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France

Published on Tuesday, 24. October 2006, 16:00.
About: france, culture examples, history, organizational culture, geert hofstede
[p.20]
Hofstede relies on Phillipe d'Iribarne (1989) who compared France, the States and the Netherlands to differentiate three principles of management.

Business in France is based on honor. In a quiet stratified (geschichtet) society everybody is aware of his/her position in the hierarchy. Nevertheless each group carries its own pride.
While it is very rare to cross ranks from non-cadre to cadre, it is only by attending the right school that you become a member of the cadre. This automatically assigns you with privileges of a higher social class and puts you in leadership positions.


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2 Comments:

janet at Saturday, 28. October 2006, 13:08
Ich informiere mich gerade über die Errungenschaften der franz. Revolution und bin auf dieses Abschnitt gestoßen:

"Die Wirtschaft wird liberalisiert. Das Individuum wird frei von Abhängigkeiten durch die Geburt. Ökonomische Abhängigkeiten bleiben. Die Bildung wird allen, wenn sie es sich leisten können, zugänglich. Aber bis heute existieren Eliteschule, an denen die Kinder der Oberschicht sich für ein Leben in Spitzenpositionen ausbilden lassen. Wer nicht eine Eliteuniversität besucht hat, hat wesentlich weniger Chancen. Und an diesen Universitäten wird nicht jeder genommen. So bestimmt eine reiche Oberschicht bis heute, wer in Zukunft in Frankreich etwas zu sagen hat."
nachzulesen unter: http://www.lsg.musin.de/Gesch/geschichte/8-neuzeit/err-franz-rev.htm
kay at Sunday, 29. October 2006, 08:10
aus einem Feature im Deutschlandfunk vom 28.10.:
gesamter Text unter: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/gesichtereuropas/557421/

"...Eine Schande, ungerecht, - vor allem aber eine Vergeudung wertvoller Ressourcen für die französische Gesellschaft, sagte sich vor gut fünf Jahren, Richard Descoings, der Direktor der Pariser Elite- Universität "Sciences Po", der Hochschule für Politikwissenschaften. Er organisierte - trotz massiver Widerstände in den eigenen Reihen - eine spezielle Aufnahmeprüfung für begabte Abiturienten aus sozial benachteiligten Wohngegenden des Departements Seine Saint Denis.

Von der "Zone" auf die Eliteschule
Chance für Begabte aus den benachteiligten Wohngegenden

Früher Nachmittag in einer Nebenstrasse des Boulevard Saint Germain: Hier in der Rue Saint Guillaume befindet sich das alterwürdige Hauptgebäude der renommierten französischen Eliteuniversität Sciences Po.

An den riesigen Türen zur marmornen Eingangshalle stehen zwei kräftige Sicherheitsmänner in dunklen Anzügen und beobachten mit strengem Blick das Kommen und Gehen der Studenten. Junge Männer und Frauen, die sich bei genauem Hinsehen vom französischen Durchschnittsstudenten unterscheiden. Ob dezent oder modisch, sie sind teuerer gekleidet; etliche tragen Laptopmodelle der letzten Generation mit sich herum. Und wer der Studenten kommt aus den Banlieues von Seine Saint Denis? Zwei deutsche Science-Po-Studentinnen, die gerade die Halle durchqueren auf dem Weg zu ihrem Nachmittagsseminar, können auch nicht helfen. Sie wissen nicht, wer dazu gehört, sagen sie.

Man unterhält sich nicht so direkt darüber. Man fragt nicht/ Nein, weiß ich auch nicht. Ich hab auch das Gefühl, dass die Studenten sehr bedacht darauf sind - na ja, dass man eben eine gewisse Herkunft hat. Die machen hier schon so ein bisschen auf Elitebetrieb. Da würde ich mich auch gar nicht trauen, zu fragen: Bist du in irgendeinem Banlieue zur Schule gegangen.

Im hinteren Teil der Halle führt eine Treppe hinunter zur Cafeteria. Es ist ein relativ kleiner, gemütlicher Raum mit runden Tischen, dazu jeweils zwei, drei Stühle. In einer Nische sitzen Studenten, lesen Zeitung oder klicken sich an Flachbildschirmen durchs Internet. Auf der gegenüberliegenden Seite ein riesiges Panoramafenster mit Blick auf den Innenhofpark mit seinen alten Bäumen.

Auf einer Parkbank sitzt Akim Alouch, 22 Jahre alt und telefoniert. Der zierliche Franzose mit der sanften Stimme gehört zur ersten Generation der Sciences-Po-Studenten, die aus den Pariser Banlieues gekommen. Er hat im Juni dieses Jahres sein Studium erfolgreich abgeschlossen.

Seitdem hat Akim Alouch, dessen Eltern aus der Türkei und Algerien nach Frankreich eingewandert sind, um verschiedene Stellen beworben. Mit Erfolg. Er kann wählen zwischen drei sehr interessanten Angeboten, erzählt er nicht ohne Stolz: Zwei gut dotierte Jobs im Management multinationaler Unternehmen und eine leitende Position in einer NGO, einer Nicht-Regierungsorganisation. Mit einem Diplom der Sciences-Po-Eliteuni in der Tasche ist die Jobsuche kein Problem. Da ist selbst meine Herkunft kein Handicap mehr, sagt er, als würde es ihn selbst noch wundern.

Bestimmte Fragen werden nicht gestellt, wenn man eine Sciences-Po-Diplom hat. Im Allgemeinen freuen sich die Unternehmen über die Bewerbung eines Sciences-Po-Studenten.

Akim Alouch, das Einwanderkind aus einem der berüchtigten Pariser Vorstadtghettos, ist die Welt außerhalb seines Banlieue inzwischen längst vertraut.

Er habe sich während des fünfjährigen Studiums auch sehr wohl gefühlt und etliche Freundschaften geschlossen. Dennoch betrachtet der junge Franzose die gute Ausbildung nicht als Glückssache oder Geschenk milder Wohltäter. Er hat die Fähigkeiten gehabt, den nötigen Ehrgeiz, sagt der Sciences-Po-Absolvent, und er habe hart für sein Diplom gearbeitet. Er verdiene das Diplom genauso, wie alle anderen Sciences-Po-Absolventen.

Aber natürlich erinnert er sich noch sehr gut an die anfänglich heftigen Reaktionen der zahlreichen Kritiker des Projekts, die dem Direktor der Sciences-Po vorwarfen, mit den Studenten aus den Banlieues den legendären Ruf der Universität zu ruinieren. "Da muss man dann ganz einfach drüber stehen, meint Akim Alouch selbstbewusst. Sehr viel beeindruckender fand er den Enthusiasmus und die Freude, die seine Annahme an der Sciences-Po bei den Leuten in seinem Viertel ausgelöst hat.

Und plötzlich huscht über sein bis dahin eher ernst und reserviert wirkendes Gesicht ein Hauch von Rührung.

Alle waren sie so froh darüber und sehr stolz. Es ist für sie vor allem ein Stück Anerkennung. Sie, die sonst nur angegriffen und stigmatisiert werden. Die Leute in den so genannten schwierigen Vierteln brauchen Annerkennung.(...)"

Gruß aus Klein-Schlebach!
Kay


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