badestelle, wohl nur ein paar Enten im See schwammen, die aber wegflogen, als ich dasselbe tat. Dann noch ein kurzes Sonnenbad und ein Spaziergang über die Dorfstraße zum Sägewerk, das aber nicht mehr in Betrieb zu sein schien.
Die Autoreise ging weiter über Flatow nach Pila (Schneidemühl), der alten Hauptstadt des Regierungsbezirks Grenzmark Posen Westpreußen, über Pniewy (Pinneberg) und Tirschtiegel nach Groß Dammer, wo ich rechtzeitig zum Abendbrot auf dem Hof von Dominik und Celina, seiner Frau, eintraf.
Am Freitag, den 5.9., machte Dominik dann in seiner Garage an meinem Auto den Motor-Ölwechsel und eine Kontrolluntersuchung wie jedes Jahr.
Ich schaute wie immer zu, um mehr über die Innereien meines Autos zu lernen.
Nach dem Mittagessen radelte ich durch Neu Bentschen zum Kaffeetrinken zu meinen Freunden nach Klastawe. Dort spazierte ich dann noch zur kleinen Holzkirche, um die Renovierung des Innenraum zu bewundern, und am Dorfteich und Schlösschen vorbei.
Nach dem Abendbrot per Rad wieder nach Groß Dammer, wo Dominik am Fernseher deutsche Programme einstellte die dort gut zu empfangen sind, und in der Familie fast alle gut Deutsch können. Ich schlief wieder auf der Couch im Wohnzimmer. Am nächsten Morgen radelte ich um halb 7:00 Uhr morgens auf dem Feldweg die anderthalb Kilometer zum Waldrand und kletterte dort auf den unbesetzten Hochzsitz der i Jäger, von wo aus man eine weite Fernsicht nach Osten über die Felder bis zum Dorf hat.
Nach dem Frühstück fuhr ich mit dem Auto über Klastawe, um auch Alex und seiner Familie Aufwiedersehen zu sagen nach Bomst (Babimost), 6 km südlich von Neu Bentschen. Dort wohnte noch die alte Schneiderin meiner Mutter, Frau Stefanowski, eine Deutsche, die mit einem Polen verheiratet war, an der Hauptstraße in einem der einstöckigen Doppelhäuser, wie sie dort in den kleinen Städten üblich waren. Er war aber schon gestorben. Diese Häuser waren natürlich nur sehr einfach mit winzigen Räumen gebaut. Sie freute sich sehr, wenn ich sie besuchen kam, da sie sich mit mir auf Deutsch über die alten Zeiten unterhalten konnte.
Nach zwei Stunden fuhr ich weiter über Neusalz (Nova Sol) nach Breslau zu meinen jungen Freunden. Dort wurde ich wieder herzlich empfangen und bewirtet, lud einige Dinge für die Mutter in mein Auto und startete am Sonntag, den 7.9., nach dem Mittag essen, zurück nach Deutschland, über die Autobahn nach Cottbus, Berliner Ring, nach Hannover, dann Landstraße über Nienburg nach Sulingen zu den Eltern.
Montag früh besuchte ich wieder die Schwimmhalle und nach einem guten Frühstück und herzlichem Adieu, ging es um 11:00 Uhr über die Landstraße nach Minden und die Autobahn über Paderborn-Kassel wieder heimwär. Als ich hinter der Ausfahrt Erlangen West am Dechsendorfer Weiher vorbeifuhr, war es erst 17:30 Uhr und noch sehr heiß und ich hatte im Auto geschwitzt, obwohl ich die Dachluke und alle Fenster offen hatte. Also ging ich an der Badeanstalt nochmal schwimmen, bevor ich die letzten 7 km nachhause fuhr.---
Ich hatte sie vor zwei Jahren kennen gelernt, als ich von Breslau zu meinem Vetter Gunter in Michale fuhr. Gleich hinter Trebnitz stand ein junger Mann am Straßenrand und winkte mit dem Daumen.
Er war Student in Oppeln und wollte seine Eltern in Krotoschin besuchen. Der Vater, zwei Jahre jünger als ich, nach dem Krieg als Heimatvertriebener aus Lemberg hierher gekommen. Als polnischer Student erhielt er ein staatliche Beihilfe für sein Wirtschaftsstudium, währenddessen er auch ein halbjähriges Praktikum in USA absolvierte, und er spricht auch etwas Englisch. Seine Frau lernte er hier kennen.
Sie lebte auf einem polnischen Gutshof, der dann im Warthegau an deutsche Rücksiedler aus Russland übergeben wurde und sie arbeitete dort als Haushälterin weiter und lernte Deutsch.
Nach dem Studienabschluss wurde der Mann Offizier in der polnischen Armee und bekam nach seiner Entlassung einen Zuschuß für einen Hausbau, als er Leiter der staatlichen Wurst-Fabrik in Krotoschin geworden war.
Sie heirateten und bauten das zweistöckige Wohnhaus für sich und ihre zwei Kinder.
Die ältere Tochter hatte in Breslau deutsch studiert, und arbeitete dort als Englisch-Dozentin an der Uni. Sie hat inzwischen einen Arzt geheiratet, der nun als Oberarzt an einer großen Klinik in Militsch, 30 km von Krotoschin entfernt, angestellt ist. Sie haben zwei kleine Söhne und wohnen in einem Einfamilienhaus mit Garten neben der Klinik. Die Mutter war bis zu ihrer Pensionierung Laborantin in der Fabrik ihres Mannes.--
Obwohl ich wie immer unangemeldet kam, wurde ich freudig begrüßt und zum sonntäglichen Mittagessen eingeladen.
Nach dem Kaffeetrinken sagte ich wieder Adieu und fuhr über Gostyn und Wollstein in meine alte Heimat zu meinen Freunden Dominik und Alex und ihren Familien nach Groß Dammer und Klastawe.
Ich blieb dort aber nur über Nacht, da am Montag den 1. September für die Kinder Schulbeginn und viel zu tun war. Die Sommerferien in Polen dauern zweieinhalb Monate, und natürlich gibt es weniger andere Ferien.
Nach dem Frühstück fuhr ich also weiter über Posen und Bromberg zu meinen Freunden nach Susz (Rosenberg), wo ich wieder herzlich empfangen wurde und übernachten konnte.
Am nächsten Vormittag spazierte ich durch die Stadt zur nur knapp erstellt Badeanstalt am großen See, um dort zu schwimmen, und lief dann weiter am See entlang, durch den Park, in dem man noch die Verteidigungsgräben der deutschen Soldaten beim Rückzug vor den Russen sehen konnte, hinauf zum großen Backsteindom am Marktplatz, der früher evangelisch war und nun mit polnischen Priestern katholisch ist.
Nach dem Mittagessen fuhr ich dann über kleine Landstraßen etwa 30 km südwärts zur Enkelin Barbara und ihrem Mann Edek, die auf einem Gutshof bei einem kleinen Dorf in einem alten zweistöckigen Steinhaus mit großem Garten und ausgedehnten Stallgebäuden leben.
Der Hof liegt 3 km vom Ort entfernt, nur über einen schmalen Feldweg zu erreichen. Er gehört schon seit mehreren Generationen der Familie Jegowski, die als großbürgerliche Sippe in Thorn (Torun) zuhause ist.
300 Morgen hügeliges Land rund um den Hof gehören zu dem Anwesen, nur ein wenig Wald, sandiger Boden, auf dem qualitativ sehr gute Kartoffeln gedeihen. In den Ställen mästete Edek mit einem Knecht, der eine kleine Wohnung in den Stallgebäuden hatte, Schweine und Kälber mit seinem Getreide und Kartoffeln, bis sie verkaufsbereit waren. Zur Erntezeit hatte er meist ein oder zwei weitere Knechte auf dem Hof.-
Barbara hatte das alte deutsche Gymnasium in Deutsch- Eylau besucht, das nun polnisch war, aber Deutsch als erste Fremdsprache lehrte. Schon als Kind hatte sie von Mutter und Großmutter deutsch gelernt, kann also gut Deutsch sprechen, allerdings viel deutsche Worte vergessen. Edek spricht überhaupt nicht Deutsch.-
Sie haben zwei Söhne, Arthur und Tomek, die jeden Tag 4 km mit dem Auto zur Dorfschule gebracht werden mussten.-
Barbara wollte im Dachgeschoss ihres Hauses drei oder vier Schlafzimmer und einen gemütlichen Aufenthaltsraum für einen Erholungs-Aufenthalt deutscher Feriengäste in Natur und Einsamkeit einrichten, doch ich konnte ihr dazu keine fachkundige und ermutigende Beurteilung geben. Und wegen der schlechten Verkehrs Anbindung wurde ihr Projekt nie realisiert.
Ich durfte in einer gemütlichen kleinen Schlafkammer im Dachgeschoss übernachten und wurde eingeladen, noch einen Tag Sommerfrische bei der Familie zu genießen.
Ich sah ein wenig bei der Feld- und Stallarbeit zu und wanderte bei schönem Wetter auf dem kleinen Feldweg, der dann kaum noch für Pferdegespanne zu befahren war und irgendwo am Horizont zu einem anderen Dorf führte, weiter in eine kleine Senke bis zu einem See, aber kehrte dann zum Hof zurück. Weit und breit war kein anderes Haus zu sehen, nur am Feldweg in der anderen Richtung lag in einem Waldstück noch ein kleiner Bauernhof, der von einem Ehepaar mit zwei kleinen Kindern bewohnt war.-
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen verabschiedete ich mich und fuhr nochmal in Rosenberg bei Eltern und Oma vorbei.
Dann weiter über Kwidzyn mit der alten Ordensburg zur Weichsel , wo eine kleine Autofähre (Prom),groß genug für drei Pkw oder zwei Lieferwagen, über den Fluß fährt, ohne Motor, nur an einem langen starken Drahtseil die Strömung als Antriebskraft ausnutzt. Zwei Fährmänner bugsieren die Stahlschlaufen mit denen die Fähre am Seil hängt, mit großen Hanteln das jeweilige Vorderende zum gegenüberliegenden Ufer in die Strömung, so dass diese mit dem lose hängenden Hinterteil die ganze Fähre am Seil entlang Richtung anderes Ufer drückt. Die Überfahrt ist kostenlos, da die ganze Anlage ein Staatsbetrieb ist.-
Meine Fahrt ging weiter über Tuchola, wo in der Tucheler Heide mein Vater seine kleinen Sägewerke hatte, nach Kujan, wo ich ein paar Monate meine Lehrzeit verbrachte. Dort parkte ich mein Auto neben der kleinen Badestelle, wohl nur ein paar Enten im See schwammen, die aber wegflogen, als ich dasselbe tat. Dann noch ein kurzes Sonnenbad und ein Spaziergang über die Dorfstraße zum Sägewerk, das aber nicht mehr in Betrieb zu sein schien.
Die Autoreise ging weiter über Flatow nach Pila (Schneidemühl), der alten Hauptstadt des Regierungsbezirks Grenzmark Posen Westpreußen, über Pniewy (Pinneberg) und Tirschtiegel nach Groß Dammer, wo ich rechtzeitig zum Abendbrot auf dem Hof von Dominik und Celina, seiner Frau, eintraf.
Am Freitag, den 5.9., machte Dominik dann in seiner Garage an meinem Auto den Motor-Ölwechsel und eine Kontrolluntersuchung wie jedes Jahr.
Ich schaute wie immer zu, um mehr über die Innereien meines Autos zu lernen.
Nach dem Mittagessen radelte ich durch Neu Bentschen zum Kaffeetrinken zu meinen Freunden nach Klastawe. Dort spazierte ich dann noch zur kleinen Holzkirche, um die Renovierung des Innenraum zu bewundern, und am Dorfteich und Schlösschen vorbei.
Nach dem Abendbrot per Rad wieder nach Groß Dammer, wo Dominik am Fernseher deutsche Programme einstellte die dort gut zu empfangen sind, und in der Familie fast alle gut Deutsch können. Ich schlief wieder auf der Couch im Wohnzimmer. Am nächsten Morgen radelte ich um halb 7:00 Uhr morgens auf dem Feldweg die anderthalb Kilometer zum Waldrand und kletterte dort auf den unbesetzten Hochzsitz der i Jäger, von wo aus man eine weite Fernsicht nach Osten über die Felder bis zum Dorf hat.
Nach dem Frühstück fuhr ich mit dem Auto über Klastawe, um auch Alex und seiner Familie Aufwiedersehen zu sagen nach Bomst (Babimost), 6 km südlich von Neu Bentschen. Dort wohnte noch die alte Schneiderin meiner Mutter, Frau Stefanowski, eine Deutsche, die mit einem Polen verheiratet war, an der Hauptstraße in einem der einstöckigen Doppelhäuser, wie sie dort in den kleinen Städten üblich waren. Er war aber schon gestorben. Diese Häuser waren natürlich nur sehr einfach mit winzigen Räumen gebaut. Sie freute sich sehr, wenn ich sie besuchen kam, da sie sich mit mir auf Deutsch über die alten Zeiten unterhalten konnte.
Nach zwei Stunden fuhr ich weiter über Neusalz (Nova Sol) nach Breslau zu meinen jungen Freunden. Dort wurde ich wieder herzlich empfangen und bewirtet, lud einige Dinge für die Mutter in mein Auto und startete am Sonntag, den 7.9., nach dem Mittag essen, zurück nach Deutschland, über die Autobahn nach Cottbus, Berliner Ring, nach Hannover, dann Landstraße über Nienburg nach Sulingen zu den Eltern.
Montag früh besuchte ich wieder die Schwimmhalle und nach einem guten Frühstück und herzlichem Adieu, ging es um 11:00 Uhr über die Landstraße nach Minden und die Autobahn über Paderborn-Kassel wieder heimwär. Als ich hinter der Ausfahrt Erlangen West am Dechsendorfer Weiher vorbeifuhr, war es erst 17:30 Uhr und noch sehr heiß und ich hatte im Auto geschwitzt, obwohl ich die Dachluke und alle Fenster offen hatte. Also ging ich an der Badeanstalt nochmal schwimmen, bevor ich die letzten 7 km nachhause fuhr.---
