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2006.07.25, 10:02
Beat-Generation - Gemeinschaft auf der Suche nach der Gegenwelt zum »American way of life«
Im US-Bundesstaat Massachusetts präsentieren der Lowell National Historical Park und seine Partner vom 7. Juni bis 16. September 2007 eine Ausstellung im Boott Cotton Mills Museum, in der unter anderem das sagenumwobene Original-Rollen-Manuskript von »On the Road« gezeigt wird.
Nach der Veröffentlichung des ersten Kerouac-Buches »The Town and the City« dauerte es ganze sieben Jahre voller Streit und Schwierigkeiten, bis 1957 sein »On the Road« endlich bei Viking Press in New York erschien. Trotz der orthodoxen Art, mit welcher der Verlag das Buch redigiert und somit die Leser weitgehend gegen Kerouacs stilistische Neuerungen abgeschirmt hatte, wurde »Road« - der »Film in Worten« - zum vielbeachteten Durchbruch für den damals 35jährigen Autor.
Mit Staatsangehörigkeit »Franko-amerikanisch« wurde John L. (»Ti Jean«) Kerouac am 12. 3. 1922 in Lowell (Massachusetts), einer soliden Fabrikstadt in New England, geboren. Er war der zweite Sohn des Druckers Emil Kerouac und seiner Frau Gabrielle (geb. L'Evesque). Nach dem Tode des Vaters entwickelt Jack eine starke, jungenhaft-schwärmerische Bindung zu seiner Mutter, die geduldigen Lesern nur zu gut in Erinnerung bleiben wird.
Mit siebzehn Jahren wechselt er von der High School in seinem Geburtsort Lowell zur etwas extravaganten »Horace Mann School for Boys« in New York City. 1940 erhielt er das Stipendium fürs Columbia College. Nach knapp zwei Jahren brach mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor auch für die USA der Krieg aus, sodaß Kerouac die Universität nicht beendete. Er ging zunächst zur Handelsmarine, wurde 1943 für kurze Zeit Rekrut, bis er als »schizoide Persönlichkeit« entlassen wurde, um den Rest des Krieges wieder als Handelsmatrose auf dem Nordatlantik zu verbringen.
Obwohl Jack also keine akademischen Grade erreichte, lernte er während seiner Studenten-Zeit zwei seiner wichtigsten Freunde und späteren Weggenossen kennen: Allen Ginsberg und William S. Burroughs. Von beiden kann man ohne Übertreibung behaupten, daß sie zu den literarisch produktivsten und bedeutendsten Vertretern der »Beat-Generation« zählen und einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert in der amerikanischen Literatur der 50er bis 70er Jahre aufweisen. Noch 1990 tauchen sie mit ihren kreativen Projekten regelmäßig im rauschenden Blätterwald der bunten Gazetten auf.
Wanderjahre und Gelegenheitsjobs
In den Jahren ab 1941 übte Jack Kerouac - wie er selbst angibt - »alles mögliche« aus, im einzelnen Jobs als Tankwart, Bremser bei der Eisenbahn, Eisverkäufer, Bahnhofsarbeiter, Gepäckträger, Baumwollpflücker, Möbelpackergehilfe, Blechverarbeitungslehrling beim Bau des Pentagon (1942), Bauarbeiter und Brandwache im Forstdienst. Alles Stationen einer Reise durch den Kontinent Amerika, die seinem späteren literarischen Werk als loses Gerüst dienen sollen - abgesehen von jenem unendlich gewaltigeren Gefühls-Kontinent, den Kerouac mit vorher nicht dagewesener Spontanität und Unmittelbarkeit einer ureigenen Sprache vor unserem inneren Auge ausbreitet.
1950 erscheint sein erster Roman »The Town and the City«, 1955 Stipendium der National Academy of Arts and Letters. Nach Erscheinen des rasch zum Kultbuch avancierenden »On the Road« im Jahre 1957 hat Jack Kerouac - wie es Allen Ginsberg in der Einleitung zu »Howl« formuliert - »Intelligenz in elf Bücher hineingesprudelt, die in halb so vielen Jahren geschrieben wurden«. Die ersten beiden erschienen, sicher nicht ohne Druck seitens der Verleger, die den schnellen Dollar eines Nachfolge-Geschäfts witterten, bereits im darauffolgenden Jahr.
Nach siebenjährigem Kampf um die Durchsetzung seines lange verschmähten individuellen Stils nahm Kerouac frustriert und angewidert zur Kenntnis, daß seitdem sich ein kommerzieller Erfolg eingestellt hatte, er von der Verleger- und Kritiker-Schickeria in den höchsten Tönen gelobt wurde, gern gesehener Gast in Talk-Shows war und das Image, das um ihn herum gezimmert wurde, mit seinem eigentlichen Wesen nicht mehr allzu viel gemein hatte.
Zwei Jahre vor seinem Tod am 21. Oktober 1969 in St. Petersburg/Florida veröffentlicht der innerlich längst emigrierte Vielschreiber die »Vanity of Duluoz«, einen romanhaften Report über »Eine abenteuerliche Erziehung«, durchtränkt mit der pessimistischen Tinte eines 45jährigen, der zeit seines Lebens durch Amerika und neue Länder umhergeschwirrt war, um »alles kennenzulernen«. Was - um Seymour Krim zu zitieren - »die unfallsicheren Eskapaden, denen sich die Mehrheit der jungen amerikanischen Literaten damals hingab, lächerlich erscheinen ließ«.
Beat-Generation - alles andere als uniformiert
Die Rede ist von einer »Generation«. Mit reizüberfluteter Selbstverständlichkeit schlucken wir einen solchen Begriff. Unsere Zeit ist unzweifelhaft geprägt von »trendy« Slogans, von wohlklingenden Schlagworten, die zumeist eher auf unseren Griff in den Geldbeutel abzielen, als daß sie uns einen inhaltlichen Sinn vermitteln wollen.
Das man eine Wortschöpfung wie »Beat-Generation« zunächst relativieren muß, verdeutlicht Walter Höllerer bereits 1961, also gerade vier Jahre nach dem Erscheinen von »Road«. Mit Nachdruck unterstreicht er in seiner damaligen Betrachtung aktueller Tendenzen in der amerikanischen Literatur, daß sich die »jungen Amerikaner« zu Recht gegen die allgegenwärtige Etikettierung, das Abstempeln unter dem Schlagwort »BG« wenden. Sie seien alles andere als uniformiert, und was sie zusammenhalte, sei nicht nur ein äußerer Anlaß, nämlich der »Protest gegen etwas«; vielmehr beruhe ihr »spontanes Zusammengehörigkeitsgefühl« auf gemeinsamen Erfahrungen und Entdeckungen und auf der Unmittelbarkeit ihrer Kunst.
Was (damals wie heute) als »Generation« heraufbeschworen werde, sei genau genommen eine »Schar verschiedenster junger, eigenwilliger Leute, über den ganzen Kontinent und z.T. auch Europa verstreut, die einander kennen, einander unterstützen, ..., deren Stimme vertrauenswürdiger geworden ist, nachdem sie sich aus den Zwangsvorstellungen einer eingerichteten Sprache, einer vorgeschriebenen Denkweise und einer vorgezeichneten Laufbahn zu lösen versuchten und sich zu einer unverstellten Sicht verschworen haben«.
Auf einen gemeinsamen Nenner bringt es der Protagonist in »On the Road«, die eigentliche Schlüsselfigur des amerikanischen Beat und personifizierte Legende: Neal Cassady. Nach dem Zusammentreffen mit Jack Kerouac 1948 in New York gibt er dessen literarischem Schaffen die entscheidende Prägung. Kerouac wiederum meißelt ihm als Hauptfigur (»Dean Moriarty«) seines bekanntesten Buches ein sicher unvergessenes Denkmal.
Cassady, 1926 in Denver/Colorado geboren, verbringt nach der Trennung seiner Eltern die ersten Jahre unter »Obhut« des Vaters in einer Pennerherberge seines Geburtsortes. Zum ersten Mal 14jährig und erneut ein Jahr später gerät er in Polizeihaft, nachdem er einen Autodiebstahl verübt hat. Sein vor Lebensungestüm berstendes, vor Anstrengung und Sehnsucht keuchendes Dasein verbrachte Cassady »sich den Teufel um die eigene Existenz« und den »Plunder überkommener Habseligkeiten« scherend, liebend, leidend, schwitzend und »being on the road«. Sein Leben im Rausch, in Ekstase, in einer uneingeschränkten Freiheit, von der viele allenfalls träumten und die so manche seiner Zeitgenossen nur »darzustellen« versuchten, endete mit 42 Jahren im Drogenrausch auf den Gleisen einer Bahnstrecke.
»Das Buch in Drehbuchform ist der Film in Worten« proklamierte Jack Kerouac, und keinen geeigneteren Hauptdarsteller für »Road« hätte er sich wünschen können als eben Neal Cassady, einen »abgefahrenen« Typen jenseits von Gut und Böse. Alles an ihm war übersprühendes Leben. Und das ist der Punkt, um den es in Kerouacs Werk geht: um unmittelbare Aktion und Sprache.
It's now or never!
Das Motto seiner Erzählweise will sein: »Rede jetzt oder schweig für immer«. Als Vollgasfahrer der amerikanischen Prosa schuf er mit Worten eine »rasante Wiedergabe totalen Erlebens voller Handlung, Farbe, Milieu, Rhythmus und Klang« - und alles so organisch verpackt, daß Nachahmung praktisch unmöglich ist. Ein Generalangriff gegen die korsettierte Literatur einer Zeit voller angestaubter Tabus und eingleisigen Denkens.
Epilog
»Etwas, was du fühlst, wird die ihm eigene Form finden.« - Jack Kerouac, Evergreen Review, NY, 1959.
Nach der Veröffentlichung des ersten Kerouac-Buches »The Town and the City« dauerte es ganze sieben Jahre voller Streit und Schwierigkeiten, bis 1957 sein »On the Road« endlich bei Viking Press in New York erschien. Trotz der orthodoxen Art, mit welcher der Verlag das Buch redigiert und somit die Leser weitgehend gegen Kerouacs stilistische Neuerungen abgeschirmt hatte, wurde »Road« - der »Film in Worten« - zum vielbeachteten Durchbruch für den damals 35jährigen Autor.
Mit Staatsangehörigkeit »Franko-amerikanisch« wurde John L. (»Ti Jean«) Kerouac am 12. 3. 1922 in Lowell (Massachusetts), einer soliden Fabrikstadt in New England, geboren. Er war der zweite Sohn des Druckers Emil Kerouac und seiner Frau Gabrielle (geb. L'Evesque). Nach dem Tode des Vaters entwickelt Jack eine starke, jungenhaft-schwärmerische Bindung zu seiner Mutter, die geduldigen Lesern nur zu gut in Erinnerung bleiben wird.
Mit siebzehn Jahren wechselt er von der High School in seinem Geburtsort Lowell zur etwas extravaganten »Horace Mann School for Boys« in New York City. 1940 erhielt er das Stipendium fürs Columbia College. Nach knapp zwei Jahren brach mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor auch für die USA der Krieg aus, sodaß Kerouac die Universität nicht beendete. Er ging zunächst zur Handelsmarine, wurde 1943 für kurze Zeit Rekrut, bis er als »schizoide Persönlichkeit« entlassen wurde, um den Rest des Krieges wieder als Handelsmatrose auf dem Nordatlantik zu verbringen.
Obwohl Jack also keine akademischen Grade erreichte, lernte er während seiner Studenten-Zeit zwei seiner wichtigsten Freunde und späteren Weggenossen kennen: Allen Ginsberg und William S. Burroughs. Von beiden kann man ohne Übertreibung behaupten, daß sie zu den literarisch produktivsten und bedeutendsten Vertretern der »Beat-Generation« zählen und einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert in der amerikanischen Literatur der 50er bis 70er Jahre aufweisen. Noch 1990 tauchen sie mit ihren kreativen Projekten regelmäßig im rauschenden Blätterwald der bunten Gazetten auf.
Wanderjahre und Gelegenheitsjobs
In den Jahren ab 1941 übte Jack Kerouac - wie er selbst angibt - »alles mögliche« aus, im einzelnen Jobs als Tankwart, Bremser bei der Eisenbahn, Eisverkäufer, Bahnhofsarbeiter, Gepäckträger, Baumwollpflücker, Möbelpackergehilfe, Blechverarbeitungslehrling beim Bau des Pentagon (1942), Bauarbeiter und Brandwache im Forstdienst. Alles Stationen einer Reise durch den Kontinent Amerika, die seinem späteren literarischen Werk als loses Gerüst dienen sollen - abgesehen von jenem unendlich gewaltigeren Gefühls-Kontinent, den Kerouac mit vorher nicht dagewesener Spontanität und Unmittelbarkeit einer ureigenen Sprache vor unserem inneren Auge ausbreitet.
1950 erscheint sein erster Roman »The Town and the City«, 1955 Stipendium der National Academy of Arts and Letters. Nach Erscheinen des rasch zum Kultbuch avancierenden »On the Road« im Jahre 1957 hat Jack Kerouac - wie es Allen Ginsberg in der Einleitung zu »Howl« formuliert - »Intelligenz in elf Bücher hineingesprudelt, die in halb so vielen Jahren geschrieben wurden«. Die ersten beiden erschienen, sicher nicht ohne Druck seitens der Verleger, die den schnellen Dollar eines Nachfolge-Geschäfts witterten, bereits im darauffolgenden Jahr.
Nach siebenjährigem Kampf um die Durchsetzung seines lange verschmähten individuellen Stils nahm Kerouac frustriert und angewidert zur Kenntnis, daß seitdem sich ein kommerzieller Erfolg eingestellt hatte, er von der Verleger- und Kritiker-Schickeria in den höchsten Tönen gelobt wurde, gern gesehener Gast in Talk-Shows war und das Image, das um ihn herum gezimmert wurde, mit seinem eigentlichen Wesen nicht mehr allzu viel gemein hatte.
Zwei Jahre vor seinem Tod am 21. Oktober 1969 in St. Petersburg/Florida veröffentlicht der innerlich längst emigrierte Vielschreiber die »Vanity of Duluoz«, einen romanhaften Report über »Eine abenteuerliche Erziehung«, durchtränkt mit der pessimistischen Tinte eines 45jährigen, der zeit seines Lebens durch Amerika und neue Länder umhergeschwirrt war, um »alles kennenzulernen«. Was - um Seymour Krim zu zitieren - »die unfallsicheren Eskapaden, denen sich die Mehrheit der jungen amerikanischen Literaten damals hingab, lächerlich erscheinen ließ«.
Beat-Generation - alles andere als uniformiert
Die Rede ist von einer »Generation«. Mit reizüberfluteter Selbstverständlichkeit schlucken wir einen solchen Begriff. Unsere Zeit ist unzweifelhaft geprägt von »trendy« Slogans, von wohlklingenden Schlagworten, die zumeist eher auf unseren Griff in den Geldbeutel abzielen, als daß sie uns einen inhaltlichen Sinn vermitteln wollen.
Das man eine Wortschöpfung wie »Beat-Generation« zunächst relativieren muß, verdeutlicht Walter Höllerer bereits 1961, also gerade vier Jahre nach dem Erscheinen von »Road«. Mit Nachdruck unterstreicht er in seiner damaligen Betrachtung aktueller Tendenzen in der amerikanischen Literatur, daß sich die »jungen Amerikaner« zu Recht gegen die allgegenwärtige Etikettierung, das Abstempeln unter dem Schlagwort »BG« wenden. Sie seien alles andere als uniformiert, und was sie zusammenhalte, sei nicht nur ein äußerer Anlaß, nämlich der »Protest gegen etwas«; vielmehr beruhe ihr »spontanes Zusammengehörigkeitsgefühl« auf gemeinsamen Erfahrungen und Entdeckungen und auf der Unmittelbarkeit ihrer Kunst.
Was (damals wie heute) als »Generation« heraufbeschworen werde, sei genau genommen eine »Schar verschiedenster junger, eigenwilliger Leute, über den ganzen Kontinent und z.T. auch Europa verstreut, die einander kennen, einander unterstützen, ..., deren Stimme vertrauenswürdiger geworden ist, nachdem sie sich aus den Zwangsvorstellungen einer eingerichteten Sprache, einer vorgeschriebenen Denkweise und einer vorgezeichneten Laufbahn zu lösen versuchten und sich zu einer unverstellten Sicht verschworen haben«.
Auf einen gemeinsamen Nenner bringt es der Protagonist in »On the Road«, die eigentliche Schlüsselfigur des amerikanischen Beat und personifizierte Legende: Neal Cassady. Nach dem Zusammentreffen mit Jack Kerouac 1948 in New York gibt er dessen literarischem Schaffen die entscheidende Prägung. Kerouac wiederum meißelt ihm als Hauptfigur (»Dean Moriarty«) seines bekanntesten Buches ein sicher unvergessenes Denkmal.
Cassady, 1926 in Denver/Colorado geboren, verbringt nach der Trennung seiner Eltern die ersten Jahre unter »Obhut« des Vaters in einer Pennerherberge seines Geburtsortes. Zum ersten Mal 14jährig und erneut ein Jahr später gerät er in Polizeihaft, nachdem er einen Autodiebstahl verübt hat. Sein vor Lebensungestüm berstendes, vor Anstrengung und Sehnsucht keuchendes Dasein verbrachte Cassady »sich den Teufel um die eigene Existenz« und den »Plunder überkommener Habseligkeiten« scherend, liebend, leidend, schwitzend und »being on the road«. Sein Leben im Rausch, in Ekstase, in einer uneingeschränkten Freiheit, von der viele allenfalls träumten und die so manche seiner Zeitgenossen nur »darzustellen« versuchten, endete mit 42 Jahren im Drogenrausch auf den Gleisen einer Bahnstrecke.
»Das Buch in Drehbuchform ist der Film in Worten« proklamierte Jack Kerouac, und keinen geeigneteren Hauptdarsteller für »Road« hätte er sich wünschen können als eben Neal Cassady, einen »abgefahrenen« Typen jenseits von Gut und Böse. Alles an ihm war übersprühendes Leben. Und das ist der Punkt, um den es in Kerouacs Werk geht: um unmittelbare Aktion und Sprache.
It's now or never!
Das Motto seiner Erzählweise will sein: »Rede jetzt oder schweig für immer«. Als Vollgasfahrer der amerikanischen Prosa schuf er mit Worten eine »rasante Wiedergabe totalen Erlebens voller Handlung, Farbe, Milieu, Rhythmus und Klang« - und alles so organisch verpackt, daß Nachahmung praktisch unmöglich ist. Ein Generalangriff gegen die korsettierte Literatur einer Zeit voller angestaubter Tabus und eingleisigen Denkens.
Epilog
»Etwas, was du fühlst, wird die ihm eigene Form finden.« - Jack Kerouac, Evergreen Review, NY, 1959.
2006.07.31, 10:46
by kuhnandreas
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Frida Kahlo - Ausstellung im Bucerius Kunst Forum, Hamburg

André Breton, der sie partout als Surrealistin etikettieren wollte, beschrieb ihre Kunst als »ein farbiges Band um eine Bombe«. Madonna beteuerte »Frida ist die große Inspiration für mein Leben«. Zu Lebzeiten kannte Frida Kahlo Wassily Kandinsky, Marcel Duchamp und Pablo Picasso. »Weder Derain, noch Du, noch ich, sind in der Lage, einen Kopf so zu malen, wie Frida Kahlo!« gesteht Picasso in einem Brief an Diego Rivera. Dieser wiederum wirbt anläßlich einer geplanten Ausstellung für seine Frau: »Ich empfehle Ihnen diese Künstlerin, nicht als Ehemann, sondern als begeisterter Bewunderer ihres Werks, ätzend und zärtlich, hart wie Stahl und zart und fein wie der Flügel eines Schmetterlings, bewunderswert wie ein schönes Lächeln und tiefgründig und grausam wie die Bitternis des Lebens.«
Nicht erst seit der äußerst erfolgreichen Verfilmung ihres Lebens und Wirkens durch Regisseurin Julie Taymor (Hauptrolle Salma Hayek in einer schlicht leidenschaftlichen Verkörperung) ist das Interesse an Frida Kahlo als Kunst-Ikone erneut heftig aufgeflammt. Im Jahr 2006 noch immer »Fridomania« post mortem allerorten. Frida Kahlo ist Malerin und Mythos. Als mexikanische Kultfigur mit unvorhergesehener Popularität liefert sie lange schon und schier unablässig Stoff für Bücher, Theaterstücke und Filme, ist idolisiertes Objekt für Merchandising. Frida auf Handtaschen, Postkarten, Frida als Poster und Schlüsselanhänger. Leben wie Werk der wohl mit Abstand bekanntesten Malerin ganz Lateinamerikas sind von kraftvoll exotischer, schillernd bunter und mythisch umrankter Anmutung.
Als bekennende Marxistin gab die charismatische Rebellin, obwohl geboren am 6. Juli 1907, zeitlebens ihr Geburtsjahr mit 1910 an, dem Jahr der mexikanischen Revolution. Sie verehrte Stalin und hatte als »emanzipierte« Frau, gebeutelt durch die Untreue ihres Mannes Diego, Affären mit prominenten Männern wie Leo Trotzki oder Nickolas Murray und auch Frauen wie der Sängerin Chavela Vargas (»La Llorona«). Nickolas Murray verdanken wir (ebenfalls in der Hamburger Ausstellung in fantastischer Qualität präsentiert) - neben Lola und Manuel Alvarez Bravo, Imogen Cunningham, Fritz Henle oder Gisele Freund - einige der schönsten fotografischen Zeitdokumente: prachtvolles, pathetisches und detailbesessenes In-Szene-setzen; regelrechte Performance-Fotografie. Stets ernst blickende, auf den Betrachter gerichtete Augen, »gekrönt von dichten Brauen, die sich vereinten wie Vogelschwingen«, wie Raquel Tibol attestiert.
Fast zwangsläufig versetzt der Kontakt mit den Originalbildern den Betrachter in eine Art Verzückungszustand. Hierzulande wartete man allerdings eine »halbe Ewigkeit« vergeblich, ihre Gemälde einmal mehr »leibhaftig« in Augenschein nehmen zu dürfen. Dem Bucerius Kunst Forum ist nun - bereits ein Jahr vor dem 100. Geburtstag der wichtigsten Vertreterin mexikanischer Kunst - das Kunststück gelungen, die größte private Kollektion von Werken Frida Kahlos aus dem Museo Dolores Olmedo Patino (Xochimilco, Mexiko) einer deutschen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die in Hamburg ausgestellten Gemälde beleuchten die zentrales Themen des Lebens und der Kunst Frida Kahlos: Schmerz, Verlust, Unglück und Leiden. Von einer Kinderlähmung im Alter von wohl sechs Jahren behält Frida eine Behinderung des rechts Beins, eben achtzehnjährig erleidet sie jenen fatalen Busunfall. Diesen überlebt sie zwar schwerstverletzt, er markiert aber den Anfangspunkt lebenslänglicher Qualen wie zahlloser Operationen. In deren Auswirkungen schließlich, bereits fast ihr halbes Lebens an Rollstuhl oder Krankenbett gefesselt, stirbt sie mit gerade 47 in ihrem Geburtshaus (»Casa Azul« oder »Blaues Haus«, heute Frida-Pilgern aus aller Welt zugänglich als Frida Kahlo Museum). »Pies para qué los quiero si tengo als pa volar«/»Wozu brauche ich Füße, wenn ich Flügel haben zum Fliegen« hatte sie ein Jahr zuvor ihrem Tagebuch anvertraut.
Ergänzt durch Leihgaben aus gesamtamerikanischen Sammlungen ist die liebevoll inszenierte Ausstellung vom 15.6.?17.9.2006 ein absolutes »Muß« für alle Kahlo-Fans.
Infos: http://www.buceriuskunstforum.de
2007.01.29, 00:56
ROBERT HERLTH
...geb. 1893, Wrietzen an der Oder, gest. 1962, München
Eine schöne Sammlung von Entwürfen des Szenenbildners.




http://www.moving-spaces.de/Datenbank_Robert_Herlth.htm
Eine schöne Sammlung von Entwürfen des Szenenbildners.




http://www.moving-spaces.de/Datenbank_Robert_Herlth.htm
2008.10.27, 17:55
Es war schön!
Dieses Wochenende waren wir gemeinsam mit 45kilo auf der Designer's Open.
Und: Wir hatten viel Spass. Wir haben viele tolle Menschen getroffen.
Rundum ein Erfolg also.
Bilder der lustigen drei Tage werden bald folgen.
Wen wir kennengelernt und wiedergetroffen haben:
Anna-Magdalena Wendt/ Modedesign
Anne Kathrin Schuhmann/ Photographie
Ikarus/ Produktdesign
Modedesign aus Wien
Mode in Wien
We went to Leipzig for the SupiDupi DesignFair "Designer's Open".
And it was a lot of fun! Who we met you'll find out by following the links above! Have fun like we did!
Und: Wir hatten viel Spass. Wir haben viele tolle Menschen getroffen.
Rundum ein Erfolg also.
Bilder der lustigen drei Tage werden bald folgen.
Wen wir kennengelernt und wiedergetroffen haben:
Anna-Magdalena Wendt/ Modedesign
Anne Kathrin Schuhmann/ Photographie
Ikarus/ Produktdesign
Modedesign aus Wien
Mode in Wien
We went to Leipzig for the SupiDupi DesignFair "Designer's Open".
And it was a lot of fun! Who we met you'll find out by following the links above! Have fun like we did!
2008.08.11, 13:04
GKW - a
(Gesamtkunstwerke, anybody)
Es geht voran mit unserer Arbeit für die Austellung. Hier mal ein paar zusätzliche Infos zu der ganzen Sache:
gwka
How did the “Bauhaus” feel about the “Bauhaus” while it was the “Bauhaus”? What did history do to it and its reception in the public thought? Isn’t it that there never was such a thing as a “Gesamtkunstwerk”, is it even possible there will be? And still, yes of course one might argue the famous “Gropius Zimmer” or the “Meisterhäuser” in Dessau, have, by means of historic well-keeping, been accepted as such. Time works. It does! How does time work for us? What is left and will it be what you think?
Ausstellung: 6.9. - 6.10.08 in Bonn "E105"
The exhibition will take place at the Gallery E105 in Bonn from september until the end of the year. The opening is the 6th of september.
Most of the content that's going to be exhibited in the show will come from the preheld four day workshop which will take place in the week from the 14th until the 18th of july. Together with Tjeerd Veenhoven, who furthermore will be holding a lecture about his work, the participants of the workshop, the guests and the main group will work on different pieces which in the end have to be sellable or at least be produceable, since it'll be a vending exhibition.
Der Workshop:
We as students from Weimar were asked to develop a new view onto the diverse and difficult theme “Gesamtkunstwerk”, throwing up new thoughts and challenging old concepts. As an introduction to the topic a 4-day workshop will take place in Weimar in the week of the 14th - 18th of July 2008, bringing together participants and ideas from all faculties. We are going to look into our own perception, tear apart the blown up concepts and phrases the Bauhaus is described with everyday and search for a description a bit closer to the truth of everyday life. What is it we identify with and that makes Weimar such a unique place to study? Step ahead and define a part of our future reception. After the workshop we push our ideas further and exhibit the whole collection in September 2008 at the gallery E105 and as part of the Bauhaus 09 anniversary in 2009.
Es geht voran:

Meisterfaden
Die Weberei am frühen Bauhaus war die erfolgreichste der Werkstätten. Die dort arbeitenden Schülerinnen erweiterten die bis dahin bekannten Techniken, verwendeten und kombinierten neue Materialien und bezogen den Fortschritt der damaligen Zeit direkt in die Herstellung neuer Textilien mit ein.
Nach der Auflösung des Bauhauses trugen die Weberinnen ihre Kenntnisse in die ganze Welt und übten so einen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Textilkunst.
Heute wird diese Tradition der Weberei und Textilarbeit an der Bauhaus-Universität nicht mehr fortgeführt.
Um an diesen ursprünglichen Bestandteil des Bauhauses zu erinnern und um sich mit ihm auseinanderzusetzen, haben wir an der Konstruktion eines Wandbehanges mithilfe zweier Strickmaschinen gearbeitet. Als gestalterische Grundlage dienten Grundrisse der Dessauer Mustersiedlung.
Ziel der Arbeit ist es, die ersten Auseinandersetzungen mit den Maschinen und die Entwicklung und Umsetzung eigenständiger Muster ablesbar und nachvollziehbar in einem Wandbehang umzusetzen.
Es geht voran mit unserer Arbeit für die Austellung. Hier mal ein paar zusätzliche Infos zu der ganzen Sache:
gwka
How did the “Bauhaus” feel about the “Bauhaus” while it was the “Bauhaus”? What did history do to it and its reception in the public thought? Isn’t it that there never was such a thing as a “Gesamtkunstwerk”, is it even possible there will be? And still, yes of course one might argue the famous “Gropius Zimmer” or the “Meisterhäuser” in Dessau, have, by means of historic well-keeping, been accepted as such. Time works. It does! How does time work for us? What is left and will it be what you think?
Ausstellung: 6.9. - 6.10.08 in Bonn "E105"
The exhibition will take place at the Gallery E105 in Bonn from september until the end of the year. The opening is the 6th of september.
Most of the content that's going to be exhibited in the show will come from the preheld four day workshop which will take place in the week from the 14th until the 18th of july. Together with Tjeerd Veenhoven, who furthermore will be holding a lecture about his work, the participants of the workshop, the guests and the main group will work on different pieces which in the end have to be sellable or at least be produceable, since it'll be a vending exhibition.
Der Workshop:
We as students from Weimar were asked to develop a new view onto the diverse and difficult theme “Gesamtkunstwerk”, throwing up new thoughts and challenging old concepts. As an introduction to the topic a 4-day workshop will take place in Weimar in the week of the 14th - 18th of July 2008, bringing together participants and ideas from all faculties. We are going to look into our own perception, tear apart the blown up concepts and phrases the Bauhaus is described with everyday and search for a description a bit closer to the truth of everyday life. What is it we identify with and that makes Weimar such a unique place to study? Step ahead and define a part of our future reception. After the workshop we push our ideas further and exhibit the whole collection in September 2008 at the gallery E105 and as part of the Bauhaus 09 anniversary in 2009.
Es geht voran:

Meisterfaden
Die Weberei am frühen Bauhaus war die erfolgreichste der Werkstätten. Die dort arbeitenden Schülerinnen erweiterten die bis dahin bekannten Techniken, verwendeten und kombinierten neue Materialien und bezogen den Fortschritt der damaligen Zeit direkt in die Herstellung neuer Textilien mit ein.
Nach der Auflösung des Bauhauses trugen die Weberinnen ihre Kenntnisse in die ganze Welt und übten so einen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Textilkunst.
Heute wird diese Tradition der Weberei und Textilarbeit an der Bauhaus-Universität nicht mehr fortgeführt.
Um an diesen ursprünglichen Bestandteil des Bauhauses zu erinnern und um sich mit ihm auseinanderzusetzen, haben wir an der Konstruktion eines Wandbehanges mithilfe zweier Strickmaschinen gearbeitet. Als gestalterische Grundlage dienten Grundrisse der Dessauer Mustersiedlung.
Ziel der Arbeit ist es, die ersten Auseinandersetzungen mit den Maschinen und die Entwicklung und Umsetzung eigenständiger Muster ablesbar und nachvollziehbar in einem Wandbehang umzusetzen.
Fertig!
Der Wandteppich ist fertig. Und riesiggroß!
Jetzt müssen wir uns nur noch eine Aufhängung überlegen. Ei ei ei!
Look! We finished the tapestry. It's huge!


Lotta gefällts!
Lotta loves it!
Jetzt müssen wir uns nur noch eine Aufhängung überlegen. Ei ei ei!
Look! We finished the tapestry. It's huge!


Lotta gefällts!
Lotta loves it!
2008.08.16, 19:49
Floh - GO!
Der heutige Tag war ganz im Zeichen der Flohbekämpfung. Wir nutzten dies als Chance um nochmals auszumisten und umzuräumen. Aus dem bisschen Platz haben wir mit ein paar cleveren Tricks mehr rausgeholt. Nicht schlecht!
Gestern haben wir Verstärkungsmaterial für den Wandteppich besorgt und soeben aufgebügelt. Einmal über Nacht geruht - mal sehen, was der Teppich morgen macht.
Gestern habe ich auch meinen Existenzgründerpass abgeholt. Dann geht's jetzt wirklich los! Ab Montag ist deswegen Theorie-Woche, da wir ein Konzept schreiben müssen.
Nebenbei schwirren in unseren Köpfen auch schon unzählige Ideen für die nächste Kollektion, die wir dann Ende Oktober bei den Designers' Open in Leipzig präsentieren. Dazu mehr in Kürze.
Today we fought the flea. We seazed this as a chance to reduce the chaos and rearrange everything. In the end we got even more space although it is a small room with barely space left. Not bad!
Yesterday we bought some fabric to strengthen the tapestry from the back. We just had some iron-on action. We'll see how it's going to be tomorrow.
Yesterday I also got my Entrepreneur-Passport. Now we really get it started. That's why starting with Monday we'll have to do a lot of theory work. We have to write a concept, kind of a business plan.
But we also have a lot of ideas for the new collection which will be shown in october at the "Designers' Open", Leipzig. More next time.
Gestern haben wir Verstärkungsmaterial für den Wandteppich besorgt und soeben aufgebügelt. Einmal über Nacht geruht - mal sehen, was der Teppich morgen macht.
Gestern habe ich auch meinen Existenzgründerpass abgeholt. Dann geht's jetzt wirklich los! Ab Montag ist deswegen Theorie-Woche, da wir ein Konzept schreiben müssen.
Nebenbei schwirren in unseren Köpfen auch schon unzählige Ideen für die nächste Kollektion, die wir dann Ende Oktober bei den Designers' Open in Leipzig präsentieren. Dazu mehr in Kürze.
Today we fought the flea. We seazed this as a chance to reduce the chaos and rearrange everything. In the end we got even more space although it is a small room with barely space left. Not bad!
Yesterday we bought some fabric to strengthen the tapestry from the back. We just had some iron-on action. We'll see how it's going to be tomorrow.
Yesterday I also got my Entrepreneur-Passport. Now we really get it started. That's why starting with Monday we'll have to do a lot of theory work. We have to write a concept, kind of a business plan.
But we also have a lot of ideas for the new collection which will be shown in october at the "Designers' Open", Leipzig. More next time.
GKW,a
Am letzten Samstag, dem 6. September, wurde endlich die Ausstellung GKW,a in Bonn in der Galerie E105 eröffnet..
Ein Riesenspass und ein wirklich schöner Abend.
Die passenden Fotos dazu gibts bald, wahrscheinlich morgen!
Last Saturday the exhibition GKW,a was finally opened! What a fun night, it was really nice and we enjoyed the evening a lot!
Pictures of the opening will follow really really soon, until then:
E105
Ein Riesenspass und ein wirklich schöner Abend.
Die passenden Fotos dazu gibts bald, wahrscheinlich morgen!
Last Saturday the exhibition GKW,a was finally opened! What a fun night, it was really nice and we enjoyed the evening a lot!
Pictures of the opening will follow really really soon, until then:
E105
2008.09.15, 18:24
Neues vom Teppich - News from the tapestry
wie versprochen jetzt die Bilder zur Ausstellungseröffnung letztes Wochenende in Bonn - unser Farbenfest mitten im weißen Plastecocon
as announced earlier here come the pictures! our colour manifest in the white plastic cocon
ausserdem:
gleich im ersten bild mittig rechts: ein tischgestell von 45kilo
center/ right in the first picture a new table base done by 45kilo




as announced earlier here come the pictures! our colour manifest in the white plastic cocon
ausserdem:
gleich im ersten bild mittig rechts: ein tischgestell von 45kilo
center/ right in the first picture a new table base done by 45kilo








